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Thema: Tränendrüsenentzündung


Hallo, ihr Lieben. Ich bin neu hier, kurz zu meiner Geschichte:
Mit 12 hatte ich meine erste Nasenoperation, da ich keine Luft bekam. Danach war es nicht viel besser, allerdings war mein Zäpfchen hinten im Rachen zwei Wochen lang stark angeschwollen, der Arzt hatte es wohl mit dem intubationsschlauch verletzt. Als dies abgeklungen war war alles wie vorher, auch die Nase. Mit 15 fuhr ich in die Staaten weil ich Teil eines Austauschprogramms war. Dort bekam ich eine entsetzliche Grippe. Stimme weg, furchtbarer Husten, Atemnot. Die Grippe verging, doch ab da hatte ich immer das Gefühl schwer Luft zu bekommen. Zurück in Deutschland beim HNO meines Vertrauens erfuhr ich, dass meine Luftröhre entzündet war. Antibiotikum und Kortison also. Die Beschwerden wurden kurzfristig besser, aber im Lauf der Jahre verschlimmerte sich mein Zustand. Ich war bei mehreren Spezialisten und verschiedenen Krankenhäusern. Alle sagten mir die Luftröhre sei entzündet aber woher es käme wüsste man nicht. Ich bekam mehrmals im Jahr Kortisonphasen, zwischen denen die Abstände aber zunehmend kürzer wurden. Anfang diesen Jahres wurde es dann so schlimm das Tabletten nicht mehr reichten und ich intravenös Kortison gespritzt bekam. Alle drei Wochen. 250 - 500 mg Kortison. Und ich bekam gerade so wieder Luft. Ich suchte einen Spezialisten in Würzburg auf ( eine Riesenenttäischung) der mir sagte, die Luftröhre sei nicht operabel, da das ganze Gewebe granulatomatös und entzündet sei. Erst im Uniklinikum Erlangen bekam ich dann wirkliche Hilfe. Der Chefarzt der HNO arrangierte ein Treffen mit dem Chef der Rheumatologie und festgestellt wurde eine mikroskopische polyangiitis im Höchststadium in der Luftröhre. Auf die Lunge hatte es sich bereits ausgebreitet. Ich hab geweint vor Glück. Ich bin jetzt 25 Jahre, 10 Jahre lang konnte mir keiner sagen was nicht mit mir stimmt. Ich musste jeglichen Sport aufgeben, wenn ich Treppen steigen soll und der Aufzug kaputt ist bin ich nahe des Nervenzusammenbruchs. Ich habe mittlerweile meine zweite rituximab Gabe bekommen. Eine Wirkung merke ich leider noch nicht.

Allerdings habe ich seit drei Wochen eine anhaltende Tränendrüsenentzündung, mit geschwollenem schmerzenden Auge. Laut Augenärztin nicht bakteriell. Ich habe gelesen, dass sie in dem Fall dann im Zusammenhang mit einer systemerkrankung liegt. Jetzt habe ich natürlich Angst dass da die nächste chronische Entzündung drinsitzt.

Meine Frage: hat einer von euch Erfahrung mit sowas. Kann die Entzündung auch Nebenwirkung des Rituximab Medikaments sein?

Vielen Dank im Voraus!! Marie



Liebe Marie,
herzlich Willkommen hier im Forum! Es freut mich für Dich, dass Du endlich eine Diagnose und Medikamente gefunden hast, die Dir helfen. Neu für mich ist, dass auch bei Deiner Erkrankung granulomatöse Veränderungen auftreten. Doch nun zu Deiner Frage. Eine Tränendrüsenentzündung kann auch durch eine Vaskulitis hervorgerufen werden. Dass sie durch Rituximab (RTX) hervorgerufen wird, ist mir nicht bekannt. Die Wirkung von RTX setzt nach 4-8 Wochen ein, die max. Wirkung nach 3-6 Monaten. Es ist also möglich, dass die Beschwerden wieder abklingen.
Alles Gute,
Hope



Hallo Marie und willkommen hier.

Du hast ja wirklich eine schlimme Leidensgeschichte hinter dir. So etwas von "Sepzialisten" zu lesen macht mich immer richtig wütend und inzwischen ist meine allererste Frage, wenn ich zu einem neuen Arzt gehen muss: Wieviele Patienten mit meiner Diagnose haben sie schon behandelt? oder Haben Sie jemals von dieser erkrankung gehört?

Aber das nur neben bei.

Augenentzündungen können durchaus auch weitere Schlachtfelder der MPA - wie bei allen ANCA-assoziierten Vaskulitiden - sein. Ich habe GPA und bekomme schubweise Augenentzündungen, meist in Form von Keratitis. Bei mir hilft bisher immer eine Cortisonsalbe, direkt ins Auge. Es dauert so 2-3 Wochen und man muss die Anwendung langsam reduzieren und regelmäßig kontrollieren. Aber danach ist alles wieder gut.

Deine Augenärztin sollte sich schnellstens mal schlau machen.



Hallo Marie,
es gibt, wie schon geschrieben wurde, bei mancher Vaskulititsform Beteiligungen des Auges. Da ist die Ärztin bei abakteriellem Befund schon auf einer wichtigen Spur.
zur allgemeinen Info s. unter: https://www.dr-gumpert.de/html/traenendruesenentzuendung.htmlhttps://www.gelbe-
Nun habe ich aber in der Fachinformation zu Rituximab gelesen, dass durchaus häufig am Auge Störungen der Tränendrüse und Konjunktivitis eintreten kÖNNEN.
Hier: liste.de/produkte/mabthera-1-400-mg-loesung-zur-subkutanen-injektion_853207/fachinformation
Sprich also am besten bald nochmal mit Deiner Ärztin. Bei Vaskulitisbeteiligung käme, wie Sabine schon schreibt, wohl Corti lokal infrage. Mir hat das immer schnell und sehr gut geholfen.
LG Ingeborg



Vielen Dank für Eure Antworten!
Ich habe tatsächlich jetzt bereits seit zwei Wochen eine cortisonsalbe benutzt die man direkt in den bindehautsack einbringt. Genutzt hat sie leider nicht. Ich denke das liegt daran dass ich so wahnsinnig hohe kortisondosierung gewohnt bin, damit das wirklich anschlägt hilft „das bisschen“ in der Salbe nicht.
Ich bin ja nur froh dass ich weiß was los ist. Die Ärztin bei der ich zunächst war schaute einmal kurz drauf (obwohl ich extra die vaskulitis erwähnte) und meinte ich hab ein Gerstenkorn. Sie hat mir dann eine wahnsinnig teure Salbe auf eigenes Rezept und Rotlicht verschrieben. Letzteres war genau das falsche dadurch ist die Entzündung explodiert. Vielleicht brauche ich nur höher dosiertes Kortison. Mhhh.
Ich war Dienstag jetzt in der Augenklinik aber so richtig einen Plan haben die nicht, sondern haben denn eher MIR nachgeplappert als ich meinen mpa Befund erwähnte. Genial.
Am Freitag ist ein CT angesetzt vielleicht bin ich bis dahin schlauer.
Danke euch, es tut gut sich mit Menschen auszutauschen, die wissen wovon man redet und ähnliches durchgemacht haben. ♥️
Marie



ich nochmal,
mir fällt ein, dass sich bei MPA in der Histologie kein granulomatöser Befund zeigt. Hm. Konnte auf die Schnelle keinen passenden Link finden.
Die Vaskulitisformen MPA, GPA und EGPA ähneln sich sehr und werden auch ähnlich behandelt. Mit MPA kennt sich Hartmut am besten aus. Wie ich ihn kenne, wird er sich noch bei Dir melden.
Wenn Du mir schreibst, in welchem Bundesland Du lebst und mir Deine e-mail-Adresse per PN mitteilst, kann ich Dir bei der Suche nach einem vaskulitis-erfahrenen Arzt evtl. behilflich sein.
Grüße, Ingeborg



Hallo,
da sich der o.g. Link auf die subkutane Gabe bezieht, habe ich auch nochmal nachgesehen und möchte noch anmerken, dass der Hersteller je nach der zu behandelnden Grunderkrankung unterschiedliche Nebenwirkungen aufführt. Bei der Behandlung von mikroskopischer Polyangiitis habe ich die beschriebenen Augenbeschwerden nicht gefunden, wohl aber bei der Behandlung von Lymphdrüsenkrebs. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass Nebenwirkungen, die bei der Behandlung dieser Erkrankung beschrieben sind, auch mal bei der Therapie von Vaskulitiden auftreten. Genauso, wie Nebenwirkungen zum ersten mal auftreten können.
Da die Hersteller jedoch aus rechtlichen Gründen daran interessiert sind, alle Möglichkeiten zu erfassen, vermute ich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Beschwerden,Marie, auf RTX zurückzuführen sind, gering ist, sofern ich nichts übersehen habe😉.
Irritierend finde ich, dass die Entzündung unter Rotlicht explodiert ist, dies kenne ich eher von Infektionen.
Vielleicht bist Du, Marie, am Freitag schon schlauer. Ansonsten könntest Du vielleicht auch mit einem kompetenten Arzt sprechen, ob man bei einer höheren oralen Gabe Kortison testen kann, ob die Beschwerden abklingen, dies würde dann wieder für ein Symptom Deiner Erkrankung sprechen.
Viele Grüße
Hope


Zuletzt bearbeitet: 19.10.17 17:04 von Hope


Die örtliche Anwendung direkt in den Bindehautsack und auf die Tränendrüse ist soweit mir geschildertb wurde unabhängig von oraler Kortisongabe effektiv.

Bei meinen Augen-Schüben dauerte es bisher jedesmal gut 3 Wochen ehe ich die Wirkung merken konnte. Dann aber recht gut.

Sind beide Augen betroffen? Anscheinend ist es dann mit der ANCA Vaskulitis in Verbindung zu bringen, wenn nur ein Auge abwechselnd betroffen ist. Dazu habe ich keinen Beleg gefunden, wurde mir nur von meiner Augenärztin als "typisch" geschildert.



Also ich merke leider noch nichts aber nehme Schmerzmittel weil es echt weh tut. Es ist ausschließlich das linke Auge betroffen, das rechte ist fein.
Ich bin ja morgen beim ct und anschließend beim Prof der das ganze beurteilt. Wenn ich was neues weiß berichte ich gleich.

Noch eine Frage: habt ihr irgendwelche Erfahrung mit Naturheilkunde begleitend zur medikamentösen Therapie? Die in Krankenhaus meinten es gibt nichts was man unterstützend machen kann aber das müssen Schulmedizin ja sagen. 🙄 wisst ihr da was?



Guten Morgen,

ich hatte auf Grund meiner GPA schon auf beiden Augen eine Tränenwegstenose. Am Anfang wurde mit Spülungen versucht die eitrige Entzündung, später die Stenose in den Griff zu bekommen. Hatte leider keinen Erfolg. Achja, ne Weile hatte man es auch mit Antibiotikumtropfen versucht.
Später wurden dann beide Tränenwege operiert. Gab jeweils für gute 3 Monate einen Schlauch ins Auge, der dann wieder entfernt wurde. Seit dem habe ich zumindest was die Tränenkanäle betrifft Ruhe. Tränendrüsen sind gelegentlich geschwollen. Tropfe dann Dexagentamicin und von außen Dexagel.
Sorry, natürlich sind die Tränendrüsen im Vorfeld auch entzündet gewesen.

Alles Gute Jens



Ich habe eine Zeitlang mit schwarzem Tee gespült, bzw. Teebeutel aufs Auge usw. aber die Augenärztin meinte, dass wäre zu gefährlich, weil sich da Keime bilden können.
Sie meinte nur, Finger weg, keine Kontaktlinsen, kein Make-up.



Ja, von Make-up und Kontaktlinsen habe ich mich schon verabschiedet. Mein persönliches Hiroshima aber nun gut dann ist’s halt so.

Ich war jetzt beim CT, hatte die Nadel schon im Arm - da ist Ihnen aufgefallen dass ein MRT ja viel mehr Sinn macht. 🤔🙄 Glanzleistung. Ich bin also noch nicht schlauer als vorher. Montag muss dann abgewartet werden.



Hi Marie,
der Schwenk mit dem (Nicht-)CT zum MRT zeigt immerhin, dass Deine Ärzte noch Einfälle haben;-) Du hattest zwar ein Erlebnis und wolltest eigentlich ein Ergebnis.. Dafür drücke ich Dir die Daumen in Mainz.

Du fragtest nach Mitteln der Naturheilkunde. Erstmal gilt: Unter Immunsuppression ist alles tabu, was das Immunsystem stärkt. Ich nehme zu meiner Nahrung z.B. Curcuma (mit schwarzem(?) Pfeffer) und Omega 3, sollen entzündungshemmend sein, Silymarin, soll die Leber entgiften, hinzu. Als Getränk ist im Forum von Cistrose-Tee die Rede, während Ingwer-Tee als möglicher Schubauslöser kritisch gesehen wird.
Über die SuFu findest Du mit entsprechenden Stichworten Beiträge zu diesem Thema.
Man sollte aber nie vergessen, dass man bereits über die Nahrung eigentlich schon das meiste bewirken kann, indem man schon z.B. entzündungsfördernde Nahrung schlicht meidet und ausgewogen ißt. Aber leider bin ich nicht der Ernährungsfachmann. Ralf ist hier eine gute Adresse.
Viel Glück und Erfolg auf Deinem Weg.
Ingeborg



Nebenwirkungen Rituximab
"Erkrankung der Augen Tränendrüsenentzündung" > Häufig <
Quelle Fachinformation.

LG. Hartmut



Hallo Hartmut,
ich hatte in der roten Liste nachgesehen, gibst Du mir bitte Deine Quelle, dann kann ich meine Unterlagen vervollständigen.
LG
Hope

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