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Thema: Zinsen abgrenzen bei Einnahmen / Überschussrechnun


Hallo liebe Mitglieder,
ich muß Darlehenszinsen über 5 Jahre abgrenzen (Autokauf mit Darlehensvertrag über 60 Monate). Es gibt im Datevkontenrahmen 4 für die E/Ü kein RAP - Konto.
Welches Konto kann ich für diese Abgrenzung ansprechen?
Ich bedanke mich im Voraus für die Antwort.
Grüße von der Bergstraße




dorle
Welches Konto kann ich für diese Abgrenzung ansprechen?


Gar keins!

Bei der EÜR gilt das Zufluß-/Abflußprinzip, §11 EStG! Es gibt daher keine Rechnungsabgrenzung.

taxpert

_____________________________________________
Your friendly bavarian tax collector

Mein Motto:
"Yeah, I'm the taxman
And you're working for no one but me"
(The Beatles, Taxman, Album Revolver)

"Bitte, Danke und Verzeihung wandern auf die Liste der bedrohten Worte!"


@ taxpert

Ihre Antwort ist falsch! Wenn das Darlehens incl. Zinsen für 60 Monate abgeschlossen wurde und mtl. Raten diese beiinhalten, muss sehr wohl "abgegrenzt" werden, sonst klappt es nicht mit der Auflösung.

Die Zinsen muss die Bank mitteilen - ansonsten muss man eine Zinsstaffel berechnen.
Und als Konto nimmt man einfach ein Forderungskonto für die aktivierten Zinsen.

E.



@ Eugenie

So ganz falsch liegt taxpert mit seiner Antwort nicht. Die Zinsen werden nur deshalb abgegrenzt, weil meistens auch 4/3-Gewinnermittler gebucht werden und dann geht es in der Tat kaum sinnvoll anders.

Ich kann aber als 4/3-Gewinnermittler auch einfach nur meine Ausgaben aufschreiben, d. h. 12 x den Zinsanteil aus den Darlehensraten. Abgrenzungen gibt es dann trivialerweise nicht und das Zuflussprinzip ist gewahrt.

Da taxpert beim Finanzamt arbeitet, mögen Sie ihm deshalb seine theoretisch korrekte aber wenig praxistaugliche Antwort nachsehen.

Gruß

arminius



dorle:
ich muß Darlehenszinsen über 5 Jahre abgrenzen

Ich verstehe nicht, was es bei Darlehenszinsen abzugrenzen gibt.
Das Darlehen wird eingebucht, die laufenden Tilgungsraten werden dagegengebucht und der Zinsanteil wird entweder monatlich oder am Jahresende umgebucht.

Lest mal § 5 Abs. 5 EStG - da beschreibt der Gesetzgeber genau, was abzugrenzen ist



@Schot

Die Zinsen kannst Du aber nur dann jedes Jahr umbuchen, wenn sie vorher auf ein Abgrenzugskonto gebucht wurden.

Beispiel:
10.000 Fuhrpark, 1.000 Zinsen = 11.000 Darlehensbetrag

Buchungssatz:
Fuhrpark + Abgrenzungskonto Zinsen an Darlehen.

Somit sind die Zinsen abgegrenzt.

Gruß

arminius




arminius:

Die Zinsen kannst Du aber nur dann jedes Jahr umbuchen, wenn sie vorher auf ein Abgrenzugskonto gebucht wurden.

Beispiel:
10.000 Fuhrpark, 1.000 Zinsen = 11.000 Darlehensbetrag

Das ist falsch.
Das Darlehen beträgt 10.000.
Du würdest doch, wenn der Kauf scheitert, nicht volle 11.000, sondern nur die 10.000 + Zinsen bis zur vorzeitigen Tilgung an den Darlehensgeber bezahlen.
Deine 11.000 sind die Gesamtkosten des Darlehens; diese beinhalten aber auch Zinsen, die erst am Laufzeitende anfallen.
Abgrenzen kann man (hier) aber nur etwas, was vorausbezahlt wird. Die Zinsen sind nur rechnerisch in den Gesamtkosten enthalten, damit die bezahlten Raten nachvollziehbar werden.
Die Zinsen fallen während der Darlehenslaufzeit kontinuierlich an. Wenn Du die auf die Laufzeit des Darlehens entfallenden Zinsen zum Darlehen dazubuchst und "abgrenzt", führt das vielleicht zum korrekten steuerlichen Ergebnis, ist aber dennoch nicht richtig.
Das ergibt sich auch daraus, dass der Kreditgeber einen Zins- und Tilgungsplan hat und jährlich eine Bescheinigung über die bezahlten Zinsen ausstellt. Wenn diese vorausbezahlt worden wären (was Voraussetzung für´s Abgrenzen ist), bräuchte man das nicht - und entsprechend taxpert wären die Zinsen im ersten Jahr in voller Höhe zu berücksichtigen, weil bezahlt.



@ Schot

Das ist mir soweit klar. Da die Zinsen nicht vorausbezahlt werden, können sie auch nicht abgegrenzt werden. Und korrekterweise wird nur das Darlehen und nicht die Zinsen gegen Verbindlichkeiten eingebucht. Die Differenz in den Annuitätenraten wird am Jahresende gegen Zinsen und Gebühren ausgebucht.

Diese Vorgehensweise ist bei Bilanzierenden soweit korrekt. Es geht hier aber um einen 4/3-Gewinnermittler. Da hier am Jahresende keine Bestandskonten ausgewiesen werden, spielt es auch keine Rolle, welche Bestandskonten in der Buchhaltung neben Bank und Kasse noch zusätzlich angesprochen werden, solange die Gewinnermittlung steuerlich korrekt erfolgt.

Der Fragende wollte eine praktische Lösung für sein Problem und ich denke, es ist kein Problem, wenn er die Zinsen auf einem Abgenzungskonto erfasst und gegen das Darlehen bucht (auch wenn dann auf dem Darlehenskonto ein falscher Bestand ausgewiesen wird, was aber ja sowieso niemanden interssiert).


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