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Thema: Fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika


Fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika

Verfolgt man die Presse und sonstige Informationen aus Südafrika, hat mich dieser Ausbruch an Gewalt in dem Austragungsort der nächsten Fußball WM 2010 nicht überrascht. Ganz im Gegenteil, er war zu erwarten.
Einer der Hauptgründe dürfte auch der nahende Bürgerkrieg oder neue Wahlkämpfe um die Präsidentschaft in Simbabwe sein. Man schätzt, dass 3-4 Millionen Emigranten von dort sich in RSA aufhalten. Dazu kommen noch die Zuwanderer aus Mozambique, Angola und anderen Staaten des südlichen Afrikas. Eine Emigrantenrate von ca. 5 Mio. dürfte also realistisch sein.

Eine Schätzung der Einwohnerzahl liegt bei 49 Millionen und die Arbeitslosenquote mehr als 30 %.
Als ich 1985 das erste Mal in Südafrika war, ging man von einer Bevölkerung von 27 Mio. aus, in der Zahl waren die 4.8 Mio. Weiße enthalten, die ja zu 90 % die Steuerzahler waren.
Die neue Regierung seit 1994 änderte vieles und so dürfte die Zahl der Weißen nun unter 4 Mio.(2006) sein, durch die Umkehrung der Apartheid, sind bereits viele ausgewandert, einige 100 000 pro Jahr dürften folgen und es sind in der Masse Personen, die Angestellte beschäftigen können und denen Unterkunft und Einkommen zu bieten.

Die Angestellten in den Gemeinden und sonstigen öffentlichen Einrichtungen haben sich explosionsartig vermehrt, egal ob die Gemeinde o.ä. das auch bezahlen kann. Das führt dazu, dass das eingenommene Geld zuerst für die Angestellten ausreichen muss, eventuell noch für Schulen, dann hört es auf und der Effekt ist, es können kaum mehr soziale Wohnungen gebaut werden, geschweige der Anschluss an Wasser und Strom und Müllentsorgung.
Sehr deutlich hat man das in den großen Nationalparks gemerkt, wo hoch qualifizierte Parkranger in die privaten Parks abwanderten, denn in den staatlichen Parks, wie den Krügerpark, verloren sie ihren Job.
Waren bis dahin pro Rastlager Betten für 2000 – 3000 Touristen pro Übernachtung und weit unter 1000 Beschäftigte für deren Versorgung, so stieg die Zahl z.b. in Satara auf über 3000
Angestellte und die Touristenzahl wurde entsprechend reduziert, um das Gleichgewicht der Natur beizubehalten. Das Problem kam später, weniger Touristen führte dazu, der Geldhaushalt kam in Unordnung, dann schoss man mehr Tiere ab um zu Geld zu kommen und sparte am Komfort und Zustand der Straßen im Park.
Das war nur ein Beispiel wie es laufen kann.
Innerhalb von ca. 25 Jahre eine Verdoppelung der Bevölkerungszahl hinzunehmen, würde auch die Leistungskraft von Deutschland überfordern, also man nimmt seitens der Regierung die Zuwanderung nach RSA nicht zur Kenntnis, lässt alles laufen.
Südafrika ist ein reiches Land, doch Korruption und Amtsmissbrauch reduzieren die Möglichkeiten für die Regierung, etwas für die Infrastruktur und auch für den Bau von ausreichend Häusern für die Slumbewohner zu tun. Die großen Ankündigungen von 1994 wurden bei weitem nicht eingehalten, die Bevölkerung war geduldig, doch die massive Zuwanderung hat in den Slums für Unruhe gesorgt. Deshalb wurden ja auch so viele der kleinen Läden verbrannt, doch vorher auch geplündert.

Angefangen hat es in Alexandra, einem Vorort von Johannesburg, verbreitete sich wie ein Feuer über das ganze Land. Die Polizei, die ja genug mit der Bekämpfung des normalen Verbrechens zu tun hat, ist überfordert und nun hat nach 11 Tagen auch Mbeki reagiert, indem er das Militär auf Anforderung einsetzt.
Am heutigen Tage sind über 15 000 Betroffene aus den bisherigen Unterkünften verjagt worden, einige hundert wurden dabei verletzt, wobei die normale Vergewaltigung, sicher nicht erfasst wurde. Über 50 Personen fanden bisher den Tod, davon viele mit der südafrikanischen Methode, dem Opfer einen Autoreifen um den Hals zu legen und diesen anzuzünden, die so genannte „Halskrause“ war im Widerstand gegen die weiße Regierung in den Slums sehr beliebt und einige tausend kamen so ums Leben.
In Durban kam es zu einem Angriff auf ein Wohnheim, wo Nigerianer wohnten, die besonders unbeliebt sind.
In Kapstadt gab es z.b. im letzten halben Jahr ca. 30 Tote allein aus Somalia, auch eines der Bürgerkriegsländer in Afrika.Täglich flüchten 3000 Personmen nach Mozambique zurück und sogar nach Simbabwe geht der Flüchtlingsstrom, in Kenntnis der zu erwartenden Strafe.
Das war nur ein kleiner Blick nach Südafrika, ich könnte hier seitenweise so weiterschreiben, wenn die Entwicklung dort so weitergeht, wird sicher noch etwas dazu kommen.







Dazu passt der Massenexodus derjenigen, die es sich leisten können. Zurück bleiben die, die es nicht schaffen werden, RSA auf einen besseren Weg zu bringen, zumindest befürchte ich das. Schade, wie dieses einstmals so reiche Land langsam vor die Hunde geht....

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Stimmt Esra, man muss das Geld für eine Busfahrt Johannesburg – Maputo/Mozambique erst einmal haben, zumal bei den Unruhen und Brandstiftungen der Jugendbanden, bei den meisten Fremden, auch deren materieller Besitz zerstört wurde. Die bewegliche Habe eines so Auserkorenen, wurde sowieso geplündert und schnell zu Geld gemacht.
Die Fernsehberichte, also das reine Filmmaterial, wurde oft mit einem deutschen Ton unterlegt, das doch vieles sooooooo harmlos sei und die Fremden die Bösen.
Die Millionen von Bürgern aus Mozambique, Simbabwe und anderer schwarzafrikanischer Staaten wie auch Somalia, Kenia, Tansania und sehr viele aus Nigeria, haben alles gemeinsam, in Südafrika sich und ihrer Familie etwas aufzubauen, was in ihren Ländern nicht möglich ist, nämlich eine Zukunft.
Der Staat Mozambique hat alle verfügbaren Omnibusse geschickt um seine Bürger zurückzuholen und auch viele südafrikanische Busse wurde gechartert. Mozambique war früher ein Unterstützungsland für den Kampf des ANC gegen die weiße Regierung in Südafrika, Ich schreibe wohlgemerkt ANC, nicht die schwarze Bevölkerung, denn die haben da wenig unterstützt, ganz im Gegenteil, die Zulus waren meist auf der Seite der Weißen, hatten sie doch eine relative Autonomie in Natal. Dann wurde 1994 ihr Häuptling Buthulezi mit in die Regierung genommen und seitdem bestimmen auch hier Korruptionen das Geschehen im Land.
Nur wenige sind direkt nach Simbabwe zurückgekehrt, denn hier ist das Leben direkt bedroht durch die marodierenden Banden des Herrn Mugabe.
Sambia, als unmittelbares Nachbarland hat Hilfe gegeben und viele Tausend Flüchtlinge aufgenommen, deren Staatschef ist auch ein scharfer Kritiker von Mugabe.
Botswana, ist ein viel kleineres Land, deren Regierung ein Land in eine gute Zukunft führt, sozusagen ein afrikanisches Wirtschaftswunderland, doch Flüchtlinge im großen Stil aufnehmen, wird nicht möglich sein.
Namibia, das wachsende Urlaubsland vieler Deutschen und auch Filmproduktionen, gibt bei dem Konflikt, keine Hilfe an die Flüchtlingen, zumal ja auch die offizielle Politik, der SWAPO, Mbeki nicht kritisiert und Mugabe sogar verteidigt, gegen die bösen imperialistischen Staaten wie Großbritannien und USA, die ja nur einen Putsch machen wollen.
Fragen muss man stellen, was macht Südafrika für ein sicheres Gastland der FIFA WM 2010?
Welche weiteren Pläne hat Südafrika in Richtung Enteignung weitere weißer Farmer, die ja nicht so harmlos verläuft, denn in den Jahren 1994 - 2004 sind allein in Natal bei Überfällen auf Farmen über 1000 Weiße umgebracht worden, deren Farmen danach nicht von den Erben übernommen werden konnten, aber nun wie auch in Simbabwe, den Parteikadern zu Verfügung stehen.

Welche Gespräche führt eigentlich die Bundeskanzlerin Merkel mit dem Mbeki, wenn er bei seinen Auftritten in Deutschland oder der EU auftritt und weitreichende Forderungen stellt.

Wie weit geht eigentlich die Unterstützung des DFB mit der Unterstützung der Südafrikaner beim Aufbau der FIFA WM 2010, welches Geld wurde eingesetzt und wird auch weiterhin gezahlt, denn die Gelder der FIFA sind ja längst ausgegeben, in welche Taschen auch immer.





Zitat Esra 15.6.08
"Dazu passt der Massenexodus derjenigen, die es sich leisten können. Zurück bleiben die, die es nicht schaffen werden, RSA auf einen besseren Weg zu bringen, zumindest befürchte ich das. Schade, wie dieses einstmals so reiche Land langsam vor die Hunde geht...."
Genauso sehe ich es auch. Ich habe ja gestern im Beitrag über die Fußball WM 2010 schon was zu diesem Thema geschrieben. Nun ist ja Mbeki zurückgetreten (worden).
Zuma gilt als ehemaliger Cusato Gewerkschaftsboss als sehr links und nicht so gemäßigt wie der Mbeki, also wird sich die Flucht der Weißen verstärken und bald werden Personen in Deutschland auftauchen, die Entwicklungshilfe haben wollen und Merkel o.ä. oder der Entwicklungshilfeminister oder -in, werden dann großzügig helfen. Dabei gibt es jetzt und auch in einigen Jahren hier auch Menschen, die Hilfe benötigen.




Zuma ist echt eine Zumutung. Ich habe neulich irgendwo gelesen (weiß leider nicht mehr wo), dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Korruption deswegen einzustellen gedachte, weil sie keinen Bürgerkrieg riskieren wollte. Nun hat Zuma es ja geschafft, die Ermittlungen sind eingestellt worden.

Was ist das denn für eine Demokratie, wenn die Anhänger Zumas unverhohlen mit Krieg drohen, nur weil ihr vermeintliches Idol sich einer Anklage stellen muss? Selbst Mandela hatte sich schon distanziert. Mit Zuma hat sich der ANC und der RSA keinen Gefallen getan.

Mal sehen wie das weiter geht.

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Ja Esra. der Zuma ist ne Zumutung, nach unserem Maßstab. Doch seine Handlung gilt in RSA als stark und mächtig und automatisch ist er ja bei den Zulus ein Held, weil er aus dem Stamm kommt.
Es sieht so aus, das auch die Xhosas, der Stamm des Mandela und auch Mbeki, zu Zuma übergelaufen sind.
Für mich ist der Ablauf dort ein Putsch, das hat nichts mit Demokratie zu tun, doch die erwarte ich da auch nicht mehr.
Die Opposition im Parlament in RSA sprach von einem "Akt politischer Barbarei".
Übrigens die EU, bzw. Javier Solana sprach im Nachruf auf Mbeki von einem "herausragenden Staatsmann" und genau das ist es, was Afrika insgesamt dahin bringt, wo es ist. Einem Säufer und Nichtstuer als "herausragend" zu bezeichnen, der eigentlich nur ein reiches Erbe zu verwalten hatte und da total versagt hat, ist eine total unterschiedliche Wahrnehmung. Ich werde die nächsten Tage neue Zahlen zu Morden und Verbrechen in RSA einstellen, die mehr der Wahrheit im Lande entsprechen.

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