Forum www.Vaskulitis.org

Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Rituximab


http://www.zhb.uni-luebeck.de/epubs/ediss1229.pdf

Unter o.g. Adresse kommt man zu einer Dissertation aus dem Jahre 2013 über die Effektivität von Rituximab bei GPA und Versagen der bisherigen Standardtherapie.
Sie ist leichter zu lesen, als andere Arbeiten, bei denen man -wenn nicht am Titel, dann doch am Inhaltsverzeichnis- scheitert.
Erklärt werden auch Sicherheit, Nebenwirkungen und Wirkprinzip. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören danach Infektionen, insbesondere Pneumonien und Infektionen der oberen Atemwege.
Hope



Hab's gelesen aber nur teilweise verstanden. Was mich interessieren würde, sind Erfahrungen von Euch nach RTX Einnahme bezüglich der Nebenwirkungen. Mir wurde für meinen derzeitigen MW Schub von Krankenhaus RTX empfohlen (Ersttherapie Lunge+Niere mit Cyclophosphamid). Mein Nephrologe hat mich auf die Nebenwirkungen von RTX in der Lunge hingewiesen, die in seiner Praxis auftraten. Zurzeit nehme ich 60mgPrednisolon+150Aza um die RTX Chemo zu umgehen.

Warum wollten die Ärzte nicht einfach die Cyclophosphamid Chemo wiederholen, die ja beim 1sten Mal so erfolgreich war?

Würde mich freuen ein paar Kommentare + Infos zu erhalten ...

LG



Ich musste vor dem ersten Zyklus RTX einen TB Test machen, die Lunge röntgen lassen und wurde gegen Pneumokokken geimpft.

Ich habe mich sechs Monate nach dem 1. Zyklus bei einem Kleinkind mit Scharlach angesteckt, musste 10 Tage Antibiotika schlucken und war insgesamt 3 Wochen krank, aber die Lunge blieb unbeteiligt.

Insgesamt nach knapp einem Jahr mit RTX (plus 5mg Prednisolon/täglich und 7,5 mg MTX/wöchentlich) habe ich keinen neuen Schub und vom Scharlach mal abgesehen, keinerlei Virus- oder andere Infekte.



Hallo,
dass Rituximab selbst die Lunge schädigt, ist mir nicht bekannt. Als Nebenwirkungen bekannt sind u.a. Lungenentzündungen; das Risiko einer Infektion ist aber immer von der Dosierung abhängig. Ich selbst hatte und habe unter der RTX-Therapie keine Probleme mit der Lunge und auch keine Lungenentzündung, bei Endoxan soll das Risiko einer Lungenentzündung meines Wissens höher sein. Eine Erkältung hatte ich bisher auch nicht. Allerdings habe ich auch die Möglichkeit, mich von erkälteten oder hustenden Menschen fernzuhalten und achte stets auf warme Füße und dass der Körper bei der kalten Witterung nicht auskühlt.
An Nebenwirkungen habe ich eigentlich nur einige Tage vermehrte Erschöpfung nach der Infusion und zeitweilig Immunglobulinmangel, der aber ausgeglichen werden kann.
So wie ich seinerzeit das Ärzteteam verstanden habe, soll RTX wohl immer mehr i.R. der Induktionstherapie das Endoxan ersetzen, eben weil es den Körper weniger belasten soll. Das Endoxan darf auch nur bis zu einer gewissen Gesamthöhe gegeben werden.
Du musst auch bedenken, dass 60 mg Prednisolon das Immunsystem ebenfalls stark schwächen, es könnte sein, dass Du dadurch ebenfalls leichter eine Lungenentzündung bekommen kannst.
Im Zusammenhang mit RTX wirst Du sicher auch auf den JC-Virus und PML stoßen. Nach meinem Kenntnissen liegt das Risiko i.R. einer Wegener-Therapie daran zu erkranken in der Nähe von Null.
Du musst bedenken, dass es in der Tumortherapie in viel höherer Dosis eingesetzt wird.
Selbst bei Patienten mit Arteriitis wird es in höherer Dosis als bei Wegener eingesetzt.
Das RTX wird zwar bei der Tumortherapie eingesetzt, meines Wissens jedoch zusätzlich zur Chemotherapie. Es selbst ist ein Antikörper, der gezielt die durch ein Protein gekennzeichneten Tumorzellen angreift. Die für den Wegener mit Verantwortlichen B-Zellen sind genauso wie die Tumorzellen gekennzeichnet und werden deshalb auch getötet und somit die Entzündung gestoppt.
Gegen Pneumokokken bin ich auch geimpft; sollte mindestens vier Wochen vorher geschehen. Ebenso bin ich auch auf Tb getestet. Neben diesen, schon von Sabine, genannten Tests erfolgen noch andere, z.B. HIV. Auf den o.g. JC Virus bin ich allerdings nicht getestet worden.
Hope



Alles sehr positive Statements zu RTX, vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten .... !!

Gegen Pneumokokken ist wohl das Cotrimoxazol das ich dauerhaft einnehme ...

Im Moment macht mir das Prednisolon echt zu schaffen, ich glaube ich platze gleich .... hoffe auf bessere ANCAs nächste Woche ...

Macht weiter .... und schildert Eure RTX Erfahrungen ....



Hallo MrCool,
Rituximab ist neben Cyclophosphamid als zweites Medikament seit 2013 bei schwerer GPA zugelassen. Schon aus diesem Grunde gibt es hier mehrfache Infos. Wenn Du mit dem Stichwort die SuFu bedienst, findest Du bis zu 250 Beiträge hierzu.
Bei Cyclophosphamid gibt es eine Kumulativdosis, die man wegen drohender, schwerwiegender NW nicht überschreiten soll. Von der Wirkung her sind beide ebenbürtig.
Alles Gute.
Ingeborg



In einer Studie wurde nachgewiesen , dass RTX bei Rezidiven besser wirkt als Cyclo.



Welche Studie ist das - hast Du nen link?



Du kannst einfach: Studie RTX Endoxan googeln. Da findest du alles zum Thema.



Für Elke hochgeschoben,
wie ich dies Forum kenne, sind Dir Elke alle für weitere Fragen offen!



Mein Nephrologe hat jetzt auch angeregt, eine Rituximab Therapie zu beginnen, da meine MPA leider dauernd aktiv ist.
Bin derzeit aber noch etwas unsicher.
Werd jetzt mal die Reha abwarten und dann eine Entscheidung treffen müssen.

Lg Marion



Hallo Hope,
Danke für die Antwort. Bin auch noch etwas unbeholfen mit dem technischen Umgang im Forum. Wird aber. Bitte Fehler entschuldigen.

Also im Januar 2015 hatte ich den 1. Termin beim Rheumatologen, mit der schon erwähnten Fragestellung des Hausarztes. Der Rheumatologe schickte mich erst weg um mich dann aber anschließend wöchentlich zu bestellen und schließlich seinen Verdacht auf Vaskulitis zu äußern. ANCA positive Vaskulitis.Dann gab es bei mir aber einiges privates (3 Todesfälle) und Stress mit meinen anderen Krankheiten. Im Juni 2016 landete ich zur Diagnostik in der Rheumaklinik Herne. Es ging mir nicht gut. Hauptsächlich Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Depressionen. Und natürlich die Entzündungswerte waren wieder höher. Latente Blutarmut wie seit 2011 erstmals aufgetreten. Die Ärzte der Rheumaklinik konnten sich aber nicht so recht einigen, einer dafür, einer dagegen und so wurde ich mit einer "z.Z. nicht aktiven Vaskulitis" entlassen.

Eine Vorstellung bei zwei Nephrologen ergab hinsichtlich der Vaskulitis wieder widersprüchliche Aussagen. Dafür wurde eine vom Kardiologen vorgeschlagene Lipid-Apherese-Therapie befürwortet, bzw. da laufen die Untersuchungen noch.

Im Oktober 2016 hatte ich dann einen Schulterbruch und wurde operiert. (subkapitale Humeruskopffraktur rechts). Da sollte eigentlich nachgebessert werden (Nägel zu lang), aber im Hinblick auf das Risiko einer Narkose bei mir, wird es nun hinausgezögert auf Vorschlag der Rheumaklinik, wo ich Mitte Februar dieses Jahres auf Betreiben meines Rheumatologen wieder 2 Wochen war.

Die haben jetzt eine Rituximap-Therapie für Ende März geplant, wobei man die Höhe der Dosierung und die Anzahl der Infusionen noch klären will.

Ich weiß, was Immunsupressiva sind. Mein Mann war 19 Jahre herztransplantiert. Über Vaskulitis und Rituximap nur das, was ich in den letzten Wochen gelesen habe. Meine anderen Krankheiten sind: KHK, chronische Niereninsuffizienz Stadium II, Normozytäre, normochrome Anämie, pAVK Stadium 2, Generalisierte Osteoarthrose, Nachweis von Antiphosholipid-Antikörpern, COPD.

Ich habe bei Rituximap Angst vor einem allergischen Schock und auch Zweifel, ob diese Therapie jetzt zu diesem Zeitpunkt sein muss und habe keine Lust auf dem Altar der Wissenschaft geopfert zu werden. Das ist zugegeben etwas mißtrauisch, ab es geht ja immerhin um meine Gesundheit.

So, das wars erstmal und ich hoffe auf gute Ratschläge.
Grüße
Elke



Hallo Elke,
Du musst Dich doch nicht entschuldigen! 🙂 Insgesamt deuten also ANCA, Blutarmut, Müdigkeit und erhöhte Entzündungswerte auf eine V. Für unterschiedliche Erkrankungen gibt es unterschiedliche ANCAs; für GPA z.B. den C-ANCA. Da die Erkrankungen unterschiedlich verlaufen und auch die Therapien unterschiedlich sind, wäre es wichtig zu wissen, um welche ANCA es sich bei Dir handelt und ob schon eine spezielle Vaskulitis angesprochen wurde. Du hattest in Deinem Thread hinter Vaskulitis in Klammern MPO geschrieben, ist dies ein Irrtum und Du meintest eigentlich MPA, die Mikroskopische Polyangiitis oder meinst Du den Wert MPO?
Solltest Du nun tatsächlich eine Vaskulitis haben und die Niere dadurch betroffen sein, so könnte man dies an sogenannten dismorphen Erythrozyten erkennen, auch ist der Kreatininwert wichtig und ob Leukozyten, Erythrozyten und Eiweiß im Urin sind. Vor einigen Jahren, wurde bei mir eine Nierenbeteiligung von sehr geringem Ausmaß mit Endoxan behandelt. Endoxan wird heute mehr und mehr durch Rituximab ersetzt.
Für mich würde die Entscheidung für R. insgesamt von folgenden Fragen abhängen:
- Welcher ANCA und welche Vaskulitis?
- Welche der o.g. Anzeichen deuten auf eine Nierenbeteiligung? Da Du schon eine Niereninsuffizienz hast, ist es wahrscheinlich schwieriger zu klären, doch vielleicht helfen die dismophen Erythrozyten weiter!
- Wie gut kennen sich Deine Rheumatologen mit Vaskulits aus? Evt. alles nochmal in einer speziellen Vaskulitisklinik abklären lassen!

Zu den Kliniken kannst Du Ingeborg fragen, solltest Du alle Nierenwerte haben und noch Fragen dazu, können wir Dir sicher noch weiterhelfen; leider gibt es hier auch einige Mitglieder mit stärkerer Nierenbeteiligung.

Ich finde es richtig, die Einschätzung der Ärzte zu hinterfragen; aus meiner Erfahrung kann ich Dir sagen, sollte Rituximab wirklich erforderlich sein, solltest Du keine Angst davor haben, denn es hilft, Dich vor Schäden zu bewahren und umgekehrt sollte man es aber nicht zu früh einsetzen, da es nunmal ein starkes Mittel ist. Um einen allergischen Schock zu verhindern, erhältst Du Cortison und ein weiteres Antiallergikum, außerdem Paracetamol gegen Kopfschmerzen und ein Mittel für den Magen. Wie Du oben sicherlich gelesen hast, komme ich gut damit zurecht. Vermutlich ist ein Schock eher die Seltenheit, hierzu kannst Du auch die Ärzte nach Zahlen fragen. Außerdem wirst Du bei der Infusion überwacht.
LG
Hope

Nachtrag: Deine Erkrankungen kenne ich nur teilweise; meines Wissens gehören schwere Herzerkrankungen zu den Gegenanzeigen.
Dass Rituximab i.R. einer Vaskulitis eingesetzt wird, um 'nur' eine durch die Entzündungen entstandene Blutarmut (ist sie das Narkoserisiko oder hat der Vorschlag der Rheumatologen lediglich zeitlich organisatorische Gründe?) zu beheben, ist mir nicht bekannt.


Zuletzt bearbeitet: 09.03.17 13:29 von Hope
Zurück zur Übersicht


Dieses Forum ist ein Bestandteil von www.vaskulitis.org