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Thema: Atomstrom – gehasst und notwendiger denn je?




Es gibt ein Thema, das wird uns alle betreffen, nicht nur die nächsten Jahre, sondern die nächsten Jahrzehnte. Wird es ausreichend Energie zu einem bezahlbaren Preis geben?
Vor einem Jahr setzte Russland durch Gazprom die Ukraine unter Druck, politisch gingen beide Länder sowieso schon getrennte Wege und die Ukraine musste schließlich die Verdoppelung des Gaspreises hinnehmen. Die letzten Wochen wiederholte es sich am Beispiel von Weißrussland, eigentlich ein enger Freund von Russland, auch hier gab es eine Verdoppelung des Gaspreises, die letzten Tage kam das Öl aus Russland mit einer Pause von 3 Tagen in Westeuropa an, auch hier gab es wieder Streit.
Russland sagt, die Belieferung von Öl und Gas sei nie gefährdet und dies ist auch zu glauben, doch zu welchem Preis, das wird immer offen bleiben.
War die Abhängigkeit vom Öl/Gas 1990 noch bei 58.3 %, so ist diese nun auf 73.3 % (Stand 9/06)gestiegen. Also wird ein Weg in die verkehrte Richtung gemacht, noch mehr Abhängigkeit von Russland, dem Nahen Osten und anderen Erzeugerländern.
Die deutsche Regierung hat gleich nach der Übernahme der Macht 1998 durch SPD/Grüne die Energiekonzerne bezüglich des Atomstromes unter Druck gesetzt und es kam im Jahr 2000 zu einer Vereinbahrung, den Atomausstieg für die letzten Atom-Meiler bis 2014 - 2020.
Bei den Transporten in das vorläufige Lager für verbrauchte Brennelemente wurde es auch ruhiger, immerhin waren die Grünen ja in der Regierung.
Die CDU hatte immer gegen diesen Atomstromausstieg aufbegehrt, bei den Koalitionsverhandlungen 2005 mit der SPD kam es zu keiner Einigung und bis heute ist die Vereinbarung zum Atomausstieg immer noch umstritten und die sehr hohen Energiepreise, die am deutschen Markt zu bezahlen sind, haben auch da eine der Ursachen.
Nun macht die EU Druck und man setzt wieder dort auf Atomenergie. Sicher sind hier die östlichen Neuzugänge und natürlich Frankreich hier die Antreiber, doch Deutschland sollte aus Eigeninteresse diese Entscheidung von 2000 überdenken, doch die SPD blockt ab, sie will darüber nicht mal sprechen. Die Konsequenz von viel teurem Strom bürdet sie lieber der deutschen Industrie und natürlich dem deutschen Bürger auf, die ja keinen Handlungsspielraum haben.
Als ich die Tage mal die Nachricht gelesen habe, das weltweit 140 Atomkraftwerke in der Planung und im Bau sind, fiel mit dieses kleine gallisches Dorf ein, das dem großem Rom Widerstand leistete. Ist Deutschland auch auf dem Weg dorthin?
Die Anteile des Atomstromes von 2002 in einigen EU Ländern gebe ich nachstehend bekannt, in Klammer ist das Jahr 2001:
Frankreich 78 (76), Schweden 46 (44), Finnland 30 (31), Deutschland 29 (30), Schweiz 40 (36) und einige der östliche EU-Staaten Litauen 80 (77), Slowakei 54 (53), Ungarn 40 (39).
In der gesamten EU ist der Durchschnitt 34 (33).
Welchen Weg ging die Regierung Schröder bis 2005 und will Gabriel so weitermachen?
Es wurde stark auf die alternativen Energien gesetzt, besonders Wind und Solarenergie. Bei der Windenergie, wo es eine Mindest- und Höchstwindgeschwindigkeit gibt, lockten die Abschreibungsmöglichkeiten viele Investoren, die Einspeisung erfolgte nur zögerlich, der subventionierte Strom wurde auf die Normalkunden aufgeteilt, also bezahlten Alle dafür.
Bei Solarstrom ist wenigstens keine Landschaftsverschandelung und Lärmbelästigung die Folge, doch Deutschland ist kein Sonnenland a la Spanien.
Was gibt es hier noch: Blockkraftheizwerke für kleinere Wohnanlagen, Biogasanlagen, die auch subventioniert werden und die Nutzung der Erdwärme durch Tiefbohrungen. Hier ist besonders die Schweiz führend.
Doch was von 1990 mit der Produktion eigener, deutscher Energie geschehen ist, lässt für
die Zukunft Schlimmes befürchten. Mit dem Stand von September 2006 wurde der von 1990 von 41.7 % auf 2005 26.7 % reduziert. Die massive Förderung der alternativen Energien unter der rot/grünen Regierung veränderte sich von 1998 mit 26.6 % über 2001 mit 25.3 % auf nun 26.7 % für 2005. Also ist diese Trumpfkarte gespielt, viel mehr wird bei Wind und Wasser nicht dazukommen.
Ein Kernkraftwerk wurde im Rahmen des Atomstromausstiegs in BaWü abgeschaltet, der Rest soll folgen. Was die Kraftwerke dann bereitstellen ist noch umstritten, nur es wird nicht reichen, den Bedarf der deutschen Industrie zu decken. Das führt dann logischerweise zur Abwanderung der Industrieanlagen in die Nachbarländer, die billigen Strom zur Verfügung stellen. Die neueste Idee ist ja, neue Kraftwerke die mit Braunkohle zu betreiben sind. Da aber die EU auch in den kommenden Jahren Schadstoffemissionen abbauen soll und will, kam das Schlagwort auf, ein emissionsloses Kraftwerk. Bisher gibt es dies nicht, die neuen Entwicklungskosten und Unterhaltung würden auch auf den Strompreis aufgeschlagen werden, den wiederum Alle zu zahlen haben. Diese politische Entscheidung der teuren Stromproduktion wird dem Bürger nicht gut vermittelt, man redet sich über Globalisierung, teure Durchleitungskosten und teuren Import des Gas/Öl heraus. Die kommenden steigenden Öl/Gas Preise sind noch nicht eingerechnet.
Die Franzosen bieten ihre Energie mit 40 % billiger an, sie haben genügend Kernkraftwerke im Lande (80 %) und nutzen diese bis zum Ende der Nutzungsdauer. Wir deutsche Verbraucher dürfen dann Strom aus der Kernenergie viel teurer einführen, dann noch ein Zuschlag der deutschen Energiewirtschaft darauf und dabei sind diese Kernkraftanlagen an der deutschen Grenze.
Gleichzeitig wird die mal führende deutsche Kernkraftwerkindustrie ihre Kunden verlieren, da ja hier keine Anlagen mehr laufen. Die Universitäten bieten auch keine Berufe mehr an, die ihren Platz in den Kernkraftwerken haben. Das alles passt zu einem Agrarland, weniger zu einem Industriestandort. Doch das war bereits 1998 absehbar und besser ist es ja nicht geworden. Warum machen wir es nicht so, wer den teuren Strom aus „irgendwas“ haben will, soll ihn bezahlen, die meist gut begüterten Wähler der Grünen können das locker wegstecken, für den Rest gibt es dann weiterhin den billigen Strom aus den Kernkraftanlagen.

Zum Schluss noch das Beispiel Schweden mit einem sehr hohen Energieverbrauch. Die Laufzeit der Kernkraftwerke werden verlängert, man denkt über einen Neubau nach, der Anteil von Ölimporten von bisher ca. 10 % wird durch Raps und Weizenanbau und Nutzen derselben auf unter 3 % in den nächsten Jahren gesenkt. Benzin wird einen hohen Anteil von Methanol haben (Importe aus Brasilien durch Zuckerrohr). Doch genaues darüber wird in einem Artikel der Redaktion im Laufe des Jahres 2007 beschrieben. Die Begriffe Methanol , Ethanol, Biodiesel(Methylester), Rapsöldiesel, Biogas werden dann auch erläutert.
Würde man die Gewinnung von Biotreibstoff nicht besteuern, so könnten nun auch Rapsöle und andere Ölpflanzen (Sonnenblumen) mit genutzt werden,



Welchen Weg ging die Regierung Schröder bis 2005 und will Gabriel so weitermachen?


Gabriel + Merkel wollen mehr Energieeffizienz - also weg von der Energie-Vergeudung der letzten 50 Jahre, weil die Atom-Strom-Risiken (ohne ein sicheres Endlager) unkalkulierbar hoch sind. Seit einigen Jahren sind in den Versicherung-Policen "Schäden als Folge von Radioaktivitäts-Unfällen oder Anschlägen" ausgeschlossen.

Wer den radioaktiven Atomabfall nicht bei sich im Haus haben möchte, darf ihn auch nicht anderen zumuten.

blumi


blumi: Energieeffizienz - also weg von der Energie-Vergeudung der letzten 50 Jahre, weil die Atom-Strom-Risiken (ohne ein sicheres End..........

Beide reden davon, nur was sind die Taten. Gabriel macht einfach weiter, hoch lebe die Ideologie, Vernuft und Effizienz kann ich nicht erkennen. Es gibt viele Staaten, die auch Kernkraftwerke haben. Wie lösen sie das Problem "Endlager"? Nur wenn man die Argumente der 80 er Jahre mit dem Problemen des neuen Jahrtausend
vermischt, erwarte ich keine Lösung. In Deutschland herrscht eine panische Angst vor dem Atomkraftwerken, in Frankreich zucken sie höchstens die Schulter. Es ist eine Einstellungssache.




sarek
Beide reden davon, nur was sind die Taten.


Im Hausbau wird viel für bessere Heizung / Isolierung gemacht.
Auch die Industrie macht einiges, weil Strom TEUER ist.
Ich fahre seit 10 Jahren mit dem PKW langsamer und spare damit ca 30 % Benzin oder fahre weite Strecken mit der Bahn zum Wochenend-Tarif.

Gabriel macht einfach weiter, hoch lebe die Ideologie, Vernuft und Effizienz kann ich nicht erkennen. Es gibt viele Staaten, die auch Kernkraftwerke haben. Wie lösen sie das Problem "Endlager"?


Die Amerikaner denken auch um, weil sie TERROR zu fürchten gelernt haben. Warum wehrt man sich gegen ATOM-Energie-Nutzung im IRAN ?



Nur wenn man die Argumente der 80 er Jahre mit dem Problemen des neuen Jahrtausend
vermischt, erwarte ich keine Lösung. In Deutschland herrscht eine panische Angst vor dem Atomkraftwerken, in Frankreich zucken sie höchstens die Schulter. Es ist eine Einstellungssache.



Das kann ich "mit dem Zucken der Schulter" nicht bestätigen.
Die EU-Kommission ist voll auf dem WEG, den das DEUTSCHE "Ausstieg aus der Atomnutzung"-Gesetz allen vorgibt.

sarek, Du verlangst "ausreichend billigen Strom" , obwohl Du genau weißt, wie gefährlich für DEINE Gesundheit der Atommüll ist. Möchtest Du den Atom-Müll bei DIR im Keller lagern (als Ausgleich für Deinen billigen Strom aus der Kernenergie); ganz abgesehen davon, ob Deine Nachbarn da mitmachen wollen. Du findest wahrscheinlich nicht einmal in Frankreich ein geeignetes Grundstück für DEIN Haus mit Atom-Müll-Lager.


blumi

Zuletzt bearbeitet: 14.01.07 10:00 von blumi




Wer heute den Presseclub 12 Uhr ARD gesehen hat, konnte viele der Punkte, die ich im Beitrag angeführt habe, dort auch angesprochen sehen. Thema war auch dort, wie können wir Energie einsparen, doch das eine große Versorgunglücke klafft, die beim Abschalten einiger Atomkraftwerke auf uns zukommt, wurde kaum erwähnt.
Der Staat kassiert Riesenmengen von Geld aus der Mineralölsteuer, doch er gibt kaum in Gelder für Förderung neuer Energiequellen aus. Die bisherige Politik Rot/Grün/Gabriel war falsch, denn Strom aus Wind/Solar ist in Deutschland nicht kostengünstig.
Blumi, deine persönlichen Bemühungen zum Energiesparen in allen Ehren, sie wird das Problem nicht lösen.
Dass der Iran sich illegal Atombomben bauen will, ist das Problem, nicht die friedliche Nutzung der Kernenergie, die würde ja von USA und auch Russland begrüßt werden.

Blumi: "Das kann ich "mit dem Zucken der Schulter" nicht bestätigen.
Die EU-Kommission ist voll auf dem WEG, den das DEUTSCHE "Ausstieg aus der Atomnutzung"-Gesetz allen vorgibt. "

Die Franzosen sehen das wirklich gelassen, ihr Energieanteil von 80 % aus der Kernenergie, sagt das deutlich aus.
Doch die EU Kommission sitzt in Brüssel, der deutsche Weg (Ausstieg aus der Kernenergie) wird von niemand dort mehr mitgegangen, Niederland und Schweden verlängern die Laufzeit der Reaktoren auf 60 Jahre.
Die Entsorgung der Brennelemente dürfte mit einem Endlager in Gorleben gelöst sein, warum Gabriel nun wieder alles von vorne klären will, ist wohl der Grund, dass er in Niedersachsen wohnt und Gorleben dort ist. Vor 20 Jahren wurde dieser Platz als beste Entsorgungsstätte herausgefunden und daran hat sich nichts geändert.
Außerdem Blumi war der letzte Absatz von Dir reine Polemik, was ich will oder nicht will spielt keine Rolle. Entscheidend ist, es sollen in Europa vergleichbare Energiebedingungen geben und Deutschland durch eine überholte Ideologie nicht noch weiter gebremst werden, seinen Bürgern und der Industrie "billigen" Strom zur Verfügung zu stellen.
Der Presseclub wird morgen früh auf Phoenix widerholt, dort wurde noch eine Zuschauerfrage gestellt, die lautete:
"Soll der Ausstieg aus der Atomkraft nochmals überdacht werden?

Antworten der Zuschauer Ja mit 66 % und Nein mit 34 %.
Also gibt es eine Volksmeinung dazu und je länger das hinausgeschoben wird, das Überdenken, desto teurer wird es für den Bürger und für viele wieder ein Grund, nicht SPD zu wählen.





sarek
was ich will oder nicht will spielt keine Rolle
- wo ist meine Polemik.

lieber sarek, Deine zitierte VOLKES-Meinung (10.000 x sarek) die sich im Presseclub gemeldet haben; das soll dann trotzdem eine Rolle spielen ?

blumi


Es ist schon seltsam: Jedesmal, wenn irgendetwas mit der Ölzufuhr aus Russland nicht stimmt, wird von bestimmter politischer Seite hierzulande sofort das Thema der Abhängigkeit thematisiert. Wenn aber der Ölpreis an den Börsen aufgrund von Spekulationen in die Höhe geht, dann hört man von dieser Seite nichts in dieser Hinsicht.
Deutschland ist abgesehen von ein paar eigenen, mickrigen Quellen doch sowieso abhängig von Ölzufuhr aus dem Ausland. Anscheinend gibt es aber bei einigen Politikern eine Einteilung in eine »gute« und eine »böse« Abhängigkeit.

Es ist auch seltsam, dass in diesem Zusammenhang dann immer gleich wieder das Thema Atomausstieg thematisiert wird. Darf man die Frage stellen, inwiefern Atomkraftwerke ausbleibendes Öl ersetzen sollen?
Gerade bei dieser Diskussion sollte man sehr darauf achten, dass man nicht einer Argumentation von Lobby- oder geopolitischen Interessen auf den Leim geht.

Es hat mich schon sehr gewundert, dass in diesem Konflikt zwischen Russland und Weißrussland bzw. der Ukraine hierzulande die russische Seite kritisiert wird. Bei anderen Gelegenheiten wird gerne darauf verwiesen, dass in Weißrussland diktatorische Verhältnisse herrschen. Jetzt hat die russische Seite den Preis für ihr Öl internationalen Verhältnissen angepasst. Eigentlich wäre dies doch ein Umstand, den man von politischer Seite hierzulande mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen müsste, hätte man den Zustand in der Vergangenheit doch als Verkauf zu Dumping-Preisen oder als ökonomische Unterstützung des ungeliebten Regimes in Weißrussland werten können. Aber davon war nie etwas zu hören, obwohl man sich ansonsten nicht zu schade ist, derartige Zustände zu kritisieren, wenn es ins politische Kalkül passt.

Nein, was die westlichen Mineralölkonzerne und mit ihnen die regierenden Politiker im Westen stört, ist der Umstand, dass Putin die Kontrolle darüber behalten will, wie dieser wichtige Bodenschatz in seinem Land ausgebeutet wird. Man muss sehr genau hinhören, wenn zu diesem Thema politische Initiativen von westlicher Seite offeriert werden: Da hört man zwischen den Zeilen etwas von wirtschaftlicher Freizügigkeit für westliche Unternehmen in Russland oder ähnliches.
Darum geht es und um nichts anderes. Deshalb versucht man auch bei jeder Gelegenheit, Putin schlecht zu machen.
In den Weiten Sibiriens gibt es noch eine ganze Menge an Öl zu fördern. Es wäre doch wirklich schade, wenn westliche Mineralölkonzerne von diesem Geschäft nicht noch besser profitieren könnten. *fg* Man muss nur einmal genauer betrachten, welche Aktivitäten auf diesem Gebiet von diesen Konzernen in den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken unternommen werden. Es stört manche Leute in der westlichen Welt wohl sehr, dass sie in Russland nicht so agieren können, wie sie gerne wollten.

Es ist aber wirklich aberwitzig, im Zusammenhang mit der Abhängigkeit vom Öl als Alternative die Nutzung von Atomkraftwerken zum Thema zu machen. Schließlich muss das dort verwendete Uran von Deutschland auch importiert werden und das noch zu einem größeren Anteil aus Russland als Erdöl.
Sicherlich muss die bisherige Nutzung fossiler Energieträger zur Stromerzeugung überdacht und die Entwicklung von Alternativen beschleunigt werden, nur hat das Ganze so gut wie nichts mit der Abhängigkeit vom Öl zu tun, weil dieses kaum zur Stromerzeugung genutzt wird. Insofern ist die politische Diskussion, die dies als Anlass nimmt, Humbug.

Der GAU von Tschernobyl ist nur 20 Jahre her, aber irgendwie scheinen die Konsequenzen daraus hierzulande schon wieder vergessen zu sein. Die Ukraine ist weit weg und man ist sich offensichtlich nicht der geografischen Verhältnisse bewusst. Die Bevölkerungsdichte ist dort geringer und so waren dort nicht so viele Menschen von den Auswirkungen betroffen, wie es hierzulande wären: Würde etwas Vergleichbares in Deutschland passieren, müsste ein Gebiet größer als das Ruhrgebiet zur Sperrzone erklärt und alle dort lebenden Menschen umgesiedelt werden.
Die Heizkessel eines Kohlekraftwerks können auch explodieren, nur hätte das nicht derartige Konsequenzen. Es gibt keine 100%ige Sicherheit - auch nicht für Atomkraftwerke und seien sie angeblich noch so sicher.
(Auf die ungeklärte Frage der Endlagerung des Atommülls will ich nicht extra eingehen.)

Wenn es die Politiker, die sich jetzt so lautstark zu Wort melden, in der Energiefrage wirklich ernst meinen würden, würden sie z.B. für Folgendes eintreten:
  • Zerschlagung der oligopolistischen Strukturen auf dem Energiemarkt
  • verstärktes Eintreten für globale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energiepolitik
  • weitere Förderung alternativer Energiequellen
  • konsequente Maßnahmen zur Energieeinsparung (z.B. generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen, steuerliche Sanktionierung von "Spritfressern", Verbot von Stand-by-Schaltungen an elektrischen Haushaltsgeräten u.v.m.)
Das passiert aber so gut wie gar nicht, und das liegt daran, dass man mit solchen Maßnahmen manchen Leuten ganz erheblich das Geschäft verderben, anderen die Bequemlichkeit und dritten die Möglichkeit zum Protzen nehmen würde. Dies wäre aber notwendig, wenn wir nicht in wenigen Jahrzehnten ein böses Erwachen erleben wollen. Die derzeitige Art der Nutzung der Atomenergie ist dazu keine wirkliche Alternative.

Zwirni



zwirni
Zerschlagung der oligopolistischen Strukturen auf dem Energiemarkt


zerschlagen rettet die Menschheit nicht >> besser ist: mit den oligopolistischen Strukturen NEUE (nachhaltige) Ziele in Angriff nehmen.

Die Heizkessel eines Kohlekraftwerks können auch explodieren, nur hätte das nicht derartige Konsequenzen. Es gibt keine 100%ige Sicherheit - auch nicht für Atomkraftwerke und seien sie angeblich noch so sicher.
(Auf die ungeklärte Frage der Endlagerung des Atommülls will ich nicht extra eingehen.)


den Atom-Müll "als schwer kontrollierbares Gift" - wie in London und anderen Städten (s. Ex-Spion Alexander Litwinenko) zu beobachten war - sollten "sarek & Co" bei ihrer "Einschätzung der Alternativen" auch berücksichtigen.

Gabriel hat es richtig dargestellt.
Wir müssen Energie sparen auf allen Gebieten, dann kommen wir hoffentlich mit den ungefährlichen Erzeugungstechniken aus.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 16.01.07 10:32 von blumi


Hallo,

ich finde es absolut unverständlich, wie bei jeder Öldebatte immer wieder die Totgeburt Atomstrom aus dem Keller gekramt wird.

Denn nehmen wir einmal an, die Öl- oder Gaszufuhr würde komplett ausfallen............ ja, dann hätten wir ja Gott-sei-dank den Atomstrom, schließlich hat ja jeder seinen eigenen Atomreaktor im Keller, um die Gas- bzw. Ölheizung damit zu ersetzen und die Autos und LKWs sind ja auch Atomgetrieben.............. ja neeeee, is klar... *kopfschüttel*

Wer also Öl oder Gas durch Atomstrom ersetzen will, hat scheinbar grundlegende Dinge nicht verstanden - zumindest in meinen Augen.

Außerdem basiert Atomkraft auf einen anderen Brennstoff, der ebenfalls limitiert ist und (voraussichtlich) gleichzeitig mit den Ölvorräten zu Neige gehen (womöglich sogar noch früher).

Ich frage mich: Wie intelligent ist es von einem begrenzten Rohstoff auf einen anderen zu setzen (vorallem, wenn man am Ende weder den einen noch den anderen hat).

Vielleicht sollte man endlich mal darüber nachdenken, wie man das Problem langfristig und zukunftsorientiert löst, anstatt irgendwelche albernen Scheindebatten zu führen.


*******************************************************

Dieser Beitrag besteht aus 100% recycelten Elektronen!



Deutschland war in den letzten Jahren tief im Dornröschenschlaf bezüglicher Förderung alternativer Energiequellen. Denn das was Trittin machte und nun Gabriel macht, mit der Förderung von Windenergie und Solarstrom ging am Problem vorbei, denn bei einem Anteil am Ganzen von 1.2% (2005) 1.1 % (2004) ist das unerheblich.
Meine Gedanken für diesen Artikel waren die Ziele für den Treibhausgas-Ausstoß für das Jahr 2020 im EU-Raum um die Reduzierung dessen um 20 % vom Jahr 1990. Das ist ein Riesenschritt in die richtige Richtung, erfordert aber eine totale Umstellung unserer bisherigen Denkschemen.
Wenn bisher in Deutschland 2 große Konzerne sich zusammenschließen wollen, erfordert dies das OK des Kartellamtes. Man will keine marktbeherrschende Stellung, bzw. eine Abhängigkeit von diesem neuem Konzern.
Also muss auch die Frage erlaubt sein, warum sind wir in den letzten Jahren vom Import so stark abhängig geworden. Die Erzeugung eigener Energie ging von 41,7 % (1990) auf nun 26.7 % (Stand 9/06) zurück. In diesen Zahlen 2006 ist der Anteil der höchstsubventionierter Steinkohle mit 12.9 % und Braunkohle mit 11.2 % enthalten, hier läuft die Förderung 2010 aus. Also weg von Kohle (also 24.1%) und stufenweise Abschaltung von Kernenergiewerken.
Wie ich erwähnte sollen neue Kohleheizwerke gebaut werden, vielleicht mit Importkohle, die noch billig ist (halber Preis der Einheimischen). Doch wie verträgt sich das mit den Feinstaubemissionen?
In den meisten EU Staaten ist durch die Energiepolitik der EU nun eine Diskussion über die eigene Situation entbrannt, doch Deutschland und in Form von Gabriel blockt hier ab. Man wird demnächst einen Energiegipfel machen, doch eine Diskussion dabei über die Kernenergie ist Tabu. Dabei geht es weniger um einen Neubau, als um die Nutzungsdauerverlängerung.

Übrigens Zwirni, die Temporegelung auf 80 % der Autobahnen ist geregelt, und zwar mit 120km/h. Doch was du mit dem Spritverbrauch angesprochen hast, hier liegt seitens der deutschen Automobilwirtschaft ein weiterer Dornröschenschlaf vor. Während Toyota das Hybridauto zur Serienreife führte, sind die Marken Daimler, BMW, VW, Opel und Ford fast 10 Jahre zurück. Die freiwillige Vereinbarung mit der Industrie hat versagt. Die Reduzierung des durchschnittlichen Spritverbrauches hat sich nur minimal nach unten verändert und daher werden die neuen EU Vorschriften dazu, hier im Lande ungern angenommen. Sicher wird die Autolobby versuchen, diese Vorschriften zu entschärfen.
Zu den Standby Schaltungen der meisten Geräte der Unterhaltungselektronik sollte einmal die Aussage überprüft werden, dass ein ganzes Kraftwerk abgeschaltet werden könnte, wenn es diese nicht gäbe. Hier dürfte ein Fehler vorliegen, doch es wird laufend erwähnt.

Blumi: „ Gabriel hat es richtig dargestellt.
Wir müssen Energie sparen auf allen Gebieten, dann kommen wir hoffentlich mit den ungefährlichen Erzeugungstechniken aus.“

Deutschland (Industrie und Bewohner) sparen schon Energie, doch große Einsparungen werden nicht zu erwarten sein, dafür wird der Staat kaum größere Fördergelder herausrücken.
Gabriel als Niedersachse hat Angst sich in Niedersachsen mit den dortigen Kernkraftgegner herumschlagen zu müssen, daher seine halbherzige Beschäftigung damit. Übrigens der Standort des Endlagers für abgebrannte Brennelemente mit Gorleben war und ist die beste Lösung. Sogar die DDR hatte im selben Salzstock nur einig Kilometer weiter, vorgehabt dort zu „Endlagern“.
Das es im Zusammenhang mit der Kernenergie auch sehr giftige Substanzen existieren war mir schon immer klar, aber das in ein Konzept einzubinden, neue Wege in dem Energiemix zu finden, wird wohl „sarek & Co.“ nicht besonders beeinflussen. Diese Substanzen als Gift einzusetzen ist kriminell, genauso wie die „friedliche, aber geplante Nutzung der Kernenergie zum Bau von Bomben“, siehe das Beispiel Iran.
Zwirni bist du dir sicher, dass es nur die positive Atomlobby gibt oder kann es sein, das gerade die ablehnende Lobby zur Kernkraft seit Jahren nur in Deutschland die Gedanken beeinflusst.




Zuletzt bearbeitet: 16.01.07 13:07 von sarek


esra
Hallo,

ich finde es absolut unverständlich, wie bei jeder Öldebatte immer wieder die Totgeburt Atomstrom aus dem Keller gekramt wird.


hallo esra, man sieht hier, warum einige Politiker daran festhalten........ (weil sarek & Co es wollen) smile.

sarek
Gabriel als Niedersachse hat Angst


wenn er Angst hätte, würde er nicht Politiker sein !
Du siehst doch, wie er sich gern mit seinen Gegnern streitet.

Deutschland (Industrie und Bewohner) sparen schon Energie, doch große Einsparungen werden nicht zu erwarten sein, dafür wird der Staat kaum größere Fördergelder herausrücken.


der Staat kann nur Steuergelder verteilen ; alle Fördergelder müssen als STEUER vorher von irgendjemand bezahlt werden.

Wir sollten also nicht auf FÖRDERGELDER warten, sondern aus der eigenen Einsicht heraus erkennen:

Energie sparen lohnt sich; und wir haben noch längst nicht alle Möglichkeiten des Energie-SPARENS ausgenutzt.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 17.01.07 10:16 von blumi


ich muß hier mal was klar stellen, was mir immer wieder unangenehm auffällt:
der begriff der effizienz ist ein nicht-steigerbares adjektiv. d.h., es gibt kein effizient, effizienter, am effizientesten, genausowenig, wie es ein tot, toter, am totesten gibt. entweder ist ein zustand unter den gegebenen umständen effizient oder eben nicht.
wenn die energieversorgung durch eine maßnahme effizient gemacht werden kann, dann ist diese vorher eben nicht effizient gewesen. und wenn es so ist, daß man die umstände verändert, um hernach einen vorteil zu erhalten, dann handelt es sich allerhöchstens um eine effizienzsteigerung, ein wort, daß im namen schon deutlich macht, daß die nicht steigerungsfähigkeit der effizienz aus einem bestimmten grund außer kraft gesetzt ist ---> effizienzSTEIGERUNG. damit ist aber nur gemeint, daß man eine andere situation geschaffen hat, die effizient ist, während eine vorherige situation nicht effizient war. kurz und gut: die situation ex ante ist mit einer situation ex post bei einer effizienzsteigerung gar nicht zu vergleichen. mit steigerung ist auch nicht die effizenz gemeint, sondern das ergebnis der situation, welches gesteigert ist. man kann auch sagen. das ergebnis einer ineffizienten situation ex ante ist niedriger als das ergebnis einer effizienten anderen situation ex post, was aber keine überraschung sein dürfte.
leider wird in der politischen öffentlichkeit oft gesagt, daß etwas effizienter als vorher sei. das ist aber definitiv quatsch. diese leute sind der deutschen sprache und der ökonomischen logik nicht mächtig. der bürger hat sich angewöhnt, diese dummheit unserer politiker zu übernehmen, wofür man ihn nicht verantwortlich machen kann.
ich finde nur, wir sollten uns dem dummen geschwafel solcher politiker nicht angleichen. vielmehr könnten wir bürger uns angewöhnen zu sagen wie es ist: wenn eine politische maßnahme durch modifikation effizient gestaltet werden kann, dann war sie vorher nicht effizient oder anders gesagt, die politiker haben vorher versagt. das nicht zugeben zu wollen ist wohl auch einer der rhetorischen gründe dieser unfähigen politiker, das effizienzkauderwelsch beizubehalten, ich nehme an, teilweise auch wider besseren wissens.
effizienz bedeutet ökonomisch ganz einfach:
entweder hat man mit gegebenem input ein maximum an output erreicht oder man hat einen gegebenen output mit einem minimum an input erreicht. tertium non datur (ein drittes gibt es nicht).
gesellschaftbezogen bedeutet dies das gleiche wie das paretokriterium, welches meint, ein zustand ist erst dann pareto-optimal, wenn es nicht mehr möglich ist, eine person besser zu stellen, ohne eine andere person schlechter zu stellen. und damit wird zugleich eines klar, nämlich das der zustand von effizienz nichts anderes ist als optimal. wenn also jemand von einem optimalen zustand spricht, ist dieser zustand zugleich effizient und vice versa.
im übrigen ist es absurd zu behaupten, man könne mit einem minimum an input ein maximum an output erreichen. bildlich gesprochen ist das minimum betrag "nichts" (mathematisch "null"). wie sollte es denn möglich sein, mit einem input von "nichts" überhaupt irgendeinen output zu erhalten, geschweige denn ein maximum an output größer "null". das maximum des outputs vom input "nichts" ist auch "nichts";-)
laßt euch nicht ver*rsch*n;-)

vowi


Zuletzt bearbeitet: 20.01.07 13:18 von Volkswirt


Stimmt vowi, deine Erklärung von Effizienz ist ok und es wird sicher auch niemand das in Frage stellen. Doch gemeint ist auch der technische Fortschritt den es auch in jedem Fachbereich gibt.
Erinnere dich an dein 1. Modem, was hast du heute für ein DSL Modem? Es liegen Welten dazwischen und diesen Nutzen sollen alle auch einsetzen, beim Energiesparen.
Die US Amerikaner haben den Markt "Umwelt" entdeckt und versprechen sich große Gewinne und das wird die Forschung schnell vorantreiben.
Sie entwickeln im Silicon Valley und können schon jetzt in einer Massenproduktion Solarelemente produzieren, die nur 2/3 der deutschen kosten und einen viel größeren Wirkungsgrad haben. Doch es ist in Kalifornien und nicht in Mitteleuropa, mit viel Regen und vielen Wolken am Himmel.



Ich glaube, die unkorrekte Benutzung des Wortes "Effizienz" rührt einfach nur daher, dass die Leute umgangssprachlich "effizient" mit "effektiv" gleichsetzen.

Ansonsten ist der letzte Absatz in Vowis Beitrag leider mathematisch falsch, denn ein Minimum »kann« den Wert Null haben, es kann aber auch jeden anderen Wert haben.

Gibt es eigentlich so etwas wie verbale Effizienz?

Zwirni



nun zwirnio, da muss man nur etwas weiterdenken, um das rätsel zu lösen.
wir wissen aus der mathematik, daß eine optimierung wie nach dem o.g. wirtschaftlichkeitsprinzip nur unter anwendung von nebenbedingungen möglich ist. im beispiel wäre zu fragen, ob eines der beiden zielfunktionen (maximieren oder minimieren) als eine solche nebenbedingung gelten könnte. maximieren fällt aber deshalb aus, weil es sich ins unendliche erstreckt, also keine grenze (nebenbedingung) vorgibt; das maximum an output ist unendlich.
anders beim minimieren. es gibt keinen negativen input, weniger als "nichts" zu investieren geht nicht. also ist dieses nichts die einzig zur verfügung stehende grenze oder nebenbedingung.
sofern man also gleichzeitig minimieren und maximieren will, stößt man dabei auf die einzige grenze null an input, die ein maximieren des output ins unendliche überhaupt erst möglich könnte. wie aber soll es denn zu auch nur einem kleinsten teil an output kommen, wenn man nichts an input investiert. ein maximaler output ist mit einem minimalen input so nicht möglich. dies ist der logische widerspruch, was zu beweisen war:-)

vowi


Zuletzt bearbeitet: 21.01.07 03:37 von Volkswirt
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