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Thema: Waterberg-Schlacht oder Genozid


Jetzt , September 2003 ein Jahr nach meinem Artikel und knapp ein Jahr vor dem
100 jährigen Gedenken an diese Schlacht, geht es jetzt auch hier ums Geld. Geld,
daß die Hereros versucht hatten, direkt von Deutschland zu erhalten, aber ich
ich schon ausführte, wurden diese Forderungen negativ beschieden.
Der Oberhäuptling Riruako, Absolvent einer US-Universität, hat nun in den USA 3
Klagen laufen. Eine Klage über 2 Milliarden gegen Deutschland als Rechtsfolger
des Deutschen Reiches und je eine Klage über je eine Milliarde gegen die
Deutsche Bank und die damalige Schiffahrtslinie. Es haben die Klage weitere 120
Herero unterschrieben und die US-Anwälte haben ein Erfolgshonorar von 30
Prozent.
Dies erinnert an die Klage bezüglich der Zwangsarbeiter, ohne diese hier aber zu
bewerten. Bei Erfolg dieser Klage wird auch hier wieder der deutsche
Steuerzahler dafür aufkommen und gibt gleichzeitig ein neues Beispiel das man
aus Deutschland immer noch Geld herausholen kann, obwohl gerade bei der
"Waterbergschlacht" die Beweise ziemlich dafür sprechen, daß es hier nicht zum
Genozid gekommen war.
Neue Fakten gibt es eigentlich nicht, nur haben sozusagen als Jubiläumsgeschenk
einige Autoren, diese Gelegenheit wahrgenommen, neue Bücher mit der alten
Aussage des Horst Drexler zu füllen, der ja dieses Buch 1966 geschrieben hat, um
der imperialistischen BRD (Kalter Kriegssprache) zu einem Zeitpunkt etwas ins
Stammbuch zu schreiben, damit die vielen jungen Staaten in Afrika in der DDR
den wirklichen Freund der Schwarzen erkennen. Hier fällt besonders der in
Swakopmund (Namibia) geborene Joachim Zeller auf, der noch stärker als Herr
Drexler, diese Völkermord-Aussage als Tatsache darlegt. Ebenfalls das Buch "
Deutsche Herrschaft über Afrikaner" von Jürgen Zimmerer schlägt in diese Kerbe.
Dieser schreibt ja auch, daß Deutschland sozusagen der Vorläufer der
Apartheidspolitik der Buren in Südafrika war. Auch der deutsche Professor im 3.
Reich Eugen Fischer taucht hier wider auf, sozusagen der Vorläufer der späteren
Rassentheorie.
In Namibia richtet sich durch die laufenden Berichte in den Zeitungen zu diesem
Thema, sich die Stimmung gegen die weißen Farmer und besonders gegen die
deutschstämmigen Namibier. Nicht nur die alten und falschen Theorien werden
Gebetsmühlenartig verbreitet, es kommen laufend neue "Tatsachen" hinzu, jeder
meint einen neuen Beitrag dazu abgeben zu müssen. Die 143 toten Farmer, die in
den letzten Jahren in Namibia umgebracht wurden, werden sozusagen als Vorbote
einer Wiedergutmachung gesehen, man schielt mit dem linken Auge nach Simbabwe,
wo der Diktator Robert Mugabe die weisen Farmer zwangsenteignet und die
verbleibenden Farmer zwingt, ihre Böden brach liegen zu lassen. Endergebnis ist
eine Hungersnot in Simbabwe, die sich in den nächsten Monaten stark steigern
wird und der Ruf nach Hilfe wird dann bald an die USA und die EU gehen.
Sam Nujoma hat das Beispiel Simbabwe vor Augen und die Untätigkeit der
westlichen Staaten in dieser Sache etwas zu unternehmen. Er sprach ja auch von
100 000 Hereros im Jahr 1904 und davon starben 65 000 durch die Schutztruppe.
Die deutschstämmigen Namibier können mit keiner Unterstützung der
Bundesregierung rechnen, gelten sie doch als politisch nicht korrekt.
Wobei die Bundesregierung sogar andeutete, der Klage positiv gegenüber zu
stehen. Man kann sich nur wundern, da besonders 2 Frauen der Universität Köln
direkt in Namibia bezüglich der Waterbergschlacht gegen die deutschstämmigen
Namibier argumentativ vorgehen
Das provoziert natürlich eine Gegenbewegung ,man fängt auch jetzt in Namibia an,
sich in dieser Hinsicht zu organisieren, aber es wird ein Schaden bezüglich des
Tourismus auf Namibia zukommen. Es wird jetzt sogar schon abgeraten in den
Monaten vor und nach dem Jahrestag der Waterbergschlacht als Tourist nach
Namibia zu gehen. Dieser Verlust wird natürlich die schwarzen Namibier mehr
treffen, arbeiten doch viele von ihnen in der Tourismusindustrie.
Durch diese Konfrontation wird auch die Unterstützung der Schwarzen durch die
Weißen zurückgefahren, leider geht es auch hier zu Lasten der Schwarzen.
Deutschland hat in den letzten Jahren in Namibia ca. 500 Millionen Euro für
Entwicklungshilfe bezahlt und auch privat floß eine ähnliche Summe nach
Namibia. Aber ein Staatschef, der eingehende Gelder für den Aufbau seiner
privaten Luftflotte abzweigt und auch die Regierungskarossen laufend mit den
Stern fahrend läßt, besonders die vielen Sterngeländewagen, die ja
bekannterweise nicht die billigsten sind.
Die weißen Hausbesitzer in Windhoek klagen auch über die Anordnung der
Verwaltung, ihnen mehr Geld für Strom und Wasser abzunehmen, damit die
Vorortbewohner in Katatura diesen umsonst bekommen, bezahlen tun sie den Strom
und das Wasser sowieso nicht. Leider ist es so, sollte das Geld gezahlt werden,
daß die Hereros davon nichts sehen werden und gerade die würden es dann
benötigen, werden sie jetzt doch schon lange von der Zentralregierung mit
überwiegender Mehrheit aus dem Ovambostamm kommend, sehr stiefmütterlich
versorgt.
Wie ich vor einem Jahr bereits ankündigte, wird dieses Ereignis der Schlacht aus
dem Jahr 1904 uns 2003/2004 beschäftigen und sicher werden noch Artikel, Bücher
und andere Beiträge erscheinen.
Der erste Artikel zu diesem Thema erschien am 8.1.2003 hier im Forum -verfasser webmaster und text, artikel von sarek [Link eingefügt von Walter]


Zuletzt bearbeitet: 28.09.03 00:35 von Walter


Hallo Sarek, schön Dich mal wieder zu lesen .

Das mit den Entschädigungszahlungen kann man sehen, wie man will. Aber solange die Herero eh nix von dem Geld sehen werden, sondern das Geld irgendwo verschwindet, sollte nicht ein einziger Euro gezahlt weden.
Sonst werden sie noch in 100 Jahren Forderungen aufstellen, nur weil sie nie erfahren haben, dass Geld geflossen ist.

Allerdings frage ich mich auch, warum werden andere Kollonialherren eigentlich nie zur Kasse gebeten? Nahezu jeder Europäische Staat hatte irgendwo seine Kolonien, aber ich habe bisher nur wenig davon gehört, dass die alle mal zu Kasse gebeten werden......

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Ob die Sache damals ein Genozid war oder nicht, ist bislang durchaus strittig.

Nichtsdestotrotz scheint mir eine Klage in jedem Fall fehl zu gehen.

1. Kann man die heutige BRD noch als Rechtsnachfolger des damaligen deutschen Reiches bezeichnen?

2. Ist das heutige britische oder niederländische Königreich Rechtsnachfolger der damaligen Staaten? Dann müssten hier Entschädigungen in ganz anderen Größenordnungen eingeklagt werden.

3. Wie richtig beschrieben wurde, werden die Nachfahren der Betroffenen wohl keinen Cent von evtl. Entschädigungen sehen.

4. Was ist mit der heutigen Kolonialpolitik des Kapitals und der reichen Länder? Wg. einer völlig unsinningen Subventionspolitik der EU und der USA geraten die armen Länder immer weiter in die Schieflage und wir löhnen die Subventionen dafür noch mit unseren Steuern und vernichten damit Existenzen und Leben in der dritten Welt. Dann wundern wir uns noch darüber, dass viele dieser Leute aus Verzweiflung und Not zu uns kommen.

Verkehrte Welt!!!




Ich habe bereits im Beitrag vom 27.9.03 darauf hingewiesen, daß zu diesem Thema noch 2003/04 viel geschrieben werden wird. So ist es gekommen und sogar in der Tagesschau am 11.1.2004 und auch in den Tagesthemen wurde darüber gerichtet. Es gab zwei getrennte Veranstaltungen, eine seitens der Kirche in Windhoek und eine wurde vom Oberhäuptling der Hereros Riruako in Okahandja geleitet und auch der deutsche Botschafter Massing hat dort gesprochen.
Die Klage gegen die Deutsche Bank, die Woermann-Linie (damals die Deutsche-Afrika-Linie) und auch der Eisenbahn und Straßenbauer Terex wird in Washington weiterbetrieben und hier wird die Entscheidung darüber fallen, ob eine Klage in den USA darüber weitergeführt werden wird. Die Klage gegen die deutsche Regierung wurde zurückgezogen. Hier befürchtet die SWAPO Regierung unter Samuel Nujoma politische Probleme mit Deutschland, die ja bisher 500 Mio. Entwicklungshilfe gezahlt haben. Gleichzeitig wollen die Regierende ja auch nicht, daß ihr Erzfeind, die Hereros Gelder bekommen, die sie, die Owambo nie bekommen werden. Außerdem gehören die Hereros im Parlament zu der Opposition und diese ist auch zu diesem Thema nicht einig. Schließlich hat der Oberhäuptling Riruako vor einigen Monaten sein Mandat für die DTA niedergelegt.
Die SWAPO möchte aber statt über die Hereros zu diskutieren, lieber über den Widerstand gegen den Kolonialismus und Apartheid sprechen. Bezüglich der Bevölkerungszahlen des Jahres 1904 verweise ich auf Focus 3/2004, die ja ähnlich derer sind, die ich 2002 ermittelte.
Ich hatte die Gelegenheit eine Sendung im Bayrischen Rundfunk zu hören, die sich mit diesem Thema auch beschäftigt. Die Sendung dauerte 30 Minuten, hatte einige Einspielungen des Swapopmunder Männergesangchores mit dem Lied: „Hart wie Kamelholz“ das eine inoffizielle Nationalhymne der Weißen mit deutscher Abstammung ist. Der Autor schrieb aber im Kalenderblatt „Hart wie Kameldornholz“
Ansonsten lag die Sendung teilweise auf der alten Drexler Linie, kein Nachdenken zu diesem kontroversen Thema und auch keine Recherche vor Ort, ob es rein technisch überhaupt möglich gewesen wäre, die Waterbergregion und somit auch Omaheke, abzuriegeln. In meinem Bericht vom Sept.2002 hier bei Newsatelier gibt es eine ausführliche Skizze zu dieser Schlacht im entsprechenden Maßstab. Auch hier kann der Leser erkennen, wie groß doch diese Region war. Doch diese Tatsache interessiert eigentlich niemand, viele Tageszeitungen bringen ähnliche geschichtliche Abläufe, die sind bequem und passen in die These, deutsche Soldaten haben nicht nur im 2. Weltkrieg gemordet, sie taten es schon viel viel früher. Doch das dem nicht so war, muß man aber durch Lesen vieler Quellen zu diesem Thema, erst selber erkennen. Ich stelle mein Schreiben an den BR hier mit rein, jeder kann sich dazu seine eigenen Gedanken machen. Fragen dazu, beantworte ich gerne.
Radiosendung 8.oder 9.1.2004:.BR 2 - 18 Uhr –Waterbergschlacht - Genozid an den Hereros
Autor: Peter Rothammer
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wenn ein Artikel zu einem Thema geschrieben wird, oder auch eine Sendung im Rundfunk oder Fernsehen gesendet wird, hat der Verfasser ein Botschaft, die er weitergeben will. Entweder ist es seine rein persönliche Meinung zu einem Thema oder es ist die Meinung des Mediums, hier des BR, also einer öffentlich-rechtlichen Anstalt innerhalb des ARD.
Man kann natürlich jeder Art von Sendung machen, dies ist ganz klar, doch wenn es um geschichtliche Abläufe bzw. Ereignisse geht, sollte man sich schon einigermaßen an die geschichtlichen Fakten und an die Wahrheit halten. Sicher ist die Wahrheit, wie in diesem Fall, nach 100 Jahren nie ganz genau darzustellen, doch ein Versuch sollte es schon wert sein.
Im vorliegenden Fall, also obiger Sendung, gibt es viel Literatur zu diesem Thema. Vieles ist geschrieben worden, gleich nach dem Ereignis, mit einer oft sehr nationalen und kolonialen Einfärbung, aber auch hier gab es gute und objektive Berichte.
Nach dem Beginn des 1. Weltkrieges wurde natürlich auch von der Gegnerseite des Deutschen Reiches zu diesem Thema geschrieben, natürlich rein subjektiv und mehr auf Feindpropaganda achtend. Man erinnere sich an die Aussage der engl. Propaganda zum Einmarsch in Belgien: „Hunnen ziehen mordend und schändend durchs Land und braten belg. Babys auf ihren Bajonetten“. Das diese Aussage nicht stimmte, war allen Beteiligten nach dem Kriege klar, doch auch diese Aussage wiederholte sich gleich im 2.Weltkrieg 1940.
England bzw. Südafrika wollte nach 1918 die deutsche Kolonie Südwestafrika übernehmen und zu diesem Zweck wurde entsprechend argumentiert, über die unsägliche und unfähige Herrschaft Deutschlands über seine Kolonien und auch das Dahinschlachten der einheimischen Bevölkerung. Dies wurde in einem „Blauen Buch“ dokumentiert, aber dann doch nach Erhalt des Mandates, 1926 zurückgezogen.
Dies ist also ein Grund, daß man die Aussagen des „Blauen Buches“ so nicht als Wahrheit ansehen sollte.
Gleichzeitig sollte man doch versuchen, Aussagen aus dieser Zeit in einem geschichtlichen Zusammenhang zu sehen und nicht mit dem Wissen von heute, Ereignisse aus früherer Zeit zu Beurteilen..
Tatsache ist, genau vor 100 Jahren fing der Aufstand der Hereros an, der vor Ausbruch durch Waffenlieferungen und Verkäufe der weitgehend burischen und engl. Händler mit Kriegsmaterial unterstützt wurde. Das Ziel war es, das Land unregierbar zu machen und so den Einfluß der Regierung in Berlin so gering wie möglich zu halten. Für die Hereros würde sich nicht viel ändern, Land oder weiteren größeren Viehbesitz würden ihnen die Händler aus Südafrika auch nicht geben können. Es sollten keine Frauen und Kinder und auch Missionare getötet werden, natürlich auch keine Händler (die wurden ja noch gebraucht). Die in der Sendung genannte Zahl der Toten stimmt soweit und auch der Einsatz der Schutztruppe, um auf die Schnelle zu retten was zu retten war. Die Schutztruppe war zum Zeitpunkt des Überfalls am 11.1.1904 ca. 400 Soldaten stark, die aber über das ganze Land verteilt waren.
Die Schutztruppe war so einige Monate in die Defensive gedrängt, aber bald kam Verstärkung aus dem Reich und auch die Sofortmaßnahme, Soldaten der Marine aus den Kriegsschiffen in Swakopmund sofort als Verstärkung einzusetzen, zahlte sich aus. Im Frühjahr 1904 bekam die Schutztruppe langsam die Handlungsfreiheit wieder und ging nun daran, die eroberten Stellungen der Hereros zu bekämpfen und wieder in Besitz der Schutztruppe zu bringen. Dabei gab es viele kleine Gefechte, hier konnte man sich von der Tapferkeit und auch der Taktik der Hereros überzeugen, waren diese doch waffenmäßig der Schutztruppe fast ebenbürtig.
Allein in der Zeit bis zum August hatte die Schutztruppe durch Feineinwirkung ca. 500 Mann Verluste, die aber in Wirklichkeit viel höher waren, denn Krankheiten und Mangelern



Allein in der Zeit bis zum August hatte die Schutztruppe durch Feineinwirkung ca. 500 Mann Verluste, die aber in Wirklichkeit viel höher waren, denn Krankheiten und Mangelernährung der Schutztruppe forderten ihre Opfer.
Bis zum Sommer (Winter in Südwest) 1904 war es den Hereros klar, sie konnten die Deutschen nur in einer großen Feldschlacht besiegen und so wählten sie einen Platz zum Kämpfen aus. Es war das Gelände, südlich des Waterbergplateaus, weit weg von Wasser und Versorgungseinrichtungen der Schutztruppe. Die Hereros hatten dort ja die Quellen in Besitz, die für die Hereros selber und auch für das mitführende Vieh ausreichend war.
Jetzt aber kommt die Tatsache ins Spiel, wieviel Hereros und wieviel Vieh waren am Waterberg. Man kann nicht davon ausgehen, daß die Führung der Hereros so dumm war, mehr Menschen und Tiere dort zu versammeln, als die Quellen mit Wasser und die Omaheke mit Futter für die Tiere, liefern konnten.
Auch die Schutztruppe bereitete sich auf die Schlacht vor, sie teilten diese 1500 Mann in 4 Abteilungen auf, die verschiedene Ziele hatten und so erfolgte eine großflächige Einkesselung. Doch wenn man dort das Gebiet kennt, sind diese wenigen Soldaten für eine effektive Einkesselung nicht in der Lage gewesen, da auch die Versorgungseinheiten, Kranke und zum Troß gehörende Soldaten in der Zahl von 1500 enthalten sind.
Das Gefecht am 11.8.2004 brachte für keine Seite eine Entscheidung, die Schutztruppe hatte Verluste wie noch nie. Auch die Hereros hatten große Verluste die in die Hunderte gingen. Gleichzeitig auch viele Verluste an Vieh.
Mit Beginn der Nacht gab es Streit innerhalb der Hereroführung, die jungen Häuptlinge wollten weiterkämpfen, die Alten, darunter auch ihr Oberhäuptling Maharero nicht. Sie brachen heimlich in der Nacht auf, ließen viel Vieh, Kranke, Verwundete und Alte zurück und mogelten sich durch die Stellungen von Eßdorfs und Heyde.
Die Schutztruppe merkte nichts davon und wenn auch, diese wenigen Truppen, die ja auch abgekämpft und erschöpft waren, hätten gegen die Hereros nicht viel machen, bzw. ihre Flucht nicht verhindern können..
Die Hereros zogen in die Omaheke, einige Abteilungen von ihnen aber nach Norden oder Süden. Die Masse hatte aber das Ziel Britisch-Betschuanaland, dessen Führung ihnen Asyl geben wollte, wenn sie den Aufstand nicht gewinnen konnten. Sie kannten das Land und auch die Wasserstellen, doch Dokumentationen zu den Regenmengen 1904 im Vergleich zu den Vorjahren zeigten, so wenige Niederschläge wie 1904 hatte es nicht vorher gegeben. Daher waren viele Wasserlöcher leer oder hatten nur wenig Wasser. Das Vieh hatte auch großen Durst und war an den Wasserstellen nicht zu bremsen, viele Tiere stürzten hinein und starben. Die nachrückende Schutztruppe fand somit die Wasserstellen unbrauchbar vor, ausreichend Wasser für eine längere Verfolgung hatten sie nicht dabei und zogen sich nach 2 Tagen der Verfolgung wieder zum Waterberg zurück. Die ursprüngliche Aussage, die Hereros haben die Wasserlöcher vergiftet, kann nicht aufrecht gehalten werden.
Das tote Vieh war einzig und allein der Grund davor.
Auch die Hereros merkten, daß der direkte Weg nach Britisch-Betschuanaland nicht machbar war, einige Gruppen versuchten wieder zurückzugehen, aber auch sie hatten nun das Problem der vergifteten Wasserstellen.
Später kam es noch zu einigen Scharmützeln mit der Schutztruppe, doch der Krieg war vorbei.
Die Omaheke wurde seitens der Schutztruppe großräumig abgeriegelt, Hereros mit Waffen durften da nicht mehr durch, Gefangene wurden isoliert und in zentrale Lager unter dem Schutz der Brüder von der Rheinischen Mission gestellt. Frauen und Kinder gingen ebenso zur Rheinischen Mission. Der Begriff „Konzentrationslager“ hatten die Briten im Burenkrieg geprägt, der 4 Jahre vorher in Südafrika stattfand. In diesen Konzentrationslagern waren damals Zehntausende Frauen und Kinder der Buren ums Leben gekommen, aber auch mind. so viele Schwarze, die auf den Farmen der Buren gearbeitet hatten.
Trotz der Ernährung durch die Rheinische Mission starben viele Hereros in den Lagern an den Strapazen der Flucht, an Typus und Unterernährung während der Flucht. Dies war auch der Grund, daß direkte Kontakte der Schutztruppe mit den Hereros verboten waren, besonders an den Wasserstellen, denn auch die Schutztruppe hatte die Krankheiten, auch Typus und viele der Soldaten starben an diesen Krankheiten und auch sie hatten auf der Verfolgung der Hereros oft keine ausreichende Verpflegung dabei.
Nun zu den Bevölkerungszahlen der Hereros und dies ist der insgesamt strittigste Punkt des Geschehens vor 100 Jahren. Sehr ausführlich hat sich Herr Horst Drexler, von der Universität in Potsdam mit diesem Aufstand befaßt und dies in seinem Buch dokumentiert. Dieses wurde geschrieben zu einer Zeit, als die Sowjetunion sich in Afrika engagierte und dort fingen auch die ersten Bürgerkriege mit der Hilfe der Sowjetunion und ihrer Satelliten an. Unter diesem Gesichtspunkt wurde auch das Buch von Drexler geschrieben. Er kam dann zu dem Schluß, daß es über 80 000 Hereros vor 1904 gegeben hatte und bis auf 15 000 Hereros diesen Krieg nicht überlebt hatten.
Also 65 000 Hereros seien durch die Jagd in die Omaheke umgekommen.
Die namibische Historikerin Brigitte Lau, hatte bereits die Zahlen von Drexler als unglaubwürdig bezeichnet. Leider konnte sie ihre Forschungen nicht beenden, sie starb 1996 bei einem Autounfall. Sie hatte die Zahl der Hereros mit 35000 bis 50 000 ermittelt, jedoch ging sie davon aus, daß am Waterberg viel weniger Hereros sich versammelt hatten.
Der Missionar Bernsmann hatte vor dem Ausbruch des Krieges 1904 die Zahl der Hereros auf ca. 35 000 Hereros geschätzt (davon waren bereits ca.5000 missioniert), so daß in der Konsequenz ca. 12 000 Hereros in dem Krieg mit der Schutztruppe ihr Leben gelassen hatten.
Nach diesen Erkenntnissen (Drexler ausgenommen, dessen Zahlen wissentlich falsch waren) sind in der Omaheke durch Verschulden der Oberhäuptlinge ca. 7000 – 8000 Hereros ums Leben gekommen. Die Häuptlinge überlebten, Maharero starb in Britisch-Betschuanaland 1923 und wurde dann nach Okahandja überführt und jährlich im August gibt es dort die Feiern zu seinem Gedenken.
Es waren die Interessen einiger wenigen, die zum Krieg geführt haben. Gedankenlose Grundstücksverkäufe der Häuptlinge um im Besitz der Annehmlichkeiten der Weißen zu kommen. Maharero war ein großer Trinker und brauchte immer wieder Nachschub, moderne Waffen und allerlei Dinge, die ihnen die Händler verkauften, führten zur Überschreibung der Gebietsflächen und auch der Tiere. Die kaiserliche Administration versuchte hier oft dagegen zu wirken, doch die Macht hatte sie dazu nicht und die Händler aus Südafrika ignorierten diese Anordnungen. Sie hatten auch Unterstützung der Regierung in Kapstadt, sahen diese doch sowieso den Fortschritt in Südwest Afrika mit gemischten Gefühlen. Bes



III.Teil

Es waren die Interessen einiger wenigen, die zum Krieg geführt haben. Gedankenlose Grundstücksverkäufe der Häuptlinge um im Besitz der Annehmlichkeiten der Weißen zu kommen. Maharero war ein großer Trinker und brauchte immer wieder Nachschub, moderne Waffen und allerlei Dinge, die ihnen die Händler verkauften, führten zur Überschreibung der Gebietsflächen und auch der Tiere. Die kaiserliche Administration versuchte hier oft dagegen zu wirken, doch die Macht hatte sie dazu nicht und die Händler aus Südafrika ignorierten diese Anordnungen. Sie hatten auch Unterstützung der Regierung in Kapstadt, sahen diese doch sowieso den Fortschritt in Südwest Afrika mit gemischten Gefühlen. Besonders im späteren Krieg gegen die Namas unter Witboi im Süden, deckte die Verwicklung der Händler mit den Namas auf, die ja auch mit den Hereros bestand.
Stellten die Namas im Krieg gegen die Hereros auch einige hundert Krieger zur Verfügung der Schutztruppe, sahen sie selber nach dem Hererokrieg die Möglichkeit eines Aufstandes, denn die Schutztruppe hielt sie nun auch mit Gesetzen von ihren bisherigen Raubzügen gegen die anderen Stämme, besonders vor 1904, gegen die Hereros ab.
Dies war nun der geschichtliche Abriß. Die Nachkommen der Deutschen in Namibia hatten später mit zweimaliger Enteignung zurechtzukommen. Nach dem 1. Weltkrieg wurden ca. 6000 der ehemals 12 000 von ihnen nach Deutschland zurückgeschickt und im 2. Weltkrieg alle männlichen deutschstämmigen Einwohner interniert. Zu diesem Thema gibt es sehr gute Bücher.
Oft werden die jetzt noch in Namibia lebenden deutschstämmigen Einwohner in die nationale oder auch rechte Ecke gestellt, somit für bundesdeutsche Ansprüche also nicht als glaubwürdig angesehen. Dies ist falsch und viele Hunderttausend Bürger von Deutschland können es immer wieder als Touristen in Namibia erleben.
Was wir hier in Deutschland jedoch machen können, ist fair mit ihnen umzugehen und auch die Geschichte des Landes wahrheitsgemäß darstellen.
Mit dem Hörbeitrag des BR 2 ist dies nicht geschehen, aber es bietet sich bis August sicher noch einmal die Gelegenheit, mit einem anderen Autor und unter Betrachtung aller Möglichkeiten, dieses neu zu ermitteln und zu senden, ob im Hörfunk oder im Fernsehen. Es kann nicht sein, daß dieses Geschehnis nur durch die Sicht des Herrn Drexler inmitten des Kalten Krieges zu Lasten der Nachfolge des Deutschen Reiches, also der Bundesrepublik Deutschland zu sehen ist oder auch vieler anderer linksideologischer Nachahmer. Viele Bücher und Schriften überschwemmen uns gerade jetzt im Jahr des Gedenkens. In der Ausgabe der TAZ vom 10.1.2004 gibt es ja Autoren und sogenannte Historiker die dort ihre Meinung verbreiten, die nichts mit einer Aufarbeitung des Geschehens um diese Schlacht am Waterberg gemein hat.
Ich habe selber zu diesem Thema einen Artikel geschrieben, den ich in www.newsatelier.de eingestellt habe. Dies war im Sommer 2002, also weit vor dem Beginn dieser neuerlichen Berichterstattung . Meine Grundlage waren die Geschehnisse vor Ort am Waterberg in Verbindung mit den Niederschriften aus damaliger und jetziger Zeit. Sollten Sie daran Interesse haben, kann ich ihnen den Text als E-Mail schicken. Die Bilder dazu sind bei Newsatelier. Ebenso stehe ich Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung, ich werde versuchen, diese dann so objektiv und sachlich wie möglich zu beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
Ob ich nun eine Antwort bekomme, mal abwarten, nächste Woche werde ich dem Hörfunkdirektor eine Kopie dieser E-Mail schicken, eine Woche später dem Intendanten des BR.





Mir fallen zu diesem ausführlichen Beitrag mehrere Dinge ein:

1. Man versucht unter dem Deckmantel der "Entschädigung" einfach nur an Geld zu kommen, was bereits für Zwist unter den Hereros und den Owambo sorgt.

2. Der Aufstand der Hereros wurde damals von diversen Waffenhändlern, mit politischen Absichten, unterstützt. Damit handelt es sich zweifelsohne um einen Stellvertreterkrieg, zwischen den damaligen Großmächten Europas. Solche Kriege können wir auch heute immer wieder beobachten (USA haben die Mutschaheddin gegen die damalige UdSSR unterstützt; was am Ende dabei rauskam, war nicht wirklich besser).

Wenn man ausserdem zur Kenntnis nimmt, dass die sog. Entwicklungshilfe oft in irgendwelchen Privattaschen diverser Clanlords landet und diese in Saus und Braus leben, dann kann man sogar den Nutzen der barausgezahlten Entwicklungshilfe in Frage ziehen.

Vermutlich wäre es grundsätzlich besser, wenn man Geld nicht direkt auszahlt, sondern sinnvolle Projekte (Bau von Straßen, Schulen und Krankenhäusern, Stipendien für ein Studium) damit finanziert.

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Dieser Beitrag besteht aus 100% recycelten Elektronen!



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Zuletzt bearbeitet: 23.03.04 16:06 von noilly


Hallo,

war gestern in der aktuellen Kolonialausstellung im "Deutschen Historischen Museum" (DHM) in Berlin. Dort wird das bewußte Foto mit den ausgemergelten Gestalten natürlich auch mehrfach - ganze 5 Mal, sowie zusätzlich im Ausstellungskatalog, strapaziert. Unter anderem präsentieren sie ein Exemplar des brit. "Blaubuch"s in dem ebenfalls eine Abbildung ist.

Im DHM waren die Kommentare im Gästebuch auch teils recht lesenswert, zeigen sie doch daß die Meisten sich hinsichtlich der Kolonialgeschichte absolut manipulieren lassen. Haben mal was in der Schule zum Thema aufgeschnappt, dann noch diverse Filme etwa eines Guido Knopp gesehen, und mittels DHM gleichen Sie dann ihre Ansichten ab. Nicht wissend daß überall die gleichen Tatsachenverdreher am Werke sind...

Das DHM hat dieses Bild zur "Ikone des deutschen Völkermords an den Hereo und Nama" hochstilisiert.
Die gut besuchte Ausstellung folgt dem üblichen Tenor die Deutschen allesamt als Mörder, Räuber, Vergewaltiger etc. hinzustellen. Selbst die erfolgreichen Bemühungen der Mediziner (u.a. Robert Koch) bei der Bekämpfung der Tropenkrankheiten werden als Verbrechen, gar als "Menschenexperimente", gebrandmarkt...

Werde bei meinem nächsten Namibia-Besuch weiter zu diesem Bilde recherchieren.

Gruß




Danke, archefoto,
für Deinen interessanten Bericht.
VG Insu

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