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Thema: Interview zum Thema Iran und die Bombe


Ok, Blumi, ich hab das wohl etwas zu eng gesehen. Aber trotzdem:

blumi:
ich habe es oben folgendermaßen gemeint: wie soll ICH oder Fr. Merkel die USA + GB davon abhalten, weiter Krieg im IRAK u. sonst wo zu führen ?

Direkt kann der einzelne sicher nicht viel bewirken, aber es fängt schon einmal damit an, dass sich der einzelne fragt, ob denn alles so stimmt, was von Politikern erzählt wird. Es ist beides nicht gut: Die absolute Gutgläubigkeit einerseits und die generelle Ablehnung nach dem Motto: "Die reden doch alle nur Mist" andererseits genauso. Beides führt zu Passivität und verstärkt die Möglichkeiten der Politiker, Kriege anzuzetteln.

Zu Frau Merkel: Ich bin nicht davon überzeugt, dass sie militärische Aktionen seitens der USA wirklich entschieden ablehnt. Sie hat schon im Vorfeld des letzten Irak-Krieges die Androhung militärischer Gewalt als politisches Mittel strikt befürwortet. Und wer androht, ist auch zur Anwendung bereit. (Sonst macht es keinen Sinn, wie ich schon an anderer Stelle erläutert habe.)

Die US-Regierung versucht mit ihrer Politik eines auf jeden Fall zu verhindern: Dass sich Bündnisse oder Beziehungen zwischen anderen Staaten bilden, die das Handeln der US-Regierung effektiv behindern könnten. Deshalb hat sie beim letzten Irak-Krieg so empfindlich auf die Verbindung von Deutschland und Frankreich reagiert, deshalb hat Herr Rumpsfeld vom "alten" und "neuen" Europa gesprochen und deshalb gab es die "Koalition der Willigen".
Das waren alles Maßnahmen, um einen Keil in sich vielleicht bildende oppositionelle Kräfte zu treiben. Sie agieren nach dem Prinzip: "Teile und herrsche!".
Frau Merkel u.a. haben damals schon im Sinne dieser Politik mitgemacht und werden es auch in Zukunft tun. Sie werden sich, wenn es in der Iran-Frage zur weiteren Konfrontation kommt, wie jetzt schon zu erleben war, lautstark zu Wort melden, um dann, wenn es in Bezug auf die Meinung der deutschen Bevölkerung zu einem Krieg "brenzlig" werden könnte, die Klappe zu halten und die USA einfach gewähren zu lassen. (Natürlich wohlverpackt in schönen Sprüchen in dem Sinne, dass man ja nicht anders hätte handeln können.)

Zwirni



zwirni
Zu Frau Merkel: Ich bin nicht davon überzeugt, dass sie militärische Aktionen seitens der USA wirklich entschieden ablehnt. Sie hat schon im Vorfeld des letzten Irak-Krieges die Androhung militärischer Gewalt als politisches Mittel strikt befürwortet. Und wer androht, ist auch zur Anwendung bereit. (Sonst macht es keinen Sinn, wie ich schon an anderer Stelle erläutert habe.)


bei Frau Merkel und anderen Politikern (BRD, GB, USA) habe ich in den letzten Monaten lernen müssen - sie sagten manches z.B. im Wahlkampf, was heute für sie nicht mehr "mehrheitsfähig" ist - und deshalb nicht gemacht wird. "Schaumschlagen" auf allen Seiten - gehört zur Politik ! - Du bist sicherlich davon überzeugt, dass ISRAEL vom IRAN nicht militärisch bedroht wurde (trotz der Rede im IRAN, die wir nicht "verstehen"). Verstehen wir wirklich, was Fr.Merkel will ?

Tja und die militärische Gewalt - wozu wird sie vorgehalten ?
Du wist sagen: Zur Verteidigung, wenn man angegriffen wird !

Und jetzt wird es schwierig. Wann fängt man sinnvoll mit der militärischen Verteidigung an ? Muss man zulassen, dass im IRAN Atomwaffen entstehen ? (jetzt mal losgelöst von der Frage - will der IRAN das wirklich ?) Wie kann man IRAN daran hindern, etwas zu tun, was für den Nachbarn ISRAEL und für die Öl-Importeure die Existenz gefährden kann ?

Jahrelange Entwicklungen bekommen eine EIGENDYNAMIK - wie uns die IRAK-Kriege gezeigt haben. Diese Kriege sind nur mit der europäischen + US-Politik der ca 20 J. vorher zu erklären.

Warum hat man die Kriege IRAN <> IRAK zugelassen ?


blumi

Zuletzt bearbeitet: 16.02.06 10:07 von blumi


und so könnte es bald kommen...

http://www.welt.de/data/2005/08/26/765515.html

lisa



welt.de
Der Bombenbau des Iran zerstört eines der Prinzipien deutscher Außenpolitik und führt der Welt vor Augen, wie schwach Berlins Position ist.


lisa, was wäre denn eine starke Position ?

blumi


Ich greife den Thread nochmal auf:

Heute war in den Medien von einer angeblichen Kehrtwende der USA-Außenpolitik im Verhältnis zum Iran die Rede. Man wolle offizielle Gespräche mit dem Iran wieder aufnehmen, wenn sich dieser bereit erklären würde, seine Uran-Anreicherung dauerhaft und nachweisbar auszusetzen.

Was ist das für eine angebliche Kehrtwende, wenn man etwas zur Bedingung für Verhandlungen erklärt, was eigentlich Gegenstand der Verhandlungen ist? Es ist doch ganz klar, dass der Iran dieses "Angebot" ablehnt. (Und ich glaube, man war sich seitens der US-Regierung auch von vornherein dessen bewusst, dass der Iran darauf negativ reagieren würde.)
Nach meiner Meinung handelt es sich bei dieser "Initiative" der USA nur um einen politischen Schachzug, um aus der Bredouille herauszukommen, die sich daraus ergab, dass sich für ihre Absichten bisher nicht genügend Mitspieler fanden.

Bei spiegel.de findet sich zur Zeit ein interessantes Interview mit dem iranischen Präsidenten. Dessen Argumentation erscheint für unsere Sichtweise wirklich weltfremd. Aber ich habe so den Verdacht, dass das an anderen Orten auf dieser Welt anders gesehen wird.

Zwirni



Aber ich habe so den Verdacht, dass das an anderen Orten auf dieser Welt anders gesehen wird.
Zwirni


wichtig erscheint mir, es wird darüber gesprochen und weltweit darüber berichtet - und nicht voreilig mit Waffen gehandelt.

blumi


Nur eine Meldung, die bei der Papst-Hysterie und der Diskussion um den Einsatz der Bundesmarine vor der Küste des Libanon wahrscheinlich nicht bemerkt wird.

Zwirni



danke zwirni, ich hoffe dass die verantwortlichen Politiker sich exakt informieren.

blumi
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