HOME
Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Ludwig Erhards soziale Marktwirtschaft


Im STERN fand ich ein Interview mit dem Leiter der Ludwig Erhard Stiftung, der hier sagt: "Es beziehen sich viele auf L.E. aber kaum einer aus der CDU bzw aus anderen Parteien hat L.E. richtig verstanden und im übrigen war L.E. niemals Mitglied der CDU (er war Anhänger und Freund der CDU ohne Parteibuch) oder einer anderen Partei. L.E. wollte sich keiner Partei-Disziplin unterwerfen; interessant ist der Brief von Adenauer an L.E. , der Erhard unterstellte "es sei wohl nur ein Versehen".

L.E. setzte auf die persönliche Freiheiten des Kunden und des Unternehmers, wobei alle AN u. AG am Wohlstand teilhaben müssen, um sich frei entscheiden zu können.

Das letzte habe ich bei ZWIRNI auch schon mal gelesen.

http://www.ludwig-erhard-stiftung.de/pdf/wohlstand_fuer_alle.pdf

L.E. war dagegen, daß sich der Staat über Steuern und Subventionen an der Verteilung des Wohlstandes beteiligt.

Zitat von L.E.
Die soziale Marktwirtschaft ist ohne eine konsequente Politik der Preisstabilität nicht denkbar. Nur diese Politik gewährleistet auch, daß sich nicht einzelne Bevölkerungskreise zu Lasten anderer bereichern.
Solche Versuche haben gerade in jüngster Vergangenheit vielfache Ausprägungen erfahren. Hier seien z. B. die Vereinbarungen der Sozialpartner erwähnt, deren Effekt bereits dahin geführt hat, daß Lohnerhöhungen den Produktivitätsfortschritt übersprungen haben und damit gegen den Grundsatz der Preisstabilität verstoßen. Der gleiche Vorwurf trifft die Unternehmer, wenn sie aus solchem Anlaß oder aus Eigennutz in höhere Preise glauben ausweichen zu können. Die Schuld würde sogar zum Fluch werden, wenn da jemand eine bewußt inflationäre Entwicklung fördern wollte, um auf solche Weise zu leichterer Rückzahlung aufgenommener Kredit befähigt zu werden. Es liegt mir fern, einen solchen Verdacht zu äußern, um so mehr als wohl niemand daran zweifeln kann, daß bereits ein solcher Versuch zur politischen Katastrophe führen müßte.


blumi

Zuletzt bearbeitet: 03.05.07 08:54 von blumi


dieser ausschnitt aus einem längst vergriffenen buch erzählt, was damals geschah.

http://www.mikrotheorie.de/Soziale%20Marktwirtschaft.htm

vowi



Das Grundgesetz verbürgt zwar alle die genannten in Freiheitsrechte, aber es modifiziert sie zugleich auch, indem es soziale Bindungen hinweist. Im Art 14 heißt es. »Eigentum verpflichtet. Es soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.« Jedes individuelle Freiheitsrecht findet seine natürliche soziale Grenze in dem gleichen Recht anderer.

Das Grundgesetz vereinigt demnach individualrechtliche Freiheitsgarantieen und sozialrechtliche Freiheitsbindungen miteinander. Auf die Wirtschaftsordnung bezogen läßt sich daraus die Forderung nach einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung mit sozialer Bindung ableiten. Dies sind genau jene Prinzipien, denen die Soziale Marktwirtschaft verpflichtet ist. So kann man feststellen, daß die Soziale Marktwirtschaft das Grundgesetz im wirtschaftlichen Bereich erfüllt. Das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 8. Juni 1967 wurde zur Zeit der ersten Rezession (Wachstumsverzögerung) beschlossen. Es verpflichtet die Bundesregierung und die Länderregierungen, den folgenden Zielen

- Stabilität des Preisniveaus,

- hoher Beschäftigungsstand,

- außenwirtschaftliches Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum



über die richtigen Rezepte zur Erreichung der Ziele wird nach wie vor gestritten. Wie definiere ich das "Wohl der Allgemeinheit" ? Man könnte behaupten: das Wohl der Allgemeinheit ist mit einem ausgeglichenen Staatshaushalt erreicht. Oder müssen sich fast alle das gleiche leisten können ? Beide Ziele sind bisher nie angestrebt worden.

blumi


HOME