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Thema: US-Immobilien ?


SPIEGEL:
Kunden mit geringen oder gar keinen finanziellen Reserven haben in den vergangenen Jahren von ihren Kreditinstituten großzügige Hypothekendarlehen erhalten: Nach einer Untersuchung von Goldman Sachs wurden 2005 fast 60 Prozent der variabel verzinsten Kredite an Kunden ohne Eigenkapital vergeben. Ein riskantes Spiel, das nur funktioniert, so lange die Zinsen niedrig bleiben und die Häuserpreise steigen. Derzeit geschieht in den USA jedoch das Gegenteil: Steigende Zinsen und fallende Immobilienpreise bringen zahlreiche Schuldner in Schwierigkeiten, es drohen Zwangsversteigerungen und - je nach Erlös - ein teilweiser Ausfall der Kredite.



was erkennen die "klugen Köpfe" hier im Forum ?

blumi


Ganz einfach : Man darf Immobilien nicht ohne Eigenkapital kaufen.
Gruß Sippi



Sippi:
Ganz einfach : Man darf Immobilien nicht ohne Eigenkapital kaufen.
Gruß Sippi


ich meinte: wie werden sich die Zustände in USA (oben im SPIEGEL wurde das Kreditwesen in USA für Immobilien beschrieben) weltweit auswirken ? Wir stellen ja schon den stärkeren EURO gegenüber dem Dollar fest; damit reagiert der Geldmarkt auf die Schulden in USA. Automatisch werden deutsche Exporte in die USA teurer. Das kommt z.B. BOEING zu GUTE und das merkt EADS - mit Auswirkungen auf.......... zwirni will den Binnenmarkt stärken (auch zu Lasten von Schulden ??) - wie stärken wir die Position von z.B. EADS und anderen auf dem internationalen Markt ? Mit dem Mindestlohn-Gesetz ?

blumi

Zuletzt bearbeitet: 16.07.07 08:36 von blumi


es lehrt uns erst kaufen wenn andere pleite sind.

ist aber eine alte weisheit.



fiftyone
» 17.07.07 19:29 «

es lehrt uns erst kaufen wenn andere pleite sind.

ist aber eine alte weisheit.



das löst noch nicht die internationalen Probleme "mit den verlorenen Krediten", die von den Kreditgebern in USA abgeschrieben werden müssen. ES handelt sich hier nicht um "wenige" Projekte - es sind Milliarden Dollar, die sich an der Börse (international also auch bei uns) auswirken werden !!

blumi

Zuletzt bearbeitet: 18.07.07 09:52 von blumi


(16.07.) Blumi:
ich meinte: wie werden sich die Zustände in USA (oben im SPIEGEL wurde das Kreditwesen in USA für Immobilien beschrieben) weltweit auswirken ? Wir stellen ja schon den stärkeren EURO gegenüber dem Dollar fest; damit reagiert der Geldmarkt auf die Schulden in USA. Automatisch werden deutsche Exporte in die USA teurer. Das kommt z.B. BOEING zu GUTE und das merkt EADS - mit Auswirkungen auf.......... zwirni will den Binnenmarkt stärken (auch zu Lasten von Schulden ??) - wie stärken wir die Position von z.B. EADS und anderen auf dem internationalen Markt ? Mit dem Mindestlohn-Gesetz ?

Hallo Blumi, nun schmeiß mal nicht alles so durcheinander in einen Topf. Zwischen Sozial-, Wirtschafts- und Geldpolitik muss man noch unterscheiden können, auch wenn das alles miteinander zu tun hat.

Um die im Exporthandel tätigen deutschen Unternehmen brauchen wir uns in der Gesamtheit nun wirklich keine Sorgen machen. Wenn es heißt, dass wir "Exportweltmeister" seien, dann bedeutet das auch, dass eine weitere Stärkung dieser Unternehmen überhaupt nicht notwendig ist. In Anbetracht des schwächelnden Binnenmarktes ist es geradezu eine Fehlentwicklung, die da stattfindet. Nicht ohne Grund ist sogar in §1 Stabilitätsgesetz ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht als Erfordernis der Wirtschaftspolitik formuliert.
Man hat das nicht ohne Grund in dieses Gesetz geschrieben. Dass sich der Euro derzeit auf einem Rekordhoch befindet, hat nämlich nicht nur etwas mit den Vorgängen in den USA zu tun sondern genauso auch mit der Wirtschaftspolitik in der Eurozone und mit Deutschland als größte Volkswirtschaft darin.

Wenn Deutschland mehr ex- als importiert und im Nicht-Euro-Ausland dieser Exportüberschuss mit Euro bezahlt werden muss, ergibt sich dadurch eine zunehmende Nachfrage nach Euro auf dem Geldmarkt und somit steigt der Euro-Kurs, der dann wiederum deutsche Produkte im Ausland verteuert. Dadurch werden die deutschen Export-Unternehmen gezwungen, ihre Kosten zu senken, also zu rationalisieren und Arbeitsplätze abzubauen, wodurch wiederum die Binnennachfrage sinkt. Wenn dann weitere Unternehmen ihr Heil im Exportgeschäft suchen, wird damit eine unheilvolle Spirale in Gang gesetzt, und die hiesigen "Experten" wundern sich, warum man die sogenannte "strukturelle Arbeitslosigkeit" nicht abbauen kann.

Auch wenn es gut klingt, dass Deutschland "Exportweltmeister" sei, es ist nicht gut! Es ist für einige Unternehmen vielleicht gut in der kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Sichtweise aber nicht in der langfristigen volkswirtschaftlichen Perspektive. Es ist jetzt schon ein Problem, aber weil unsere Regierenden notorisch kurzsichtig sind, erkennen sie die Fehlentwicklung nicht.
Ein an sich hoher Euro-Kurs, der stabil ist, wäre kein Problem. Das Problem besteht in der Veränderung der Wechselkurse und beim Euro in der stetigen Erhöhung seines Wechselkurses, der seine Ursachen in einer falschen Wirtschaftspolitik hat!

Insofern wäre ein gesetzlicher Mindestlohn, flankiert durch eine adäquate Sozialpolitik, durchaus ein Mittel, um dem entgegenzuwirken. Wenn dadurch die Binnennachfrage gestärkt würde, bräuchte nicht ein derart großer Teil der deutschen Produktion in den Export zu gehen und wäre nicht den Schwankungen des internationalen Marktes ausgesetzt. »Autos kaufen keine Autos.«, ist der etwas platte Spruch, der das verdeutlichen soll.

Das ist die eine (deutsche) Seite des Problems.
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(18.07.) Blumi:
das löst noch nicht die internationalen Probleme "mit den verlorenen Krediten", die von den Kreditgebern in USA abgeschrieben werden müssen. ES handelt sich hier nicht um "wenige" Projekte - es sind Milliarden Dollar, die sich an der Börse (international also auch bei uns) auswirken werden!!

Wenn es jetzt so ist, dass die Probleme auf dem US-Immobilienmarkt auf die internationalen Börsen durchschlagen, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass der internationale Kapital- und Geldmarkt mittlerweile dermaßen "liberalisiert" ist, dass er sich einer vernünftigen Kontrolle entzieht.
Anscheinend findet dort das statt, was mittlerweile auch schon in Deutschland Einzug gehalten hat: Der Handel mit Kreditderivaten. Dies ist eine Geschäftsart, bei der man versucht, aus dem Handel mit Verbindlichkeiten auch noch Gewinn zu schlagen. Da hierbei eine systematische Risikominimierung auf Seiten der institutionellen Finanzdienstleister stattfindet, muss(!) dies zwangsläufig zu Lasten der kleinen Schuldner gehen. (In Deutschland haben auch schon Etliche die Konsequenzen dieser Entwicklung zu spüren bekommen, indem ihnen der Kredit gekündigt wurde.)
D.h.: Wenn die Entwicklung auf dem US-Immobilienmarkt derartige Auswirkungen auf den internationalen Kapital- und Geldmarkt hat, dann sollte man vielleicht einmal genau untersuchen, ob sich in Übersee nicht ein paar institutionelle Finanzdienstleister mit überzogenen Renditeversprechen aus dem Handel mit Kreditderivaten verhoben haben. Aber sie bekommen ja den Hals nicht voll.

Wenn ich daran erinnern darf: Im Rahmen des letzten G8-Gipfels wurde der Versuch, nur recht unverbindliche Regeln für Hedge-Fonds (die auch mit solchen Kreditderivaten operieren) aufzustellen, von den USA und Großbritannien blockiert. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn dies irgendwann zum nächsten Börsen-Crash führt. Aber wenn das passiert, haben schon andere fett abgesahnt!!!
Und jetzt frage ich: In wessem Interesse wird trotz aller Beteuerungen tatsächlich Politik gemacht???

Also Blumi: Wenn hierzulande beklagt wird, dass der Airbus-Konzern aufgrund von Wechselkursveränderungen seine Flugzeuge nicht so gut verkaufen kann, dann ist dies eine Folge einer Wirtschaftspolitik, die im tatsächlichen Handeln nur den kurzfristigen Gewinn der Unternehmen aber nicht das langfristige Wohlergehen der Bevölkerung zur Grundlage hat. Das mag widersprüchlich klingen, ist aber Ausdruck der inneren Widersprüchlichkeit des Kapitalismus.

Zwirni



zwirni
Hallo Blumi, nun schmeiß mal nicht alles so durcheinander in einen Topf. Zwischen Sozial-, Wirtschafts- und Geldpolitik muss man noch unterscheiden können, auch wenn das alles miteinander zu tun hat.

Um die im Exporthandel tätigen deutschen Unternehmen brauchen wir uns in der Gesamtheit nun wirklich keine Sorgen machen


Die Gesamtheit (durchschnittlich gerechnet) bekommt ein Problem, wenn EINZELNE Firmen scheitern - das Scheitern hat Folgen, unter denen die Gesamtheit langsam mehr und mehr zu leiden hat !

zwirni
Wenn ich daran erinnern darf: Im Rahmen des letzten G8-Gipfels wurde der Versuch, nur recht unverbindliche Regeln für Hedge-Fonds (die auch mit solchen Kreditderivaten operieren) aufzustellen, von den USA und Großbritannien blockiert. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn dies irgendwann zum nächsten Börsen-Crash führt. Aber wenn das passiert, haben schon andere fett abgesahnt!!!


ja zwirni, es muss immer häufiger über internationale REGELN nachgedacht werden. Wenn die USA u. GB z.Zt. noch dagegen sind, was man sich bzgl internationaler Geld-Transaktionen beim G8 ausgedacht hatte, dann heißt das noch lange nicht, dass hier keine bessere Lösung (als heute praktiziert) denkbar ist.

Hilf mir bitte beim "fett absahnen" - ich sehe die vielen LEID-tragenden bei einem crash; also muss er verhindert werden und da ist es auch wichtig, dass z.B. AIRBUS am Markt bestehen kann - wie kann also der Dollar gestärkt werden (trotz der Immobilien-Fehlkalkulationen in USA) ? Dies war meine o.a. Frage, auf die ich keine Antwort habe.

Mit dem gesetzlichen Mindestlohn in der BRD schaffen wir es nicht. Deswegen sagte ich "der gesetzliche Mindestlohn ist keine Lösung für die wichtigen Probleme".

zwirni
Also Blumi: Wenn hierzulande beklagt wird, dass der Airbus-Konzern aufgrund von Wechselkursveränderungen seine Flugzeuge nicht so gut verkaufen kann, dann ist dies eine Folge einer Wirtschaftspolitik, die im tatsächlichen Handeln nur den kurzfristigen Gewinn der Unternehmen aber nicht das langfristige Wohlergehen der Bevölkerung zur Grundlage hat. Das mag widersprüchlich klingen, ist aber Ausdruck der inneren Widersprüchlichkeit des Kapitalismus.


Die Politik stellt einen Rechts-Rahmen zur Verfügung, in dem kurzfristige und langfristige Ziele vom Einzelnen mit seinen Entscheidungen am Markt verfolgt werden. Bleiben wir beim AIRBUS - die Vorinvestitionen von Hamburg + AIRBUS-Aktionären rechnen sich m.E. erst richtig nach 10 Jahren und mehr. Ist das für Dich langfristig genug geplant ?

Mit Wohlergehen der Stadt Hamburg ist für mich hier das Wohlergehen der Mitarbeiter von AIRBUS und deren Umfeld gemeint. Hamburg für die DEUTSCHE Bevölkerung "als Ganzes" in die Pflicht nehmen zu wollen, das wird keinem gelingen - auch wenn er noch so gutwillig ist. Das haben viele radikale Denker versucht und sind dabei an den "Schwächen der Menschen gescheitert".

blumi

Zuletzt bearbeitet: 22.07.07 19:43 von blumi


Spiegel online
US- IMMOBILIENKRISE
Endzeitstimmung im Hedgefonds- Olymp
Mehr als 200 Milliarden Dollar hat die Wall Street bisher durch die US-Hypothekenkrise verloren. Die einen sehen einen verheerenden Crash im Anzug - die anderen prassen weiter, als wären die Goldgräberzeiten noch lange nicht zu Ende. Doch die bösen Omen häufen sich. Von Marc Pitzke, New York mehr... [ Forum ]



blumi


Einen interessanten Artikel zu diesem Thema kann man hier finden:

http://linkszeitung.de/content/view/135564/1/

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Dieser Beitrag besteht aus 100% recycelten Elektronen!



2 Leitgedanken in der LINKSZEITUNG
NEOLIBERALE können nicht mit GELD umgehen......
Die LINKEN müssen den Karren aus dem Dreck ziehen


ich meine, nicht nur LINKE u. NOELIBERALE leiden und profitieren. Die "Jagd auf Kredit-Kunden" in allen Lagern hat die Wirtschaft in USA angekurbelt; wo hätte man die Bremse ziehen müssen ?

Fast vier Jahre lang lagen die US-Leitzinsen auf einem Rekordtief unterhalb der 2-Prozent-Marke. Ein Run auf die neuen Kredite zur günstigen Umschuldung (Refinanzierung) oder zum Hauskauf setzte ein. Das führte zu einem rasanten Anstieg der Immobilienpreise. Nicht wenige Banken in den USA und Großbritannien machten mit dem Angebot einer bis zu 125prozentigen Fremdfinanzierung Jagd auf Kunden nach dem Motto: „Kauf ein Haus auf Kredit und hol dir auch noch das Bargeld für einen Sportwagen und Luxusurlaub ab!“.


blumi

Zuletzt bearbeitet: 16.08.07 08:28 von blumi


Na dann lest doch mal bitte hier
Ende letzter Woche pumpten die Zentralbanken führender kapitalistischer Länder, allen voran die Europäische Zentralbank (EZB) so viel Geld in die Finanzmärkte wie zuletzt als Reaktion auf den 11. September 2001. Aber diejenigen, die diesmal die Welt bedrohen, sitzen in den Vorständen der Banken und Konzerne und den Ministerien, ihr Fundamentalismus heißt Marktwirtschaft.

Quelle: http://www.sozialismus.info/?sid=2258

Die Krise ist also noch lange nicht vorbei und hat Europa und Deutschland bereits erreicht.
Dagegen höre man sich Steinbrück an, der offensichtlich NUL Ahnung hat; oder er will uns nur eine rethorische Valium verpassen, wenn er behauptet, dass uns das nicht berührt!





hajo
Die Krise ist also noch lange nicht vorbei ......


lieber hajo, wie soll Steinbrück die Krise ungeschehen machen ? Auf die Auswirkungen der Krise am US-Immobilienmarkt gilt es in Europa zu reagieren. Ich kann nicht beurteilen, ob richtig reagiert wurde - ich hoffe es !

blumi

Zuletzt bearbeitet: 29.08.07 10:16 von blumi
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