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Thema: Fernseh-Tipps


Fernsehtipps 16.1. - 3.2.

Da ich mir schon die Mühe gemacht habe, für cult-system nochmal ein paar TV-Tipps herauszusuchen, kann ich sie auch hier mit reinstellen. Ich hoffe, es gefällt.
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Montag, 16. Januar, 21:00, ARD

"Wettlauf zum Mond" (vierteilige Doku, GB/D 2006 )

Dokumentation zur Geschichte der Raumfahrt von 1945 bis zur Mondlandung.
Co-Produktion von BBC, National Geographic und NDR; drei weitere Teile jeweils montags.
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Montag, 16. Januar, 23:00, RBB

"Die Legende vom Ozeanpianisten" (Poetisches Drama, I/USA 1998 )

Romantische Geschichte über einen Musiker, der niemals festes Land betreten hat.
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Dienstag, 17. Januar, 20:15, 3sat

"Gestern ist nie vorbei (TV-Thriller, D 1999 )

Geschichte über einen eifersüchtigen Polizisten (Uwe Kockisch), der im Freund seiner Ex-Frau einen flüchtigen Bankräuber wiederzuerkennen glaubt.
(Habe ich noch nicht gesehen, aber da ich Kockisch nur aus Filmen kenne, die ich alle sehr gut finde ("Frau2 sucht HappyEnd", "Kleine Schwester", "Die Nachrichten"), nehme ich mal an, dass dieser auch sehr gut wird.)
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Mittwoch, 18. Januar, 22:25, 3sat

"Die Stille nach dem Schuss" (Politdrama, D 2000 )

Mir ist der Film ziemlich unter die Haut gegangen. Erzählt wird die Geschichte einer RAF-Terroristin, der vom MfS angeboten wird, in der DDR unterzutauchen. Im Osten prallen ihre Ideale mit dem "real Existierenden" zusammen. Die Hauptdarstellerinnen erhielten verdient den "Silberen Bären". Vorlage war die Autobiografie von Inge Vieth.
(Das Lied am Ende ist der Titel "p.s." der Ost-Gruppe "Silly" aus dem Jahr 1986.)
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Freitag, 20. Januar, 22:10, arte

"Das Politbüro - Das geheime Leben hinter den Mauern" (TV-Doku, D 2005 )

Dokumentation über das Leben der SED-Politbüro-Mitglieder in der Waldsiedlung Wandlitz
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Sonnabend, 21. Januar, 23:20, HR
Dienstag, 31. Januar, 23:45, NDR

"Secretary" (Erotiksatire, USA 2002 )

Wem bekannt ist, dass sich die Vielfalt der Liebe nicht nur in die Schablonen Hetero-, Bi- oder Homosexualität einteilen lässt und wer einen Nerv für skurille Situationen hat, kann diesem Film bestimmt etwas abgewinnen. (Keine Sorge, es ist keine Pornografie.)
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Sonntag, 22. Januar, 21:15, 3sat
Donnerstag, 26. Januar, 23:15, SWR

"Grüße aus Dachau" (TV-Doku, D 2003 )

Regisseur Bernd Fischer geht der Frage nach, wie eine Stadt mit ihrer Geschichte umgeht.
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Sonntag, 22. Januar, 23:00, BR

"Verschollen im Packeis - Das Antarktis-Abenteuer des Sir Ernest Shackleton" (Doku, D/USA/GB/S 2000 )

1914 bricht eine Epedition zur Antarktis auf, allerdings scheitert sie recht früh im Packeis und die Teilnehmer sitzen für 2 Jahre fest. Die Dokumentation zeigt auf spannende Weise, wie es dennoch zu einem glücklichen Ausgang kam.
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Montag, 23. Januar, 20:45, arte

"Die Liebenden vom Polarkreis" (Liebesdrama, F/E 1998 )

Ich habe keine Ahnung, ob der Film wirklich so gut ist, wie er angepriesen wird, denn französische oder spanische Filme sind der deutschen Mentalität manchmal doch etwas fremd, aber man sollte dem Film vielleicht eine Chance geben.
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Montag, 23. Januar, 23:00, RBB

"Der schweigende Stern" (Sci-Fi, DDR/Polen 1960 )

Gedreht zu einer Zeit, als man noch nicht wußte, wie lebensfeindlich es auf dem Planeten Venus zugeht. In gewisser Weise ist der Film ein nettes Gegenstück zu "Raumpatrouille Orion" (oder wie das hieß), hat aber eine pazifistische Botschaft und hält sich für die damalige Zeit erstaunlich mit Ost-Propaganda zurück.
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Donnerstag, 26. Januar, 20:45, arte

"Die drei Tage des Condor" (Agententhriller, USA 1975 )

Da es die CIA noch gibt, ist auch dieser Klassiker noch aktuell, und wenn man genau zuhört, kann man feststellen, dass die Geschehnisse von heute schon damals vorhergesehen wurden.
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Freitag, 27. Januar, 22:00, VOX

Spiegel-TV Themenabend: "Verschollen in der Tiefe"

Vom Bermuda-Dreieck bis zu Schiffshavarien der jüngeren Geschichte, für mich immer wieder spannend.
Bevor um 0:50 Uhr "Die lange Nacht der Havarien" beginnt, wird um 0:15 Uhr im dctp-Mitternachtsmagazin "Drei Schiffe zum Glück - Der Menschenpark des Kapitän de Munoz" gezeigt. Achtung: Das ist fiktiv! Es könnte allerdings auf dieser Erde vielleicht bald traurige Realität werden.
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Sonnabend, 28. Januar, 14:30, ARD

"Go, Trabi, Go" (Komödie, D 1991 )

Hat das jemand noch nicht gesehen?
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Sonnabend, 28. Januar, 20:15, RBB

Gernseh-Abend: "Aber Vati!" (TV-Komödien, DDR 1973/1978 )

Für alle, die sich nicht für Gottschalk begeistern können, sich vom übrigen Programm auch nicht so recht angesprochen fühlen und vielleicht mal neugierig auf DDR-Film-Unterhaltung aus den 70ern sind. Der RBB zeigt an diesem Abend alle Teile dieser Folge (bis 02:15 Uhr *fg*), die aber damals im Osten ein Hit waren.
Erzählt wird die Geschichte eines alleinerziehenden Vaters von Zwillingen, der seine liebe Mühe und Not mit den Jungen hat. Eine neue Frau für Vati muss her, allerdings sind die Vorstellungen von Vater und Söhnen doch "etwas" unterschiedlich, aber letztere regeln das mit ihren Streichen auf eigene Weise, was für reichlich spaßige Verwirrung und Nervenaufreibung sorgt.
Natürlich wirkt die Geschichte heute sehr angestaubt, aber ein paar aufschlussreiche Einblicke in den DDR-Alltag von damals gibt es auch.
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Sonntag, 29. Januar, 11:00, MDR

"Die Olsenbande in der Klemme" (Gaunerklamotte, DK 1969 )

Es ist schon etwas seltsam, dass die Olsenbandenfilme im Osten Kult-Status haben und im Westen fast unbekannt sind. Hier ist eine Gelegenheit für die einen, diese "Bildungslücke" zu schließen und für die anderen, dem Kult zu frönen *g*.
Egon und seine Kumpels, bekannt als notorische aber sehr erfolglose "Tresor-Knacker" werden zur Resozialisierung als Putzkolonne in den Tresorraum einer Bank geschickt, als dort gleichzeitig tatsächlich ein Raub geschieht. Als das Geld weg ist, glaubt man ihnen natürlich nicht, dass sie diesmal wirklich nichts damit zu tun haben...



Montag, 30. Januar, 20:40, arte
Donnerstag, 2. Februar, 01:00 arte (also eigentlich am Freitag)

"Am Tag als Bobby Ewing starb" (Tragikomödie, D 2005 )

Satire über die Anti-AKW-Bewegung. Mal sehen, ob´s gut ist. Jedenfalls spielen Gabriela Maria Schmeide und Nina Petri mit und das verspricht schon mal etwas.
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Montag, 30. Januar, 23:15, SWR

"Natürlich blond" (Komödie, USA 2001 )

Ein Film, der sich selbst nicht so ernst nimmt und genussvoll ein paar Klischees auf die Schippe nimmt: Verwöhntes Blondie-Teenie schafft es, Jura in Harvard zu studieren und den ersten Gerichtsprozess noch vor Studienabschluss erfolgreich aufgrund weitgehender Kentnisse im Umgang mit Dauerwellen-Frisuren zu lösen. *g* (Es ist nicht der "normale" Teenie-Film-Murks.)
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Mittwoch, 1. Februar, 23:30, BR

"Heimatfilm!" (Provinzdrama, D 2003 )

Was macht man, wenn man im Nirgendwo der deutschen Provinz lebt, weg möchte, aber von den familiären Verhältnissen festgehalten wird? Guter Film über die deutsche Realität fern der großen Städte (aber nicht langweilig) mit Fritzi Haberland ("Erbsen auf halb 6") und Hannes Jaenicke, der diesmal nicht so ganz smart rüberkommt.
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Freitag, 3. Februar, 24:00, MDR

"Bis zum Horizont und weiter" (Tragikomödie, D 1999 )

Die Freundin (Nina Petri) des arbeitslosen Braunkohle-Tagebau-Kumpels Henning (Wolfgang Stumph) wird von Richterin Beate (Corinna Harfouch) verknackt. Henning beschließt, die Richterin zu entführen, um seine Freundin freizupressen. Es geht natürlich so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann...
Hinter dem bitterbösen schwarzen Humor, in dem sich auch mal Corinna Harfouch von ihrer komischen Seite zeigen kann, findet sich eine gute Portion Gesellschaftskritik.

Zwirni

p.s. Wenn jemand von Euch den einen oder anderen Film davon sehen sollte, dann schreibt doch mal, ob er Euch gefallen hat oder auch nicht. Ich wäre froh über jede Form der Resonanz.




suuuuuuuuupi,

das sind ja megafilme (die meisten;-). mal sehen wie viele ich schaffe, manchmal ist man ja nicht frei dafür. zum jlück ist auch im na-chat jemand, der an die termine erinnert;-) es wäre schön, wenn solch ein beitrag öfter hier erscheint.

gruß
vowi



zwirni
"Das Politbüro - Das geheime Leben hinter den Mauern" (TV-Doku, D 2005 )


Putin (gestern): "Im Westen ist auch nicht alles GOLD, was glänzt". Was macht unsere Presse aus dieser Feststellung ?

Das geheime Leben in Wandlitz: warum sollte es dort vergoldet gewesen sein ? Interessant ist die Frage: warum konnten die Politiker in Wandlitz für ihre persönliche Reise-Freiheit so wenig tun und warum waren sie "hinter den Mauern" mit sich zufrieden ?

blumi


Fernsehtipps 18.2. - 3.3.

Falls Ihr euch gewundert habt, warum es keine Tipps von mir für die vergangenden 14 Tage gab, nach meinem Geschmack gab es nichts Besonderes.
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Sonntag, 19. Februar, 20:40, arte
(Für alle, die Frau Kommissarin Lindholm nicht in einer Tatort-Wiederholung sehen wollen und auch auf den Katastrophen-Zweiteiler "Die Sturmflut" auf RTL verzichten können.)

Themenabend "Aufbruch zum roten Planeten"
"Unternehmen Capricorn" (Sci-Fi-Thriller, USA 1978 )

Irgendwie haben diese Filme aus den 70ern etwas, was den Filmen heutzutage fehlt.
(Dieser Film wurde "natürlich" schon lange vor der Wende auch in den DDR-Kinos gezeigt. *g*)
Es geht um eine bemannte Mission zum Mars, die aufgrund eines technischen Defektes am Lebenserhaltungssystem für die Astronauten eigentlich abgebrochen werden müsste. Die NASA zieht es jedoch vor, das Raumschiff unbemannt zu starten und den Ablauf der Mission mit den Astronauten von der Erde aus vorzutäuschen. Allerdings missglückt die Landung der Kapsel bei der Rückkehr zur Erde. Jetzt haben die Astronauten ein Problem, denn sie sind der lebende Beweis für den Betrug.
Ein Journalist kommt der Sache auf die Spur und sieht sich plötzlich selbst vor ungeahnten Problemen...
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Montag, 20. Februar, 23:30, SWR
"Ich bin Sam" (Melodram, USA 2001 )

Sam ist geistig behindert, kümmert sich aber liebevoll um seine Tochter Lucy. Das Sozialamt steckt Lucy in ein Heim und für Sam beginnt ein mühevoller Kampf vor Gericht für sein Sorgerecht. Sehr eindrucksvoll gespielt. Mit Sean Penn und Michelle Pfeiffer.
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Dienstag, 22. Februar, 22:25, 3sat
"Menschenjagd" (TV-Krimidrama, D 1999 )

Ich weiß nicht, ob ich diesen Film schon einmal gesehen habe.
Es geht um einen Sexualmord, verübt an einem Kind vom eigenen Onkel. Als bekannt wird, dass ein Anderer im Ort wegen eines Sexualdelikts vorbestraft wird, zieht der Lynchmob los...
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Donnerstag, 2. März, 23:20, SWR
"Die Kinder sind tot" (Doku, D 2003 )

Vor einigen Jahren gab es einen Fall, bei dem eine Mutter in Frankfurt/O. ihre beiden kleinen Kinder 14 Tage lang allein in der Wohnung zurückließ, was die Kinder nicht überlebten. Es gab damals einen Sturm der Entrüstung in Bevölkerung und Medien.
In dieser preisgekrönten Dokumentation kommen die zu lebenslanger Haft verurteilte Mutter der Kinder, das Umfeld von Familie und Freunden und die Beamten der zuständigen Behörden zu Wort. Es wird gezeigt, wie Überforderung und bestimmte familiäre Zustände zu solch tragischen Ereignissen führen können. (Nichts für Anhänger von pauschalen Verurteilungen!!!)
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Freitag, 3. März, 23:05, WDR
"Der Grenzer und das Mädchen" (TV-Liebesdrama, D/Polen 2003 )

Der Grenzbeamte Müller (Axel Prahl) wird an die neue Außengrenze der EU zwischen Polen und der Ukraine geschickt, um dort den polnischen Kollegen bei der Unterbindung illegaler Grenzübertritte zu helfen. Das Verhältnis zu seiner Frau ist nicht mehr das Beste, da trifft er Lippa (Margerita Breitkreiz), eine junge ukrainische Schleuserin, die ihm mit ihrer direkten, "un-westlichen" Art den Kopf verdreht und ihn in Konflikt mit seinen Dienstvorschriften bringt. Es entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, aber die politische Realität gibt ihnen keine Chance.
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Zwirni



Es entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, aber die politische Realität gibt ihnen keine Chance.


was will der Film dem Zuschauer damit sagen ?
zum Thema: Beeinflussung der öffentlichen Meinung ? (s. Presse)

blumi


Kurzer Hinweis zwischendurch:

Donnerstag, 2. März, 22:15, Phoenix
"Und du bist raus" (Doku)

Diese Dokumentation lief bereits in der ARD. Sie zeigt die Geschehnisse bei dem Sanitär-Armaturen-Hersteller "Grohe" im Zusammenhang mit der sogenannten "Heuschrecken"-Diskussion.

Zwirni



Ich hab noch einen Film übersehen:

Donnerstag, 2. März, 21:00, NDR
"Die Diebin und der General" (Tragikomödie, D 2005 )

Mit Katja Riemann als Jessie, die aufgrund eines Diebstahls zur Sozialarbeit in einem Seniorenheim verdonnert wird. Dort trifft sie auf den "General", der aber entgegen der offiziellen Ansicht überhaupt nicht "durchgeknallt" ist.
Ein Appell an Mitmenschlichkeit in unserer "wohlorganisierten" Welt des Pflegenotstands.

Zwirni



Fernsehtipps 4.3. - 17.3.
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Sonnabend, 4. März, 22:05, arte
Sonntag, 5. März, 9:25, arte
"Rhythm Is It!" (Musikdoku, D 2004 )

Diese Dokumentation begleitet einige der 250 Kinder und Jugendlichen aus Berlin und 25 Nationen (viele davon "Problemkinder") von den ersten Proben bis hin zum großen Auftritt bei der Tanz-Darstellung zu Strawinskys "Le sacre du printemps".
2003 gingen Bilder dieses Projekts durch die Medien, bei dem sich Choreograph Royston Maldoom die Mühe machte, zu beweisen, dass man, wenn man es wirklich will, auch Menschen für Kunst und Kultur begeistern kann, die viel zu oft "abgeschrieben" werden und für die Ökonomie oft nur interessant sind als Konsumenten bei "McDonalds" oder für Handy-Klingeltöne und die von der Politik für den sogenannten niedrigqualifizierten Arbeitssektor prädestiniert werden.
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An diesem Abend (Sonntag) scheinen sich die Sender um die Einschaltquoten zu prügeln (Es ist die "Oscar"-Nacht.), und dies führt zu seltsamen Erscheinungen: Zwei besondere Filme landen ausgerechnet bei Tele 5, weil sich mit Julia Roberts, Spider-Man oder Otto, dem Außerfriesischen (laufen zeitgleich auf RTL, PRO7, Kabel1) höhere Einschaltquoten und damit höhere Werbeeinnahmen erzielen lassen.

Man hat bei Tele 5 mit der Reihenfolge der Ausstrahlung dieser beiden Filme die falsche Entscheidung getroffen. Man wird sich mit "Die Stadt der verlorenen Kinder" zuviele Zuschauer vergraulen, um noch genügend für den weitaus feinsinnigeren Film "Delicatessen" danach zu behalten.
Eigentlich müsste man die Filme in umgekehrter Reihenfolge laufen lassen, weil dies der chronologischen Reihenfolge ihrer Entstehung entspricht. Mir persönlich gefällt "Delicatessen" besser (Er hat nach meinem Geschmack mehr Witz.), aber das Interessante an beiden Filmen ist neben der Tatsache, dass beide Filme von den Ex-Werbefilmern Jean-Pierre Jeunot und Marc Caro gedreht wurden, die besondere Optik und Ausstattung der Filme. Da hat man sich wirklich etwas Ungewöhnliches einfallen lassen.
Im Übrigen sind in diesen Filmen zwei sehr markante Gesichter zu sehen, die dann auch in "Alien - Die Wiedergeburt" zu sehen waren, bei dem Jean-Pierre Jeunot auch Regie führte. Bei genauerer Betrachtung kann man eine Entwicklung nachvollziehen: "Delicatessen" --> "Die Stadt der verlorenen Kinder" --> "Alien - Die Wiedergeburt".

Ich empfehle allen, die keinen der Filme bisher gesehen haben, aber trotzdem neugierig sind, "Die Stadt der verlorenen Kinder" ungesehen auf Video aufzunehmen und sich "Delicatessen" zuerst anzusehen. Wem dieser Film nicht gefällt, dem wird der zuerst gesendete garantiert nicht gefallen. Die in beiden Filmen erzählten Geschichten sind aber in jedem Fall "nicht von dieser Welt". (Achtung! Es handelt sich um die Kategorie "Fantasy + Expressionismus", nicht um "Science Fiction".)

Sonntag, 5. März, 20:15, TELE 5
"Die Stadt der verlorenen Kinder" (Fantasymärchen, F/D/E 1995 )

Dieser Film ist wirr, aber wer absurde und dennoch optisch eindrucksvolle Bilder mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen. frei nach dem Motto: "Die Schönheit der Häßlichkeit". Es ist eine Mischung von Absurdität, Tragik und Liebe.
Ich versuche gar nicht erst, die Handlung dieses Films zu beschreiben. Ich halte ihn zumindest für sehenswert, auch wenn er nur einer Minderheit gefallen dürfte.

Sonntag, 5. März, 22:20, TELE 5
"Delicatessen" (Schwarze Komödie, F 1991 )

Nach einem fiktiven Krieg: Es herrscht Mangel an Lebensmitteln, Fleisch ist ein Luxusartikel, Geld in seiner bekannten Form gibt es nicht mehr, bezahlt wird mit Getreidekörnern. Ein ehemaliger Zirkus-Clown heuert als Hausmeister in einem heruntergekommenen Wohnblock an, dessen Besitzer der Fleischer aus dem Ladengeschäft im Parterre ist.
Seltsam ist der Umstand, dass die Geschäfte des Fleischers noch so gut laufen, aber seine Tochter weiß warum. Da sie nicht möchte, dass der neue Hausbewohner zu Schnitzeln verarbeitet wird, stellt sie sich ihrem Vater in den Weg.
Es ist bei weitem nicht so gruselig, wie es jetzt erscheinen mag, eher witzig. In dieser schwarzen Komödie werden ein paar typisch menschliche Verhaltensweisen ziemlich scharf aufs Korn genommen. Jedenfalls etwas für Freunde des schwarzen Humors.
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Es gibt noch ein paar andere sehenswerte Dinge an diesem Abend:

Sonntag, 5. März, 23:35, 3sat
"Die weiße Löwin" (Polit-Thriller, S 1996 )

Spannender Krimi mit Kult-Kommissar Wallander.
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Sonntag, 5. März, 22:30, WDR
Montag, 6. März, 0:20, ARD
"Dittsche - Das wirklich wahre Leben" (Comedy, sonntags live )

Dittsche ist wieder da! Ein Hoch auf die wöchentliche Kommentierung des Politgeschehens aus der Sicht des fiktiven Bild-Zeitung-Lesers, wie ihn die Springer-Presse gerne hätte.
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Sonntag, 5. März, ab 01:00, Pro7
Oscar 2006

Ein "Muss" für alle Freunde der großen Show.
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Montag, 6. März, 20:40, arte
"Good Bye, Lenin!" (Wende-Komödie, D 2003 )

Arte macht eine Art Themenabend daraus. Mir selbst hat der Film nicht übermäßig gefallen, aber er ist gut als Ausgangspunkt für eine Diskussion.
In meiner Sichtweise ist dieser Film zu oberflächlich. Ernst gemeinte Ambitionen von DDR-Bürgern werden durch den Kakao gezogen und die innewohnende Tragik der Handlung wird auf zynische Art dem West-Humor-Verständnis geopfert.
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Dienstag, 7. März, 23:40, BR
"Aufruhr in Holly Springs" (Südstaatenkomödie, USA 1999 )

Für manch besonders eifrige Kirchgänger ist es wohl eine Todsünde, wenn jemand Selbstmord begeht, und dies könnte dem Ansehen der Familie schaden. So denkt in diesem Film wohl auch Camille (Glenn Close) als ihre Tante freiwillig ihrem Leben ein Ende setzt. Dass die Bemühungen von Camille, den Freitod wie einen Raubmord aussehen zu lassen, auf Kosten eines guten Freundes der alten Dame gehen, interessiert sie nicht. Aber da ist ja noch Großnichte Emma (Liv Tyler)...
"Feine Burleske über Bigotterie und Provinzialität." (TV-Spielfilm) Dem kann ich nur zustimmen.



Mittwoch, 8. März, 20:15, Kabel1
Samstag, 11. März, 14:25, Kabel1
"WarGames - Kriegsspiele" (Hightech-Thriller, USA 1983 )

Diesen Film als Hightech-Thriller zu bezeichnen, ist vielleicht nicht ganz zutreffend. Denn so große Floppy-Disks wurden schon vor 15 Jahren nicht mehr benutzt. Manches von dem, was in dem Film zu sehen ist, befindet sich heute in Museen. Aber darum geht´s nicht.
Ein jugendlicher Hacker klinkt sich versehentlich in den zentralen Pentagon-Rechner ein. Im Glauben nur ein Spiel zu spielen, wählt er den Menüpunkt "Weltweiter thermo-nuklearer Krieg". Für den Computer und die Generäle erscheint die Sache aber ganz anders...
(Ally Sheedy hat hier als Teenager einen ihrer ersten Auftritte.)
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Mittwoch, 8. März, 22:25, 3sat
"Ich habe Nein gesagt" (Drama, D 1999 )

Mit Martina Gedeck und Jörg Schüttauf als Ehepaar sowie Dieter Pfaff als Anwalt. Es geht um Vergewaltigung in der Ehe und die Reaktionen im famililiären Umfeld.
Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber ich vermute, es könnte aufgrund der Darsteller interessant werden.
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Donnerstag, 9. März, 22:25, 3sat
"Der Dieb" (Drama, F/Russl. 1997 )

Noch ein Film, den ich noch nicht gesehen habe, der aber für den Oscar nominiert war.
Die Handlung spielt in der Sowjetunion nach dem 2. Weltkrieg. Die Figur des "Diebes", der sich als Offizier ausgibt, soll laut "TV-Spielfilm" auf Stalin "gemünzt" sein.
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Sonntag, 12. März, 11:00, MDR
"Die Olsenbande sieht rot" (Gaunerklamotte, Dän. 1976 )

Versprochen! Das ist das letzte Mal, dass ich einen Olsenbandenfilm erwähne.
(Für Eisenbahnfreaks gibt es am 5. März noch "Die Olsenbande stellt die Weichen", ein Horrorszenario für die heutige Bahn-AG *ggg*)
Aber an diesem Sonntag geht es um eine kostbare Vase, für die sich die armen Gauner um Egon Olsen auch nicht scheuen, sich in mittelalterlichen Kellergewölben herumzutreiben.
Der Höhepunkt des Filmes besteht allerdings in einer Ein-, oder besser gesagt, Durchbruchsaktion in einem Konzerthaus während eines Live-Konzertes. Ich kenne keinen anderen Film, in dem Brechstangen, Hämmer, Bohrmaschinen und Sprengladungen mit einer Sinfonie "synchronisiert" wurden. Ein Spaß für alle, die nicht alles so verbissen sehen, und deshalb auch für Kinder geeignet.
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Sonntag, 12. März, 23:30, ARD
"Katzenzungen" (Frauendrama, D 2003 )

Wieder ein Film, den ich noch nicht kenne. Aber für mich gibt es zwei Dinge, die mich neugierig machen: Er spielt auf Rügen und eine der Hauptdarstellerinnen ist Meret Becker!
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Montag, 13. März, 22:50, MDR
"Platzangst" (Jugenddrama, D 2002 )

Den habe ich schon gesehen! Es geht um einen Jugendlichen, der zu einer Neo-Nazi-Clique in Brandenburg gehört. Er kommt in Schwierigkeiten, als bekannt wird, dass seine Freundin aus Russland stammt. Für mich eine gute Darstellung des problematischen Themas.
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Montag, 13. März, 23:00, RBB
"Berlin - Ecke Schönhauser" (Jugendporträt, DDR 1957 )

Und noch ein für mich unbekannter Film. Laut TV-Spielfilm soll es ein DEFA-Klassiker sein. Dort heißt es: "Parteitreu - aber der SED war das zu wild!"
Da ich die Schönhauser Allee in Berlin und das Leben drumherum in den 80er Jahren kennengelernt habe, bin ich mal gespannt auf diese "Rückblende".
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Mittwoch, 15. März, 22:25, 3sat
"Spiele der Macht - 11011 Berlin" (TV-Politdrama, D 2005 )

Und wieder einmal Martina Gedeck, diesmal als Politologin, die den Bundekanzler (Manfred Zapatka) so beeindruckt, dass er sie als persönliche Beraterin haben will. Es dauert nicht lange, bis in den Medien über ein Verhältnis zwischen den beiden spekuliert wird und aus der Angelegenheit politische Konsequenzen erwachsen.
Ein fiktiver Blick hinter die Kulissen des Bundeskanzleramts in die Abgründe politischen Kalküls.
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Mittwoch, 15. März, 23:30, WDR
"Maelström"

Und noch ein Film, den ich noch nicht gesehen habe:
"Die originelle Lovestory kommt trotz tiefer Gefühle leichtfüßig daher." (TV-Spielfilm)
Keine Ahnung, ob es so ist, aber geben wir dem Film eine Chance.
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Donnerstag, 16. März, 20:15, VOX
"Good Will Hunting" (Außenseiterdrama, USA 1997 )

Naja, mal wieder ein Klischee: Diesmal das vom verkannten Genie. Aber der Film ist schon ok.
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Donnerstag, 16, März, 22:45, RBB
"10. Strafkammer - Momentaufnahmen" (Doku, F 2004 )

Die Dokumentation zeigt zwölf Angeklagte vor der französischen Justiz. Ich glaube, das könnte interessant sein.
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Donnerstag, 16. März, 0:55, VOX
"Die Terroristen!" (Jugenddrama, D 1992 )

Ein paar Jugendliche beschließen in der Zeit des Wiedervereinigungstrubels, den "Dicken" umzubringen. Ich weiß nicht, ob dieser Film gut ist, da aber der tatsächliche Altkanzler versuchte, die Ausstrahlung zu verhindern, muss dieser Film wohl entweder totaler Murks oder genial sein. Soll sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden.
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Zwirni



Fernsehtipps 27.3. - 30.3.

Ich mach´s diesmal kurz:
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Montag, 27. März, 22:40, arte
"Lilja 4-ever" (Sozialdrama, Dk/S 2002 )

(Ich wusste nicht, dass der schwedische Regisseur Lukas Moodysson zuvor auch den Film "Raus aus Åmål" gedreht hatte, der ebenfalls zu meiner Videosammlung gehört. Den Namen werde ich mir merken.)
In "Lilja 4-ever" geht es um die 16jährige Lilja (Oksana Akinsjina), die von ihrer Mutter verlassen wird und sich nun allein durchs Leben in der ehemaligen UdSSR kämpfen muss. Ihre Tante ist keine Hilfe und so geht sie dem smarten Andrej auf dem Leim, der ihr ein besseres Leben in Schweden verspricht... (, aber das gelobte Land entpuppt sich als die Hölle.)

Im Abspann wird folgender Satz eingeblendet:
"Denna film tillägnas alla de miljoner barn världen över som utnytjas i sexhandel..."

Auf deutsch:
"Dieser Film ist all den Millionen Kindern der Welt gewidmet, die in Prostitution ausgenutzt werden."

Ich kenne keinen Film, der dieses Thema eindringlicher und mitfühlender thematisiert. Man sollte ihn an Schulen zeigen, bevor Halbstarke zu Freiern auf dem Markt des käuflichen Sex werden.

(Und es gibt wohl keinen Film, bei dem die Titelmusik von Rammstein "Mein Herz brennt" passender wäre.)
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Mittwoch, 29. März, 23:30, BR
"Halbe Treppe" (Tragikomödie, D 2002 )

Ich habe diesen Film von Regisseur Andreas Dresen schon mehrfach erwähnt. Mittlerweile habe ich erfahren, dass er mit Preisgeldern finanziert wurde, die Dresen für frühere Filme erhalten hatte. Er hatte nicht mal beabsichtigt, aus diesem "Projekt" einen Kinoerfolg zu machen. (Und wurde dann doch mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale dafür ausgezeichnet!)
Gezeigt wird das Leben zweier Paare in Frankfurt/Oder, denen über den Alltag ihre Liebe abhanden gekommen ist und so beginnt eine Affäre des Mannes der einen mit der Frau des anderen...
Der Film zeigt mit Humor und Tragik, wie sich die Dinge entwickeln und wie die Figuren aus der "Geschichte" wieder herauskommen.
Die Titel der Filme von Andreas Dresen haben manchmal eine doppelte Bedeutung, so wie auch bei seinem neuesten Film "Sommer vorm Balkon". So wie "Halbe Treppe" nicht nur die Imbiss-Bude im Film heißt, so kann man "Sommer vorm Balkon" auch als einen Lebenszustand auffassen.
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Donnerstag, 30. März, 0:10, VOX
"Die Alleinseglerin" (Emanzipationsdrama, DDR 1987 )

Ich dachte zuerst, ich hätte mich verguckt, als ich sah, das gerade dieser Film bei VOX gezeigt wird. (Aber zur "Entschuldigung" des Senders muss man wohl berücksichtigen, dass er erst nach Mitternacht ausgestrahlt wird. *fg*)
Für mich ist dieser Film einer der authentischsten, die zu DDR-Zeiten gedreht wurden. In ihm geht es um die alleinerziehende Christine (gespielt von Christina Powileit, damals Schlagzeugerin der Frauen-Band "Mona Lise"), die sich neben dem Stress mit ihrem Ex, der Belastung durch eine geforderte Doktorarbeit auch noch plötzlich um die Unterhaltung eines Segelbootes kümmern muss, das ihr der ungeliebte Vater vererbt hat.
In dem Film werden einige Tabu-Themen der DDR auf die damals typische Art zwischen den Zeilen angesprochen. Er bekam damals nur mittelmäßige Kritiken, weil die "Heldin" als Mensch mit Schwächen gezeigt wird. Aber dieser Film behandelt das Thema auf einer Ebene, von der aus man die gegenwärtige Diskussion um die Rolle der Frau als berufstätige Mutter als mittelalterlich bezeichnen muss.
Für mich hat der Film eine besondere Bedeutung, weil er an Orten spielt, wo ich auch aufgewachsen bin, an die ich mich noch erinnern kann, genauso wie sie im Film gezeigt werden.
Und außerdem ist die Schauspielerin, die die zweite Frau des Vaters von Christine spielt, die Mutter eines damaligen Mitschülers von mir, bei dem ich öfter zuhause war, um ihm in Mathe auf die Sprünge zu helfen. Ich habe sie persönlich kennengelernt, habe sie bei ihren Auftritten im Maxim-Gorki-Theater in Berlin erlebt. Für mich ist dieser Film etwas Besonderes.

Zwirni



Mal ein einzelner Tipp so zwischendurch:

Dienstag, 8. August, 22:55, 3sat

"Der Ketchup-Effekt" (Drama, S 2004 )

Die 13jährige Sofie trinkt auf einer Party zuviel, was von ein paar anwesenden Jungs auf fiese Art ausgenutzt wird.
Nicht nur, dass ihre Freundin sie dabei im Stich lässt; der Vorfall, bei dem einige mitgemacht und andere weggesehen haben, hat auch andere Konsequenzen.
Sofie sieht sich plötzlich Anfeindungen ihrer Mitschüler ausgesetzt, und auch der Vater und die Lehrer an der Schule sind keine Hilfe, weil sie ihr nicht glauben.

Der Film behandelt die Themen Zivilcourage, Verhalten in der Clique, Gerechtigkeitssinn, Vorurteile und Vertrauen auf sehr eindrucksvolle Weise.
Beim Sehen wird auch deutlich, dass das bestgemeinte Bemühen von Erwachsenen nicht hilfreich ist, wenn diese selbst kein Gerechtigkeitsempfinden haben und sich ihrer Vorurteile nicht bewusst sind.

Was der eigentliche Ketchup-Effekt ist, verrate ich jetzt aber nicht.

Zwirni



Vom 26.11. bis 01.12. zeigt 3sat elf ausgewählte Neuproduktionen, aus denen der 3sat-Zuschauerpreis gewählt werden soll.

Fünf von diesen Filmen habe ich bereits gesehen. Ich glaube es lohnt sich.

Zu finden unter:
http://www.3sat.de/zuschauerpreis/

Zwirni


Zuletzt bearbeitet: 24.11.06 19:45 von zwirni


Donnerstag, 4.Januar, 22:45, ARD

"Kroko" (Jugenddrama, D 2003 )

Die im Berliner Wedding lebende, 16jährige Kroko ist ein blondes Biest, das aus den Albträumen deutscher Realschullehrer stammen könnte: Mit Diebstählen, Gewalt und immer coolen Sprüchen verschafft sie sich den Respekt in ihrer Clique.
Nachdem sie einen Autounfall gebaut hat, wird sie zu Sozialarbeit in einem Behinderten-Wohnheim verdonnert. Jetzt prallen Welten aufeinander, was nicht ohne Folgen bleibt...

Was Konsequenz, Verantwortung, Geduld und Anteilnahme bewirken können, zeigt dieser Film, in dem Schauspiel-Debütantin Franziska Jünger die "Kroko" so überzeugend spielt, dass man sie in späteren Filmen fast nicht wiedererkennt.

Der Film wurde mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet.

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