Forum www.Vaskulitis.org

Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Sich selbst erfüllende Prophezeiung


Nachdem ich vom 25 März bis zum 1 April (kein Scherz) wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus war hab ich heute meinen verschobenen Chemotherapie Termin angetreten.
Wie meist üblich hat es bis zum Mittagessen gedauert bis ein Bett
bereitstand und die Wartezeit verbringt man dann im kuscheligen Aufenthaltsraum der Station.
Mir ist sofort ein etwa 50 jähriger Mann in Begleitung seiner Schwester auf gefallen, sehr nervös mit der Situation total überfordert dazu noch ängstlich und sowas von Todkrank aussehend das einem Angst und Bang wird.

Mir war sofort klar das wird dein Zimmernachbar ich ziehe so Typen an wie der Hundehaufen die Fliegen.
Und so ist es dann auch passiert den Nachmittag über war der Tod ich meine das nicht abwertend er sieht wirklich töter aus als der Tod, eigentlich ständig unterwegs.
Wenn Er noch 100 Gramm abnimmt ist Er wahrscheinlich eindimensional.

Zwischendurch kam der Arzt zum Aufnahmegespräch aber auch er konnte dem Tod keine richtige Info über seinen Zustand entlocken.
Es ginge ihm ja eigentlich ganz gut nur etwas kurzatmig sei er in letzter Zeit gewesen, abends müsse er etwas Husten aber alles nicht so schlimm.
Zum Abendessen kam des Todes Schwester noch auf einen Sprung vorbei auch ihr gelang es nicht ihm die Geschehnisse des Nachmittags oder jedwede andere Info zu entlocken, im Raum stand nur die Frage wann den Papa zu Besuch kommt, die Antwort gar nicht ließ den Tod das Thema wechseln und für ihn wahrscheinlich zur Höchstform auflaufen.
Die Schwester wurde auf strengste Beschuldigt zu Hause den Kleiderschrank des Todes in ein unfassbares Tohuwabohu verwandelt zu haben und er würde Wochen brauchen das Durcheinander wider zu beseitigen.
Eigentlich hatte Sie nur eine kleine Sporttasche mit dem nötigsten dabei.
So gegen 19.00 Uhr verabschiedete sich die Gute und während das Cyclophosphamid in mich hinein tröpfelte nahm das Unglück seinen Lauf der Tod legte seinen Pyjama an und sich selbst ins Bett.
Er fragte mich noch wie man den Kopfteil des Bettes absenkt ich verriet es ihm er tat es und fing an zu Husten.
Und so Hustet er jetzt seit 19.30 Uhr eigentlich durchgängig bis jetzt Ortszeit 1.40 Uhr einen elenden quälend trockenen Reizhusten.
Gegen 21 Uhr hatte ich ihn soweit mal zu klingeln und sein Problem kund zu tun was ihm ein paar Emser Halspastillen einbrachte die Er brav lutschte um unvermindert weiter zu Husten.
Mittlerweile hat der Tod sämtliche Hustenmittel die das Pflegepersonal verteilen darf absorbiert nur leider stellt sich kein Erfolg ein.
Einen Arzt holt man natürlich nicht der arme Tod wird die Nacht schon überleben, ich mit etwas Glück auch.
Er hat dazu noch eine Tonlage beim Husten die mühelos jeden Kopfhörer und Gehörschutz durchdringt.
Ich werde jetzt versuchen mich anzuziehen und es mal mit ein paar beim Pseudo Krupp gut funktionierenden Atemtechnicken am offen Treppenhaus Fenster zu probieren vielleicht kann ich den Tod ja noch retten.
Sämtliche Fehler sind der Uhrzeit und meiner miserablen Rechtschreibung geschuldet.
Eine Husten freie Nacht und LG Grüße Klaus

Nachtrag:Um kurz nach 2 Uhr haben wir uns was warmes angezogen und alle Fenster geöffnet nach ca. 15 min.flach atmen im Sitzen hat der Husten etwas nachgelassen so das wir beide jetzt gute 2 Stunden geschlafen haben.


Zuletzt bearbeitet: 06.04.17 05:46 von Timmy


Es gibt codeinhaltige Hustentropfen bzw. Hustensaft, der meines Eindrucks nach sämtliche Hustenreize fast sofort komplett abstellt, darf man aber leider nur ein paar Tage nehmen, wenn man nicht süchtig werden will. Den haben sie mir damals gegeben, als ich in BB die ganze Etage zusammengebellt habe. 10 Tropfen und ich habe geschlafen wie ein Baby! (Und die übrige Etage auch.)



Hallo Timmy,
das kann ich gut nachvollziehen.
Als ich in der Klinik war ging es mir genauso - ein Mitpatient schrie die ganze Nacht 'HELPE ME'. Wenn es ihm dann besser ging drückte er immer wieder auf die Klingel, das hörte man im ganzen Trakt.
Ich hab mir dann die Kopfhörer aufgesetzt und 'Relax with Cats' angehört - Chilling mit Schnurrenden Katzen im Hintergrund (angeblich hat das Schnurren der Katzen ja auch eine heilende Wirkung).
Glücklicherweise hat man diesen 'Tod' dann in ein anderes Zimmer verlegt wegen unserer Proteste. Das nächtliche Dauerklingeln aber blieb...
Wünsche Dir maximale Heilerfolge ohne störende Mitpatienten.
LG
Ralf



Hallo oh je oh je.

Ich kann ganze Romane über Zimmernachbarn schreiben. Von einer Frau die wirklich die ganze Nacht Chips aß und die dementsprechenden Ausdünstungen. Am schlimmsten Leute die schnarchen ohne Ende. NIX mit Ohropax. ...und so weiter und so fort.
Ein Krankenhaus ist nun man leider kein Hotel ....
Ich hoffe du hast deine Chemo gut überstanden. Vielleicht Option ambulant?
Jedenfalls bekam ich die letzten 6 x ambulant. Voraussetzung ausruhen und viel viel trinken.

Weiterhin gute Besserung.

Simone

Zurück zur Übersicht


Dieses Forum ist ein Bestandteil von www.vaskulitis.org