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Thema: Umfrage


Knapp vier Wochen vor den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen liegt die Union einer Umfrage zufolge weit vor den Sozialdemokraten. In beiden Ländern würde die CDU gegenüber dem Ergebnis der letzten Wahl deutlich zulegen, während die SPD an Stimmen verlieren würde, berichtete die Auftraggeberin der Forsa-Studie, das Magazin "Stern".
Forsa: FDP schafft knapp Wiedereinzug
Die FDP zöge demnach mit jeweils fünf Prozent nur ganz knapp in die beiden Landtage ein - in diesem Falle würde Schwarz-Gelb die Macht in Niedersachsen von der dort allein regierenden SPD erobern und die Regierungsgewalt in Hessen behalten.
Hessen: 47 Prozent für CDU, 32 für SPD
Laut der Umfrage steigert sich die CDU von Ministerpräsident Roland Koch gegenüber der letzten Landtagswahl um 3,6 Punkte auf 47 Prozent. Sie lag damit 15 Punkte vor der SPD, die mit ihrem Spitzenkandidaten Gerhard Bökel um 7,4 Punkte auf 32 Prozent zurückfiel. Die Grünen legten nach der Umfrage um 4,8 Punkte auf 12 Prozent zu. Die Liberalen verloren 0,1 Punkte und zögen mit 5 Prozent noch knapper als vor vier Jahren in den Landtag ein.
Das ist der Hammer! Was sagt ihr dazu?



Tja, ich weiß nicht, was ich von den Umfrageergebnissen halten soll. Denn bei der letzten Bundestagswahl waren sich die Meinungsforscher zwar einig, dass es knapp werden würde, allerdings sahen die Meinungsforschungsinstitute den Kandidaten vorne, den sie, je nach politischer Ausrichtung, vorne sehen wollten.
Wenn die Meinungsforscher so weiter machen, werden sie am Ende zu Kaffeesatzlesern!



Wenn Mölle rechtzeitig wieder aufdreht, wars das mit den Landtagswahlen für die FDP



So, wie die Polarisierung der politischen Kräfte im Laufe der letzten Jahrzehnte sich aufgehoben hat, so ist folgerichtig das Wählerverhalten immer schwieriger zu prognostizieren.

In Zeiten des kalten Krieges wurde seitens der CDU/CSU wirksam mit der Bedrohung durch "den Russen" argumentiert. Nachdem die Menschen eingesehen hatten, dass ein Dialog eine evtl. Kriegsgefahr abbauen würde, sorgte die Entspannungspolitik von Willy Brandt für eine stabile Mehrheit der SPD. Die harte Haltung von Helmut Schmidt gegenüber dem RAF-Terrorismus ließ diesen als Lichtgestalt und Helden der Geschichte erscheinen (endlich sind wir wieder wer!).

Unvergessen muss jedoch die Rolle der FDP bleiben, die bis auf eine kurze Pause zu Zeiten der großen Koalition fast immer die Rolle des Kanzlermachers gespielt hat.

Nach 1998, als die FDP diese Machtrolle verloren hatte (in der Tat lag die politische Entscheidung über die Regierung 50 Jahre lang in der Hand der kleinen FDP), musste diese sich qua entzogenen Machtmandates neu orientieren. Diese Neupositionierung ist ihr jedoch bis heute nicht gelungen.

Statt nunmehr notwendiger Sachkompetenz, war es ihr nicht möglich, sich von der Rolle der Opportunismuskompetenz los zu reißen.

Die Toleranz von Westerwelle gegenüber Möllemann vor der Bundestagswahl, um bestimmte Wählerpotentiale abzugreifen zeigte dies recht deutlich.

Nachdem dieser Versuch vom Wähler mit einer schallenden Ohrfeige abgestraft wurde, scheint die FDP mehr und mehr orientierungslos durch einen Wald der Verwirrungen zu laufen.

Nicht verwirrt scheint hingegen Herr Möllemann, dem man am (halb)rechten Rand bis zu 25% an Zustimmung und 12-15% an Wählerstimmen zutraut.

Durch die leierhaften Wiederholungen der CDU/CSU zu Ausländerthemen, EU-Beitritt der Türkei, innere Sicherheit und das "wir-machen-alles-besser"-Argument und einen sehr unglücklichen Start der neuen Legislaturperiode im Bund, wird Herr Koch es wohl wieder schaffen, möglicherweise mit großem Vorsprung.

Nicht unterschätzen darf der Brutalaufklärer jedoch die Rolle der Grünen, die in den Augen eines Großteils der Bevölkerung möglicherweise nicht die richtige aber immerhin doch eine wahrhaftige und ehrliche Politik betreiben. Dieses geht den anderen Parteien im Bewusstsein der Menschen nicht ohne Grund
ab.

Sollte Möllemann also noch ein Spektakel veranstalten, was zu erwarten ist, ist die FDP in der Tat gefährdet.

Ein massiver Wahlkampfeinsatz von Joschka Fischer - dem beliebtesten deutschen Politiker (!) - könnte in Hessen noch zu einigen Überraschungen führen.

Der Eisbär


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