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Thema: Höhere Zuzahlungen/Mehrkosten ab 1.4.


Die Krankenkassen senken ab 1.4.2018 ihre Festpreise für viele Wirkstoffe. Wenn die Pharmaunternehmen nicht ihre Preise senken, kommen Mehrkosten auf gesetzlich Versicherte zu. Wer z.B. Azathioprin oder Arava nimmt, ist betroffen.
Info unter:
https://www.focus.de/finanzen/news/gueltig-ab-1-4-gebuehren-hammer-ab-april-muessen-millionen-kranke-mehr-fuer-viele-medikamente-zahlen_id_8685355.html?

Weiß jemand, ob die Belastungsgrenze von 1% des Jahreseinkommens (und darüber die Zuzahlungsbefreiung) für chronisch Kranke sich ändert, also trotz dieser Grenze die durch die Absenkung der Festpreise entstehenden Mehrkosten bezahlt werden müssen? Gab es dies immer schon?

weitere Infos:
http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Zuzahlungsbefreiung-fuer-chronisch-Kranke-820.html
https://www.aponet.de/service/zuzahlungsbefreiung/zuzahlungsrechner.html


Zuletzt bearbeitet: 30.03.18 11:39 von Ingeborg


Hallo Ingeborg,

nach Auskunft meiner Steuerberaterin ist eine Änderung der Belastungsgrenze nicht in Sicht. Jedoch sollte man immer alle Kosten, auch wenn sie unter der 1% Grenze liegen, bei der jährlichen Steuererklärung angeben. Zum eine, weil mehrere Klagen gegen diese Grenze laufen, zum anderen, weil eine Änderung - wenn sie denn kommen sollte - auch rückwirkend erfolgen kann.
Wer dann also nachweisen kann, dass die Kosten regelmäßig bei der Steuer angegeben wurden, darf mit einer rückwirkenden Erstattung rechnen.

Dieser Fall liegt ähnlich wie die steuerliche Anrechnung von Arbeitszimmerkosten bei Lehrern, die vor einigen Jahren gestrichen wurde und dann nach Klagen vor Gericht wieder eingeführt werden musste. Die Lehrer, die auch in den Jahren, als dies als nicht mehr zulässig galt, immer brav die Kosten angegeben hatten, bekamen auf einen Schlag alles vom Finanzamt erstattet - in unserem Fall wurde damit eine schöne unerwartete Urlaubsreise finanziert.

Es besteht also Hoffnung. Auch auf den Frühling . . . ?

Schöne Ostertage!



Hab gerade durch ein anderes forum dazugelernt. Danach geht nicht, wenn ich das richtig verstanden habe, um die bekannte Zuzahlung pro Medikament, für die die Belastungsgrenze gilt. Es geht um die AUFZAHLUNG, die dadurch entsteht, dass die KK den Festpreis senkt -und das Pharmaunternehmen nicht gleichzeitig eine Preissenkung vornimmt-, die Patient als Mehrkosten allein bezahlen muß. Hier gibt es keine Regelung zur Entlastung, auch nicht für Chroniker.
Meine Frage ist damit insofern beantwortet, dass trotz dieser Belastungsgrenze die durch die Absenkung der Festpreise entstehenden Mehrkosten bezahlt werden müssen. Also am Beispiel Arava 20 mg 100 Stück, z.B. Apothekenpreis 315 €, KK-Festpreis 235 €, zusätzliche Mehrkosten für den Patienten 80 €.
Hier fehlt mir einfach eine Regelung für Chroniker ähnlich der Belastungsgrenze.
Nebenbei sei erwähnt, dass der Festpreis für Prednisolon erhöht wird. Doch waren dies nie hohe Kosten.
Allen alles Gute.
Ingeborg


Zuletzt bearbeitet: 30.03.18 17:06 von Ingeborg


Na dann können sich die Vorstände der KK's ja wieder ihre Gehälter erhöhen.

LG. Hartmut

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