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Thema: Schub bei GPA?


Hallo Fories.

Ich möchte euch meine Erfahrung mit Zeichen eines Schubes erzählen: Letzte Woche wurden meine Blutwerte beim HA genommen,und sie waren alle in der Norm. Am nächsten Abend hatte ich rote, juckende Augen und war entsprechend beunruhigt. Hatten wir doch gerade hier im Forum das Thema.
Mutig habe ich, auf eigene Faust Prednisolon gleich am Abend von 2,5mg auf 20mg erhöht (ich hab mich auf meine Einstiegsdosis vor 3,5Jahren bezogen,und bin 10mg drunter geblieben).
Am nächsten Morgen gleich zum Rheumatologen, bei dem, welche Freude, im Computer bei der Anmeldung vermerkt war, daß ich auch ohne Anmeldung gleich dranzunehmen sei.
Der Doc meinte, ich hätte alles richtig gemacht, nahm mir Blut ab, um die Rheumawerte zu Überprüfen. Urin war ok.
Es gab eine Überweisung zum Augenarzt, bei dem ich auch zügig dran kam, und der eine leichte Entzündung feststellte, gab mir ein Rezept für Augentropfen, die ich nur bei Bedarf den nächsten Tag nehmen sollte.

Heute,am Tag danach, ist alles ok,und ich beginne das Prednisolon wieder runterzufahren, nach dem Motto:3Tage 20mg,3Tage 10mg,3Tage5 und in kleineren Schritten weiter.

Ich muß sagen, bis dahin fand ich mich sehr gut behandelt, auf die Blutwerte warte ich noch.
Wo ich unsicher war,war beim Augenarzt. Müssen wir GPA Patienten ihn da auf etwas spezielles hinweisen? Dasich Gpa habe weiß er ja, aber reicht es nur die Entzündung festzustellen, oder muß er auch sonst noch was beim Schub kontrollieren? Augenhintergrund, Augendruck.......

Was meint ihr, was habt ihr für Erfahrung?
LG Omega



Ich vermute für eine sichere Aussage müsste der Augenarzt eine Biopsie machen. Das willst du aber bestimmt nicht. Und - so wie ich es verstehe - , ist es nicht gesagt, dass er bei der Biopsie etwas findet, obwohl es GPA ist.

Augendruck ist erforderlich wegen Kortison/Prednisolon.



Hallo Omega,
ich hatte mit meiner GPA vor Jahren eine "fette" Skleritis sowie eine Uveitis. Die Augenärzte in der Umgebung kannten sich nicht aus. Dem Rheumatologen war eine Augenbeteiligung bekannt, sagte aber nur: schlimm, ne?
Nach 7 Wochen mit starken Augenschmerzen und in Dunkelheit hinter heruntergelassenen Rolladen kam ich zum Spezialisten im Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital in Münster. Ich bekam Corti-Augentropfen, und bei der Kontrolle hieß es vom Arzt, er hätte nicht gedacht, dass ich noch die Kurve kriege... (eine Erblindung abgewendet werden kann). Dass ich deswegen sensibilisiert bin, wenn ich von Augen bei GPA lese, kann wohl jeder verstehen.

Lt. der Spezialisten dort können folgende Entzündungen auftreten: Konjunktivitis, Episkleritis, Skleritis, Keratitis und Uveitis. Wenn ich das richtig gelesen habe, sind die (nekrotisierende) Skleritis und die Uveitis besonders gefährlich, da sie zum Sehverlust führen können, wenn sie unbehandelt bleiben.
Ich füge hier nochmal den Link ein: http://www.uveitis-zentrum.de/rheuma%20u%20auge.htm
Dort wird auch besonders auf GPA Bezug genommen.

Ich würde also beim Augenarztbesuch darauf drängen, dass alle die oben genannten Bereiche geprüft werden, evtl. auch nach Retinitis geschaut wird. Dazu lasse ich 1x im Jahr den Sehnerv mittels HRT prüfen. Wenn dann etwas Unerwünschtes entdeckt wird, bitte den Augenarzt um lokale Corti-Therapie und den Rheumatologen evtl. um Intensivierung der system. Therapie.

Ehe Frosch wieder aufjault: eine kurzfristige Cortison Erhöhung macht langfristig keine NW. Omega, Du hast alles richtig gemacht.


Alles Gute.
Ingeborg


Zuletzt bearbeitet: 24.01.18 15:34 von Ingeborg


Hallo Ingeborg.
Vielen,vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Es ist schon,wie sagt man?`` Ironie des Schicksals`´,daß du mit deinen schlechten Erfahrungen, mir bzw. uns wohl weniger Betroffenen, so gut helfen kannst. Da läßt sich viel drüber Philosophieren...
Also Danke und einen schönen Abend! Gruß Omega



Ich war gerade beim Augenarzt, allerdings nur zur Routinekontrolle. Neben der Untersuchung des Sehnervs und der Netzhaut auf Entzündung bzw. Unversehrtheit ist es wichtig, dem Augenarzt zu sagen, welche Medikamente man nimmt. Das hilft ihm bei bestimmten Krankheitsbildern auf mögliche Ursachen zu schließen, so kann bspw. Kortison eine Trübung des Auges verursachen. Weiß er nicht, dass man es nimmt, folgt schnell eine Fehldiagnose.



Hallo,
@ Tapa, wie untersucht ein Augenarzt den Sehnerv? Ich kenne das nur durch ein MRT. Gibt es da noch andere Möglichkeiten?



Wegen Cortison soll man alle 3-6 Monate den Augeninnendruck prüfen lassen. Dafür muß der Augenarzt davon wissen. Bei mir hat sich nun eine Linsentrübung (Katarakt, grauer Star) gebildet. Bin von Weitsichtigkeit auf Kurzsichtigkeit umgestiegen. Auch nicht lustig...
Der Sehnerv wurde bei mir in der Praxis mittels HRT (Heidelberger-Retina-Tomographie, wenn ich nicht irre) untersucht. Aber gut zu wissen, Jens, dass das auch per MRT geht. Bin gerade mit dem Arzt überkreuz, weil er mir keine andere Brille wegen der neuen Kurzsichtigkeit verordnen wollte -das sei rausgeschmissenes Geld. Ist zum Arzt gehen manchmal auch;)
LG



Oh Mann..äh,Frau! Ingeborg, ob es rausgeworfenes Geld ist, oder nicht, solltest du entscheiden dürfen. Aber das so ein Arztbesuch rausgeworfene Lebenszeit ist, und das bei unserer, sowieso lebensverkürzenden Krankheit, ist schon mal klar....aber dem Arzt wohl nicht.

Bleibt nur noch Humor, den zeigst du uns ja zum Glück oft, Ingeborg. Solang es kein Galgenhumor ist....Wir wollen so einen Arzt ja nicht am Galgen hängen sehen...............

Wie war das noch, was die US Medizinstudenten für eine Ethik fordern: Ein Arzt soll manchmal heilen, oft behandeln und immer Trösten! Finde ich super, aber selten!

LG Omega



Bei mir untersucht er den Sehnerv und die Netzhaut, indem er mir mit einer extrem hellen Lampe ins Auge sieht, dabei kann er wohl erkennen, ob es Anzeichen für eine Entzündung gibt. Ich muss dann in alle möglichen Richtungen gucken, er guckt relativ lange und hoffentlich sorgfältig. Mein Augenarzt war übrigens einer der wenigen Ärzte, die Morbus Wegener kannten bzw. Patientenerfahrung hatte, als ich damals erkrankte.



Vielleicht noch eine Information zu Kortison und Augen - wenn es eine bakterielle, Pilz- oder Vireninfektion ist, dann ist Kortison schädlich, da es das Immunsystem unterdrückt.

http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/presse/aktuelle-presseinfo/pressemitteilung/article/rotes-auge-genau-hinschauen-gezielt-behandeln-1.html

"Der Augeninnendruck kann ansteigen, so dass ein Glaukom (Grüner Star) entstehen kann. Bei manchen Patienten kann sich auch innerhalb erstaunlich kurzer Zeit eine bestimmte Form der Linsentrübung (Katarakt) entwickeln. Außerdem wird die körpereigene Abwehr durch Kortison abgeschwächt. Bei einer Infektion mit Bakterien, Herpes-Viren oder Pilzen kann das gefährlich werden: „In diesen Fällen kann die Krankheit durch Kortison sogar noch schlimmer werden, weil das Kortison die körpereigene Abwehr gegen die Keime reduziert“, erläutert der Augenarzt. "

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