Forum www.Vaskulitis.org

Seiten: Anfang ... 12 13 14 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: M. Wegener (u.a.) und CFS (Müdigkeitssyndrom)


Das Problem bei dem "sich Schonen" ist, dass mein leicht in eine Abwärtsspirale gerät und sich immer weniger zutraut.

Ich denke der Trick ist, Dinge zu finden, die man gerne tut und auf die man sich freut - dann setzt man automatisch die eigene Leistungsfähigkeit an so hoch es nur irgend geht.



@Frosch, für sich gesehen ist Dein Beitrag sehr richtig, hat m.E. nur leider mit fatigue und seinen reduzierten Möglichkeiten gar nichts zu tun. Richtig ist nur: Unterforderung schwächt, Überforderung zerstört. Das Stichwort heißt 'pacing'.

Und kognitve Verhaltenstherapie hat schon das Ziel, irrationale Gedanken, also aus psychischen Gründen "falsche" Gedanken, durch Lernen in reflektierte, rationale -und damit nicht blockierende Gedanken -zu ersetzen. (Ich bin u.a. darin ausgebildet. Wegen RET gib mal "Ellis" in die SuFu ein). Der Fatigue hilft es nicht.

Sei froh für Dich, dass Du von fatigue nicht betroffen bist. Viele können ihren Beruf nicht mehr oder nur eingeshränkt ausüben, haben dadurch finanzielle Einbußen, werden arbeitslos, müssen frühzeitig in Rente gehen, ebenfalls mit Einbußen. Die könnten sich viell. veräppelt fühlen. Mich kostet sie ein großes Stück Lebensqualität und die nötigen fremden Hilfen, die ich deshalb für alles Mögliche benötige, rd. 500 € im Monat.
LG INgeborg
p.s. Schade, dass Friedolin nicht mehr hier ist.



Liebe Ingeborg,

ich denke eigentlich, dass es "richtige" oder "falsche" Gedanken nicht gibt - nur Gedanken, die mir das Leben leichter machen und Gedanken, die es mir erschweren. Solange ich mir und meiner Umwelt nicht damit schade, halte ich mich lieber an Gedanken, die es mir leichter machen.

Was ich gelernt habe ist, dass Wunder geschehen, wenn man sich überlegt, was man kann und sich nicht mit Dingen aufhält, die man nicht kann.

Klar sind die Einschränkungen und das Leid real, aber wenn ich darüber jammere, ist das Zeit, in der ich mich auch über etwas freuen kann.



Klar gibt es keine falschen und richtigen Gedanken. Ich hatte falsch ja deshalb in Anführungsstriche gesetzt. Und die so gemeint "falschen" Gedanken sind eben die eines Menschen mit einer neurotischen Struktur (knapp skizziert). Fatigue ist aber nicht mit neurotischer Struktur gleichzusetzen. Und Jammern und Klagen und fehlende Freude sind ebenfalls kein Symptom für Fatigue.
Nach meiner Meinung sprichst Du Richtiges über Freude und Klagen aus, weißt aber (wahrscheinlich mangels eigenem Erleben) nicht, warum Du hierzu bei Fatigue sprichst. Auch Fatigue-Betroffene empfinden Freude, soweit sie nicht gerade darüber depressiv geworden sind, reagieren wie jeder andere, nur dass sie Energie nur für das Allernötigste übrig haben, z.B. die Morgentoilette bzw. alles andere, was Energie kostet, einsparen müssen -je nach Grad halt. Die Ursache soll im immunologisch-entzündlichen Bereich, besonders bei Veränderungen im Gehirn liegen (so u.a. Frau Prof. Reinhold-Keller, BB).
Eine ausgefeilte wissenschaftliche Arbeit kann -und will ich Dir dazu nicht liefern -würde wahrscheinlich nichts nutzen, weil der Netz alles Mögliche zu allem Möglichen hergeben würde. Es gibt zu Fatigue aber gute wissenschaftliche Artikel, doch leider nicht sehr viele, und zu manchen hat man nur unter bestimmten Voraussetzungen Zugang. Leider.
LG


Zuletzt bearbeitet: 15.09.16 21:49 von Ingeborg


@ Für alle neuen Forumsmitglieder es ist sinnvoll
den Thread vom Anfang bis ... zu lesen

Hallo Ingeborg,
hast du sehr gut dargestellt und beschrieben.
Es hat bei mir über ein Jahr gedauert, bis es von
ganz wenigen im Umfeld verstanden, bzw. akzeptiert
wurde (Fatigue).

LG Bernd



Der Punkt, den ich versuche rüberzubringen, egal ob ich eigene Erfahrungen mit Fatigue habe oder nicht (darüber denke ich nicht nach, versuche einfach zu machen was geht, bin auch in einem Alter in dem Freunde und Familie aus anderen Gründen schlapp machen bzw. gemacht haben):

"Und die so gemeint "falschen" Gedanken sind eben die eines Menschen mit einer neurotischen Struktur (knapp skizziert)"

Die Techniken kognitiver Verhaltentherapie haben nichts mit Neurosen zu tun, es reicht völlig aus realistisch zu sein, um negative Gedanken zu haben.

Und diese Techniken helfen offenbar bei Fatigue, auch bei mit Vaskulitis verbundener Fatigue, Betonung helfen, kurieren werden sie sie nicht.

Vermutlich ist eine rosa Brille sogar eher neurotisch als negativer Realismus, doch sie wirkt Wunder (natürlich nicht, es hat aber eine positive Rückkopplung auf körperliche Funktionen, bewirkt also eine Besserung, der Lebensqualität allemal)



Noch ein Versuch die Wirkung von Gefühlen auf den Körper zu erklären,
es geht um das Prinzip, nicht um einen Therapievorschlag :-))

Verliebtheit

http://www.swr.de/swr2/wissen/liebe-mehr-als-ein-gefuehl/-/id=661224/did=14740544/nid=661224/n8mr6v/index.html

"Denn der körpereigene Hormoncocktail versetzt Verliebte in einen Ausnahmezustand: Adrenalin putscht auf, macht euphorisch, ähnlich wie Kokain. Cortisol, das Stresshormon, hält wach, weshalb Verliebte kaum Schlaf brauchen, und sich trotzdem leistungsfähig fühlen. Ständig kreisen die Gedanken um den anderen, das sexuelle Begehren wächst unaufhaltsam- dafür sorgt Dopamin. Denn um dem Verlangen nachzukommen wird - wie bei Suchtabhängigen - verstärkt Dopamin ausgeschüttet, wodurch das Belohnungssystem im Gehin anspringt."



Hallo, Du brauchst doch nicht extra darauf hinzuweisen, dass positive Gedanken positive Reaktionen hervorrufen wie negative Gedanken negative. Das weiß wohl jeder -und ist dabei ja nicht das Thema. Negative Gedanken aber haben ihren Ursprung in irrationalen Bewertungen, um bei Ellis und RET zu bleiben und haben nichts mit Realismus zu tun. Diese besagten Kognitionen sollen im therapeutischen Prozeß verändert werden.

Was ein realistischer Mensch ist, na ja, dafür hält sich wohl jeder. Wichtiger scheint mir, ob jemand angemessen und erwachsen reagiert, aus dem 'Erwachsenen-Ich' (nach Eric Berne) also. An irrationalem Denken festzuhalten steht dem jedenfalls entgegen und führt zu psych. Störungen, miesen Gefühlen und Fehlverhalten.
In der therapeutischen Praxis hinterfragt man seine negativen Gedanken nach ihrer Berechtigung. Man hält dem negativen Gedanken also Informationen mit Zahlen, Daten, Fakten entgegen und verändert so sein Denken, Fühlen und Verhalten.

Zum Schluß: Mir scheint, dass Du nicht bereit bist, Dich mit dem Fakten zu Fatigue zu beschäftigen und stattdessen dem Thema lieber ausweichst. Zugegeben, es ist schwierig, weil es keinen wirklich offiziellen Erklärungsansatz gibt, geschweige denn eine Therapie, und dieser Thread ist lang.

Dass Du bei allem ein positiver Mensch bleiben kannst/willst, würde die Beschäftigung damit ja nicht ausschließen. Das kann ich aus Erfahrung versprechen. Also, wenn Du magst, versuche es doch mal mit dem Thema.
Gruß, Ingeborg



einfach weiterführen

http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4906061?nlid=115447_3081&src=WNL_mdplsnews_170601_MSCPEDIT_DE&faf=1

https://www.lost-voices-stiftung.org/

Seiten: Anfang ... 12 13 14 Zurück zur Übersicht


Dieses Forum ist ein Bestandteil von www.vaskulitis.org