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Thema: morbus wegener plasmapherese


hallo,

wann wird eine plasmapherese gemacht beim Wegener? nur bei akutem nierenversagten oder auch, wenn die Nieren schon chronisch geschädigt sind?

viele grüße



Hallo Mustermann,
da sich (noch) niemand gemeldet hat, der aus seiner Erfahrung etwas zu Deiner Frage mitteilen kann, hab ich mal im Netz gesucht. Viel war jedoch nicht zu finden. Hab aber dazu folgendes gelesen:

"Kontrollierte Studien von Patienten mit Wegener-Granulomatose bzw. der entsprechenden Glomerulonephritis zeigten keinen Vorteil einer Plasmapherese bezüglich der Nierenerkrankung, wobei Patienten mit Dialysepflicht möglicherweise eine Ausnahme darstellen. ... Die Studie von (Pusey CD et al., 1991), gibt Hinweise darauf, dass sich die Nierenfunktion bei Patienten mit Dialysepflicht in der akuten Krankheitsphase, welche plasmapherisiert wurden, signifikant besser erholte als bei denen, die mit Cyclophosphamid + Steroiden allein therapiert wurden. .."
Quelle: PD Dr. Gabriels, Medizinische Klinik und Poliklini D, Uniklinik Münster: Indikationen zur Plasmapherese, S. 5.

Auch Wikipedia weist auf den Einsatz der Plasmapherese bei Dialysepflicht hin, mit Literaturnachweis.
Wir hier sind ja ein Laienforum. Am besten wäre, Du fragst Deinen Arzt oder auch einen zweiten. Die sind doch schneller dran mit eventuellen neueren Erkenntnissen.
LG Ingeborg


Zuletzt bearbeitet: 08.04.17 20:53 von Ingeborg


Aus meiner Erfahrung heraus kann ich das so nicht bestätigen.
Meine Nieren waren stark angegriffen und die ANCAS sehr hoch.
Trotz Kortison und Cyclophosphamid stiegen die Keratininwerte weiter sehr stark an.
Erst nach der Plasmapherese begann dann der Besserungsprozess.
Laienhaft gesagt wurden die schädlichen ANCAS bei der Plasmapherese herausgefiltert und so die Entzündung gestoppt.
Trotz Nierenschädigung bin ich aber nicht dialysepflichtig.
Dank des Einsatzes der Ärzte und der Plasmapherese.
Entscheidend ist meiner Meinung nach die Erfahrung der Ärzte - inwieweit da noch die KK mitzusprechen hat (Kosten) kann ich nicht einschätzen.
Auf alle Fälle würde ich den Arzt aber darauf ansprechen.
Mein OA Dr. Führer sah die Plasmapherese als 'drittes Schwert' gegen die Krankheit.
LG
Ralf



also es geht darum, dass damals der Wegener erst spät erkannt wurde. mein kreatinin war da auf 2,5. ich hatte also schon eine chronische Schädigung aber noch keine dialysepflicht. und auch kein akutes nierenversagten, denn sonst wären die werte wohl höher gewesen. deswegen habe ich nur cyclophoasamid und Kortison bekommen. werde jetzt aber bald dialysepflichtig, weil die werte immer schlechter werden. frage mich natürlich, ob die plasmapherese dann damals in meinem fall doch was gebracht hätte.

oder macht der sonstige gesundheitszustand noch etwas aus? es sah schon schlecht aus für mich damals, der Wegener hatte schon in vielen Organen gewütet?


Zuletzt bearbeitet: 09.04.17 01:45 von Mustermann


Was nützt es dir im Nachhinein zu fragen, ob dir Plasmapharese geholfen HÄTTE? Mach es jetzt, wenn dein Arzt es empfiehlt. Alles ist besser als die Dialyse.



was es mir nützt? es bringt mir Gewissheit, ob die Ärzte einen Fehler gemacht haben. es empfiehlt mir JETZT keiner plasmapherese, ich komm an die dialyse, das ist fakt und lässt sich nicht mehr aufhalten. ich will aber wissen, ob man es hätte aufhalten können am Anfang.



Bei Bedarf wird bei Nierenversagen, neben der Dialyse auch Plasmapherese parallel gegeben.
Die Frage die sich stellt, ist ob mit einer kurzfristigen Dialyse die Nieren gerettet werden können oder nicht!?!
Eine Dauerdialyse kommt ab einem permaneten Kreatininwert von über 4 in Frage.
Von daher ist es wichtig, das man zu und mit den behandelden Ärzten vertrauen hat.

LG Bernd


Zuletzt bearbeitet: 09.04.17 11:59 von bernddmc


Mustermann, hi,
ob sie Dir anfangs bei der (späten) Diagnose und bei schon chronischer Schädigung der Niere, wie Du schreibst, etwas gebracht hätte, kann Dir im Nachhinein wohl niemand sagen. Immerhin gibt es besagte Aussagen in Studien dazu. Vielleicht ist eins der Schlüsselworte "in der akuten Krankheitsphase" (mit Dialyseplicht), s.o.). Andrerseits reagiert jeder Mensch anders auf jegliche Maßnahmen. Auch sind Ärzte unterschiedlich mutig, haben mal mehr, mal weniger Wissen und Erfahrung und reagieren somit unterschiedlich auf medizinische Fetstellungen.
Wichtig ist, einen kompetenten Arzt bzw. Klinik zu haben, der Erfahrung damit hat.
Alles Gute für Dich.
Ingeborg



Hallo Mustermann
Wie Ingeborg schreibt kann dir das im Nachhinein niemand beantworten.
Ich hab MPA rapid progressive Glomerulonephritis seit 2002 dadurch bedingt auch Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und wenn der Blutdruck nicht richtig eingestellt ist macht der Bluthochdruck durch den Druck auf die (Glomeruli) Nieren Filter die Nieren weiter kaputt mit Endoxan und Kortison alleine ist es nicht getan.
Ich bin auch falsch behandelt worden Ich habe dann dafür gesorgt das ich 2004 nach Bad Bramstedt in die Klinik kam und seit dem geht es mir besser und meinen Nephrologen hatte ich auch gewechselt.
LG.HARTMUT

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