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Thema: Bundeswehr in den Kongo




Es sieht so aus, als würde es einen Einsatz geben für die Bundeswehr und zwar mit Kampftruppen. Wo? In Afrika und zwar im Kongo. Die EU will hier der UN helfen, die um Unterstützung gebeten hat, die im Sommer stattfindenden Wahlen zu sichern und einen ordnungsgemäßen Verlauf zu garantieren.
Ich habe zwar keine Ahnung, wann und wo sich das jemand ausgedacht hat, vermute aber, es war beim Wein oder Bier und ganz klar kann da nicht gedacht worden sein.
Hoffentlich hat mal jemand auf eine Karte gesehen und erkannt, der Kongo ist 6 x so groß wie Deutschland und in der Hauptstadt Kinshasa leben ca. 6 Mio. Menschen. Natürlich nicht so mit den Straßenschildern, wie in Berlin, also überblickbar und geordnet. Und da sollen 1000 oder 1500 EU –Truppen helfen das Chaos zu vermeiden, obwohl im Lande schon 17 000 UN Truppen sind. Blauhelme, die nur ein beschränktes Mandat haben, also die Truppen, wo jeder Bandit dort im Land einfach darauf schießen kann und die zwar antworten können, dich nicht präventiv eingreifen können.
Der UN - Truppeneinsatz kostet der UN viel Geld, es werden pro Soldat/Monat jeweils 1000 $ Dollar gezahlt, die an die Regierungen gehen, die sie geschickt haben. Versorgt werden sie dann vor Ort mehr oder weniger schlecht. Für manche Regierung eine gute Einnahme, doch militärischen Wert nahe Null.
Nun sollen also europäische Truppen kommen, die beschützen dann die UN-Truppen, die wiederum die Bevölkerung schützen. Sagt man.
Doch militärischen Wert haben nur Truppen, die ein robustes Mandat haben und auch dieses konsequent durchsetzen können. Ich sehe da nur Truppen aus Frankreich, die das können und zwar die Fallschirmjäger und die Fremdenlegion, übrigens hält Frankreich ca. 8000 Soldaten bereit, in den verbündeten afrikanischen Ländern einzuschreiten und eventuell Evakuierungen zu machen. England könnte das zwar auch, doch da sind diese Elitetruppen im Irak gebunden. Beide Länder sollten die Führung übernehmen, sie könnten das auch, aber eigentlich Deutschland auch, doch das mit dem robusten Mandat in Afrika, kann die Bundeswehr nicht machen. Die Bundeswehr ist auf „Peace keeping“ ausgebildet, aber nicht auf „ Frieden erkämpfend“.
Aus Sicht der Grünen ist die Bundeswehr ohnehin kaum in der Lage, die Führung bei einem Militäreinsatz der EU im Kongo zu übernehmen. "Im Unterschied zum Balkan oder Zentralasien verfügt die Bundeswehr über nahezu keine Erfahrung in diesem Einsatzgebiet", sagte ihr verteidigungspolitischer Sprecher, Winfried Nachtwei. Probleme sehe er für die Bundeswehr vor allem darin, die Aufklärung und Informationsbeschaffung in dieser Region zu leisten. Neben den einheimischen Sprachen wird dort noch Französisch gesprochen, also könnten dann Franzosen und Belgier übersetzend Nachristen beschaffen.
Nur kommt man an die untere Befehlsebene, bei all den Problemen vor Ort, sind sogar nur für die Hauptstadt dann 1000 – 1500 Soldaten zu wenig. Also wenn dort die Wahl ordentlich und demokratisch über die Bühne ginge, was läuft dann im Lande selber ab. Dort gibt es auch noch größere Städte und gerade im Osten in der Ituri-Provinz, gibt es zahlreiche Banden, versprengte Hutus aus Ruanda und massenhaft Kindersoldaten, die sich gegenseitig bekriegen. Ab und zu auch mal gegen die UN-Truppen (die von den 17 000 Mann). Kürzlich haben sogar die Soldaten des Kongo selber, gegen die UN gekämpft, da sie länger keinen Sold bekommen haben. Solange die Regierung in Kinshasa grundlegende reststaatliche Prinzipien vermissen lässt, warum soll also geholfen werden.
Geht die Wahl nicht zugunsten der Regierung Kabila aus, wird sowieso nach Abzug der EU-Truppen mal schnell geputscht werden, also danach bleibt alles so wie es war.
Joseph Kabila, der 34 Jahre alte Staatschef, dem die größten Siegchancen bei der kommenden Wahl nachgesagt werden, wird im Falle einer Niederlage nicht so einfach abtreten. Dafür hat er eine gut ausgerüstete und sehr gut bezahlte Präsidentengarde in Kinshasa.

Kongo ist eigentlich ein reiches Land, doch es gibt genügend Länder, die sich da gut bedienen, Länder wie USA, Frankreich und Nachbarländer zum Kongo. Diese Länder vertreten ihre eigenen Interessen, Deutschland hat da kaum welche, soll aber als Ordnungsmacht einspringen, aber nicht dafür geeignet ist. Doch die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, SPD, gilt als eine der stärksten Befürworterinnen eines deutschen Einsatzes, sie will Zeichen setzen für ein europäisches Engagement für Afrika.
Nun soll erst Solana in den Kongo reisen, um von Präsident Joseph Kabila die Zustimmung zu einem EU-Einsatz einzuholen. Die geplante Wahl soll ja am 18. Juni stattfinden, doch viele Länder wollen nun genauere Informationen, bevor sie Soldaten bereitstellen. Solana soll klären, wie lange die Truppen benötigt und wo sie stationiert würden.
Für mich stellt sich auch die Frage, welche schweren Waffen mitzunehmen sind, wer stellt ausreichend Kampfhubschrauber und gibt es AWACS Flugzeuge für die Führung der Truppen.
Es sollte auch geklärt werden, wer die EU-Truppen kommandiert, denn die UN-Truppen
Generäle wollen da sicher mitmischen, doch es wäre ein Witz, diesen eine Befehlsvollmacht zu geben.
Solange also grundlegende Dinge nicht klar sind, ist es ein Missbrauch deutscher Soldaten, diese in eine Region zu schicken, wo ein Erfolg nicht zu erwarten ist. Solange eine unfähige UN nur nach Soldaten schreit, die aus Europa kommen, aber die anderen Länder aus Afrika bei ihren Truppenschickungen durch die AU keine klare Linie vertreten, ist alles nur ein Fass ohne Boden.





Für mich stellt sich auch die Frage, welche schweren Waffen mitzunehmen sind, wer stellt ausreichend Kampfhubschrauber und gibt es AWACS Flugzeuge für die Führung der Truppen.
Es sollte auch geklärt werden, wer die EU-Truppen kommandiert, denn die UN-Truppen Generäle wollen da sicher mitmischen, doch es wäre ein Witz, diesen eine Befehlsvollmacht zu geben


wenn man nicht mehr "weiter weiss", weil Entwicklungen in den letzten 100 Jahren (Europa-Interessen in Afrika u. an anderen Standorten) in die Sackgasse geführt haben, dann fallen europäischen Politikern immer wieder die Soldaten ein.

Was sollen die alles machen ? Man muss dort im Kongo entwaffnen und nicht kämpfen.

In Deutschland sind Soldaten als Verstärkung der Polizei nicht ausgebildet und deshalb auch nicht geeignet - aber im Kongo sollen sie mit Vorbildcharakter zu geordneten Verhältnissen beitragen ???

Sarek, ich bin überrascht, dass Du den TRUPPEN grundsätzlich so viel Vertrauen schenkst, wenn es darum geht: in einem Land Perspektiven zu entwickeln. Ich sehe: EUROPA und USA sind doch nur an Rohstoffen und Öl aus dem Land interessiert und das soll gegen die Interessen des Kongo mit Gewalt abgesichert werden. Es geht nicht um DEMOKRATIE - die sowieso nicht funktionieren kann - weil dazu die allgemeine Bildung und die Strukturen im Staat nicht ausreichend entwickelt sind.

Auch hier kann man wieder GORBI (Rede in Bremen) zitieren.
Politiker der Welt sind mit den Krisenherden überfordert, weil sie immer erst dann einschreiten, wenn es zu spät ist.

Was empfehlen die Friedensforscher ?

blumi

Zuletzt bearbeitet: 10.03.06 09:14 von blumi


Blumi, was Friedensforscher empfehlen???Die wären so weit weg von einer Lösung, wie ne Ananaszüchtung am Nordpol, der dort gibt es einen Krieg und zwar einen der übelsten Sorte. Da werden mal so nebenbei die Pygmänen gejagt und deren Herzen aufgegessen, macht unverwundbar, wie auch im Süden des Kongo ein wilder Stamm operiert, die ähnlichen Glauben haben.
Mein Vertrauen in Soldaten ist nur begrenzt, doch europäische Truppen sind den Einheimischen weit überlegen, doch die werden auch nicht durch Angriffe aus dem Hinterhalt geschützt. Ein starkes robustes Mandat können BW Truppen wohl kaum durchsetzen, deren Ausbildung erlaubt das nicht und da sie nach deutschen Recht auch angeklagt werden können, für Situationen z.b. in einem Hinterhalt, sind solche Truppen nicht geeignet.
Fremdenlegionäre wollen ja auch leben, doch sie reagieren vor dem Hinterhalt und schießen zuerst.
Sollten unsere Soldaten in Särgen zurückkommen, was hoffentlich nie geschehen wird, ist das Gejammere unserer Politiker sehr groß. Tiefe Trauer, Bedauern usw. die ganze Palette.



der Kongoeinsatz v. Bundeswehr ist also schon lange vorbereitet:

In seiner "Außenpolitischen Strategie zu Zentralafrika" vom Januar 2004 schreibt auch die deutsche Bundesregierung von einem "Krieg der Rohstoffe". Das Auswärtige Amt weiß: "Die Demokratische Republik Kongo ist reich an Bodenschätzen, fruchtbaren Böden, tropischen Nutzhölzern und verfügt über ein gewaltiges Potenzial an hydroelektrischer Energie". Weiter heißt es auf der Website des Ministeriums. "Das enorme wirtschaftliche Potenzial des Landes" habe seit der Unabhängigkeit "nie voll ausgeschöpft werden" können. Die wichtigsten Exportprodukte seien Kupfer, Industriediamanten, Kobalt, Gold, Erdöl, Kaffee, Palmöl, pharmazeutische Pflanzen und Tropenholz.

Aus: Internetzeitung www.ngo-online.de


Friedensforschung UNI Kassel: wir müssen nur das GG einhalten !

Wir sollen frei sein von Krieg, weshalb der Angriffskrieg (Artikel 26 Grundgesetz und 87a GG) verboten ist, seine Vorbereitung unter Strafe steht. Wir sollen frei sein von Not, weshalb der Sozialstaat vorgeschrieben ist und das Eigentum dem Sozialem verpflichtet ist. (Artikel 14/15 GG) Wir sollen frei sein von Faschismus, weshalb das Verbot des NS und des Militarismus, das nach 1945 nachhaltig ausgesprochen wurde, weiter gilt (Artikel 139 GG). Eine Bundeswehr darf es allenfalls geben zur Verteidigung des Landes und jede Aufgabe der Bundeswehr, die nicht ausdrücklich im Grundgesetz vorgesehen ist, ist verfassungswidrig. (87a) Im Grundgesetz heißt es: „Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zulässt“.





blumi

Zuletzt bearbeitet: 10.03.06 19:32 von blumi


Von den auf den dicken Wahlzetteln angegebenen vielen ethnischen Gruppen in Lande blieben nach der Auszählung nur 2 Personen übrig, die Staatschef in Lande werden wollen.
Da ist auf der einen Seite der amtierende Präsident Joseph Kabila, der 45 % der Stimmen auf sich vereinigte und der ebenso skrupellose Rebellenführer und einer der 4 Vizepräsidenten Jean Pierre Bemba lag bei 20 % und so ist nun Ende Oktober die Stichwahl der beiden Führer. Wie wird diese Stichwahl denn ausgetragen? Mit politischen Mitteln oder marschiert wieder die Rebellenarmee oder greifen wieder die Soldaten und Präsidentengarde von Kabila das Hauptquartier vom Bemba im Regierungsviertel von Kinshasa an. Das geschah kurz nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse, also am 20. August. Zufällig waren viele Diplomaten, darunter auch der deutsche Botschafter Reinhard Buchholz dort zugegen um sich über den weiteren Verlauf des Wahlprozesses zu informieren.
Eine spanische Kompanie der Fallschirmjäger und auch andere Truppen von MONUC befreiten die Diplomaten, die im Keller der Residenz Schutz gesucht hatten und brachten sie im UN-Gebäude unter. Andere EUFOR Truppen und darunter auch Bundeswehreinheiten zeigten Präsenz und die Kämpfe flachten ab, es gab auf beiden Seiten zahlreiche Tote, denn der Angriff der Präsidentengarde erfolgte mit Panzern (diese wurden erst kurz zuvor geliefert, ich versuche noch herauszubekommen, welches Land hier sich nicht mit Ruhm bekleckerte), Panzerfäusten, Flakgeschützen und auch mit schweren Maschinengewehren.
Eine Task Force wurde aus Gabun nach Kinshasa verlegt und stand sogleich für schnelles Eingreifen bereit. Es handelte sich um 130 deutsche Fallschirmjäger und 40 Soldaten aus den Niederlanden. Doch sie waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr von Nöten.
Beide Seiten haben genug Waffen, sagt man doch dem Kabila Clan ein Vermögen von über einer Milliarde nach, also genug um sich die modernsten Waffen zu kaufen. Er kann ja ruhig hier viel Geld investieren, nach der gewonnenen Wahl kann er weiterhin dieses Land ausbeuten.
Bei Bemba sieht es ähnlich aus, sein Vermögen wird auf 500 Millionen geschätzt, war sein Vater doch ein einflussreicher Geschäftsmann, der zu Mobutus Regierungszeit seine Geschäfte gemacht hat. Gehen wir also davon aus, mit Ausbeutung von Land und Leute.
Bemba droht sowieso ein Prozess am Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit - seine Truppen sollen Pygmäen getötet und verspeist haben. Er selber entspricht mit 190 cm Körperlänge einem typischen Rebellenführer in Afrika mit kräftigen Schultern und einem festen Händedruck, doch keiner darf ihm an seinem massiven Schreibtisch gegenübersitzen. Bemba wird nachgesagt, eine Miliz zu unterhalten, die sich aus seiner ehemaligen Rebellenarmee rekrutiert und irgendwo nahe der Hauptstadt Kinshasa im Busch sitzen soll, um im Bedarfsfall beim Wahlergebnis ein wenig nachzuhelfen. Gesehen hat die Soldaten indes niemand.
Bemba selbst sieht in den Vorwürfen allein den Versuch, ihn politisch zu diskreditieren. "Nichts wird von meiner Seite aus passieren", hatte der 44-Jährige im Wahlkampf wiederholt versprochen, "darauf gebe ich mein Wort. Ich werde die Entscheidung des kongolesischen Volkes respektieren." Bei den letzten Kämpfen waren ja auch die Präsidentengarde von Kabila die Angreifer.
Daneben ist er Besitzer privater Radiostationen und Fernsehsender, diese werden noch vor der Stichwahl zum Einsatz kommen.
Egal wer von den beiden Bewerbern gewinnen wird, man wird den Teufel mit den Bezelbub austreiben.
Die Demokratie wird sich auf jeden Fall nicht im Kongo besonders auszeichnen, denn es sind beide Banditen, nur der eine ist dann ein demokratischer Bandit und wird die Segnungen wie Gelder und auch Unterstützung der UN und EU erhalten, doch man könnte Kosten sparen, ein Teil der Gelder direkt in die Schweiz auf Kabila/Bemba Konten zu überweisen.
Vor der Wahl und auch nach der Wahl schickte man EUFOR Truppen aus „Deeskalationsgründen“ meist ohne Waffen in die Stadt Kinshasa. Für mich eigentlich unverantwortlich, denn ein Gerücht, eine falsche Information oder auch eine Botschaft übers Radio, die falsch verstanden wird, kann innerhalb von Stunden oder Minuten die Stimmung umkippen lassen und die waffenlose Soldaten sind dann akut gefährdet. Es waren zu viele Einwohner in den Bürgerkrieg verwickelt, haben getötet und weiße Soldaten umbringen zu können, ist immer eine lockende Versuchung und Soldatinnen stände noch was anderes bevor. Ich hoffe bloß, das Problem der Panzer wird noch vor der Stichwahl gelöst, damit die Soldaten im Bedarfsfall nicht hier noch große Probleme haben werden.
Heute wurde der Einsatz im Libanon begonnen, das Marinegeschwader lief aus Wilhemshaven aus und wird in 10 Tagen vor der libanesischen Küste den Dienst beginnen.
Ein nicht einfacher Einsatz, mögen sie Alle wieder heil zurückkommen.
Im Bundestag wurde heute auch über die Verlängerung des Afghanistanmandats gesprochen, dort spitzt sich die Lage im Süden und Westen zu. Es gibt regelmäßige schwere Gefechte und die Engländer tragen dort den größten Anteil, die NATO will auch die Bundeswehr in dieses Gebiet schicken, doch auch im Norden spitzt sich die Lage zu. Leider gibt es zuwenig gepanzerte Fahrzeuge vor Ort, die bestellten Dingos für die Bundeswehr werden bis 2011 ausgeliefert werden, doch da kann es für viele Soldaten schon zu spät sein. Da die Bundeswehr kein Geld mehr hat, wurde die Lieferung auf viele Jahre aufgeteilt, die Industrie kann 30 pro Monat herstellen.





Bilanz Bundeswehr im Kongo
Der Verteidigungsminister hatte es versprochen, die Kanzlerin auch, damals vor der Bundestagsdebatte um den Einsatz der Bundeswehr im Kongo, die Soldaten sollten vor Weihnachten wieder zurück in Deutschland sein.
Beide haben Wort gehalten, das gesamte Truppenkontingent kam in einigen Transporten zurück, das Material wird größtenteils per Schiff noch kommen, der Rest wird im Lande verbleiben.
So weit so gut. Der Verteidigungsminister begrüßte die ersten heimkehrenden Soldaten am Flughafen Köln/Bonn mit den Worten, „Auftrag/Mission erfüllt“ und der Generalleutnant Viereck und Befehlshaber der EUROR Truppen im Kongo sprach: „Wir haben das Ziel erreicht, die Durchführung der Wahlen zu sichern. Es war eine erfolgreiche Mission. Jawohl, Europa kann es!“
Stimmt! Die Bilanz ist vordergründig positiv, alle Soldaten kamen wieder zurück. Die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl waren nicht mehr als sonst. (Bei einer Wahl in Afrika, oder in anderen armen Ländern).
Die EUFOR Truppen incl. Bundeswehr wurden nur einmal gefordert, am 20. August kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses, dies habe ich mit meinem Beitrag vom 21.09.06 geschildert. Die Schießereien der beiden gegnerischen Lager kosteten mind. 23 Menschen das Leben, eine Mehrzahl wurde verwundet.
Durch die Präsenz der EUROR war auch die Weltöffentlichkeit an der Wahl und dem Geschehen im Kongo interessiert und das Land selber war gezwungen um sich nicht zu blamieren, hier mitzuarbeiten.
Der Einsatz hat den deutschen und auch europäischen Steuerzahler viel Geld gekostet, es wurden die Verhältnisse im Lande stabilisiert, doch wer jetzt vom Sieg der Demokratie spricht, macht nur „Bla Bla“. Es wird in Afrika, südlich der Sahara in absehbarer Zeit, so etwas, was in Europa als Demokratie verstanden wird, nicht geben. Auch ist die Abwesendheit von Krieg nicht immer gleich, der Zustand von paradiesischem Frieden.

Wo gab es Fehler und was können die EUFOR Verantwortlichen aus dem Einsatz lernen?
Es war ein Fehler, den Aufbau eines Feldlagers in Gabun (für die Eingreifreserve) und in Kinshasa europaweit auszuschreiben, die billigste Firma kam aus Spanien, die ein „Billigstangebot“ machte und dies dann auch dort ausführte. Die Bundeswehr war da vertragstreu und ließ ihre Soldaten in diesen, eigentlich unzumutbaren Einrichtungen, leben. Das in einem Land, wo die klimatischen Verhältnisse als sehr schwierig angesehen werden.
Spanien und Frankreich wollten dies ihren Soldaten nicht zumuten (beide Länder haben mehr Afrikaerfahrung) und richteten sich selber ein Feldlager ein. Die Bundeswehr konnte es ja nicht, neue Kräfte einfliegen, die das hätten machen könnten, hier wäre die Personalobergrenze überschritten worden. Daher besteht hier Handlungsbedarf für das Einsatzkommando und die Politik, diese bisherige Vorgaben, bei künftigen Einsätzen zu verändern. Es kann nicht sein, das deutsche Soldaten irgendwo hin gekarrt werden, um dort in primitiven Umfeld zu leben, während andere EU Staaten, dies ihren Soldaten nicht zumuten. Ob die spanische Privatfirma hier den vollen Preis dafür erhält, entzieht sich meiner Kenntnis.
Wenn der Verteidigungsminister seine Vorsorgepflicht den Soldaten gegenüber ernst nimmt, muss er hier handeln.

In meinen Beitrag vom 21.9.06 erwähnte ich den Libanon-Einsatz. Man hört, da gibt es viele Ungereimtheiten, das UN Mandat wird wohl sehr unterschiedlich gesehen. Was Merkel/Jung hier vor dem Bundestag gesagt haben, entsprich inzwischen nicht der Realität, hier empfiehlt sich ein kurzfristiger Abzug des Marineverbandes.





Was Merkel/Jung hier vor dem Bundestag gesagt haben, entsprich inzwischen nicht der Realität, hier empfiehlt sich ein kurzfristiger Abzug des Marineverbandes.


sarek, es gibt im Bundestag nicht nur MERKEL u. JUNG; woher beziehst Du Deine Infos über die Realitäten ? Merkel und Jung sind dem Bundestag verantwortlich; wenn (ob von Minister oder Kanzlerin) gelogen wird, muß der Bundestag reagieren. Großen Respekt vor Deiner politischen Weitsicht; ich bin mir aber nicht so sicher, ob Du die "ganze Wahrheit" in DEINE Vorschläge einbezogen hast.

blumi


Klar Blumi, wer hat schon die Wahrheit gepachtet. Doch sei versichert, was ich geschrieben habe, entspricht der realen Situation. Aber sei nicht so blauäugig zu glauben, dass im Bundestag nur die Wahrheit gesagt wird. Ob auch Merkel/Jung alles wissen, was sich so ereignet, ich denke nicht. Es gibt wohl Informationen die nicht bis ganz nach oben dringen. Gewollt oder nicht, das sei dahingestellt.



Aber sei nicht so blauäugig zu glauben, dass im Bundestag nur die Wahrheit gesagt wird


sarek, Deine Info-Quellen (und noch mehr) stehen auch dem Bundestag zur Verfügung. Was Politiker im Bundestag wissen und was sie sagen - ja - da liegen vermutlich WELTEN dazwischen.

Politiker zeichnen sich häufig dadurch aus "sich mit vielen Worten auf nichts Konkretes festzulegen". Bin ich mit dieser Feststellung "blauäugig" ?

Wenn wir im NA es nicht schaffen, für unsere Fragen / Gedanken Kämpfer im Bundestag zu finden, werden unsere Erfolge auf sich warten lassen.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 13.01.07 10:07 von blumi


blumi:
Aber sei nicht so blauäugig zu glauben, dass im Bundestag nur die Wahrheit gesagt wird


sarek, Deine Info-Quellen (und noch mehr) stehen auch dem Bundestag zur Verfügung. Was Politiker im Bundestag wissen und was sie sagen - ja - da liegen vermutlich WELTEN dazwischen.

<jedem Bundestagsabgeordneten stehen ähnliche Quellen zur Verfügung, er kann auch in jede Kaserne gehen, ohne Voranmeldung. Doch dürfte er seine Kenntnisse benutzen, ich sage Nein. In diesem Fall gibt es den verteidigungspolitischen Sprecher, der sagt was Sache ist und die Fraktionsleitung, außerdem ist gerade in Deutschland der Stempel "Geheim" auf vielen normalen Aktionen drauf. Frage: Was macht gerade das "KSK" in Afghanistan, gab es Verletzte oder Tote bisher"?
<Kämpfer im Bundestag finden, das können wir uns abschminken, es wird zwar von der Macht der Bürger geredet, aber das ist nur "bla-bla".


Zuletzt bearbeitet: 13.01.07 11:59 von sarek


<jedem Bundestagsabgeordneten stehen ähnliche Quellen zur Verfügung>, er kann auch in jede Kaserne gehen, ohne Voranmeldung. Doch dürfte er seine Kenntnisse benutzen, ich sage Nein. In diesem Fall gibt es den verteidigungspolitischen Sprecher, der sagt was Sache ist und die Fraktionsleitung, außerdem ist gerade in Deutschland der Stempel "Geheim" auf vielen normalen Aktionen drauf. Frage: Was macht gerade das "KSK" in Afghanistan, gab es Verletzte oder Tote bisher"?

<Kämpfer im Bundestag finden, das können wir uns abschminken, es wird zwar von der Macht der Bürger geredet, aber das ist nur "bla-bla">.


sarek - wo ist DEIN Ausweg ? wir haben zwirni mit guten Kontakten zur LINKEN und Vowi, der bestimmt auch viele im BT kennt; wir shen in Bayern, wie sich eine frau Pauli sogar gegen Stoiber behaupten kann.

Aber um im BT Gehör zu finden, muss sich unsereins schon richtig informiert haben - m.E. geht es aber nur so !

blumi



Blumi, wenn hier einige Forenschreiber Kontakt zu Abgeordneten haben, kann man den sicher nutzen, um dort die Meinung zu sagen. Ob einer der Abgeordnete darauf reagiert und auch diese Meinung in der Fraktion durchsetzt ist fraglich, siehe meine Antwort zu der Hackordnung dort.
Frau Pauli sagte zwar auch was über Stoiber, doch sie wird jetzt nur benutzt und vorgeschoben. Nach Stoibers Rückzug aus Berlin war er bei vielen nicht mehr glaubwürdig. Doch unser Thema hier ist die Bundeswehr und Kongo.
Man hat der deutschen Generalität im 3. Reich vorgeworfen, sie hätten gegen Hitler zu wenig Widerstand ausgeübt. Was aber macht die Generalität der Bundeswehr heute? Sie schweigt und lässt die Politik agieren. Heute wäre ein Widerstand gegen die Politik "nur" eine Versetzung oder die vorzeitige Pension, ohne groß Geld zu verlieren. Das wär im 3. Reich sicher anders gewesen " Tod durch Erschießen".
Beide Staatsformn sind nicht zu vergleichen, doch es ist das persönliche Engagement des Einzelnen.
Daher ist auch hier die Information wichtig, doch ich frage wen interessiert Afrika und im Besonderen der Kongo?





sarek:

Blumi, wenn hier einige Forenschreiber Kontakt zu Abgeordneten haben, kann man den sicher nutzen, um dort die Meinung zu sagen.


nicht nur die Meinung sagen, sondern auch dafür sorgen, dass im BT "die Meinung gehört wird". Sonst kann sich die Meinung (aus dem NA hier) im BT nicht durchsetzen.

Ob einer der Abgeordnete darauf reagiert und auch diese Meinung in der Fraktion durchsetzt ist fraglich, siehe meine Antwort zu der Hackordnung dort.
Frau Pauli sagte zwar auch was über Stoiber, doch sie wird jetzt nur benutzt und vorgeschoben.


woher kennst Du die Wahrheit hinter den Kulissen ?

Nach Stoibers Rückzug aus Berlin war er bei vielen nicht mehr glaubwürdig. Doch unser Thema hier ist die Bundeswehr und Kongo.



wo ist hier vom Prinzip her der Unterschied ?

Ich gehe davon aus, Offiziere und Politiker - aber auch der einfache Soldat, der den Kopf hinhalten soll - sind bei der Entscheidungsfindung beteiligt gewesen. War der Einsatz freiwillig ?


Man hat der deutschen Generalität im 3. Reich vorgeworfen, sie hätten gegen Hitler zu wenig Widerstand ausgeübt.


wenn man die Reden von Goebbels und Hitler heute im TV betrachtet, dann ahnt man ein wenig, wie die Mehrheit damals gedacht hat.



Was aber macht die Generalität der Bundeswehr heute? Sie schweigt und lässt die Politik agieren. Heute wäre ein Widerstand gegen die Politik "nur" eine Versetzung oder die vorzeitige Pension, ohne groß Geld zu verlieren. Das wär im 3. Reich sicher anders gewesen "Tod durch Erschießen".
Beide Staatsformn sind nicht zu vergleichen, doch es ist das persönliche Engagement des Einzelnen.
Daher ist auch hier die Information wichtig, doch ich frage wen interessiert Afrika und im Besonderen der Kongo?



Wenn es in DEUTSCHLAND bzw in Europa keinen interessiert, was in Afrika passiert, warum fliegen z.B. B.P. Köhler und viele andere (bitte sarek, betrachte auch die vielen Helfer) nach Afrika ?

blumi

Zuletzt bearbeitet: 15.01.07 10:14 von blumi


Jeder Soldat der in den Auslandseinsatz geht, egal ob Kosovo, Afghanistan oder auch Kongo ist entweder Berufs- oder Zeitsoldat. Diesen wird dieser Einsatz gefohlen, wer dies nicht macht, hat mit der Konsequenz des Staates zu rechnen.
Wehrpflichtige gehen nicht in den Auslandseinsatz.
Sollten doch sich welche dafür bereit erklären also freiwillig, werden sie sich verpflichten müssen, mind. auf 2 Jahre.
An der Meinungsbildung "Einsatz im Ausland" ist kein Soldat beteiligt, bis auf die Stabsabteilungen im Verteidigungsministerium.
Der Auftritt von Köhler jetzt in Ghana war sein eigener Wunsch. Er fühlt sich Afrika verbunden, war er doch einmal Weltbankpräsident. Seine Rolle dort aber war nicht umunstritten, dazu gibt es hier im Forum Artikel zu Köhler, die geschrieben wurden, bevor er Präsident wurde. Empfehle das zum Nachlesen.
Solange Köhler und andere Staatpräsidenten z.b. nicht den Mugabe in Simbabwe bei jeder Gelegenheit anprangern und da auch Druck ausüben, sind deren Gelaber nur Sprechblasen.
Blumi, hast du schon einmal darüber nachgedacht, das die vielen Freiwilligen in Afrika dorthin gehen, weil sie 1. Arbeit finden und 2. die auch nicht schlecht bezahlt wird und 3. in ihre späteren Legende dies meist einen guten Eindruck macht. Schau dir manchen Hochglanzprospekt über "Paten" an, das Geld was überwiesen wird und was letztendlich dort geschieht.



sarek 14.1.2007
Daher ist auch hier die Information wichtig, doch ich frage wen interessiert Afrika und im Besonderen der Kongo?


sarek:
Jeder Soldat der in den Auslandseinsatz geht, egal ob Kosovo, Afghanistan oder auch Kongo ist entweder Berufs- oder Zeitsoldat. Diesen wird dieser Einsatz gefohlen, wer dies nicht macht, hat mit der Konsequenz des Staates zu rechnen.
Wehrpflichtige gehen nicht in den Auslandseinsatz.
Sollten doch sich welche dafür bereit erklären also freiwillig, werden sie sich verpflichten müssen, mind. auf 2 Jahre.
An der Meinungsbildung "Einsatz im Ausland" ist kein Soldat beteiligt, bis auf die Stabsabteilungen im Verteidigungsministerium.
Der Auftritt von Köhler jetzt in Ghana war sein eigener Wunsch. Er fühlt sich Afrika verbunden, war er doch einmal Weltbankpräsident. Seine Rolle dort aber war nicht umunstritten, dazu gibt es hier im Forum Artikel zu Köhler, die geschrieben wurden, bevor er Präsident wurde. Empfehle das zum Nachlesen.
Solange Köhler und andere Staatpräsidenten z.b. nicht den Mugabe in Simbabwe bei jeder Gelegenheit anprangern und da auch Druck ausüben, sind deren Gelaber nur Sprechblasen.
Blumi, hast du schon einmal darüber nachgedacht, das die vielen Freiwilligen in Afrika dorthin gehen, weil sie 1. Arbeit finden und 2. die auch nicht schlecht bezahlt wird und 3. in ihre späteren Legende dies meist einen guten Eindruck macht. Schau dir manchen Hochglanzprospekt über "Paten" an, das Geld was überwiesen wird und was letztendlich dort geschieht.


Du bestätigst: es interessiert viele, was in Afrika passiert !

blumi

Zuletzt bearbeitet: 17.01.07 10:05 von blumi
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