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Thema: Cortisonentzug Symptome


Hallo zusammen,
vorerst auch noch allen schöne Feiertage!!
Ich bräuchte bitte eure Hilfe.
Mußte fast 3 Jahre Cortison wegen einer Arteriitis temporalis schlucken.
Hatte immer wieder Schmerzen und Probleme beim Ausschleichen.
Hab mir deshalb sehr lange Zeit gelassen und bin nur in 0,5,mg Schritten runter gegangen. (obwohl schon ziemliche Cortison NW)
Seit 3 Wochen bin ich jetzt "cortisonfrei"..und fühle mich total befreit.
Kann endlich wieder klarer denken, mich wieder besser konzentrieren etc.
Aber die Muskel- und Gelenkschmerzen sind ganz heftig zurück gekommen. In der Früh Morgensteifigkeit (hatte ich so vorher noch nie) und tagsüber abwechselnd Muskel, Sehnen und Gelenkschmerzen.
Entzündungswerte normal, RF und Anti CCP normal, im Ultraschall (Hände) kein Hinweis auf akute Arthritis oder Arthrose,
Parkemed etc. hilft gar nicht. Nur Norgesic oder Novalgin.
Können das Entzugserscheinungen sein??? Und wodurch entstehen dann diese merkwürdigen Schmerzen...und v.a. was kann ich dagegen tun?
Rheumatologe meint, das kann bis zu 1/2 Jahr dauern, da müßte ich durch...
Hat jemand Erfahrung damit?
Bin über jeden Tipp dankbar!!!



Hallo Laetitia,

vielleicht hast du auch noch Polymyalgia Rheumatica? Bei mir kamen die Schmerzen auch beim Cortisonreduzieren zurück, ohne dass das CRP wieder anstieg.

LG Wolke



Hi Wolke,
Müßten bei Polymyalgie nicht die Entzündungsparameter stark erhöht sein? Dies gilt ja quasi als Diagnosekriterium. Oder kann das anders sein, wenn man AT oder RZA hat, ?
Grüße, Ingeborg



Hallo Ingeborg,

bei mir wurde die Polymyalgia Rheumatica bei normalen CRP-Werten diagnostiziert. Ich gehe mal davon aus, dass die Krankheit am Anfang als die Riesenzellarteriitis festgestellt wurde auch schon da war, da waren ja auch die Entzündungswerte erhöht. Die Schmerzen kamen mit Abnahme der Cortisondosis zurück. Ich weiß auch von anderen Betroffenen dass die Schmerzen nach Jahren immer mal wieder kommen ohne auffälliges CRP.


LG Wolke



Hallo Wolke,
dachte, dass man bei der Polymyalgia rheumatica zumindest einige erhöhte Entzündungswerte (BSG, E- Phorese, CRP etc.) haben müßte.
Aufgrund welcher Blutbefunde wurde die Polymyalgie bei Dir dann diagnostiziert und mußtest Du dann wieder Cortison schlucken?
Vielen Dank für eure Infos!!!
Lg,
Laetitia



Es können Symptome einer Nebenniereninsuffizienz durch den Kortisonentzug sein
https://medicalforum.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/smf/de/smf.2014.01922/smf_01922.pdf/

Du kannst das testen lassen, obwohl die Schmerzen auch ohne messbare Insuffizienz auftreten können, und im Zweifel weiter mit Hydrokortisol ausschleichen.



Hallo Laetitia,

das kenne ich auch. Und zwar immer dann,wenn ich das Cortison in unteren Bereichen reduziere, von 4mg auf 3mg auf 2mg. Auch immer langsam....... Bei größeren Sprüngen in höherer Dosierung merke ich das nicht.
Dauert bei mir aber nicht solange, ca. 2 Wochen, dann ist es vorbei.
LG Henni



Wieviel hast Du denn vorher genommen? Und wie schnell hast du dann reduziert? Jede Woche 0,5 runter? Das könnte auch zu schnell sein, denn der Körper muss ja erstmal wieder den Betrieb der "hauseigenen" Cortisonproduktion wieder anwerfen, das geht nicht von heute auf morgen. Wenn ich im unteren Bereich reduziert habe, habe ich mir pro mg Kortison mehrere Wochen Zeit gelassen und in jeder Woche nur jeweils einen Tag mehr reduziert. War ich dann nach 7 Wochen von bspw. 6 auf 5 runter, habe ich diese Dosis eine Weile genommen um abzuwarten, ob der Körper das gut schafft und bin erst dann die nächste Reduktion angegangen. Damit bin ich bisher gut gefahren.



Hallo Laetitia,

die Blutbefunde waren nicht das Diagnosekriterium. Ich hatte schon mindestens ein Jahr starke Schmerzen und die Rheumatologen nahmen es nicht ernst (Vielleicht hätte ich mehr Jammern müssen ;-) aber das ist nicht meine Art). Ich bin dann zu einem orthopädischen Rheumatologen der unter anderen auch die Vermutung PMR äußerte. Dieser schickte mich weiter zu einem Neurologen. Ist eine längere Geschichte, am Ende jedenfalls haben die internistischen Rheumatologen dann ein MRT angeordnet. Dabei stellte sich eine symmetrische Entzündung von mehreren Sehnenansätzen heraus. Dies führte zu der Diagnose PMR.

Eigentlich hätte ich dafür Cortison bekommen sollen. Da dieses aber wegen meiner Osteoporose abgesetzt wurde suchte ich eine andere Lösung. Ich ging zum Schmerztherapeuten und bekam dort Neuraltherapie an die Sehnenansätze. Es hat geholfen, auch in Verbindung mit KG die mir verordnet wurde. Ich muß aber immer noch die Mitte zwischen zu wenig und zu viel Bewegung für mich finden ansonsten sind die Schmerzen wieder da.

LG Wolke



Ich habe nicht zu schnell reduziert, um 1mg in 4 oder 6 Wochen.
Die Vaskulitis habe ich seit 17 Jahren, einen ruhigen Verlauf.
Bei Erhöhungen der Entzündungswerte rauf auf 20mg, oder 10 mg oder....... Unter 2mg war ich schon seit vielen Jahren nicht mehr, da dann Borken usw. wieder wach werden.
Die o.g. Symptome treten nur bei den unteren Reduzierungen auf.
LG Henni



Hallo Laetitia

seit Herbst 2015 erhalte ich Kortison und habe von über 15mg auf 1,25mg reduzieren können. In dieser Zeit hatte ich nie solche Symptome, wie du sie schilderst.

Alles Gute
Dany



Vielen Dank für eure hilfreichen Antworten!
Die Idee mit der Nebennierenschwäche ist sehr interessant.
Werde das auf jeden Fall überprüfen.
Glg,
Laetitia



Frage
Ich nehme seit 10 Jahren Prednisolon, mal mehr mal weniger. Momentan 5 mg. Möchte vom Cortison weg. Wegener verhält sich ruhig. Soll ich in 1/2 mg Schritten runtergehen?
Danke für eure Tipps
Lilli



Hallo Lili

ich hatte nur während rund 1.5 Jahren im Schnitt 15mg Kortison - und meine Nebennieren hat die Produktion vom eigenen Kortisol aufgegeben! Bevor du die kritische Schwelle von 5 mg unterschreitest, musst du sicher sein, dass du keine Nebenniernrindeninsuffizienz hast! Ein einfacher Bluttest nüchtern am Morgen gibt dir und den Arzt darüber Gewissheit - und nur dann solltest du das Kortison reduzieren - in kleinen Schritten über eine längere Zeit. Viel Erfolg!

Dir und allen anderen einen guten Rutsch ins 2018

Herzlichst
Dany



Hi Lilli,
versuch es nach Rücksprache mit Deinem Arzt. Du mußt allerdings damit rechnen, dass die von Laetitia beschriebenen Symptome oder andere auftreten. Gerade in diesem niedrigen Bereich soll man besser seeehr laaangsam reduzieren. Wenn Du zu schnell reduzierst, kann das auch nach hinten losgehen.
http://www.endokrinologie.net/krankheiten-glukokortikoide.php
Ich versuche auch gerade mal wieder eine Reduzierung in o,5 mg-Schritten, jetzt alle 6-8 Wochen; mit 1 mg-Schritten alle 4 Wochen ging das schief, und ich mußte wieder erhöhen. Wäre froh, wenn ich mit 5 mg auskäme.
LG Ingeborg

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