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Thema: Was sagt man dazu....


Hallo zusammen,

ich habe soeben in der "Deutsche Apotheker Zeitung" einen Artikel üb er GPA gefunden.
Überrascht hat mich dann der letzte Satz:

Ist die Wegener-Granulomatose einmal erkannt und konsequent behandelt, dann kann sie in der Mehrzahl der Fälle gebessert, häufig geheilt werden.

Hier der Link zum Artikel:
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-24-2008/was-ist-eigentlich-morbus-wegener

unisono



Hallo Unisono,
vor vielen, vielen Jahren las ich in einem medizinischen Lehrbuch! auch die Aussage, unter Endoxan ginge es den Patienten rasch besser. Damals wunderte ich mich nicht mehr, dass man mich in meiner Hausarztpraxis nicht ernst nahm. Erfreulicherweise hatte ich damals einen sehr guten Rheumatologen. So sehr ich die o.g Aussage verstehe, haben die Ärzte doch im Vergleich zu früher schon viel erreicht, und so sinnvoll ich es finde, Patienten Hoffnung zu machen, so sehr würde ich begrüßen, wenn nicht vergessen würde, dass 'besser' sehr relativ ist und selbst, wenn keine Organschäden entstehen, sich das Leben der Betroffenen wesentlich ändern kann. Ich kann 'Dein verzweifeltes Gesicht' somit gut verstehen!
LG
Hope


Zuletzt bearbeitet: 07.03.17 18:00 von Hope


Wenn ich das richtig sehe, ist der Artikel von 2008. Seitdem ist in der GPA-Forschung doch so einiges passiert, allein wenn man an die Biologicals denkt. Als ich das erste Mal in BB war, waren die fast noch Zukunftsmusik, inzwischen gehören sie zum Spektrum der möglichen Therapien. (In BB gab es ja immer Patientenschulungen, die ich von 2012 bis 2016 häufiger besucht habe.) Dass das mit der Heilung so einfach nicht ist, wissen die meisten von uns ja, wir sind ja schon froh, wenn wir alltagstauglich sind.



Die Deutsche Apotheker Zeitung zitiert aus dem Jahr 1999 immerhin keinen Geringeren als Prof. Gross, den damals Leitenden Arzt in BB. Auch erstaunlich, dass 80-90% mit einmaliger Gabe von Cyclophosphamid gebessert oder geheilt sind. Nur 10-20% muß man es immer wieder geben -ohne Grenze wohl, konsequent eben.

Nun, das war 1999 geschrieben. Trotzdem bin auch ich sprachlos, dass es noch in 2008 hervorgeholt wurde. War wohl gerad ein Sommerloch bei der Zeitschrift.

Da wundert es nicht, dass einerseits diejenigen, die noch Artikel aus den 80-ern lesen, glauben, innerhalb weniger Monate sterben zu müssen, andererseits Ärzte und Ämter meinen, der Wegener sei nur ein schlimmerer Schnupfen, den man aber mit Senfgas gut in den Griff kriegt.

All denjenigen, die in den letzten Jahren dank heutzutage verschiedener medikamentöser Anwendungen das Leben gerettet wurde, es ihnen also besser geht, soll es recht sein, weil das Leben wertvoll ist.



Ich möchte nur einen kurzen Nachtrag zur Heilung anfügen.
In der Originalpublikation von Prof. W. L. Gross steht an EINER Stelle zu Thema Heilung beim Wegener:

"Bei der WG, bei der noch bis in die 80er Jahre hinein stets von einer fatalen Prognose ausgegangen wurde, konnte mit dieser über mehrere Jahre durchgeführten Kombinationstherapie (FAUCI) Remissionsraten von etwa 90% erreicht werden und ES WURDE SOGAR von Heilungen AUSGEGANGEN."

Diese Aussage macht Gross 1999 - er schreibt nicht, dass beim Wegener eine Heilung eintritt.
An mehrere Stellen weisst er auf eine Vollremission hin - also vollständiges Fehlen von klinischer Krankheitsaktivität - unter der Remissionstherapie.

Was nun der Autor in der *Deutschen Apotheker Zeitung" mit "häufig geheilt" wirklich meint (?) entspricht sicher nicht der angegebener Quelle.

Allen einen guten Tag
Dany


Zuletzt bearbeitet: 08.03.17 15:08 von Dany_CH


Danke Dany. Eigentlich sollte ja ein Bericht mit Quellenangabe den Inhalt der Quelle wiedergeben. Aber dann hat sich wohl jemand der Apotheker-Zeitung gedacht, Happy End kommt besser an. ...und sie wissen nicht, was sie tun...

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