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Thema: Wegener?


Hallo liebe Betroffene,

mein HNO-Arzt hat den Verdacht auf Wegener geäußert, des Weiteren habe ich 4 andere Autoimmunerkrankungen und ich hatte cANCA positiv getestet vor ca. 20 Jahren (ich bin Ende 40) - ein Zufallsbefund, bei Testung wegen meiner anderen AI. Aktuell kriege ich die neuen c-ANCA-Werte in ca. 1 Woche und es soll eine Biopsie in der Nase erfolgen.

Mir kommt das jetzt alles sehr spanisch vor, und ich würde gerne mal anhand Eures Erfahrungsschatzes einige Dinge überprüfen, um herauszufinden, ob ich mir Sorgen machen muss oder nicht.

Ich bin stark aktivitätsgemindert seit ich Hashimoto bekam nach der Geburt meiner Kinder und jahrelang meine Schilddrüsenunterfunktion nicht erkannt wurde, und ich durch die lange Zeit in Unterfunktion doch sehr in Mitleidenschaft gezogen war. Zusätzlich war auch da erst meine Zöliakie erkannt worden, die ich schon über 20 Jahre hatte. Also mein Körper war "exhausted", nichts ging mehr so richtig, ich hatte schwere Mängel an allem und genas sehr langsam über Jahre mit richtiger Hormoneinstellung und vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Seit ca. 1 Jahr geht es mir nun endlich deutlich besser. Ich benötige kaum noch Schilddrüsenhormone, was seltsam ist und bei Hashimoto eigentlich nicht vorkommt in dieser Form, da die Schilddrüse fortgesetzt zerstört wird. In der Schilddrüse wurde zeitgleich ein Knoten gefunden, der aber nicht heiß ist, also nicht zuviele SD-Hormone produziert, sondern aus normalem funktionierenden SD-Gewebe besteht. Also mir gehts an sich so gut wie seit Jahren nicht mit den SD-Hormonen, die mein Körper plötzlich produziert.

Nun habe ich seit ca. 1 Jahr immer wieder Nasenbluten links, immer aus der selben Stelle, die nicht richtig abheilt. Das war aber nicht die Ursache für den Verdacht auf Wegener, sondern ich habe seit ca. 6 Monaten Probleme mit den Ohren, hatte rechtsseitig eine Mittelohrentzündung, die ich gar nicht bemerkte, keine Schmerzen. Dann war aber plötzlich die Stelle hinter dem Ohr, das Mastoid, sehr stark geschwollen, stand weit vor, gerötet und extrem druckschmerzhaft. Diese Stelle hinter dem Ohr bildet nun den Anlass zum Verdacht auf Wegener.

Ich behandelte das mit Rotlicht, weil ich es für eine Mastoiditis hielt. Das funktionierte hervorragend, innerhalb von 3 Tagen ging die Schwellung vollständig zurück, und nun lief mir jede Menge Zeug aus den Ohren in die Nase. Also plötzlich hatte ich einen ordentlichen Infekt, alles lief raus, ich spürte wie es erst in den Ohren schwappte und dann über die Nase herauskam, vorher hatte ich nichts gemerkt, kein Schnupfen, nix (auch das andere Ohr war dann mitbetroffen). Die HNO sagen, die Stelle hinter dem Ohr können nicht mit den Ohren verbunden sein und das sei gar nicht möglich. War aber so.

Ich war auch bei einem anderen HNO bei diesem ersten Ereignis, der aber bis heute keinen Brief geschickt hat und auch keine Zeit hatte, mich über seine Ergebnisse aufzuklären, da ein Vertreterbesuch wichtiger war. Wohl aber sagte er mir "Entlüftungsstörung rechts" und gab mir ein Antibiotikum, das ich auch nahm, obwohl das was aus den Ohren lief eindeutig nicht bakteriell war, durchsichtig und fließend wie Wasser. Jedenfalls heilte die Schwellung vollständig ab, da war nix mehr, wohl aber blieb Flüssigkeit in den Ohren. Das ging monatelang. Dann kam die Schwellung hinterm Ohr auch zurück, wieder Rotlicht, ging wieder weitgehend weg. Bevor es ganz weg war, ging ich schnell zu einem neuen HNO-Arzt, der mir einen guten Eindruck macht. Sie sagten mir, sie vermuten dass ein Lymphknoten hinter dem Ohr geschwollen sei und möglicherweise den Knochen angreife (also keine Mastoiditis). Das passte auch zum Ultraschallbild, im CT sah man aber, dass der Knochen ok war. Da die Stelle sich aber überhaupt nicht verschieben ließ wie Lymphknoten es tun, kam mir das spanisch vor. Beim nächsten Besuch hieß es plötzlich es sei kein Lymphknoten, sondern ein Granulom und evt. Wegener. Ich weiß nicht wieso.

Dann zeigte ich meine Nase wegen dem Nasenbluten seit über 1 Jahr und es hieß, da sei auch ein Granulom drin, und das würden wir biopsieren.

Am nächsten Tag hatte ich nach langer Zeit wieder Nasenbluten, danach wollte ich mir das gerne selbst ansehen und mein Mann versuchte ein Foto zu machen. Wir fanden aber nicht wirklich eine Erhebung. Mit Bepanthen konnte ich allem nachspüren und da war keine (mehr) behaupte ich. Ich denke da war einfach Wundschorf, die Wunde in der Nase war zeitweise recht groß und meine Wundheilung ist nicht so doll (Diabetes und so, meine nächste Autoimmunerkrankung seit 25 Jahren). Mit Bepanthen heilt es recht gut, bleibt aber da.

Das Ganze kommt mir wirklich spanisch vor.

Ich habe dann noch seit über 30 Jahren eine kleine Stelle oben am Kopf, die wie infiziert ist und nie wirklich abheilt. Ich kratze da immer wieder mal Wundschorf ab.

Mir gehts gut. Aktuell habe ich Heuschnupfen, die Mittelohren sind gefühlt und getestet beim HNO unauffällig.

Falls jemand bis hierhin gelesen hat .. meine Fragen:

Diese Granulome bei Wegener, werden die größer und kleiner wie meine Stelle hinter dem Ohr? Können sie auf Rotlicht ansprechen? Wie sehen die überhaupt aus? Wie fühlen sie sich an? Müssen sie vorstehen oder können es nicht heilende Wunden sein? Kommen und gehen sie?

Kann man über 30 Jahre eine Stelle haben, die dann Wegener ist, ohne sonst etwas zu merken? (also die oben auf dem Kopf)

Kann das alles so langsam gehen und so harmlos sich anfühlen?

Wie sind meine cANCA seit Jahrzehnten zu werten?

Es geht alles so laaangsam, und das was ich so über Wegener und Verläufe lese, passt irgendwie so gar nicht für mein Empfinden. Aber dennoch sieht irgendwie Vieles so aus - Nasenbluten, Mittelohrentzündung, Erhebungen, mir wird von Wegener erzählt obwohl die gar nicht wissen, dass ich mal ANCA hatte ..

Ich hatte mal ein Granulom vom Kiefer ausgehend. Das entstand eindeutig so, dass ich jahrelang eine Abszesshöhle hatte, wegen Diabetes und so, absterbende Zähne, infizierte Höhlen, schlechte Wundheilung, die dann schließlich von innen granulierte und herausoperiert wurde.

Meine Stelle hinter dem Ohr mutet mir Ähnlich an .. ein Auslaufbecken für seröse Flüssigkeit, die sich schließlich selbständig machte.

Also was sagt Ihr so?

LG Hermine



Hallo Hermine,
ob Deine Probleme mit Nasenbluten und mit den Ohren Wegener bedeuten, kann ich nicht beantworten. Jedoch kann ich von mir berichten. Vor meiner Diagnose hatte ich schon Nasenbluten, das ich erst nicht beachtete und der Arzt schließlich nichts fand. Es folgten weitere Nasenprobleme, die für Wegener typisch sind, aber darauf kam der Arzt nicht. Ich natürlich auch nicht.
Dann war ich fast taub auf dem re. Ohr. Erst der zweite HNO-Arzt diagnostizierte einen Paukenerguß und Schalleitungsschwerhörigkeit. Als weitere Symptome hinzukamen, hieß es hierzu ferner nach Röntgen: Rhinitis, Sinusitus, Mastoiditis. Schließlich ergab sich, zusammen mit c-Anca/PR3, der Verdacht auf eine systemische Vaskulitis. Und ja, manchmal kann es langsam beginnen und sich harmlos anfühlen. Aber 20 Jahre lang??
Bei einem Paukenerguß ist Flüssigkeit im Ohr, wie Du sicher weißt. Ob sie in den Nasenraum gelangen kann, weiß ich mangels Anatomie-Kenntnissen allerdings nicht. Im Netz las ich folgendes: "Der Raum hinter dem Trommelfell ist die Paukenhöhle, die über die Ohrtrompete mit dem Nasenrachenraum verbunden ist", hab mir den Link leider nicht gemerkt. Zu Granulomen kann ich aus eigener Erfahrung nichts beitragen, da bei mir entweder nicht danach gesucht oder keine gefunden wurden.
Nasenbluten, Rhino-/Sinusitis, Paukenerguß sind jeodch durchaus Symptome, die zu Wegener passen. Bei mir kam es, wie gesagt, auch zu einer Mastoiditis.
Wenn Du vor 20 Jahren schon einmal Anca hattest, aber sich keine damit in Verbindung gebrachte Erkrankungen bzw. Symptome zeigten, würde ich sagen, dass sich die damit erledigt haben. Wichtig ist, was sich jetzt zeigt.
So ist es wohl am besten, die Laboruntersuchung, insbesondere nach Anca, sowie die Biopsie abzuwarten.
LG Ingeborg



Hallo Ingeborg,

ich danke Dir für Deine Einschätzung :)

Das ist ja schonmal eher beruhigend.

Ich habe mich weiter belesen, und dabei festgestellt, dass ich alle Symptome von MS habe, da würde das noch viel besser passen. Also was ich damit sagen will, dieses Symptomsuchen macht einen irgendwie verrückt.

Sehr überraschend finde ich, dass Du die Wegener Granulome nicht wirklich kennst und auch sonst keiner etwas dazu schreibt. Ich habe jetzt Bildersuche mit dem Stichwort "Wegener Granulom" gemacht, das sieht ja schon krass aus - ulzerierend, nekrotisierend. Ich muss nochmal versuchen in meine Nase hineinzugucken und ein Bild zu kriegen, ansonsten geh ich das mal gelassen an und warte ab. Ich muss aber zugeben, dass ich nicht wirklich gewillt bin, in meiner Nase herumschnippeln zu lassen (die blutet ja auch so schon regelmäßig) oder hinter meinem Ohr mit so wenig klaren Anhaltspunkten - da werde ich auch mal nachhaken (neben dem Laborwert), woher die Idee mit Wegener eigentlich kommt.

Dann sehe ich mal weiter.

Achja und die Anatomie des Ohres will ich mir auch zu Gemüte führen - die Tube (Eustachii), wo die nun beginnt und endet.

Unschön ist für mich aber weiterhin die Koinzidenz.

Liebe Grüße, Hermine



Hallo Hermine

zur GPA kann ich nichts sagen ,
ich möchte dich auf das Kompetenznetzwerk KIT hinweisen und deshalb diesen Link .

https://www.kit-online.org/HT-Weblinks-Basiswissen

einstzen
dort kannst du noch einmal stöbern und nachlesen wozu die kleine Schilddrüse alles fähig ist auch die Querverweise zu anderen Autoimmunerkrankungen sind mit gelistet.

wie kommst du auf MS ? die MS ist eine Ausschlussdiagnose und mit deinen Antiköroern im Blut ist dies eigentlich .
ausgeschlossen.


dann dir nun einen guten Weg



Hallo Kletterrose,

hast Du auch Hashimoto? KIT online ist mir bekannt.

Wie ich auf MS komme, bei der Bildersuche tauchte auch dieses Bildchen zu Wegener auf: http://www.chemgapedia.de/vsengine/media/vsc/de/ch/25/orgentec/grafik/wg_symptome_kl.jpg

Und von dem Bildchen kam ich dann beim Weitersuchen auf ein gleichartiges zu Multipler Sklerose, und das würde viel besser auf mich passen: http://symptomat.de/images/Multiple_Sklerose.jpg

MS ist meines Wissens keine Ausschlussdiagnose, sondern eine klar definierte Autoimmunerkrankung. Vielleicht hast Du unter dem Kürzel etwas Anderes verstanden?

Ich wollte damit aber auch nur sagen, dass mich das viele Suchen etwas verrückt macht.

LG


Zuletzt bearbeitet: 18.06.17 18:59 von Hermine


Hallo Hermine

habe kein Hashimoto finde aber die Hashimoto Enzephalopathie schon bemerkenswert.

Für mich ist die MS keine Autoimmunerkrankung , das müsste erst noch bewiesen werden , denn Ätiologie und Pathogenese sind noch nicht geklärt und welche Antikörper sind bei MS im Blut ?
Liebe Hermine
es gibt schleichende Verläufe und es gibt ganz viele Überlappungs- Syndrome und da ist es schon besser sich mit den Ärzten auszutauschen .

aber das wichtigste ist doch , dass die Entzündungen in Nase und Ohr sich bessern und behandelt werden.


Zuletzt bearbeitet: 21.06.17 20:57 von kletterrose


Interessanter Punkt.

Ich habe das hier gefunden: "Ob die Serumbestimmung von Antikörpern, die gegen das basische Myelinprotein (MBP) oder das Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG) gerichtet sind, zur Diagnosestellung beitragen kann, bleibt umstritten.[101][102]"
aus https://de.wikipedia.org/wiki/Multiple_Sklerose

Also Antikörper scheint es zu geben, aber wenn die im Gehirn aktiv sind, so ist wohl die Frage, ob man sie dann auch im Blut findet. Und scheinbar ist es wirklich nicht sicher, ob es autoimmun ist, interessant.

Also meine Granulome oder nicht Granulome, ich habe versucht in meiner Nase zu gucken, mit Nasenspreizung, Lichtquelle und Spiegel, und das sitzt viel zu weit oben, als dass ich etwas sehen könnte leider :(

Die Ärzte will ich ja morgen fragen. Vor allem warum der Verdacht auf Wegener überhaupt besteht. Vielleicht haben sie im CT etwas gesehen nachträglich?

Wegener und meine anderen AI würden überhaupt nicht zusammen passen. Cortisoneinnahme bei Typ-1-Diabetes. Chemotherapeutika bei meinem Zustand .. nur Cotrim finde ich gut, das hat mir früher schon gut getan. Wenn das stimmen würde, wüßte ich nicht, wie es weitergeht. Gibt es eigentlich Erfahrungen mit Antimykotika und deren Wirkung auf die Krankheit?



cANCA sind negativ, und im CT war sonst nichts außer die Stelle hinter dem Ohr.

Die Nase wird biopsiert.

Mittlerweile denke ich das könnte schon sein, die Stelle in der Nase wurde im Verlauf größer und hat stärker geblutet und schmerzt seit meinen Versuchen etwas zu sehen, die Flüssigkeit in den Ohren war über Monate da und dass sie mit Rotlicht gut rauslief, heißt ja nur dass durch die Wärme die Durchgänge frei wurden. Ich habe auch einen Termin beim Rheumatologen gemacht.

Zur Zeit kriege ich auch viele rote Punkte überall am Körper.



Hi Hermine,
so bleibt also nur eine blutende Stelle in der Nase und die Schwellung hinter dem Ohr. Das scheint mir für Wegener zu wenig. Erfahrungen mit Antimykotika gegen Wegener sind mir übrigens nicht bekannt, zumal weil die Ursache woanders vermutet wird, nämlich im Immunsystem.
Wenn Du nun rote Punkte am ganzen Körper bekommst, stellt sich die Frage nach Nebenwirkungen durch Medikamente oder...? Vorsorglich würde sich auch hier eine Biopsie anbieten.
LG Ingeborg



Hallo Ingeborg, ich bin zur Zeit so beunruhigt .. Es sind so viele kleine Dinge, die passen, nicht die Großen.

Es kommt mir auch beim Lesen hier so vor, als gäbe es bei den Damen auch mildere Verläufe.

Die roten Punkte sind Hämangiome, die bei mir sprießen. Das fällt mir schon eine Weile auf.

Es hat sich so viel verändert bei mir. Ich brauche kaum noch Schilddrüsenhormone (es gibt selten auch Schilddrüsenüberfunktion durch Wegener), mein Körper ist aktiv in der Proliferation (Hämangiome), die Nase blutet und die Blutungen werden stetig stärker, also die Stelle in der Nase größer, in den Ohren bleibt Wasser (kenne ich auch nicht), und das alles seit circa 1 Jahr, also zusammen zeitlich. Die Augen sind trocken usw .. Laut HNO kann der Knubbel hinter dem Ohr nicht mit dem Ohr verbunden sein, und auch das kann ich nach dem CT-Bild nachvollziehen.

Als ich plötzlich wieder Schilddrüsenhormone hatte, das war wie ein Kulturschock. Seit Jahren bin ich "sofalägerig" und kann mich nicht viel bewegen, und dann plötzlich alles anders, fähig zu leben.

Ich kenne meinen Körper nicht mehr, und ich weiß nicht was jetzt sein kann, es ist alles so unvertraut und neu.

Aber ja, es geht alles langsam für eine Krankheit wie Wegener. Ich frage mich, ob es den gleichen Prozess vielleicht auch in milder gibt (eine andere Vaskulitisform?) oder ob es möglich ist, dass es bei den Damen milder verlaufen kann.

Aber das Ganze macht mir Angst. Wo man hinguckt, passen Kleinigkeiten dazu.



Hallo Hermine,
natürlich kommt es zu unterschiedlichen Verläufen, das macht es ja so schwierig. Ob milde Verläufe nun aber gehäuft bei weiblichen Betroffenen vorkommen, vermag ich nicht zu sagen.
Dass Dich das, was Du schilderst, beunruhigt, verstehe ich gut. Doch fürchte ich, dass diese Beunruhigung zunimmt, je mehr Du ins Internet schaust und liest. Danach betrachtet, kann man wirklich dieses und jenes oder beides und noch etwas Außergewöhnliche dazu haben. Und zuletzt braucht man einen Arzt dazu, der das sortiert. Also bitte nicht panisch werden.

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, würde ich Dir raten, nicht so viel zu lesen, nicht selbst zu schauen und Diagnosen zu stellen, sondern Deinen HA zu fragen, bzw. den HNO-Arzt oder auch den Hautarzt für die wunde Stelle auch am Kopf.
Ich glaub allerdings, dass Du dies in all den Jahren wohl schon getan hast. Doch wenn dies zu keinem Ergebnis kam, können wir aus der Ferne als Laien auch nichts dazu sagen. Aber Du wirst als Laie allein, ohne Arzt, auch nicht weiterkommen.
Wenn ich das richtig sehe, steht die Biopsie noch aus. Vielleicht ist dort ein ähnliches "Gebilde" wie auf dem Kopf(?), warte es ab und frage den Arzt, was zu tun ist.

Wenn es der Wegener sein sollte, dann würdest Du Dich wahrscheinlich nicht halb so gut fühlen, wie Du schreibst -abgesehen von Deinen Problemen mit Nasenbluten, Schwellung hinterm Ohr, Hämangiomen am ganzen Körper und der Wundschorf am Kopf.
Alles Gute Dir.
Ingeborg



Hallo Ingeborg,

danke für Deine Gedanken :)

Die ärztliche Abklärung läuft. Donnerstag gehts weiter, und Termin beim Rheumatologen habe ich auch, und Überweisung.

"abgesehen von Deinen Problemen mit Nasenbluten, Schwellung hinterm Ohr, Hämangiomen am ganzen Körper und der Wundschorf am Kopf."

Dazu: Seit einem Jahr ist meine Schilddrüsenunterfunktion vollkommen unerklärlicherweise weg (und es gibt Hyperthyreose bei Wegener).

Ich habe ca. seit einem 3/4 Jahr Flüssigkeit in den Ohren gehabt (vorher nie).

Ich hatte einen positiven MRSA-Nachweis in der Nase vor vielen Jahren, saniert, aber der kommt gerne wieder.

Ich hatte einen positiven cANCA vor vielen Jahren.

Mein HNO-Arzt sagte mir: "dass in der Nase kommt auch vom Wegener".

Meine Nase blutet seit ca. 1 Jahr, und im Verlauf immer stärker, mehr Blut. Sie blutet spontan, ohne Manipulation. Also es wird nicht besser. Mittlerweile gehe ich sogar mit Taschentuch in die Nase gestopft zum Einkaufen, weil ich sonst nicht hinkomme, und auch die muss ich oft wechseln.
Die Stelle in der Nase ist ganz oben, passend zu einem Bild das ich gesehen habe von einem Wegener-Patienten.

Auch seit einem Jahr sprießen die Hämangiome, und das sind Knubbel an Gefäßen.

Also ich stimme Dir ja zu, dass es mir zu gut geht, wobei das Herauskommen aus einer jahrelangen Schilddrüsenunterfunktion für sich schon gutes Befinden erklärt, und ich denke auch, dass das wohl nicht Wegener in dieser rapiden schlimmen Form sein wird.

Aber meine Angst halte ich dennoch für sehr berechtigt, gerade weil ich in meinem Zustand die Therapie gar nicht vertragen oder machen könnte und ich mir nicht vorstellen kann, wie das funktionieren sollte.

Ich habe gelernt mit 4 AI zu leben und zurechtzukommen, und auch da dachte ich schon das wars mit meinem Leben zeitweise (als ich mit neurologischen Folgeschäden des B12-Mangels bettlägerig war), aber das wäre der Genickschlag.

LG Hermine



Hallo Hermine,
es ist schon schwer, mit einer Autoimmunerkrankung zu leben. Wie schwer es erst ist bei mehreren, kann ich nur vage erahnen. Ich verstehe aber Deine Angst, dass, wenn jetzt Wegener dazu käme, wie dies alles, zusammen mit den anderen, zu managen sei. Ich verstehe so auch Deine vielen Fragen, die mir Deine Suche nach einem Standort, einem neuen, beschreiben. Da tröstet es zunächst auch nicht, dass es durchaus milde Verläufe gibt.
Für mich -als Laie zum einen und als Betroffene zum andern- ist das allerdings alles nicht so recht greifbar. Deshalb frage ich mich, was alles den Arzt veranlaßt hat, Wegener in den Raum zu werfen. Hast Du ihn mal danach gefragt? Ich finde es nämlich unsensible, jemanden, der schon viel zu kämpfen hat, ohne halbwegs sichere Grundlage mit so einem Verdacht zu konfrontieren.

Wie ich Deinen Worten entnehme, hälst Du es für möglich, dass eine Hyperthyreose durch den (bei) Wegener Deine bisherige SD-Unterfunktion zum Stillstand gebracht und umgekehrt hat.(?) Wo steht, dass Wegener eine Hyperthyreose, wenn auch selten, verursacht? Die gängigen Kriterien bzw. Klassifikationen enthalten sie nicht.
Zu allgemeinen V-Kriterien schau mal hier: dgrh.de/fileadmin/media/Praxis___Klinik/Kriterien/PDFs/17-VAS-01.pdf · PDF file

Wie schon gesagt, das Internet hat viele Informationen, auch falsche -mach Dich nicht verrückt. Laß einen internistischen Rheumatologen auf Deine Symptome schauen. Erst, wenn etwas von einem kundigen Arzt festgestellt ist, dann ist etwas zu tun. Das klingt vielleicht zu einfach, so ist es aber.
Mit allen guten Wünschen
Ingeborg



Ja ich habe gefragt - wegen dem Granulom hinter dem Ohr, sonst nichts.

Hier steht das mit der Hyperthyreose: http://flexikon.doccheck.com/de/Granulomatose_mit_Polyangiitis

Morgen gehts weiter.

Mir hilft das Schreiben hier. Es klärt meine Gedanken und ich komme so besser zurecht.

Was ich mich frage - Rheumatologe ist nächsten Dienstag, Vorgespräch für die Biopsie morgen, da wird dann auch der Termin festgelegt. Sollte ich zuerst zum Rheumatologen vor der Biopsie? In der Nase muss aber eh geguckt werden.

LG



Hallo Hermine

nein, es ist bestimmt nicht schön mit 4 AI zu leben!

Leider kann ich Dir z.Z. auch nur kurz eine Rückmeldung geben, die Dich aber ein wenig beruhigen sollte (so hoffe ich wenigstens):

Dein Link zu Doccheck enthält als Hinweis, dass in sehr seltenen Fällen (1%) beim Wegener auch eine Hyperthyreose auftreten kann.

LEIDER ist die Quelle, aus der diese Zahl, stammt aus dem Jahr 1982, die dann noch einmal in einer Publikation 2003 zitiert wird (Quelle: "Wegener's granulomatosis: An analysis of 158 patients" (Ann Intern Med 116:488, 1992, zitiert nach: Harrisons Innere Medizin, dt. Ausgabe der 15. Auflage – Berlin 2003)!

Auch als Nichtmediziner kann ich Dir versichern, dass das viel zu alt ist und nicht dem neusten Stand der Forschung entspricht - daher vergiss bitte diese Aussage.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend

Dany

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