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Thema: Tibet, Olympia, China


Einer der aktuellsten Themen heutzutage ist wohl ohne Diskussion die Krise in Tibet und der mögliche Boykott der Olympischen Spiele (oder dessen Eröffnungsfeierlichkeiten) in Peking.

Eigentlich stellen sich mehrere Fragen zu dem Thema:

1. Darf man die werdende Supermacht China damit brüskieren, die Unabhängigkeit Tibets zu gewährleisten?

2. Sollten Sportler während den Spielen politische Botschaften auf ihren T-Shirts tragen dürfen?

3. Sollten nur die Eröffnungsfeierlichkeiten oder gar die ganzen Spiele boykottiert werden oder sollte man die ganze Krise vergessen und uns auf die Spiele freuen?

4. Was für einen Schaden erleidet die auf positive Resonanzen so hungrigen Chinesen überhaupt (wie politisch, wie wirtschaftlich gesehen)?

Ich bin gespannt auf eure Antworten, sind alles wichtige Fragen. Falls euch noch was einfällt, nur zu!

Magyar Grüße,
Rheini



Danke Rheini, das Du das Forum wiederbelebst!

Zu Frage 1:Tibet war ja die letzten 50 Jahre nicht mehr unabhängig, hatte doch die Volksrepublik China im Oktober 1950 die Volksbefreiungsarmee losgeschickt, um das Land von den "Joch" Englands zu befreien, fand doch gleichzeitig auch der Koreakrieg statt und es gab keine Weltöffentlichkeit.

Zu Frage 2: Jedem Sportler soll es selbst überlassen werden, wie er sich äußert. Peking wird selber da nicht Einschreiten, die Spiele sollen ja „ die besten Spiele, die es je gab“ werden.

Zu Frage 3: Wenn man Boykott machen will, muss es auch mit der Wirtschaft abgestimmt sein, denn ohne Wirtschaft verpufft es ohne Wirkung. Wenn aber gleichzeitig 25 000 Berichterstatter im Lande sind, die viel berichten, auch von Tibet, bring es mehr. Doch China selber wird freiwillig nie auf Tibet verzichten, denn sie lieben eine Harmonie. Und im Sinne von China ist es: „Wehret den Anfängen“, denn andere Provinzen würden auch sich gerne abspalten.
Ob Köhler und Merkel dort hinreisen, betrachten die Chinesen so, als würde irgendwo wohl ein Sack Reis umfallen, dieser berühmte Sack Reis.

Zu Frage 4: Von den 1.3 Milliarden Chinesen profitieren ca. 500 Millionen vom Fortschritt, der Rest hungert zwar nicht mehr, doch diese Masse Volk hat keine wichtige Funktion, sie ist Verfügungsmasse um mal hier oder dort als Wanderarbeiter oder als Bergbausklave dem
„Volk“ zu dienen. Die staatliche Berichterstattung wird „überwältigend“ sein, andere Programme sind kaum zu empfangen und die Masse kann kein Englisch.
Einen Boykott der Spiele halte ich für wenig sinnvoll, es bringt niemand was, wenn einige Staaten es machen wollen. Sollte das IOC aber selber die Spiele zurückziehen, wär es ein großer Erfolg für Tibet, doch das IOC ist ja gewinnorientiert und wird die Spiele durchführen. Doch die Probleme wusste man ja, als die Spiele nach Peking vergeben wurden. Das Problem Tibet besteht ja schon Jahrzehnte.




Nach längerer Abstinenz (aus bekannten Gründen) schreibe ich auch mal wieder was. Hier mein Senf dazu:

1. Klar darf man das. Warum auch nicht? Wer will das verbieten? Was will China denn machen? Einmaschieren? Wird vermutlich nicht passieren. Bei einem Gegenboykott im wirtschaftlichen Sinne würde sich die chin. Wirtschaft selbst treffen. Also eher unwahrscheinlich.

2. Ja. Jeder muss das Recht haben, seine eigene Meinung friedfertig kund zu tun. Das ist ein wesentliches Fundament von gesell. Freiheit und ein Menschenrecht. Klar, China akzeptiert diese Rechte nicht, aber sie wollen die Spiele, also müssen sie auch die damit verbundenen Konsequenzen in Kauf nehmen. Wenn ihnen das nicht passt, müssen sie die Spiele eben abblasen.

3. Wie sollte man die Besatzung Tibets vergessen können? Für oder gegen einen Boykott gibt es viele gute Argumente, man sollte sie gut gegeneinander abwägen. Meiner Meinung nach hätte China die Spiele genau aus diesem Grund nie bekommen dürfen.

4. Schaden in welcher Hinsicht? Man hätte schon beim Einmarsch der chin. Truppen in Tibet reagieren müssen. Die gesamte Politik hätte genau darauf ausgerichtet werden müssen.

Eine Besatzung ist eine Besatzung ist eine Besatzung.
Diese Politik wäre die einzig richtige gewesen, statt dessen wird China noch durch die Ausrichtung der Spiele geadelt. Das nenne ich eine verfehlte Politik. Aber mich fragt ja niemand...



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Dieser Beitrag besteht aus 100% recycelten Elektronen!



Eine Besatzung ist eine Besatzung ist eine Besatzung.
Diese Politik wäre die einzig richtige gewesen, statt dessen wird China noch durch die Ausrichtung der Spiele geadelt. Das nenne ich eine verfehlte Politik. Aber mich fragt ja niemand...


hallo ESRA,
nach den Grundsätzen der OLYMPISCHEN SPIELE soll der Sport nicht als pol. Druckmittel verwendet werden. Die Sportler haben sich in Peking und Hongkong sehr wohl gefühlt. Im TV war in grauer Schrift auf blauem Hintergrung sehr häufig zu lesen : " ONE DREAM - ONE WORLD " - das haben Chinesen gesagt !
Tibet gehört völkerrechtlich zu CHINA so wie die beiden "jetzt um Selbständigkeit" kämpfenden Provinzen in GEORGIEN.

hier wird die Reg. von China kritisiert - dort wird die Reg. von Georgien (von uns) nicht kritisiert - oder ?

blumi

Zuletzt bearbeitet: 31.08.08 09:16 von blumi


Zuerst ist es sehr erfreulich das Blumi wieder da ist, er sagte uns ja nicht wo er die 5 Monate versteckt war, Tatsache ist aber, wir haben ihn vermisst und öfter darüber im Chat gesprochen, der das Forum war ja so gut wie tot. Nun ist Blumi wieder da und wieder Fragen über Fragen.
Zitat Blumi:
Tibet gehört völkerrechtlich zu CHINA so wie die beiden "jetzt um Selbständigkeit" kämpfenden Provinzen in GEORGIEN."

Aus Wikipedia:
Nach der Aufnahme von Verhandlungen mit China unterzeichneten Repräsentanten der tibetischen Regierung am 23. Mai 1951 unter politischem Druck in Peking das 17-Punkte-Abkommen, ohne jedoch die Vollmacht durch ihre Regierung hierfür zu besitzen. In dem Abkommen wurde die Integration Tibets in China festgelegt, wobei Tibet neben der regionalen Autonomie und Religionsfreiheit auch eine Garantie zugesichert wurde, dass das existierende politische System in Tibet unverändert bleibt. Weiter sollen Reformprozesse ohne Druck durch chinesische Zentralbehörden nur durch die tibetische Regierung eingeleitet werden.
Freiheit und Unabhängigkeit ist immer ne Sache der Macht und aus welcher Sicht man es betrachtet. Für die Sportler war wohl in der Masse Peking sehr gut, doch es gab genug Berichte, wie es mit der Meinungsfreiheit bestellt war. Es gab auch den Beitrag wie 2 alte Damen über 80 Jahre zu einem Jahr Umerziehung verurteilt, weil sie im Demo Bezirk mal demonstrieren wollten. Ihr Haus wurde abgerissen ohne Ersatz.





hallo sarek,
danke für die Blumen.

Tibet gehört völkerrechtlich zu CHINA so wie die beiden "jetzt um Selbständigkeit" kämpfenden Provinzen in GEORGIEN."

dieser Satz war etwas unglücklich formuliert - Georgien gehört nicht zu China !! sorry Sarek, aber Du hast ihn ja richtig verstanden - smile

Klar .. unsere Presse suchte nach SPEKTAKEL und fand die alten Frauen, die für den Hausabriß nicht entschädigt wurden.

Ich befürchte : auch bei uns findet man ähnliche Fälle von Gerichtsurteilen, die der Mann auf der Strasse nicht versteht.

In CHINA gibt es - wie bei uns - GERICHTE; nur "die Verfassung in China mit den Rechten der Bürger" ist mit unserem Grundgesetz nicht vergleichbar - dafür ggf. in einigen Punkten wesentlich effektiver (speziell für 1 Land mit 1,5 Milliarden Menschen). Gerichtsurteile sind überall auf der Welt erst einmal FAKT und von "aussen nicht anfechtbar" - wenn man keinen KRIEG anzetteln will (militärisch oder wirtschaftlich).

Uns steht es nicht an "Druck auf China über die Sportler auszuüben" meine ich. Helmut Schmidt hat sich ähnlich geäußert.



blumi

Zuletzt bearbeitet: 01.09.08 09:49 von blumi
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