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Thema: Fußball WM 2010 in Südafrika



Die Entwicklung der Vergabe der olympischen Spiele im Jahr 2001 zu der Wirklichkeit im Jahr 2008, zeigt die Problematik, in diesem Falle die Politik im Veranstaltungsland, in Bezug auf freier Berichterstattung und Umsetzung der Menschenrechte im Lande.
Dazu gibt es auch Artikel hier.

Bei der Fußball WM in Südafrika gab es ja auch genug warnende Stimmen, die dieses Land mit seinen Problemen nicht als Veranstalter sehen wollten. Blatter hatte ja bereits 2006 die WM in Südafrika haben wollen, es wurde dann Deutschland und so konnte Blatter seine Versprechungen nun für 2010 umsetzen, immerhin wurde für die erforderlichen Stimmen genug gezahlt.
Südafrika bekam den Zuschlag und die Planungen begannen.

Man baut an den Stadien, doch die Zufahrtswege sind noch lange nicht fertig, Zweifel bestehen, ob die überhaupt fertig werden. Verkehrsmittel für die Masse der Touristen wird es in ausreichendem Maße nicht geben, die im Lande üblichen Minitaxis werden wohl fahren. Es gibt viele mafiaähnliche Taxigesellschaften und es tobt seit Jahren ein erbitterter Krieg um die Fahrgäste. Ab und zu werden einige Taxis überfallen und Fahrer und Gäste zur Abschreckung erschossen.

Ich kann nur den Touristen empfehlen, dort den hoteleigenen Fahrservice zu nutzen, für die Anfahrt und auch die Rückfahrt gleich mit buchen.

So erstaunlicher ist es, was die stellvertretenden Sicherheitsministerin Susan Shabanga von RSA ihren Polizisten die letzten Tag mit auf den Weg gegeben hat, was so manchen Menschenrechtler und Oppositionspolitiker erzürnt hat. So geht auch in RSA ein Riss durch die Gesellschaft, die Besitzenden und die, die weniger Besitzen und die das ist relativ.
Was hatte die Ministerin gesagt, eigentlich nichts anderes als „Jagt die Bastarde und knallt sie ab“ und sie meinte die kriminellen Banden, deren Mitglieder oft unter eigenen Verlusten festgenommen wurden, aber vom Gericht wieder freigelassen wurden. Oder in Gefängnisse gesteckt und nach einigen Tagen vom korrupten System wieder freikommen und wieder dem täglichen Geschäft, wie Überfälle, Einbrüche und Straßenraub nachgehen.

Seit Jahren gibt es dieses System, das jedes Jahr einigen hundert Polizisten das Leben kostet, aber ein merkliches Zurückgehen der Mordrate nicht erkennen lässt. Diese liegt bei ca. 20 000 Toten pro Jahr, wobei zu berücksichtigen ist, das diese Zahl seit über 10 Jahren nur ca. 50 % der tatsächlichen Mordrate ist, weil es eine Anordnung der Behörden gibt, an die Medien, nur die Zahl zu veröffentlichen, die offiziell bekannt gegeben werden, also diese 20 000. Dabei gibt es noch offiziell 130 000 Raubüberfälle und 50 000 Vergewaltigungen und das bei ca. 43 Mio. Einwohnern.

Wie sagte die ANC-Politikerin weiter: "Wir haben euch Waffen gegeben. Also benutzt sie nun auch." Um Gesetze brauche sich dabei niemand zu scheren. "Das ist meine Verantwortung." "Ihr habt nur einen Schuss frei" Die 52-jährige Witwe, die aus der Gewerkschaftsbewegung Südafrikas kommt, habe keinen Zweifel daran gelassen, dass sie es Ernst meint: "Ich möchte keine Warnschüsse. Ihr habt nur einen Schuss frei und das muss der Todesschuss sein. Wenn es ein Fehlschuss ist, werden die Verbrecher Euch killen. Sie schießen nicht vorbei." Dieser Absatz stammt von Spiegelonline 12.4.08

Südafrika ist in einer tiefen Krise, zuerst ist es die Energiekrise, die sehr oft im Lande den Strom ausfallen lässt, neue Leitungen werden kaum mehr gelegt, da allein jedes Jahr für 80 Mio. Euros Kupferleitungen geklaut werden.
Die Stadien sollen ja mit Energie versorgt werden, denn gerade da, brauchen die Medien viel davon, doch wann sollen die Kabel gelegt werde, ohne gleich geklaut zu werden. 1994 haben ANC mit Mandela die Macht übernommen, bei ca. 30 Mio. Einwohnern im Lande. Heute sind es 43 Mio. und allein aus Simbabwe sind es 4 Mio. Flüchtlinge, doch auch die Drogenmafia aus Nigeria ist mit einigen Hunderttausend vertreten. Seit 1994 wurde kein Stromkraftwerk mehr gebaut und das in einem eigentlich sehr reichen Land.
Nächstes Jahr sind Wahlen in Südafrika, Mbeki hat 2 Amtszeiten überstanden, ist gerade mehr oder weniger in der Partei isoliert und tritt ab und der ANC – Chef Jacob Zuma wird wohl neuer Präsident werden, zwar der Korruption angeklagt und mit 5 Frauen verheiratet. Ein Verfahren wegen Vergewaltigung wurde niedergeschlagen. Zuma hatte die Gewerkschaften hinter sich auf dem Marsch nach vorn und die werden sicher ihren Anteil an seinem Erfolg 2009 einfordern.

Ein weiteres Problem ist der Rückzug der Investoren, der Rand verfällt im Lande und die unsichere politische Lage lässt die Investoren in andere Länder gehen, denn billig ist Südafrika schon lange nicht mehr.
Für mich stellt sich das größte Problem im Lande dar, die Abwanderung der Intelligenzschicht der Weißen nach Australien, Neuseeland, Kanada und Saudi-Arabien, Ebenso bietet Mozambique für 99 Jahre Pacht für viele Farmer eine Zuflucht und auch ein solides Einkommen. Besonders bei den Weißen fällt auf, das die jüdische Gemeinde, vor allem junge Familien, massiv abwandert und die sind zumeist sehr gut ausgebildet.
War die Zeit nach 1994 (Machtübernahme durch die schwarze Regierung) geprägt durch die Abwanderung von 1.1 – 1.6 Mio. Weiße und die Umstrukturierung der Wirtschaft und deren Beschäftigten, so sind in den letzten 10 Jahren weitere
850 000 Weiße abgewandert. Für viele war die Umdrehung der Apartheid nicht mehr finanziell zu schultern.
Auch die schwarze Mittelschicht rüstet sich zum Weggang, das einzige Industrieland von Afrika geht den Weg anderer Länder Afrikas (Angola, Mozambique, Sambia und Simbabwe usw.)

Die WM 2010 kann vielleicht der Auszehrung Einhalt gebieten, doch es sieht nach einer Beschleunigung aus. Die Zukunftsangst und der Pessimismus breitet sich immer mehr aus, die ANC Regierung ist zu unfähig und korrupt, diese Strömungen zu beenden




Ich denke, es war falsch, RSA die WM zu geben. Dieses Land gilt in Afrika als entwickeltes Land, als industrialisiert. Wenn man dort die WM nicht hin bekommt, wonach es derzeit noch aussieht, so wird dies den gesamten Kontinent zurück werfen. Es wird im Rest der Welt lauten: Die Afrikaner kriegen nun einmal nichts hin, auch wenn sie sich noch so bemühen, das ist sehr schade. RSA wollte die WM unbedingt, aber hat im eigenen Land bisher wenig getan, um den reibungslosen Ablauf dieser zu gewähren.
Je mehr Zeit ins Land geht, desto mehr beschleicht mich das Gefühl, dass die WM zu einer "Katastrophe" gerät, sowohl für die Zuschauer, die aus aller Welt anreisen werden (darunter sicherlich auch die hier ausgeschlossenen Hooligans) als auch für die Spieler (damit sind nicht nur die primadonnenhaften Spieler mit ihren ausgeprägten Starallüren gemeint).
Ich hoffe jedoch aus tiefstem Herzen, dass ich derzeit nur Schwarzmalerei betreibe, RSA das ganze doch noch irgendwie in den Griff bekommt und die WM ein großartiger Erfolg wird. Genau das würde Afrika nämlich dringend mal benötigen.

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FIFA Boss Sepp Blatter hat die Tage erklärt, sollte es mit RSA als Austragungsland 2010 der Fußball WM nichts werden, so hat er gleich 3 weitere Länder an der Hand. Jedes der Länder ist in der Lage, eine WM innerhalb 1 Jahres durchzuführen. Deutschland ist da nicht dabei, da aber so was auch viel Geld kostet, muss ja jemand das vorfinanzieren, immerhin hat ja RSA schon mehrfach die Gelder für die Stadien bekommen.
Ich denke einmal, das war ein Schuss vor den Bug für RSA, die Bauarbeiten kommen nicht so richtig voran, die Stadien dürften zwar fertig werden, nicht aber Infrastruktur zum Stadion und im Stadion. Die Transportfrage ist auch noch nicht gelöst.

Wird das Thema Simbabwe in der nächsten Zeit nicht geklärt, aber ohne Mugabe, so dürfte auch der Absatz von Eintrittskarten für Überseetouristen, nicht vorankommen. Laut Regierung soll ja auch die Mordrate und die noch höhere Vergewaltigungsrate massiv reduziert werden. Auch die Überfälle will man reduzieren aber die Unfähigkeit des Präsidenten Mbeki und seiner korrupten Regierung werden das Problem nicht lösen.

Das DFB Präsident sagte, Deutschland würde kein Austragungsland werden, dürfte auch nicht dem Willen der Bürger entsprechen, die beim Ausfall von RSA, damit rechnen. Er meinte, man würde sich doch so eine tolle Stimmung wie 2006 nicht kaputtmachen lassen???????
War der überhaupt bei der EM?




Ich fand es schon erstaunlich, wie viel Langmut man gegenüber RSA eingeräumt hat. Die nächste EM soll von dem Verbund (wenn ich richtig informiert bin) Polen/Ukraine ausgerichtet werden. Dafür hat man noch 4 Jahre Zeit. Und bereits vor wenigen Wochen wurde den beiden Ländern mit der Wegnahme der Spiele gedroht, weil diese nicht so richtig beim Bau der neuen Stadien und der dazugehörigen Infrastruktur aus dem Quark kommen.
RSA hat aber nur noch zwei Jahre zur Verfügung und man mahnt sie erst jetzt an?
Von den fremdenfeindliches Ausschreitungen und der Kriminalstatistik, den häufigen Stromausfällen etc. will ich erst gar nicht anfangen.

Wir werden sehen, was da noch geht oder eben nicht....

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Bei Spiegelonline gibt es eine Beitragsreihe " Wie geht es weiter in Simbabwe" und dort wurde die Tage geschrieben, egal ob es klappt mit der WM 2010, oder auch nicht, die Schuldigen sind jetzt schon bekannt. Es werden die Weißen sein und es gibt dann 1000 Gründe dies festzumachen, an dem Land was sie besitzen (es wurde ja seit 1994 viel Land schon verteilt, ist in der Masse inzwischen wieder unbearbeitetes Brachland), das die Eintrittspreise für die Spiele zu hoch sind (die meisten stellen sich Preise zwischen 5 und 10 Euros vor)das es zu viele Touristen im Lande gibt, die dann die Spiele sich ansehen, man könnte vieles noch mehr schreiben, wie gesagt, die Schuldigen stehen fest.
Der normale Südafrikaner erwartet von den Spielen und nach den Spielen eine massiver Verbesserung seines Lebens und es liegt an dem ANC und der kommenden Regierung endlich die Versprechen mal wahr zumachen, doch meine Annahme ist, es wird kaum mehr neue Wohnungen geben, kaum mehr Arbeitsplätze und auch weniger Krankenbetten, als bisher.
Der große Held des Landes Nelson Mandela (ich habe da eine andere Meinung darüber) ist die Tage 90 Jahre alt geworden und wurde in London groß gefeiert, sollte er zu seinen Ahnen gehen, wird zuerst die Stimmung große Trauer sein, dann könnten wieder Unruhen ausbrechen und unkontrollierbar werden. Also wünschen wir Mandela ein langes Leben.




Beitrag Sarek vom 13.04.08
Nächstes Jahr sind Wahlen in Südafrika, Mbeki hat 2 Amtszeiten überstanden, ist gerade mehr oder weniger in der Partei isoliert und tritt ab und der ANC – Chef Jacob Zuma wird wohl neuer Präsident werden, zwar der Korruption angeklagt und mit 5 Frauen verheiratet. Ein Verfahren wegen Vergewaltigung wurde niedergeschlagen. Zuma hatte die Gewerkschaften hinter sich auf dem Marsch nach vorn und die werden sicher ihren Anteil an seinem Erfolg 2009 einfordern.

Die erste Meldung kam am Freitag spät abends, das der ANC am Samstag beschließen wird, den Staatspräsident Mbeki abzusägen, hier hat man wohl abgewartet, wie es mit den Vermittlungsverhandlungen in Simbabwe ausgeht. Mbeki war ja da der „Vermittler“ sehr zugunsten von Mugabe.
Vor einigen Wochen gab es eine Verhandlung gegen Zuma und da wurde der Korruptionsvorwurf vom Gericht abgewiesen. Damit nun Mbeki gestürzt werden kann, kam das Gerücht beim ANC auf, das Mbeki hinter der Anklage stecke und das ist ja so was von bös.

Dabei waren ja die Fakten seit langem bekannt, es hat sich nur niemand getraut, ihn anzuklagen. Aber wenn Mbeki als Staatspräsident weg ist, wird ja Zuma sein Nachfolger und der ist dann immun.

Ende 2006 waren noch 4.3 Millionen Weiße wohnhaft in RSA. Heute 2008 liegt die Summe unter 4.0 Mio. und wenn der Zuma Staatspräsident ist, wird sich der Auswandererstrom verstärken und zur Weltmeisterschaft 2010 nahe 3.5 Mio. sein. Danach dürften nur noch Auswanderungen stattfinden, die kein Vermögen mehr beinhalten, ähnlich die Judenpolitik im Deutschen Reich nach 1933.
Langfristig, also 10 Jahre, rechne ich mit nur 1 Mio. Weiße, die dann noch am Kap leben werden.
Südafrika wird dann auf dem Niveau anderer Staaten von Schwarzafrika liegen, denn die Politik: „Afrika den Afrikanern“ wird fortgesetzt werden und auch Namibia wird diesen Weg gehen. Die weiße burische Bevölkerung in RSA nennt sich ja selber „Afrikaaner“ doch die sind ja nicht gemeint.

Mbeki hat gestern dann seinem Abgang bestätigt, mal sehen wie lange es noch dauert.


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