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Thema: Zum Thema: Arbeitskosten ...


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Zuletzt bearbeitet: 23.03.04 16:04 von noilly


noilly:
Bei einem ständigem Wachstum des Dienstleistungssektors erfolgen unternehmerische Investitionen mehr und mehr in "Humankapital"


Hallo noilly,
der Artikel "Arbeitskosten..." beschäftigt sich nicht mit der Frage, ob Unternehmer in Sach- oder in Humankapital investieren (sollten). Er vergleicht vielmehr die unternehmerische Investition (in Sachkapital) mit der Investition des Arbeiters (in "Humankapital", d.h. in seine eigene Ausbildung).

Mit "Humankapital" werden im Artikel also nicht die Ausgaben eines Unternehmers für Personal und dessen Qualifizierung bezeichnet, sondern die Investition des Arbeitnehmers in sein eigenes "Humankapital", d.h. seine Berufsausbildung.

Es wird also im Artikel der interessante Ansatz beleuchtet, dass aus wirtschaftstheoretischer Sicht der Arbeitnehmer dem Unternehmer vergleichbare Überlegungen anstellt:
  • Der Unternehmer investiert sein Kapital in das Unternehmen, weil er sich dadurch einen Gewinn verspricht, der (unter angemessenem Ausgleich für das Risiko des Verlustes) höher liegt als der anderer Anlageformen.

  • Der Arbeitnehmer, der sich für eine qualifizierte Ausbildung / Studium entscheidet, verspricht sich ebenfalls einen höheren Gewinn (z.B. höheres Einkommen), der (unter angemessenem Ausgleich für das Risiko z.B. der Arbeitslosigkeit) höher liegt als der eines sofortigen Berufsbeginns.

noilly:
Solange das Unternehmen erfolgreich ist, das Konzept stimmt und der Markt richtig eingeschätzt wird, ist mit relativ geringem Risiko (Kapitaleinsatz) eine sehr hohe Rendite erzielbar.


Das Problem ist halt nur, dass ein heute passendes Konzept in der Zukunft überholt sein kann. Der Markt kann sich auch nicht vorhersehbar verändern, und damit ist auch der Erfolg dahin. So gering ist also das Risiko nicht. Auch die erzielbaren "sehr hohen Renditen" sind in den allermeisten Fällen nur zeitlich begrenzt möglich, wenn man marktbeherrschende Großkonzerne mal ausklammert.

Die Bedeutung des "Humankapitals" für Unternehmen wäre aber ebenfalls ein interessantes Thema für eine separate Diskussion.




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Zuletzt bearbeitet: 23.03.04 16:05 von noilly


"Die Rückführung auf die eigene durch das Individuum selbst erbrachte Lernleistung und möglicherweise finanziellen Einsatz als kapitalbildende Maßnahme gehört nicht in das Thema Arbeitskosten hinein."
Humankakital entsteht wesentlich bis überwiegend aus eigenen auch finanziellen Leistungen des Individuums. Der Arbeitnehmer hat durch diese Investition in sein Arbeitsvermögen die Grundlagen seiner Arbeit geschaffen. Diese Grundlagen haben gekostet, dementsprechend handelt es sich um Arbeitskosten. Die Überschrift ist nicht eindeutig und versteht sich eher als Infragestellung eines Vorurteils.
Arbeitskosten aus der Sicht der unternehmerischen Kostenrechnung sind nicht gemeint, sondern ausschließlich aus der Sicht des Arbeitsnehmers. In Zeiten der Umgestaltung des Wirtschaftslebens sei dem Arbeitnehmer als Individuum (Unternehmer sind auch Individuen, der Staat aus mikroökonomischer Sicht annähernd auch) ein Instrument gegeben, seine Position (unter Vernachlässigung von Staat und Gewerkschaften, da Störfaktoren) mit gleichen monetären Mitteln zu rechtfertigen, wie es unternehmerisch üblich ist (Ich-AG). "Lohnstückkosten, Produktivität und Return on Investment" sind hierbei nur interessant, insofern sie aus der Sicht des Arbeitnehmers seine Investition in Human-Kapital beleuchten.

"Ich übte bereits Kritik daran, dass der Beitrag ausschließlich auf das produzierende Gewerbe fokussiert ist bzw. die Grundlagen daraus auf andere Sektoren unreflektiert übertragen werden."
Es gibt im Artikel keinen Hinweis darauf, daß dies so ist. Auch ein Dienstleistungsunternehmen braucht nach deutschem Wirtschaftsrecht einen Firmensitz, ob gemietet oder gekauft. Ebenso braucht es Maschinen, z.B. Computer, Auromobile u.ä.. Die denkerische Beschränkung auf irgendwelche Wirtschaftsbereiche ist in dieser volkswirtschaftlichen Betrachtung nicht gemeint und steht auch nirgendwo explizit.

"Auch wird viel zu wenig beleuchtet, warum Innovationen und Flexibilität in Marktverteilungskämpfen so essentiell sind. Dies gilt für Unternehmerseite genauso wie für Arbeitnehmerseite." Es geht hier nicht um spezielle Fragen der genannten Art, sondern um spezielle Fragen des Humankapital vs. Sachkapitals und der Tatsache, daß Ökonomen keinen Unterschied sehen in der Frage, ob man in das eine oder andere investiert als potentieller Investor. Insofern man nicht in der Lage ist, diese Diskrimminierung nachzuvollziehen, ist man wissenschaftlich in einem Dilemma; auch die Welt als ganzes entzieht sich dem menschlichen Geist, dafür ist sie zu komplex.




Zuletzt bearbeitet: 25.01.04 19:51 von Volkswirt


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Zuletzt bearbeitet: 23.03.04 16:05 von noilly


noilly:

Zumal der Artikel Züge der faschistoiden Wirtschaftstheorien besitzt. Ich unterstelle dem Autor nicht Absichten in dieser Richtung, dazu reflektiert er einfach viel zu wenig.


Es handelt sich hierbei um ein Diskussionspapier der mikroökonomischen Wirtschaftstheorie, das den gängigen Lehrmeinungen entspricht. Es ist bisher nur zur Hälfte eingestellt, wird aber planmäßig via Link vervollständigt. Der zweite Teil geht allerdings sehr in die Tiefe und untersucht mathematisch und graphisch einige der ökonomischen Aspekte, die dem Artikel entsprechen. Hierzu gehört zum Beispiel auch die anzuwendende Kapitalwertmethode zur Berechnung der Vorteilhaftigkeit. Der Autor ist Fachmann und beschäftigt sich seit Jahren mit der Thematik. Von Unreflektiertheit kann nicht die Rede sein. Faschistoidität ist nicht möglich, da der wissenschaftliche Artikel wertfrei ist abgesehen von der Betrachtungswelt des Utilitarismus, die wirtschaftstheoretisches Handwerkszeug ist.
Der Artikel ist weder aus praktischer, noch aus politischer Sicht zu betrachten, sein Zugang ist die Theorie. Theoriebegründete Verständnisschwierigkeiten auf wirtschaftswissenschaftlicher Basis werden gerne vom Autor behandelt.


Zuletzt bearbeitet: 28.01.04 01:27 von Volkswirt


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Zuletzt bearbeitet: 23.03.04 16:05 von noilly
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