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Thema: [SC] Braucht Deutschland eine neue Linke?


http://kulturkritik.net/Statistik/geldvermbrd2002.html

[Habe mir mal erlaubt, den Link direkt "anklickbar" zu machen]


Zuletzt bearbeitet: 16.08.05 09:37 von esra


danke Selektros ... that's it!!!!



selektros:

[URL][/URL]http://kulturkritik.net/Statistik/geldvermbrd2002.html[URL][/URL]


die isw-homepage ist interessant.
hoffentlich stimmen die Statistiken.

blumi


statistik schön und gut, aber
das beantwortet aber nicht die frage:

"was wollen wir (als volk) eigentlich" ??



sportsgeist:
statistik schön und gut, aber
das beantwortet aber nicht die frage:

"was wollen wir (als volk) eigentlich" ??


hallo sporti, "das Volk" hat keine einheitliche Meinung.
Jeder hat seine individuellen Wünsche - und Mehrheiten aus den Wünschen generieren zu wollen, das versuchen Politiker: hier liegt m.E. ein fast unlösbares Problem.

Es ist der VERSUCH einer Quadratur des Kreises !
Wir sind nicht unabhängig vom REST der Welt - das kommt hinzu !

Ich habe heute im SPIEGEL den Artikel "China gegen USA" gelesen; an diesen Weltmächten wird sich erneut messen lassen, welche Regierungssysteme erfolgreicher sind.

USA mit den hohen Militärausgaben.
Chnina mit den vielfachen BIP-Wachstumsraten.

Wo führt das hin ?



blumi


blumi, ich sehe das so, das erhard'sche nachkriegsziel, es solle allen deutschen mehr oder weniger gut gehen, um zustände anno 1931-32 zu vermeiden, wurde erreicht und sogar übers ziel hinaus geschossen. danach setzte in den 70ern eine welle der dekantenz und der zügellosigkeit ein, an deren folgen wir nun leiden. viele der 5 mio. arbeitslosen sind hausgemacht und nicht vergleichbar den zuständen anno 31-32. wir müssen also nicht auf die böse welt schimpfen und einen messias suchen (wie der damals aussah wissen wir alle), wir müssen uns mal an die eigene nase fassen und einfach mal über unser so selbstverständlich gewordenes anspruchsdenken nachdenken. es hat einfach alles da zu sein ...

von früheren jahrhunderten und den schrecklichsten hungersnöten noch in den 1860ern, brauch' ich wohl in diesem zusammenhang nicht schreiben, dagegen sind doch die heutigen probleme lapalien.



wir müssen uns mal an die eigene nase fassen und einfach mal über unser so selbstverständlich gewordenes anspruchsdenken nachdenken. es hat einfach alles da zu sein ...


das ist aber nur teilweise richtig. nehmen wir als beispiel das auto, das früher nicht selbstverständich war. dafür war aber die erreichbarkeit eines arbeitsplatzes in der näheren bis mittleren umgebung gang und gäbe. diese arbeitsplätze sind zum grossen teil weg, so dass der arbeitnehmer tatsächlich auf ein auto angewiesen ist.
in unserer gegend ist es fast normal, dass man für eine arbeitsstelle in 40 km entfernung mit eingeplanten staus ca. 45 min. fährt. im nahverkehr sind da 2-2,5 std. keine seltenheit, natürlich + wartezeit, da die anschlüsse (selbstverständlich?) nicht funktionieren.

ansonsten kann ich zustimmen. man braucht nicht das neueste handy, den neuesten i-pod, pc, spielekonsole, tv oder alle jahre neue möbel usw. usw..
na ja - wenn man sichs leisten kann ......
und ich schliesse mich da nicht ganz aus, wenn ich mich bei mir umsehe. lebenswichtiges ist da nicht viel dabei *gg*




sportsgeist:
blumi, ich sehe das so, das erhard'sche nachkriegsziel, es solle allen deutschen mehr oder weniger gut gehen, um zustände anno 1931-32 zu vermeiden, wurde erreicht und sogar übers ziel hinaus geschossen. danach setzte in den 70ern eine welle der dekantenz und der zügellosigkeit ein, an deren folgen wir nun leiden. viele der 5 mio. arbeitslosen sind hausgemacht und nicht vergleichbar den zuständen anno 31-32. wir müssen also nicht auf die böse welt schimpfen und einen messias suchen (wie der damals aussah wissen wir alle), wir müssen uns mal an die eigene nase fassen und einfach mal über unser so selbstverständlich gewordenes anspruchsdenken nachdenken. es hat einfach alles da zu sein ...

von früheren jahrhunderten und den schrecklichsten hungersnöten noch in den 1860ern, brauch' ich wohl in diesem zusammenhang nicht schreiben, dagegen sind doch die heutigen probleme lapalien.


sporti, den Aufbau zu organisieren (mit Finanzhilfen aus USA) war erheblich leichter, als jetzt (ohne Wachstum) den fehlenden Geldfluss (Arbeit/Verbrauch) in Gang zu halten.

Neu gegenüber 1945.

In der Landwirtschaft "Überproduktion zu staatl.(EU) garantierten Preisen" durch Kunstdünger u. Maschineneinsatz.
Die Autobranche als größter Arbeitgeber - zu wenig Nachfrage nach neuen PKW-s
Volksaktie statt Konsum hat Kapital u. Arbeitsplätze vernichtet, weil der Konsum unter der Aktien-Spekulation leiden müssen (Geldvernichtung mit TELECOM u. DAIMLER-Aktie)
Aktien-Wachstum sucht nach schnellem Gewinn - ohne Rücksicht auf die abhängig Beschäftigten - s. GM bzw Karstadt/Quelle

durch Automation (s. Computer) sind viele Arbeiten (einfache) verschwunden. Diese unterdurchschnittlichen (80 %) Aufgaben wurden durch anspruchsvolle (mit grossem Fehler-Risiko) ersetzt

Wir schaffen es nicht unser Einkommen-Steuersystem zu vereinfachen

Wir schaffen es nicht die Telecommunikation vor Viren und den Personal-Risiken wirklich zu schützen und trotzdem kann man nicht mehr zu den Jahren 1945 ff (ohne EDV) zurück.


blumi

Zuletzt bearbeitet: 17.08.05 08:52 von blumi


Ich habe mir einmal erlaubt, diesen alten Thread "aufzuwärmen", um nicht einen neuen aufzumachen.
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Nachdem am letzten Wochenende auf den Parteitagen von Linkspartei.PDS und WASG der Verschmelzungsprozess beschlossen wurde und in einem nicht ganz einfachen Verfahren ein wirklich demokratischer Meinungsbildungsprozess zu den »programmatischen Eckpunkten« stattfand, sind nun die Weichen gestellt für eine gesamtdeutsche Partei links von der SPD mit dem Namen »Die Linke«.

Ich selbst habe nicht damit gerechnet, dass die Zustimmung auf Seiten der WASG mit 87,7% so hoch ausfallen würde. Ich bin froh über dieses Ergebnis.
Es ist bezeichnend, dass in den Medien diese Zahl nicht weiter kommentiert wurde, obwohl man sich doch zuvor und noch während der Parteitage darauf festgelegt hatte, möglichst viel an Differenzen zwischen den beiden Parteien darzustellen. (Nach dem Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.)
Was man aber während der ziemlich dürftigen Berichterstattung auf »Phoenix« erleben konnte, war ein beispielhaftes Prozedere des Ringens um eine gemeinsame, demokratisch legitimierte Meinung innerhalb einer zukünftigen gesamtdeutschen Partei. So etwas fand zuvor weder bei CDU, SPD noch einer anderen gesellschaftlichen Kraft statt. Das war keine "Jubel-Veranstaltung", wie man sie zuletzt auf den Parteitagen von CDU, SPD oder FDP beobachten konnte.
Wenn also jemand in Zukunft ein Vertreter der anderen Parteien behauptet, »Die Linke« wäre keine demokratische Partei, dann möge man ihn fragen, ob denn auf den Parteitagen seiner eigenen Partei auch so offen über inhaltliche Fragen gestritten wird oder ob man sich dort auf Personenkult beschränkt.

Überlagert von dem künstlich hervorgehobenen "EU-Geburtstag" und einer bestimmt nicht ganz zufällig in den Medien platzierten Schein-Initiative von Müntefering betreffs "sittenwidriger Niedrigstlöhne", wurden diese Parteitage, wenn überhaupt, dann nur verfälscht in den Medien wiedergegeben. Da wurde den Ansichten von Lucy Redler von der Berliner WASG mehr mediale Beachtung geschenkt als der Mehrheit der WASG. Genauso versuchte man seitens der Medien, eine Sahra Wagenknecht von der Linkspartei.PDS als Abtrünnige darzustellen, was nicht gelang.

Bemerkenswert war die Rede von Gregor Gysi auf dem Parteitag, in der er ganz speziell auf das Verhältnis zwischen DDR-Vergangenheit und BRD-Gegenwart eingeht. Er hat ganz genau das ausgedrückt, was mir selbst sehr wichtig ist. Ich stimme mit dieser Rede zu 100 Prozent überein, und deshalb gebe ich hier den Link dazu an, obwohl ich grundsätzlich denke, das Werbung für Parteien oder sonstige politische Initiativen in diesem Forum nicht unbedingt erwünscht ist.
Diese Rede kann sehr viel dazu beitragen, Vorurteile abzubauen. In den Medien wurden nur drei Sätze davon veröffentlicht, und deshalb ist es in »gesamtdeutschem Interesse« wichtig, den gesamten Wortlaut publik zu machen:

»Rede von Gysi«

Zwirni



Wir schaffen es nicht unser Einkommen-Steuersystem zu vereinfachen

Wir schaffen es nicht die Telecommunikation vor Viren und den Personal-Risiken wirklich zu schützen und trotzdem kann man nicht mehr zu den Jahren 1945 ff (ohne EDV) zurück.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 17.08.05 08:52 von blumi


Gysi ist immer sehr interessant - warum hat die LINKE nur so wenig Stimmen im WESTEN ?

blumi


Das mit der Vereinigung der linken Parteien war längst überfällig. Nichts hat die linken Kräfte in diesem Land so sehr geschwächt, wie der Alleingang und die Zersplitterung in kleine Häuflein. Hoffentlich reißen sich die ex-WASGler an den Riemen, dann wird es auch was mit echter linker Opposition. Und wer weiß schon, was die Zukunft alles so bringen mag.......

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Dieser Beitrag besteht aus 100% recycelten Elektronen!



Ich habe auch die Übertragung auf Phönix gesehen, man kann diesen Sender aber eine negative Darstellung nicht vorwerfen, da derartige Übertragungen fast immer so ablaufen. Da es kein Landes oder Bundesparteitag war, "nur" ein Vereinigungsparteitag, stand nicht die normale Übertragungszeit zur Verfügung. Doch das Ringen um eine gemeinsame Grundlage beider Parteien war gut zu erkennen und hier hat Zwirni schon recht, dieses war bisher so nicht zu sehen. Da kommt ein Parteitagsprogramm einer großen Partei, vorgegeben von der Partei, da kann man etwas an der Formulierung ändern, oder andere Kosmetik, doch viel haben die Parteitagsdelegierte nichts zu sagen.
Gut war, daß auch eine Ansicht von Lucy Redler von der Berliner WASG, dargestellt wurde. Es gibt da in Berlin keine Zusammenarbeit beider Parteien, da auch die PDS/Linke im Senat eng mit der SPD zusammenarbeitet und deren unsoziales Verhalten dort aus Machtgründen mitträgt. Doch sowas sind halt Koalitionen.
Doch es gibt Gründe, warum für mich diese künftige Partei nicht wählbar ist, ein neuer Grund ist dazugekommen. Gysi, Lafontaine und andere der Linken unterstützen weitere Klagen, gegen die Bundesrepublik, als Nachfolgerin des Deutschen Reiches. Es geht um die Zeit der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika, was ich hier teilweise im Artikel "Waterberg" beschrieben habe. Unabhängig von der normalen Entwicklungshilfe für das Land von ca. 200 Mio. Euro, werden als "Entschädigung" 20. Mio. Euros gezahlt, nicht an die Hereros, nein an die SWAPO Regierung, die erst die Tage, neue Verträge mit Mugabe/Simbabwe geschlossen hat, wo dieser damit unterstützt wird.
Und das Gelaber von einen "völkerrechtswidrigen" Krieg in Afghanistan, kann ich auch nicht mehr hören. Was wären denn dort die Alternativen?? Wir hätten vielleicht hier im
Lande 200 000 Afghanen mehr, die sicher dem Steuerzahler zu Last fallen würden.
Zwirni, der Geburtstag der EU ist bekannt, seit Rom vor 50. Jahren. Wenn also dieser Parteitag an diesen Tag stattfindet, es es mehr eine Fehlplanung der Partei, als ein Herunterspielen der Wichtigkeit des Ereignisses.
Zwirni, wenn Du 100 % dem Gysi zustimmst ist es toll. Er vertritt populäre Thesen, hat es aber auch leicht. Der Flurschaden der Schröderregierung war beträchtlich und das von Parteien, die einmal das Arbeitervolk vertreten haben. Das idiotischerweise auch die Union bei ALGII mitgemacht haben, wird denen auch nie vergessen. Gesundheitsreform ebenso, also dann sagen wir mal, wie Esra es meint:" Neue Parteien braucht das Land".




sarek
wie Esra es meint:" Neue Parteien braucht das Land".


sarek, du hast oben einige Positionen der LINKEN dargestellt, die Dich nicht überzeugen. Ich bin nicht überzeugt, dass NEUE Parteien es anders machen als die alten Parteien.

Wir kennen das Beispiel Berlin; wo ist da der Durchbruch zur Entschuldung (von der CDU erzeugter Schulden) gelungen. Angela Merkel macht es heute auch anders, als im Wahlkampf versprochen - als sie noch näher zur FDP stand.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 27.03.07 14:07 von blumi


Sarek:
man kann diesen Sender aber eine negative Darstellung nicht vorwerfen, da derartige Übertragungen fast immer so ablaufen. Da es kein Landes oder Bundesparteitag war, "nur" ein Vereinigungsparteitag, stand nicht die normale Übertragungszeit zur Verfügung.

Zur Klarstellung: Es waren zwei zeitgleich und am selben Ort stattfindende Bundesparteitage von Linkspartei.PDS und WASG zur Vorbereitung der Vereinigung. Der eigentliche Vereinigungsparteitag findet noch statt.
(Und übrigens: Etwas ist nicht deshalb automatisch richtig, weil es fast immer so abläuft.)

Sarek:
Zwirni, der Geburtstag der EU ist bekannt, seit Rom vor 50. Jahren. Wenn also dieser Parteitag an diesen Tag stattfindet, es es mehr eine Fehlplanung der Partei, als ein Herunterspielen der Wichtigkeit des Ereignisses.

Als man vor 50 Jahren die Römischen Verträge unterschrieb, hatte man wohl noch keine Vorstellung, dass sich daraus in einem langwierigen und nicht widerspruchsfreien Prozess einmal die heutige EU entwickeln würde. Das ganze Brimborium am letzten Wochenende einschließlich einer fragwürdigen »Berliner Erklärung« war eine einzige Show-Veranstaltung, die über bestehende Differenzen hinwegtäuschen und der Bevölkerung das Projekt »EU« schmackhaft machen sollte. Es ist schon verwunderlich, dass niemand gefragt hat, was der ganze "Spaß" gekostet hat, wo man doch sonst immer so laut herumjammert, wenn es um die EU-Finanzen geht.

»Phoenix« ist ein Kanal, der mit den Worten für sich für wirbt, dass man bei ihm "das ganze Bild" erhalten würde. Da dies nach eigenem Selbstverständnis ein Sender zur politischen Information ist, sollte man bei ihm auch wirklich »das ganze Bild« erhalten. Dem ist aber nicht so: Während jeder verbale F*rz von Guido Westerwelle übertragen wird, unterbricht man schon mal nach drei Minuten die Live-Übertragung einer Pressekonferenz der Linkspartei.PDS, weil man ja unbedingt die Wiederholung von »Berlin Mitte« senden muss. Oder man bringt anstelle der Berichterstattung von einer in Berlin stattfindenden Demonstration der Gewerkschaften eine Podiumsdiskussion von Vetretern aus Medien und Bildung zur Frage, welche Auswirkungm die mittelalterliche Kultur Europas auf unser heutiges Leben hat.
Auf Phoenix erhält man kein "ganzes" sondern ein bereits »vorgefiltertes« Bild. Von den ganzen Informationen eines Tages bleibt dann in »heute-journal« und »Tagesthemen« ein "wohlausgewählter Extrakt" bei dem man leider nicht so ohne weiteres feststellen kann, welche "Inhaltsstoffe" ihm fehlen, weil man nicht weiß, welche "Inhaltsstoffe" ursprünglich insgesamt zur Auswahl standen.

Sarek:
Gut war, daß auch eine Ansicht von Lucy Redler von der Berliner WASG, dargestellt wurde. Es gibt da in Berlin keine Zusammenarbeit beider Parteien, da auch die PDS/Linke im Senat eng mit der SPD zusammenarbeitet und deren unsoziales Verhalten dort aus Machtgründen mitträgt. Doch sowas sind halt Koalitionen.

Sarek:
Zwirni, wenn Du 100 % dem Gysi zustimmst ist es toll. Er vertritt populäre Thesen, hat es aber auch leicht. Der Flurschaden der Schröderregierung war beträchtlich und das von Parteien, die einmal das Arbeitervolk vertreten haben. Das idiotischerweise auch die Union bei ALGII mitgemacht haben, wird denen auch nie vergessen. Gesundheitsreform ebenso, also dann sagen wir mal, wie Esra es meint:" Neue Parteien braucht das Land".

Ein schönes Beispiel für politische Verwirrung aufgrund medialer Manipulation. Sarek, Du kennst doch den Spruch: "Man liebt den Verrat aber nicht den Verräter." Was glaubst Du wohl, warum man gerade in den Medien einer Lucy Redler so viel Raum gibt? Glaubst Du wirklich, die selben Medienvertreter würden sie noch genauso ausführlich und wohlwollend behandeln, wenn sie in Berlin in Regierungsverantwortung kommen würde? (Gysi war plötzlich in den Medien auch nicht mehr so beliebt wie vorher, als er Wirtschaftssenator von Berlin war. Schon vergessen?) Und wie war das mit der Gabriele Pauli? Die Ansichten von dieser Frau haben Dir seltsamerweise nicht so gefallen.



Eine Lucy Redler wird von den Medien nur benutzt, um die rot-rote Koalition in Berlin zu diskreditieren. Leider ist ihr eigenes Geltungsbedürfnis zu groß, um das zu erkennen. Und wenn jemand die Linkspartei.PDS in Berlin von links-außen kritisiert, glaubt so mancher, dass wohl etwas daran sein muss. Da fragt man nicht mehr, ob die Anschuldigungen so überhaupt stimmen.
Den meisten Menschen ist nicht klar, welche Maßnahmen eine Landesregierung aufgrund der Gesetzgebung auf Bundesebene durchsetzen muss, obwohl sie es selbst nicht will. (An dieser Stelle muss man Legislative und Exekutive auseinanderhalten können.)
In Berlin hat die rot-rote Landesregierung ihm Rahmen ihrer dürftigen finanziellen Situation versucht, die schlimmsten auf Bundesebene(!) beschlossenen Maßnahmen zu Hartz4 abzumildern. So hat man z.B. im Rahmen der Auslegungsfreiheit von Verordnungen die Entlohnungssätze für 1-Euro-Jobs höher festgelegt als in anderen Bundesländern. Man hat auch nicht so viele Menschen wie anderswo gezwungen, ihre Wohnung zu wechseln. Nicht zu reden davon, dass man nicht auf die entwürdigende Idee wie im CDU-regierten Sachsen gekommen ist, den Menschen einzelne Zimmer ihrer Wohnung zu sperren. Man sollte also schon mal genauer hinsehen, bevor man voreilige Schlüsse zieht.

Die Haltung der WASG in Berlin war folgende: Man akzeptiert die Linkspartei.PDS nur dann, wenn sie sich als Koalitionspartei gesetzwidrig verhält oder aus der Koalition ausscheidet. Bezeichnenderweise gab es in der Vergangenheit ähnliche Vorwürfe von Medienvertretern an die Linkspartei.PDS, sie würde auf Ebene der Landesregierungen die Politik mittragen, gegen die sie im Bundestag eintritt. Gleichzeitig gab es in den Medien Stimmen, die behaupteten, diese Partei würde nicht demokratisch sein und würde sich nicht zum Grundgesetz bekennen. Na was denn nun?
Man behauptete und behauptet, die Linkspartei.PDS würde sich nicht an demokratische/rechtsstaatliche Grundsätze halten, aber wenn sie sich in Regierungsverantwortung an die Spielregeln der parlamentarischen Demokratie hält, ist es auch nicht recht und wird dann mit "Machterhalt" interpretiert.
Hier findet eine geschickte Manipulation durch die Medien statt, die die Politikverdrossenheit und die Unkenntnis der Menschen über politische Vorgänge ausnutzt. Da kommt es gerade recht, wenn die Berliner WASG mit der Linkspartei.PDS im Streit liegt: Man kann diesen Streit wunderbar zur Diskreditierung ausnutzen, ohne eigentlich genau zu hinterfragen, was die politischen Positionen der Berliner WASG sind. Dort fordern einige z.B., man dürfe sich nicht in Regierungsverantwortung begeben. Ja warum soll man sie denn dann überhaupt wählen? Wozu treten sie dann überhaupt zur Wahl an, wenn sie dabei rein theoretisch auch eine Mehrheit erringen könnten? Wollen sie dann auch in der Opposition bleiben? Wollen sie nicht eigentlich gewählt werden, um etwas für ihre Wähler zu erreichen, oder geht es ihnen nur um ihre selbstgefällige Darstellung in der Opposition?

Sarek, Du bist gerne dabei, Politiker von Linkspartei.PDS/WASG als Populisten zu bezeichnen. Wenn Du die Rede von Lucy Redler als Beleg dafür nimmst, dann hast Du Dich erfolgreich von den Medien ködern lassen und der Köder war eine "links-außen-Populistin"!

Als gewünschtes Resultat bleibt dann eine Politikverdrossenheit, die dann in der Aussage endet: "Neue Parteien braucht das Land". Könnte es vielleicht sein, dass es hierzulande ein politisches Interesse gibt, dass es immer noch besser ist, wenn mancher Wähler nicht wählen geht, als dass er bei der nächsten Wahl die neue "Linke" wählt???

Sarek:
Und das Gelaber von einen "völkerrechtswidrigen" Krieg in Afghanistan, kann ich auch nicht mehr hören. Was wären denn dort die Alternativen?? Wir hätten vielleicht hier im
Lande 200 000 Afghanen mehr, die sicher dem Steuerzahler zu Last fallen würden.

Was die Alternative ist? Zitat aus den »programmatischen Eckpunkten«:

8. Internationale Politik und Europäische Union:
...
Wir wollen zivile Konfliktvorbeugung und -lösung als Alternative zu Kriegseinsätzen. Militäreinsätze sind keine Lösung. Sie sind oftmals Teil des Problems.
...

Was haben die Kriege in Jugoslawien, im Irak und in Afghanistan gemeinsam?
In allen Fällen gab es vorher eine "Einflussnahme" durch den Westen, indem man Kräfte politisch und militärisch unterstützte, die eine dem Westen unliebsame Regierung bekämpfen sollten.
Wer hat in Afghanistan die Taliban unterstützt, als sich dort noch in den 80er Jahren eine Regierung bildete, die den USA nicht genehm war?
Für wen war der Diktator Saddam Hussein ein willkommener Feind gegen den Iran?
Wer hat im früheren Jugoslawien nationalistische Kräfte der Nicht-Serben zuerst illegal mit Waffen versorgt, um durch die Anheizung vorhandener Konflikte zwischen den Volksgruppen die Regierung in Belgrad zu schwächen?
Diese Einmischung in die Angelegenheiten anderer Völker muss aufhören!!! Es hat nichts als Leid über die Menschen gebracht.

Anmerkung für Sarek: Ich will mich nicht dazu auslassen, wie man Deine Bemerkung zu den angeblichen 200.000 Afghanen, die dem Steuerzahler zur Last fallen würden, auch werten könnte.
Und ich würde an Deiner Stelle besser nicht zu oft auf den "Waterberg"-Beitrag verweisen, sonst könnte ich auf die Idee kommen, diesen und Deine Artikel zu Afrika und Fremdenlegion auf ihren Gehalt an Humanismus zu untersuchen.

Zwirni

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