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Thema: Rede zur Nation von G.W.B.


Ich weiß nicht, ob jemand diese schauerliche Vorstellung, die im ZDF übertragen wurde, gesehen hat.

Nach jedem Absatz, den G.W.B. äußerte, sprangen die Republikaner auf, um stehend in frenetischem Beifall ihrem "Führer" zu huldigen (unabhängig davon, wie sinnvoll der gerade geäußerte Satz eigentlich war).

Es war eine Wiederholung der altbekannten Phrasen vom Kampf für die Freiheit nach amerikanischer Vorstellung, eine Beschwörung auf die Notwendigkeit des Zusammenhalts der amerikanischen Nation im Kampf gegen das "Böse", die altbekannte Leier von der angeblichen Überlegenheit des amerikanischen Wertesystems gegenüber anderen Kulturen.

Egal, wie beschönigend dieser Auftritt in unseren Medien dargestellt wird, das Ganze hatte schon eine "goebbelsche Qualität" und erinnerte mich doch sehr an: "Wollt ihr den totalen Krieg?"

Die Worte mögen nicht so drastisch gewesen sein, in meiner Wahrnehmung waren sie nicht wesentlich weniger faschistoid.

Zwirni



Nach jedem Absatz, den G.W.B. äußerte, sprangen die Republikaner auf, um stehend in frenetischem Beifall ihrem "Führer" zu huldigen (unabhängig davon, wie sinnvoll der gerade geäußerte Satz eigentlich war).



es gibt zum Glück nicht nur diese BILDER aus den USA.

Hillary and Obama sind im Aufwind.

blumi


Ich hab's nicht gesehen.

GWB ist auf meiner ignore-list.




Ich habe auf Phoenix diese Rede gerade gesehen, vielleicht hat das ZDF in der Nacht etwas anderes ausgestrahlt? Nur Zwirnis Eindrücke dieser Rede kann ich nicht bestätigen. Es war keine schauerliche Vorstellung, es war eine Redes eines Präsidenten der USA zur Lage der Nation, nichts anderes.
Ich habe seit Kennedy viele dieser Reden gesehen, ja sie unterscheiden sich zu den Reden im Bundestag. Hier klatscht nur die Partei des Kanzler zusammen mit der Koalition, die Opposition
rührt sich da nicht, nur bei besonderen allgemeinen Sätzen. Die Gegenrede des Oppositionsführers wird nur von dieser beklatscht.
Regierung schweigt dazu.
Nach vielen Absätzen der Bush Rede klatschten die Senatoren und standen auf. Davon vielleicht 3/4 alle Senatoren insgesamt, also bei allen Klatschpausen, also nicht nur die Republikaner, doch diese am meisten. Doch bei den meisten auch die Demokraten.
Das ist so in den USA üblich bei derartiken Reden. Im englischem Parlament stehen während einer Rede z.b. von Blair auch laufend Abgeordnete auf, setzen sich wieder hin, immer von einigen Zwischenrufen begleitet. Andere Länder, andere Sitten und z.b. im Parlament von Südafrika wird das auch so gemacht.

Bush hat Innenpolitik und Außenpolitik angesprochen, ebenso seine Vorstellung zur Energiesituation gemacht und Vorgaben verkündet. Das war auch Biodiesel und Ethanol dabei, natürlich auch die "Saubere" Kernenergie, was immer das auch so sei. Die USA setzen auf alternative Energien und in einem Beitrag hier, hab ich das erwähnt.
Mögen sie einige Jahre brauchen, das Ziel zu erreichen oder auf EU Niveau zu kommen, er hat zumindestens ein Ziel genannt, er sprach auch von Hybrid Autos, das die deutschen Automobilhersteller glatt verschlafen haben (mit Hilfe der letzten Regierung).
In der Außenpolitik sieht sich die USA noch im Krieg, sicher noch einige Jahre. Das sie jetzt 24 000 Soldaten in den Irak schicken will, wurde auch gesagt und auch der Grund dazu.

Am Schluss erwähnte er einen Profibasketballer aus dem Kongo, der jetzt US-Bürger ist, aber in seiner Heimat dort ein Krankenhaus hat bauen lassen, ebenso wurde eine Unternehmerin gewürdigt, die ebenfalls anwesend war, die mit einem Video ihrer Tochter anfing, später das gewachsene Unternehmen mit 20 Mio.US $ verkaufte und das jetzt 200 Mio. Umsatz macht. Ebenso wurde ein Sergant erwähnt, der 2003 im Irak persönliche Tapferkeit zeigte, verwundet wurde und den "Silver Star" dafür bekam, er war ebenso anwesend.

Warum nun unsere Medien das "beschönigend" darstellen sollen, keine Ahnung, sie brauchen es nur senden. Mit einer Rede a la Reichspropagandaminister Goebbels hatte es nichts zu tun und überhaupt nicht mit dessen Rede im Berliner Sportpalast " wo ja die Frage "Wollt Ihr den totalen Krieg?" gestellt wurde.
Und das diese Rede nicht wesentlich weniger faschistoid, als die von Goebbels gewesen sein soll, ist wohl der späten Nacht zuzuordnen und die Wahrnehmung zwischen Rede und Traum war.



Tja Sarek, Du hast bei Deiner kurzen Inhaltsangabe sämtliche Äußerungen von G.W.B. zum "Krieg gegen den Terrorismus" unterschlagen. Das ist auch "beschönigend".
An Deinen Satz »Andere Länder - andere Sitten« werde ich Dich bei Gelegenheit erinnern.

Vielleicht ist es aufgefallen, dass heute in den Nachrichtensendungen so gut wie nichts Original-Gesprochenes der Rede gezeigt wurde. Auf eine "imaginäre" Weise sprachen sämtliche Berichterstatter davon bestenfalls in indirekter Rede. Man setzte den Schwerpunkt auch lieber auf die unverbindlichen und stark anzuzweifelnden Äußerungen von G.W.B. zur Energiepolitik.
Zwar wurde dann später die Kritik an G.W.B.´s Rede thematisiert, aber das, was er wirklich zum "Krieg gegen den Terrorismus" gesagt hatte, erfuhr der deutsche 0815-Fernsehzuschauer nicht wirklich. Außer er hatte die Zeit, sich das auf Phoenix anzusehen. Mir soll niemand erzählen, dass das Zufall war. Man konnte daran sehr gut "Die Zensur-Schere" im Kopf der Journalisten erkennen.

Sicherlich ist das Ganze eine Frage der Wahrnehmung. Für mich ist das, was G.W.B. da äußerte, nicht lediglich Patriotismus. Es wäre vielleicht auch "nur" Nationalismus, wenn er sich darauf beschränken würde, die eigene Nation als etwas Besseres darzustellen. Er geht aber darüber hinaus, wenn er es als legitim ansieht, das amerikanische "Wertesystem" anderen Völkern mit militärischen Mitteln "überzuhelfen".

Das, was mich bei dieser Vorstellung an Goebbels erinnerte, war Folgendes:
Zuerst beginnt man einen völkerrechtswidrigen Krieg und dann nimmt man die wohl nur zu verständliche Gegenwehr als Rechtfertigung dafür, diesen Krieg auszuweiten. Man beschwört den Zusammenhalt der Nation, stellt diese als etwas Heroisches dar, die einer "guten" Sache verpflichtet ist. Man fordert Opfer ein und zeigt dann auch noch eines dieser Opfer als "Vorbild". Weiterhin präsentiert man einen anderen Bürger als "Vorbild" der heldenhaft an der "Heimatfront" agiert hat. Und damit die manipulative Absicht nicht so offensichtlich wird, dekoriert man das Ganze noch mit einer lieben Mama und Unternehmerin und mit einem farbigem Sportler. Und die Menge im Kongress applaudiert dazu frenetisch und hat wahrscheinlich heute noch Muskelkater in den Beinen vom ständigen Aufstehen und Hinsetzen.

Die dort gebotene Vorstellung bezeichne ich als faschistoid: Die Beschwörung einer angeblichen "Volksgemeinschaft", ein nicht zu übersehender Personenkult, die Glorifizierung von menschlichen Opfern bei deren gleichzeitigem Missbrauch für andere Ziele und eine demagogische Verdrehung der Tatsachen für propagandistische Zwecke.
Man muss schon etwas "betriebsblind" in politischer Hinsicht sein, wenn man die Parallelitäten zur deutschen Geschichte nicht erkennt.

Der Originaltext der Rede ist hier nachzulesen. (Es ist wirklich der gesprochene Text. Ich habe das überprüft.)

Nachfolgend zitiere ich die für meine Meinungsbildung wichtigen Passagen der Rede in Auszügen. Die für mich relevanten Formulierungen sind fett hervorgehoben.
Ich bitte um Entschuldigung, weil es doch etwas umfangreicher geworden ist und weil man, um es richtig zu verstehen, der amerikanischen Sprache mächtig sein muss. Aber das Ganze noch zu übersetzen, wäre zuviel für diese Nacht gewesen.

Zwirni


Zuletzt bearbeitet: 25.01.07 04:56 von zwirni


George W. Bush:

We must have the will to face difficult challenges and determined enemies -- and the wisdom to face them together.

...

Each of us is guided by our own convictions -- and to these we must stay faithful. Yet we're all held to the same standards, and called to serve the same good purposes: ... to guard America against all evil; and to keep faith with those we have sent forth to defend us.

...

For too long our nation has been dependent on foreign oil. And this dependence leaves us more vulnerable to hostile regimes, and to terrorists -- who could cause huge disruptions of oil shipments, and raise the price of oil, and do great harm to our economy.

...

For all of us in this room, there is no higher responsibility than to protect the people of this country from danger. ... We know with certainty that the horrors of that September morning were just a glimpse of what the terrorists intend for us -- unless we stop them.

With the distance of time, we find ourselves debating the causes of conflict and the course we have followed. Such debates are essential when a great democracy faces great questions. Yet one question has surely been settled: that to win the war on terror we must take the fight to the enemy.

From the start, America and our allies have protected our people by staying on the offense. ...

... For each life saved, we owe a debt of gratitude to the brave public servants who devote their lives to finding the terrorists and stopping them.

Every success against the terrorists is a reminder of the shoreless ambitions of this enemy. The evil that inspired and rejoiced in 9/11 is still at work in the world. And so long as that's the case, America is still a nation at war.

...Al Qaeda and its followers are Sunni extremists, possessed by hatred and commanded by a harsh and narrow ideology. Take almost any principle of civilization, and their goal is the opposite. They preach with threats, instruct with bullets and bombs, and promise paradise for the murder of the innocent.

Our enemies are quite explicit about their intentions. They want to overthrow moderate governments, and establish safe havens from which to plan and carry out new attacks on our country. By killing and terrorizing Americans, they want to force our country to retreat from the world and abandon the cause of liberty. They would then be free to impose their will and spread their totalitarian ideology. ...

... In recent times, it has also become clear that we face an escalating danger from Shia extremists who are just as hostile to America, and are also determined to dominate the Middle East. ...

The Shia and Sunni extremists are different faces of the same totalitarian threat. Whatever slogans they chant, when they slaughter the innocent they have the same wicked purposes. They want to kill Americans, kill democracy in the Middle East, and gain the weapons to kill on an even more horrific scale.

...

This war is more than a clash of arms -- it is a decisive ideological struggle, and the security of our nation is in the balance. ... What every terrorist fears most is human freedom

-- societies where men and women make their own choices, answer to their own conscience, and live by their hopes instead of their resentments. Free people are not drawn to violent and malignant ideologies -- and most will choose a better way when they're given a chance. So we advance our own security interests by helping moderates and reformers and brave voices for democracy. The great question of our day is whether America will help men and women in the Middle East to build free societies and share in the rights of all humanity. And I say, for the sake of our own security, we must.

In the last two years, we've seen the desire for liberty in the broader Middle East -- and we have been sobered by the enemy's fierce reaction. ...

A thinking enemy watched all of these scenes, adjusted their tactics, and in 2006 they struck back. ...

This is not the fight we entered in Iraq, but it is the fight we're in. Every one of us wishes this war were over and won. Yet it would not be like us to leave our promises unkept, our friends abandoned, and our own security at risk. Ladies and gentlemen: On this day, at this hour, it is still within our power to shape the outcome of this battle. Let us find our resolve, and turn events toward victory.

... Our goal is a democratic Iraq that upholds the rule of law, respects the rights of its people, provides them security, and is an ally in the war on terror.

...

For America, this is a nightmare scenario. For the enemy, this is the objective. ... Ladies and gentlemen, nothing is more important at this moment in our history than for America to succeed in the Middle East, to succeed in Iraq and to spare the American people from this danger.

...

American foreign policy is more than a matter of war and diplomacy. Our work in the world is also based on a timeless truth: To whom much is given, much is required.

...

When America serves others in this way, we show the strength and generosity of our country. These deeds reflect the character of our people. The greatest strength we have is the heroic kindness, courage, and self-sacrifice of the American people.




Three weeks ago, Wesley Autrey was waiting at a Harlem subway station with his two little girls, when he saw a man fall into the path of a train. With seconds to act, Wesley jumped onto the tracks, pulled the man into the space between the rails, and held him as the train passed right above their heads. He insists he's not a hero. He says: "We got guys and girls overseas dying for us to have our freedoms. We have got to show each other some love." There is something wonderful about a country that produces a brave and humble man like Wesley Autrey.

Tommy Rieman was a teenager pumping gas in Independence, Kentucky, when he enlisted in the United States Army. In December 2003, he was on a reconnaissance mission in Iraq when his team came under heavy enemy fire. From his Humvee, Sergeant Rieman returned fire; he used his body as a shield to protect his gunner. He was shot in the chest and arm, and received shrapnel wounds to his legs -- yet he refused medical attention, and stayed in the fight. He helped to repel a second attack, firing grenades at the enemy's position. For his exceptional courage, Sergeant Rieman was awarded the Silver Star. And like so many other Americans who have volunteered to defend us, he has earned the respect and the gratitude of our entire country.

In such courage and compassion, ladies and gentlemen, we see the spirit and character of America -- and these qualities are not in short supply. This is a decent and honorable country -- and resilient, too. We've been through a lot together. We've met challenges and faced dangers, and we know that more lie ahead. Yet we can go forward with confidence -- because the State of our Union is strong, our cause in the world is right, and tonight that cause goes on. God bless.




Boah, Zwirni, was ist das denn?

Du hast Doch oben den Originaltext verlinkt, damit jeder, der es genau wissen will, das Ganze nachlesen kann. Warum also dann noch das teilweise Einstellen des Textes, nur um was fett zu drucken? Soll sich doch jeder seine eigenen Meinung bilden, wenn es ihm genehm ist.
Außerdem kann ich in dem von Dir fett hervorgehobenen Vokabular
nichts neues entdecken: Es ist das klassische Vokabular der PNAC, der aber so langsam die Luft ausgeht.
Also eigentlich nix neues von Bush......leider!

*******************************************************

Dieser Beitrag besteht aus 100% recycelten Elektronen!



Also langsam wird es einem ja schlecht wenn man ins Forum schaut und so manches hier liest..

*koppschüttel*



Schiesse immer auf den Mond.. sollte das daneben gehen...landest du immer noch in den Sternen.. *Sprichwort aus Amerika*

Zuletzt bearbeitet: 25.01.07 17:40 von silvi


esra:
Boah, Zwirni, was ist das denn?

Du hast Doch oben den Originaltext verlinkt, damit jeder, der es genau wissen will, das Ganze nachlesen kann. Warum also dann noch das teilweise Einstellen des Textes, nur um was fett zu drucken? Soll sich doch jeder seine eigenen Meinung bilden, wenn es ihm genehm ist.
Außerdem kann ich in dem von Dir fett hervorgehobenen Vokabular
nichts neues entdecken: Es ist das klassische Vokabular der PNAC, der aber so langsam die Luft ausgeht.
Also eigentlich nix neues von Bush......leider!

silvi:
Also langsam wird es einem ja schlecht wenn man ins Forum schaut und so manches hier liest..

Es ging mir nicht nur darum, etwas fett darzustellen. Wenn man etwas markiert, soll dies eine Hervorhebung sein. Es ging mir nur darum darzustellen, wie ich zu meiner Meinung komme, die sicherlich auf viel Unverständnis stößt.
Man kann natürlich die Rede auf der Internet-Seite vom Weißen Haus nachlesen, und ich will auch niemanden daran hindern, sich seine eigene Meinung zu bilden. Ich kann mir auch vorstellen, dass manch einer diese Rede wirklich toll findet, aber manchmal muss man etwas deutlicher werden.
Wir haben uns mittlerweile an diese Art von Reden gewöhnt und nehmen sie als etwas "Normales" hin.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich an die Diskussion über eine Rede des iranischen Präsidenten vor ungefähr einem Jahr erinnern: Was für ein mediales Echo wurde daraus "produziert"? Mit welchen politischen Interpretation wurden wir daraufhin konfrontiert und wie wurde diese Rede für politische Zwecke instrumentalisiert?

So. Und jetzt polen wir einmal die politische Perspektive um und betrachten die Rede von G.W.B. aus Sicht der Menschen in Afghanistan, im Irak oder Iran und der ganzen Region: Wenn dort die offizielle gesellschaftliche Interpretation auch nur die "Qualität" hat, wie die vor einem Jahr hierzulande bei der Rede des iranischen Präsidenten, was für Konsequenzen sind wohl daraus zu erwarten?
Was müssen die Menschen dort davon halten, wenn der US-amerikanische Präsident fordert: "Wir müssen den Kampf zum Feind führen.", oder wenn er sagt, "Wir haben unser Volk geschützt, indem wir in der Offensive blieben."? Der Satz: "Man nehme fast jedes Prinzip der Zivilisation und ihr Ziel ist das Gegenteil davon." führt nicht zu weniger Terror und die Zielerklärung, dass man den Irak zum Alliierten im Kampf machen will, ist auch nicht förderlich im Sinne eines Friedens.

Nur mal so als gedankliches Gegenbeispiel ohne Bezug zur Realität: Man stelle sich vor, im Zweiten Weltkrieg hätte Deutschland tatsächlich England okkupiert und dann hätte Hitler oder Goebbels in einer Rede auf einem NSDAP-Parteitag gesagt: "Wir sorgen dafür, dass auch im ehemals vom Judentum beherrschten England endlich das Volk die Geschicke des Landes bestimmt und unser Ziel ist es, das jetzt befreite England zu unserem Verbündeten für die Sache des Nationalsozialismus zu machen, denn unsere Sache in der Welt ist richtig.
Wenn Deutschland in dieser Weise anderen dient, dann zeigen wir damit die Stärke und die Großzügigkeit unseres Landes. Diese Taten reflektieren den Charakter unseres Volkes. Die größte Stärke, die wir haben, ist die heldenhafte Freundlichkeit, der Mut und die Selbstaufopferung des deutschen Volkes."


Ich habe jetzt nur übersetzt (im ersten Absatz sinngemäß) und ein paar geschichtliche und geografische Begriffe ausgetauscht.
Vielleicht wird jetzt klar, was ich meine.

Zwirni


Zuletzt bearbeitet: 27.01.07 04:43 von zwirni



Ich will nicht näher auf die Rede von Bush eingehen, doch mir macht Sorgen, was zwirni schreibt um das zu rechtfertigen, was im 1. Beitrag hier stand, diesen hatte ich inzwischen fast vergessen und dem frühen Morgen zugeschrieben. Nun lese ich:

zwirni " So. Und jetzt polen wir einmal die politische Perspektive um und betrachten die Rede von G.W.B. aus Sicht der Menschen in Afghanistan, im Irak oder Iran und der ganzen Region: Wenn dort die offizielle gesellschaftliche Interpretation auch nur die "Qualität" hat, wie die vor einem Jahr hierzulande bei der Rede des iranischen Präsidenten, was für Konsequenzen sind wohl daraus zu erwarten?
.

Iran ist für die USA seit Beginn der 80er Jahren "Reich des Bösen", alle Präsidenten der USA haben einen näheren Kontakt mit Iran abgelehnt und umgekehrt ist es im Iran üblich, dort bei Demonstrationen die Flagge zu verbrennen und die USA " als Teufelsreich " zu bezeichnen.

Derzeit ist der Krieg im Irak kein Krieg USA - Irak( was ja von Anfang an auch nicht war), es gibt den Konflikt Regierung plus Truppen der USA und Allierte gegen Terroristen der Schiiten und Sunniten (incl. tausender "Freiwilligen" aus islamischen Nachbarstaaten).

Bei Afghanistan ist es ähnlich. Hier wurde und wird noch Krieg gegen die Taliban geführt, nicht gegen die normalen Menschen des Landes und auch die halbwegs demokratisch gewählte Regierung dort, steht und fällt mit dem Sieg der NATO. Nicht zu vergessen ist, daß auch Deutschland dort mit ca. 2000 Soldaten im Norden vertreten ist und viele zivile Hilfsorganisationen den Schutz der Truppen brauchen.

Zwirni "Bei dieser Gelegenheit möchte ich an die Diskussion über eine Rede des iranischen Präsidenten vor ungefähr einem Jahr erinnern: Was für ein mediales Echo wurde daraus "produziert"? Mit welchen politischen Interpretation wurden wir daraufhin konfrontiert und wie wurde diese Rede für politische Zwecke instrumentalisiert?


In dieser Rede sprach auf einer Konferenz Ahmadineschad zuerst davon, die „den Zionismus” zum Thema hatte, Israel müsse von der Landkarte des Nahen Ostens verschwinden; später legte er nach und spielte mit dem Gedanken, für Juden in Europa, Deutschland und Österreich etwa, einen Staat zu schaffen. Den Holocaust verharmloste er, wenn er ihn nicht sogar insgesamt in Frage stellte. Anders gesagt, der Iran (Mitglied der UN) droht einem anderen Staat also Israel (ebenso Mitglied der UN) ihn zu vernichten. Die UN hat diese Rede verurteilt und sogar religiöse Führer im Iran haben sich davon distanziert.
Zum letzten Teil des Artikels von zwirni will ich micht nicht äußern, ist wohl ähnlich wie Bush mit Goebbels zu vergleichen.








sarek:
Ich will nicht näher auf die Rede von Bush eingehen, doch mir macht Sorgen, was zwirni schreibt um das zu rechtfertigen, was im 1. Beitrag hier stand, diesen hatte ich inzwischen fast vergessen und dem frühen Morgen zugeschrieben.

Wenn ich etwas nicht mag, dann ist es höfliche Heuchelei, und falls es an Sprachkenntnissen mangelt, wäre es auch keine Schande gewesen, das zuzugeben.

sarek:
Derzeit ist der Krieg im Irak kein Krieg USA - Irak( was ja von Anfang an auch nicht war), es gibt den Konflikt Regierung plus Truppen der USA und Allierte gegen Terroristen der Schiiten und Sunniten (incl. tausender "Freiwilligen" aus islamischen Nachbarstaaten).

Bei Afghanistan ist es ähnlich. Hier wurde und wird noch Krieg gegen die Taliban geführt, nicht gegen die normalen Menschen des Landes und auch die halbwegs demokratisch gewählte Regierung dort, steht und fällt mit dem Sieg der NATO. Nicht zu vergessen ist, daß auch Deutschland dort mit ca. 2000 Soldaten im Norden vertreten ist und viele zivile Hilfsorganisationen den Schutz der Truppen brauchen.

Es war also kein Krieg der USA gegen den Irak? Was war es dann?
Darf man auch fragen, ob es den "Konflikt Regierung plus Truppen der USA und Allierte gegen Terroristen der Schiiten und Sunniten", wie Du es beschönigend bezeichnest, jetzt auch auch ohne diesen Krieg geben würde?
Darf man weiterhin fragen, ob sich die unzähligen zivilen Opfer sagen werden: "Leider traf das amerikanische Geschoss nicht das Haus meines Nachbarn, der angeblich ein Terrorist sein soll, sondern unseres. Wir haben volles Verständnis dafür, dass jetzt die Hälfte unserer Familie nicht mehr lebt."?
Nächste Frage: Wie sind wohl "Regierungen" zu bezeichen, die sich nur mit fremder militärischer Unterstützung an der Macht halten können? (Ich denke, Du kennst den Begriff.) Es kann doch keine Rede davon sein, dass weder im Irak noch in Afghanistan stabile Verhältnisse außerhalb der Hauptstädte herrschen. Und nicht einmal dort gelingt es, diese zu erreichen, was offensichtlich wird, wenn man genauer zur Kenntnis nimmt, dass die neuerliche von G.W.B. angeordnete Truppenverstärkung für den Irak hauptsächlich für Bagdad bestimmt ist. Ähnliches zeigt die Anforderung von Bundeswehr-Tornados für den Süden von Afghanistan. Deutschland wird hier Schritt für Schritt immer tiefer in diesen Konflikt hineingezogen.
Der Hinweis auf die zu schützenden deutschen Soldaten in Afghanistan ist unlogisch. Wenn man sie nicht dorthin schicken würde, bräuchte man auch keine militärischen Mittel, um sie zu verteidigen.

sarek:
zwirni:
Zwirni "Bei dieser Gelegenheit möchte ich an die Diskussion über eine Rede des iranischen Präsidenten vor ungefähr einem Jahr erinnern: Was für ein mediales Echo wurde daraus "produziert"? Mit welchen politischen Interpretation wurden wir daraufhin konfrontiert und wie wurde diese Rede für politische Zwecke instrumentalisiert?

In dieser Rede sprach auf einer Konferenz Ahmadineschad zuerst davon, die "den Zionismus" zum Thema hatte, Israel müsse von der Landkarte des Nahen Ostens verschwinden; später legte er nach und spielte mit dem Gedanken, für Juden in Europa, Deutschland und Österreich etwa, einen Staat zu schaffen. Den Holocaust verharmloste er, wenn er ihn nicht sogar insgesamt in Frage stellte. Anders gesagt, der Iran (Mitglied der UN) droht einem anderen Staat also Israel (ebenso Mitglied der UN) ihn zu vernichten. Die UN hat diese Rede verurteilt und sogar religiöse Führer im Iran haben sich davon distanziert.

Sarek, ist Dir klar, dass Du damit meine Aussage unfreiwillig bestätigst? Außerdem habe ich den Eindruck, dass Du ein paar Geschehnisse durcheinanderbringst und Fragestellungen nicht von Interpretationen unterscheiden kannst, was damals wohl Ziel der politischen Kampagne war.
(Meine Meinung hat sich seither nicht geändert - es lässt sich in vergangenen Threads nachlesen.)
__________________

Aber all das war nicht der Ausgangspunkt und nicht das eigentliche Thema. Es ging mir um ein bestimmtes politisches Agieren, Argumentieren und Reagieren, dass mich an gewisse deutsche Zeiten denken ließ.
Eine derartige Betrachtung ist aber hierzulande ein Tabu, dafür kann man sogar als Bundesjustizminister(in) gefeuert werden.
Das liegt daran, dass bestimmte politische Kreise nicht daran interessiert sind, dass man freie Vergleiche zieht, weil dann offensichtlich werden würde, dass bestimmte Denkweisen, die in Deutschland zum Nationalsozialismus geführt haben, immer noch vorhanden sind. Man hat das Thema "deutsche Vergangenheit" derart überhöht und mit einem Stigma versehen, dass ein normaler Umgang damit nicht mehr möglich ist. Das Ganze ist so "böse", dass man nicht einmal andeuten darf, dass sich jemand in die Nähe der damaligen Propaganda begibt, ohne gegen die sogenannte "political correctness" zu verstoßen.
Auf dieser Grundlage ist natürlich keine sinnvolle Diskussion möglich: Man darf offiziell nur denjenigen als Nazi bezeichnen, der sich selbst dazu bekennt, alles andere ist eine Beleidigung. Dass die Übergänge zwischen politisch konservativ zu rechts und dann rechtsextrem fließend sind und dass sich diese "Ideologie" oftmals hinter gutbürgerlicher Fassade versteckt, wird gerne ignoriert. Darüber darf man nicht reden, aber allenortens wird beklagt, dass man zuwenig gegen den Rechtsextremismus unternimmt.
Und wenn man behauptet, dass sich ein US-amerikanischer Präsident oder seine republikanische Partei ähnlicher propagandistischer Mittel bedient wie es damals in Deutschland geschah oder ähnliches heutzutage beim politischen Aschermittwoch der CSU in Bayern geschieht, dann ist allein schon der Vergleich Frevel genug, ohne überhaupt das Ergebnis des Vergleichs abzuwarten.
Wem nicht auffällt, dass hier ein Denkverbot postuliert wird, ist Opfer der gegenwärtigen Ideologie.

Dann lasst uns doch lieber noch ein paar wirklich "wirkungsvolle" Lichterketten gegen Neonazis organisieren, am Sonntag in der Kirche für den Frieden beten und dann können wir uns "berechtigterweise" darüber beklagen, dass auf dieser Welt nichts besser wird. Lächerlich!

Zwirni

Was einer denkt, ist nicht entscheidend. Zu welchen Gedanken er unfähig ist, das verrät ihn.

Nikolaus Cybinski (*1936), dt. Aphoristiker



Zuletzt bearbeitet: 30.01.07 08:23 von zwirni


zwirni
Und wenn man behauptet, dass sich ein US-amerikanischer Präsident oder seine republikanische Partei ähnlicher propagandistischer Mittel bedient wie es damals in Deutschland geschah oder ähnliches heutzutage beim politischen Aschermittwoch der CSU in Bayern geschieht, dann ist allein schon der Vergleich Frevel genug, ohne überhaupt das Ergebnis des Vergleichs abzuwarten.
Wem nicht auffällt, dass hier ein Denkverbot postuliert wird, ist Opfer der gegenwärtigen Ideologie.


Vergleiche "ähnlicher propagandistischer Mittel" müssen unzulässig vereinfachen und suggerieren: wenn wir nicht widersprechen bekommen wir KZs wie 1935 - auch in USA ?

Der US-Wähler hat kürzlich (unbeeinflußt von Propaganda) entschieden und den Plänen seines Präsidenten widersprochen - ganz im Unterschied zu Deutschland nach 1939. Siehe auch die US-Publication http://www.notinourname.net/index.html.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 30.01.07 10:34 von blumi


Blumi:
Der US-Wähler hat kürzlich (unbeeinflußt von Propaganda) entschieden und den Plänen seines Präsidenten widersprochen - ganz im Unterschied zu Deutschland nach 1939.

Zu 100% wird es wohl nicht von Propaganda unbeeinflusst gewesen sein, aber es war zumindest ein Wahlergebnis, das zur Veränderung von Mehrheitsverhältnissen geführt hat. Das ist auch gut so. Nur ist allein das Vorhandensein von demokratischen Institutionen noch lange keine Garantie für ein Fortbestehen einer Demokratie.

Blumi:
Vergleiche "ähnlicher propagandistischer Mittel" müssen unzulässig vereinfachen und suggerieren: wenn wir nicht widersprechen bekommen wir KZs wie 1935 - auch in USA ?

Blumi, wie kommst Du denn zu dieser Schlussfolgerung? Geschichte wiederholt sich nicht identisch. Man kann auch nicht von einer einzelnen Erscheinung auf eine Gesamtheit schließen. Ich habe auch an keiner Stelle behauptet, G.W.B. wolle eine Diktatur errichten. Es gibt aber dennoch genügend Dinge, die mir bedenklich erscheinen.
Wenn man aber die Weltgeschichte genauer betrachtet, kann man schon Übereinstimmungen zwischen bestimmten Ereignissen und Begleiterscheinungen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten beobachten.

Zwirni



Es gibt aber dennoch genügend Dinge, die mir bedenklich erscheinen.
Wenn man aber die Weltgeschichte genauer betrachtet, kann man schon Übereinstimmungen zwischen bestimmten Ereignissen und Begleiterscheinungen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten beobachten.

Zwirni


aber Du sagst selbst, die Geschichte wiederholt sich nicht.
USA (jetzt) und Deutschland (1939) haben ganz unterschiedlich auf Pläne der Regierung reagiert.

blumi
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