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Thema: Vergleich Dalai Lama zu Ajatollah Khomeini



Als ich die Tage beim Spiegelonline lesen auf einen Artikel kam, wunderte ich mich sehr. Da hat sich doch wieder eine Abgeordnete der Linken im Hamburger Abgeordnetenhaus, zu einem Vergleich zwischen dem Dalai Lama und dem Ajatollah Khomeini hingerissen, der wohl auch dem Denken der Partei entspricht.

Christiane Schneider wollte sogar noch mehr dazu sagen, doch sie hatte zu wenig Zeit in der Aktuellen Stunde, aber trotzdem der Vergleich war gesagt und ein späteres Zurückrudern, hilft da wenig, zumal auch ihr Hamburger Linken Abgeordneter , MdB Norman Paech sie inhaltlich unterstützt. Wie üblich hat sich die Fraktionsspitze davon distanziert und drohte Konsequenzen an.

Beim Nachlesen kam ich auch auf ihre Vergangenheit im KBW (Kommunistischer Bund Westdeutschland) und wie Schneider sich mit linksradikalen Schriften das Geld verdiente.
Mit weiterführenden Links wurde auch der KBW dargestellt, der ja immerhin in der Bundesrepublik lange präsent war und auch viel Geld von der SED bezog.
Einige ehemalige MdB und auch aktuelle waren dort auch Mitglied und die jetzige Ministerin Ulla Schmidt ist wohl eines der bekannteren Exmitglieder. Man kann sich nur wundern, wer alles diesen "Marsch durch die Institutionen" geschafft hat.
Bei den Linken schlummern ja noch mehr solche Typen, die nun endlich in den Parlamenten vertreten sind.




Da hat sich doch wieder eine Abgeordnete der Linken im Hamburger Abgeordnetenhaus, zu einem Vergleich zwischen dem Dalai Lama und dem Ajatollah Khomeini hingerissen, der wohl auch dem Denken der Partei entspricht.


Falsch. Wenn Du nicht nur die Schlagzeilen zu diesem Thema gelesen hättest, dann wüstest Du, dass sich etliche Personen in der Linkspartei von diesem Vergleich distanziert haben, u. a. die Hamburger Fraktion.

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Es gibt wohl offenbar schon wieder ein Problem, »Vergleich« und »Gleichsetzung« zu unterscheiden. Das letztere braucht aber das erstere als Voraussetzung. In der politischen (Un-)Kultur Deutschlands wird aber schon die Voraussetzung für das Ergebnis ausgegeben und damit lässt sich prächtig diffamieren.
Nun ist es nichts Neues, dass Spiegel Online jede Gelegenheit nutzt, um gegen »Die Linke« zu propagieren, und sofort finden sich etliche, die in das "Geheul" einstimmen. Dass sie sich und anderen damit ein Denkverbot auferlegen, merken sie nicht.

Ja. Es ist schwarz-weiß-Malerei, was derzeit bei der Tibet-Debatte stattfindet. Das böse China und die guten Tibeter - da fällt es leicht, Position zu beziehen und nicht weiter nachzudenken.
Christiane Schneider hat in ihrer Rede (wenn die Worte denn so gefallen sind) berechtigte Zweifel geäußert. Was ist denn schlimm daran, die Dinge zu hinterfragen? Und was ist eigentlich so toll am Dalai Lama? Wo steht der Repräsentant eines aristokratischen Gesellschaftssystems eigentlich politisch? Ich kann nicht erkennen, dass er eine demokratische Legitimation hätte. Ich kann nur einen "Hype" um ihn erkennen, dem es an inhaltlicher Substanz fehlt.

Mich interessiert auch brennend, was da in Tibet vor sich geht, aber ich schließe mich der schwarz-weiß-Malerei nicht an. Ich traue weder den Bildern des chinesischen Staatsfernsehens noch unserer "freiheitlichen" Berichterstattung. Es riecht mir beides zu sehr nach »Propaganda«.

Zwirni



Also erst einmal sind derlei Vergleiche immer doof. Dieser Vergleich ist genauso bescheuert wie es die berühmt-berüchtigten Hitler- oder Göbbelsvergleiche sind.
Hinzu kommt, was immer im Tibet derzeit satt findet: Der Tibet ist von den Chinesen okkupiert und besetzt worden, da beißt die Maus keinen Faden ab, die Chinesen haben dort nix, aber auch gar nix verloren.
Wo der Dalei Lama politisch steht, ist hinreichend bekannt, kann man überall nachlesen. Im übrigen gilt: Wenn die Tibeter unbedingt ein geistliches Oberhaupt haben wollen, dann ist das deren gutes Recht! Wenn sie ein demokratisches System haben wollen, so ist das ebenfalls ihr gutes Recht. Und wenn sie die chin. Besatzer endlich los werden wollen, so ist das ebenfalls ihr gutes Recht. Die einzigen, die im Tibet gar keine Rechte geltend machen können, sind die Chinesen, aber die haben sich ja die Rechte einfach, mit brutaler militärischer Gewalt, rausgenommen, in dem sie das Land völkerrechtswidrig besetzt haben.

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Hi zwirni,
die alte chatbesatzung ist hoch erfreut, mal wieder etwas von Dir zu lesen und wir hoffen, Du hast bald öfter die Gelegenheit dazu. Auf jedenfall wünschen wir Dir alles Gute und Gesundheit.

Doch nun zum Artikel. Für mich ist Spiegelonline eine Informationsquelle und auch andere Medien haben von diesem Vergleich berichtet, sicher war der voll daneben, doch er fand statt. Und zwar in einer "aktuellen Stunde" im Hamburger Abgeordnetenhaus. Wie ich geschrieben habe, hat sich auch die Fraktionsspitze der "Linken" davon distanziert und Konsequenzen angedroht (ich nehme mal an für die "Linke Schneider").

Für Esra, daher ist das Wort "Falsch" fehl am Platz.

Weiter zu Zwirnis Text: Wie Esra die Abläufe schildert, ist Tibet besetzt, egal welche Staatsform es bis zur Besetzung gegeben hat und viele der Tibeter sind ins Ausland nach Indien gegangen, über hohe Berge und unvorstellbaren Entbehrungen und das Volk der Tibeter ist durch die Religion als friedfertig bekannt, doch auch hier kann das Fass überlaufen, sicher nicht wegen der Mönche, sondern der Besetzung. Das es dort inzwischen ebenso viele Chinesen gibt, die zwangsumgesiedelt wurden, wie Tibeter, macht alles nicht einfacher.
Der Dalai Lama ist ein Religionsführer, kein weltlicher Führer und auch für die Staatsführung von China wär hier ein Weg, mit ihm zu sprechen.
Inwieweit Du die Fernsehberichte des chinesischen Staatsfernsehens mit denen der westlichen Fernsehstationen, auch ARD und ZDF auf einen Level bringst, als Propaganda, ist Deine Sache.



Was passiert mit Tibet...

Bleibt noch der Hinweis auf die traditionelle Fackelwanderung am Abend des kommenden 4. Juni über den Lingkor von Hüttenberg (Heinrich Harrer Museum), den tibetanischen Pilgerpfad in der Felswand beim Museum. Wie jedes jahr wird die Fackelwanderung ergänzt durch einen Dia-Vortrag im Museum. Üblicherweise sind es nur einige Unentwegte, die an dieser Fackelwanderung teilnehmen. Diesmal sollte es aber doch anders sein.

Wer in den letzen Tagen die Vorgänge in Tibet über die Medien verfolgt oder die Gelegenheit hat, mit Tibetern darüber zu sprechen,was hier passiert, ist wie vor den Kopf geschlagen über die Tatsache, dass Derartiges in unserer globalisierten Welt möglich ist. Unabhängig von der Frage, ob der Weg einer größeren Autonomie oder einer gänzlichen Freiheit der Tibeter verfolgt werden soll,ist das Verhalten einer Staatsmacht wie des chinesischen Regimes menschenunwürdig. Es stellen sich einfache Fragen:
Wer gibt jemandem das Recht, ein ganzes Volk zu knechten, dieses in einer "besseren Gesellschaft" verwandeln zu wollen, ihm eine "modernere" Zivilisation zu bringen und dabei keine Eigenbestimmung zuzulassen ?

Wer nimmt jemanden das Recht in einer Staatengemeinschaft wie der UNO oder in internationalen Sportverbänden dagegen Stellung zu beziehen, dass die festgeschriebenen Menschenrechte missachtet werden ?

Es ist eine moralisch satte und unpersönliche Lobby. die dem Moloch "Wirtschaftswachstum" den Vorzug gibt , sie schaltet Moral mit Ausflüchten aus. Auch Sportler oder Sportfunktionäre gehören der Gattung Menschn an, die sich zur Einhaltung von Menschenrechten bekannt hat.

almege

Lieber ein eckiges Etwas,
als ein rundes Nichts.


Es hat sich in der Zwischenzeit ja nichts daran geändert, das Tibet besetzt war und auch weiter so bleiben wird.
Die Regierung von China hat inzwischen wieder zugelassen, das ausländische Touristen Tibet bereisen und wie es dort den Mönchen geht, bleibt offen, da es ja keine Berichte davon gibt.
Die Olympischen Spiele werden am 8.8.2008 eröffnet und dann sind ja Tausende von Touristen, Journalisten und Sportfunktionäre in China und nicht zu vergessen, die Sportler selber auch.
Inwieweit dann jemand durch ein Bändchen ums Handgelenk seine Meinung ausdrückt, oder auch der Eröffnung fernbleibt, wird wohl aus ferner Sicht zu sehen sein.
Die Menschen weltweit erwarten von China nun die Durchführung der Spiele und für das Volk mehr Freiheit und auch den Respekt ihrer Regierung, vielleicht haben die 80 000 Tote des Erdbebens und die große Hilfe der westlichen Welt die Regierung etwas bewegt.
Der Titel dieser Beitragsreihe, war ja eine Aussage in Hamburg und viele haben sich davon distanziert, warten wir mal wieder ab, wo noch so Fettnäpfchen herumstehen.



Eigentlich bin ich ja immer total heiß auf die Spiele. Aber in diesem Jahr werde ich sie auf meine Art boykottieren: Ich werde sie einfach nicht gucken.
Es gibt nämlich schon eine Möglichkeit, die Verantwortlichen dazu zu bewegen, so bekloppte Entscheidungen wie diese (China die Spiele zu geben) in Zukunft zu überdenken. Denn: Lassen die Menschen die Fernseher aus, werden die Sponsoren und die Werbeindustrie sauer. Sind die erst einmal richtig verärgert, zahlen sie weniger, der Profit der "Macher" schmälert sich und das zeigt eigentlich immer Wirkung.
Es fällt mir wirklich schwer, kein Olympia zu gucken, aber ich werde es dieses Jahr durchziehen.

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esra:
Eigentlich bin ich ja immer total heiß auf die Spiele. Aber in diesem Jahr werde ich sie auf meine Art boykottieren: Ich werde sie einfach nicht gucken.
Es gibt nämlich schon eine Möglichkeit, die Verantwortlichen dazu zu bewegen, so bekloppte Entscheidungen wie diese (China die Spiele zu geben) in Zukunft zu überdenken. Denn: Lassen die Menschen die Fernseher aus, werden die Sponsoren und die Werbeindustrie sauer. Sind die erst einmal richtig verärgert, zahlen sie weniger, der Profit der "Macher" schmälert sich und das zeigt eigentlich immer Wirkung.
Es fällt mir wirklich schwer, kein Olympia zu gucken, aber ich werde es dieses Jahr durchziehen.


esra, hat Deine TV-Konsum-Änderung etwas bewirkt.
Wir sollten den Tibetern zeigen, daß wir sie nicht vergessen - wie viele andere "Benachteiligte" auch nicht. Oben wurde gesagt "in Tibet leben inzwischen viele Chinesen" und China hat viel investiert, um eine Eisenbahnlinie nach Tibet zu bauen. Muß man die Eisenbahn nach TIBET verurteilen ??

blumi
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