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Thema: Bürgergeld und Grundeinkommen mal anders gesehen




Für mich sind ja Länder miteinander nicht vergleichbar, das habe ich Vowi vielfach gesagt. Er erwähnte aber immer, das einige Länder ein BG zahlen, ob Brasilien mit wenigen Euros oder auch Alaska mit einigen Dollars mehr (kommt da nicht die Senatorin Palin her, die manche Demokraten nervt?)und da Vowi sehr oft auch Omitara in Namibia erwähnt hat, dazu ein Auszug aus der "Allgemeinen Zeitung" in Windhoek.
100 Namibia Dollar entsprechen um die 9.50 Euros/Pro Monat.

Vom 7.10.2008
Einbruchsserie um Omitara
Spuren führen zum Squatter-Camp – Farmer verurteilen BIG-Projekt
Die Kriminalität und der Alkoholkonsum haben seit Beginn des Grundeinkommen-Pilotprojekts (BIG) zugenommen. Alle Spuren der zahlreichen Einbrüche in Farmhäuser in den vergangenen zwei Wochen führen in das Barackenlager bei Omitara, sagten betroffene Farmer.
© Dirk Heinrich
Schulkinder verlassen am Mittag die Grundschule Otjivero im Squatter-Camp bei Omitara. Nur 100 der 281 Schüler haben ihr Schulgeld von 50 N$ im Jahr bisher bezahlt. Seit Monaten erhalten auch die Kinder pro Monat 100 N$ im Rahmen des BIG-Projekts.
Omitara – Nachdem ein Arbeiter am vergangenen Wochenende meldete, dass während der Abwesenheit von Kurt Lubowski in dessen Farmhaus eingebrochen worden war, machten sich Farmer und Angestellte einer Sicherheitsfirma auf Spurensuche. Schon bald entdeckten sie, dass die Täter mit einer Eselskarre geflüchtet waren. Über Funk informierten Farmer den Suchtrupp, dass eine Donkeykarre (Eselskarre) auf einer der Schotterstraßen gesichtet worden sei.

Die an der Suche beteiligten Farmer, unter ihnen Sigi von Lüttwitz und die Sicherheitsmänner, hielten das Gefährt an und konnten Diebesgut konfiszieren sowie zwei Jugendliche festnehmen. Der 15- und der 16-Jährige sowie ihre Beute wurden der Polizei in Omitara übergeben. Informationen der beiden Verdächtigen führten dazu, dass vier Häuser im Barackenlager (Squatter-Camp) bei Omitara mit Hilfe der Polizei durchsucht wurden und weiteres Diebesgut entdeckt werden konnte. Unter Betten in den Hütten waren Löcher in den Sandboden gegraben, die gestohlenen Sachen darin versteckt, die Löcher mit Brettern und diese mit Sand abgedeckt worden. „Ein Fernseher war neben einer Feuerstelle im Boden vergraben worden“, sagte von Lüttwitz, dessen Haus in der Nacht vom 24. zum 25. September dieses Jahres von Verbrechern heimgesucht worden war. „Die haben alles durchwühlt, das Haus wie einen Schweinestall hinterlassen und versucht, mit einem Schweißgerät den Tresor aufzubrechen“, sagte der Farmer.

Am 7. September wurde bei Patrys Swanepoel in den Farmladen eingebrochen, zwei Tage später bei Adrie Basson auf der Vendetta Ranch, wo auch ein Ochse geschlachtet wurde. Am 23. September wurde bei Ernie Held auf der Farm Otjivero in das Haus eingebrochen, am 29. September bei Danie Botes auf der Farm Ongorogottjari ebenfalls in das Haus; dort konnten die Kriminellen mit einem Winkelschleifer (Anglegrinder) die Tresore knacken. Am 1. Oktober wurde bei Lutz Neuhaus auf der Farm Omieve ins Farmhaus eingebrochen, auch hier wurden viele Wertsachen entwendet. In der Nacht auf Sonntag war der Einbruch bei Kurt Lubowski.

Die Spuren der Diebe führten immer in das Squatter-Camp bei Omitara, wo alle Einwohner seit einigen Monaten im Rahmen des Grundeinkommen-Pilotprojekts (BIG-Projekt) jeden Monat 100 Namibia-Dollar erhalten. Seitdem das Geld dort ausgeteilt wird, habe sich die Kriminalität in der Gegend erhöht, sagte von Lüttwitz. An der Grundschule seien 281 Kinder, nur 100 hätten bisher ihr Schulgeld für das Jahr, insgesamt 50 Namibia-Dollar, bezahlt. Viele Kinder, die monatlich 100 N$ erhalten, würden bei Pflegeeltern leben, die das Geld jedoch für sich und ihre Mühen nehmen würden. Seit Beginn des BIG-Projekts habe sich allein beim Laden in Omitara der Alkoholverkauf verdreifacht. 14000 N$ würden dort monatlich für Alkohol ausgegeben. In dem Barackenlager gibt es 16 Shebeens (Barackenbars), von denen nur zwei lizensiert seien, so von Lüttwitz. Zudem gebe es dort abgepacktes Fleisch billig zu kaufen. Die Wilderei und der Viehdiebstahl, welche seit Jahren für große Verluste sorgen, hätten in den vergangenen Monaten stark zugenommen, so der Farmer.
Von Dirk Heinrich

Ich selber bin 1989 durch diesen Ort gefahren, der Mitten in der Kalahari liegt, also wüstenähnlich, je nach Regenzeit gibt es da auch Wasser. Ansonsten führt die Straße mitten und breit durch den Ort, eine Tankstelle war da auch. Der Rest ist ja im Artikel beschrieben.



Für mich sind ja Länder miteinander nicht vergleichbar........


RICHTIG lieber sarek,

wer hier in der BRD über Bürgergeld nachdenkt, will "die Allmacht" des Geldes mit allen Auswüchsen - hie Milliarden - da 360 Eur/mo mit einem "riesen" Verwaltungsaufwand und den RIESENSUMMEN zur Stützung der Geldmarkt-Bewegungen - auf neue Beine stellen. Paradigmenwechsel hat es einer der Vordenker genannt.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 16.10.08 10:35 von blumi


Stimmt lieber Blumi, jedes Land muss man in sich selbst, gesondert sehen. Daher waren Vowis Vergleiche, wo überall es BG gibt auch nicht richtig.
Doch generell dazu gibt es durch die Krise im Finanzmarkt selbst für das BG keine Zukunft, da es Jahre dauert bis der Finanzmarkt wieder geregelt ist und hoffentlich besser dasteht, als gerade.
Aber da kannst Du ja mehr dazu sagen, denn Vowi, Zwirni und Du habt ja genug darüber geschrieben und ich war ja immer der Auffassung von Zwirni (sicher nicht in seiner Auffassung zur Sozial und Gesellschaftspolitik) das ein BG keine Chance hat,
da bisher ja der Bundeshaushalt fast 50 % davon in die soziale Schiene abgibt.



ja sarek - jedes Land hat seine "Vergangenheit" zu bedenken.
GOETZ WERNER wollte (als ich ihn in Talkshows sah) mit BG für die "soziale Schiene" nicht mehr (als z.Zt. anerkannt) zahlen, er will nur nicht länger die "kleinen Einkommen mit wenig Konsum" durch die E-STEUER + MWST überproportional bestrafen.

Wenn wir die SPEKULATION "auf Kurs-Gewinne - nicht auf Dividende" mit großen Geldmengen (international) rechtzeitig vor z.B. 10 Jahren angefangen hätten zu bestrafen, dann wäre die PLEITE mancher deutscher Bank (so glaube ich) vermieden worden.

Aber man hätte wohl auch die USA mit ins Boot nehmen müssen.

blumi

Zuletzt bearbeitet: 17.10.08 11:17 von blumi


"Die Zahlung eines Grundeinkommens (Basic Income Grant, BIG) reduziert die Armut deutlich und trägt zur Steigerung des Lebensstandards der Empfänger bei.", meldet die Allgemeine Zeitung Windhoek als Resümee der ersten Zwischenbewertung des von Kirchen, Anti-Aids-Initiativen und Entwicklungsorganisationen unterstützten Experiments in Otjivero/Omitara, einem Dorf in Namibia. In dem auf zwei Jahre
angelegten Projekt bekommt jeder Einwohner monatlich 100 namibische Dollar - gut acht Euro - im Monat auf dem Dorfplatz ausgezahlt. Auch in Nambia wurde diese Art von Bargeldzahlungen als Mittel der Armutsbekämpfung getestet.

ver.di:
Der Bundeskongress beschließt

ver.di organisiert einen Denk- und Diskussionsprozess, der anhand des Themas "Grundeinkommen" die Entwicklung eines humanen Gesellschaftsmodells zum Ziel hat.

Begründung

ver.di will in einem strategisch-konzeptionellen Prozess die Solidarität mit den Menschen für die Menschen beleben (Bundeskongress 2003). Die Konkurrenz um die Arbeitsplätze allerdings entsolidarisiert die Menschen mehr und mehr und führt gleichzeitig zu größerer Armut mit allen politischen und wirtschaftlichen Risiken. Wenn wir davon ausgehen, dass wir keine Vollbeschäftigung mehr erreichen, brauchen wir ein gesellschaftliches Gegenmodell.

Wir leben in einer Zeit, in der der Wert eines Menschen an seiner Arbeit gemessen wird. Dieses manische Schauen auf Arbeit belastet viele sehr, diejenigen, die einen oder mehrere Arbeitsplätze haben und diejenigen, die keinen Arbeitsplatz haben. Dabei müsste niemand ins soziale Abseits rutschen. Dazu müssen wir nur lernen, radikal und revolutionär zu denken.

Bisher machen auch die Gewerkschaften Vollbeschäftigung zum Maßstab ihrer Politik. Sozial ist, was bezahlte Arbeit schafft. Wenn wir wollen, dass alle Menschen unabhängig von bezahlter Erwerbsarbeit ein sozial gesichertes Leben in Würde führen können, müssten traditionelle Vorstellungen der Arbeiterbewegung aufgegeben werden. Eine Dienstleistungsgewerkschaft müsste es schaffen, sich von einer auf Industriearbeit fixierten Vorstellung von Arbeit zu emanzipieren und ein eigenes Verständnis von Arbeit zu entwickeln.

Wir müssen uns vom Ideal der Vollbeschäftigung verabschieden und für die Zukunft andere Wege finden! Nutzen wir die Situation doch als Chance! Die Lösung liegt in einem Grundeinkommen für alle!

Für die Einführung eines Gruneinkommens stehen auf der einen Seite ökonomische und auf der anderen Seite politische bzw. soziale Aspekte.

Hinsichtlich der Finanzierung des Grundeinnkommens gibt es verschiedene Ansätze: Zum einen könnte eine Erhöhung der Einkommenssteuer vorgenommen werden. Dies bedeutet eine größere Belastung höherer Einkommen und eine Entlastung geringerer Einkommen. Ein weiterer Vorschlag besteht darin, über den Umbau des Steuersystems sich auf eine Konsum- bzw. Mehrwertsteuer zu fokussieren, die auch ähnlich der Einkommenssteuer sozial gerecht erscheint.

Das Grundeinkommen als bedingungslose Grundabsicherung ließe jeder Bürgerin/jedem Bürger die Freiheit, keiner Lohnarbeit nachzugehen. Der Wunsch nach einem Mehr an Konsum, dem Bedürfnis nach Anerkennung durch Entlohnung, die Freude an der Arbeit und der durch sie möglichen sozialen Interaktion, würde jedoch dazu führen, dass die Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger weiterhin erwerbstätig wäre. In einem Arbeitsmarkt ohne Lohnsubventionen oder Arbeitszwang hätten zudem bisher billig entlohnte, aber für die Gesellschaft wichtige Tätigkeiten, etwa im sozialen Bereich, einen echten Marktwert - ansonsten würden sie nicht ausgeführt.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen, das den Lebensunterhalt von der Arbeit abkoppelt, würde den Menschen die Chance eröffnen, Freiheit, Würde und Gemeinsinn zu gewinnen. Bildung, Kultur und Kunst wären Allen zugänglich. Frauen würden ganz besonders profitieren. Schließlich ist der zeitliche Umfang der Leistungen im Haushalt und im Ehrenamt, die nicht bezahlt werden, größer als das Zeitvolumen der bezahlten Arbeit im Beruf. (Quelle: Statisches Bundesamt, Wo bleibt die Zeit, 2003.)

Denken wir über ein Grundeinkommen nach! Das Geld dazu ist da. In der Bundesrepublik Deutschland wird soviel erwirtschaftet, dass alle überleben können. Schon heute werden Menschen mit Geld versorgt. Den 26,5 Millionen regulär Beschäftigten stehen 20 Millionen Rentnerinnen und Rentern, fünf Millionen Arbeitslose und zwei Millionen Bezieherinnen und Bezieher von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II gegenüber. Die Bezieherinnen und Bezieher von Kindergeld oder Bafög sind da noch nicht mitgerechnet.

Es heißt in einem Antrag vom letzten Bundeskongress:
Wir begreifen uns als eine gesellschaftliche Organisation mit einem umfassend politischen Gestaltungsauftrag, den wir mit anderen sozialen Bewegungen und politschen Kräften umsetzen. Über eine demokratische und soziale, humane und ökologische Gestaltung der Gewerkschaft streben wir einen breiten Dialog an, der zu einem neuen gesellschaftlichen Aufbruch beitragen kann. Die Zielsetzungen erfordern eine Gewerkschaft, die die konfessionelle, weltanschauliche und parteipolitische Unabhängigkeit wahrt, Pluralität gewährleistet, in ihren Entscheidungen transparent ist und offen bleibt für die Überprüfung der eigenen Positionen und für neue Fragen.

Ist die Zeit reif für einen Paradigmenwechsel? Wir meinen JA.

Lasst uns deshalb an Konzepten arbeiten, damit sie vorliegen, wenn wir sie brauchen!

Zustimmung aller deutschen Parlamentarier im Europaparlament der Bündnis 90/Die Grünen, der Partei DIE LINKE, der SPD und der Mehrheit der Parlamentarier der CDU/CSU (übrigens auch alle für einen Mindestlohn gemäß EU-Definition)

Darin heißt es unter Ziffer 7:

"Das Europäische Parlament ...

7. stimmt der Kommission zu, dass die Sozialhilfeniveaus in den meisten Mitgliedstaaten bereits unterhalb der Armutsschwelle liegen; pocht darauf, dass das zentrale Ziel von Einkommensstützungssystemen darin bestehen muss, Menschen aus der Armut zu führen und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, fordert die Kommission auf, die armutsbekämpfende Wirkung des bedingungslosen Grundeinkommens für alle zu prüfen."

„Eine voraussetzungslose Unterstützung der Mensch, das ist ein Prinzip, von dem ich glaube, dass es auf Dauer sich durchsetzen wird, sich auch durchsetzen muss, das es aber schwer hat, sich gegenüber den vielen Anspruchssituationen die wir haben, sich durchzusetzen.“

Klaus Wellershof, Chefökonom der weltgrößten Vermögensverwaltung und einer der größten Banken der Welt (UBS/Schweiz) im Film:

Grundeinkommen - ein Film-Essay
downzuloaden unter:
http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen
cc-linzensiert


Zuletzt bearbeitet: 18.10.08 23:07 von Volkswirt


VoWi
Bisher machen auch die Gewerkschaften Vollbeschäftigung zum Maßstab ihrer Politik. Sozial ist, was bezahlte Arbeit schafft. Wenn wir wollen, dass alle Menschen unabhängig von bezahlter Erwerbsarbeit ein sozial gesichertes Leben in Würde führen können, müssten traditionelle Vorstellungen der Arbeiterbewegung aufgegeben werden. Eine Dienstleistungsgewerkschaft müsste es schaffen, sich von einer auf Industriearbeit fixierten Vorstellung von Arbeit zu emanzipieren und ein eigenes Verständnis von Arbeit zu entwickeln.

Wir müssen uns vom Ideal der Vollbeschäftigung verabschieden und für die Zukunft andere Wege finden! Nutzen wir die Situation doch als Chance! Die Lösung liegt in einem Grundeinkommen für alle!


wir sehen es an unserer derzeitigen FINANZKRISE, wohin die ARBEITS-Beschaffung z.B. bei den Banken führt: 10.000 und mehr Mitarbeiter bei den Banken und in den Führungsetagen vieler Firmen spekulieren auf KURS-Gewinne und reissen in den öffentlichen Haushalten ggf. ganz schwierig zu planende Haushaltslöcher.

Das Hilfspaket für die Banken "hat zwei Seiten"; keine Bank will eingestehen, daß sie die Hilfe des Staates benötigt !!



blumi

Zuletzt bearbeitet: 19.10.08 11:15 von blumi


Derzeit gibt es eine Online-Petition zu diesem Thema.

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Dieser Beitrag besteht aus 100% recycelten Elektronen!


Zuletzt bearbeitet: 06.02.09 15:10 von esra


http://www.vsp-vernetzt.de/soz/0503151.htm
das manifest von porto alegre

blumi

Zuletzt bearbeitet: 07.02.09 10:45 von blumi


Das ist die Sicht des Farmers der ein Gegner des Grundeinkommens ist weil er nicht will, dass die Schwarzen mehr Bildung erhalten, sie könnten ja auf die Idee kommen das 1904 nach dem Genozid an 60.000 Hereros die Afrikaner die Verträge als Null und nichtig erklären und die Weißen aus dem Land vertreiben....

http://www.az.com.na/politik/weniger-armut-mit-100-dollar.74120.php Das Geld sollte ermöglichen, dass die Menschen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen – das haben wir erreicht“, sagte Bischof Zephania Kameeta von der evangelischen Kirche ELCRN sowie vom Namibischen Kirchenrat CCN. Er verwies darauf, dass der Ort bereits als „abgeschrieben“ gegolten habe und die Einwohner einen schlechten Ruf gehabt hätten. Sie seien als „faul, kriminell und betrunken“ bezeichnet worden.

Wie die Studie nun deutlich macht, habe sich die Situation der Menschen binnen sechs Monaten grundlegend geändert. „Sie bezahlen von dem Geld nur grundlegende Dinge: Essen, Schulgebühren und -uniformen. Niemand hat neue Schuhe oder ein Auto erwähnt“, erklärte Hilma Shindondola-Moton, Direktorin des Arbeitsforschungsinstituts und BIG-Partners LaRRI, das die Studie angefertigt hat. Wie Claudia Haarmann von ELCRN im Detail erläuterte, habe sich die Nahrungsmittelsicherheit der Bewohner von 20 auf 60 Prozent erhöht. Der tägliche Mangel an Lebensmitteln sei zudem von 30 auf zwölf Prozent zurückgegangen. Außerdem hätten im ersten Halbjahr 2008 doppelt so viele Kinder wie sonst die Schule besucht, weil die Gebühren dafür bezahlt worden seien. Die Zahl der Fehlstunden durch Schulbummelei sei überdies um 50 Prozent zurückgegangen.

Herbert Jauch von LaRRI wies auf den Aspekt der „armutsbedingten Kriminalität“ hin. Diese sei von 28 auf elf Fälle (jeweils in einem 5-Monats-Zeitraum) zurückgegangen. „Verbrechen werden durch Armut forciert“, sagte er und erklärte, dass die meisten Vergehen der Menschen dieses Ortes darin bestanden hätten, dass sie (Feuer-)Holz von kommerziellen Farmen gestohlen hätten. „Wir können die Kriminalität schon morgen durch BIG beenden“, sagte er im Hinblick auf die Forderung der BIG-Koalition, das Grundeinkommen landesweit auszuzahlen. Und weiter: „Mit dem Wissen über die Ergebnisse der Studie ist es jetzt sogar kriminell, BIG für ganz Namibia nicht zu unterstützen.“

Dirk Haarmann von der ELCRN fügte hinzu, dass die Auszahlung des Grundeinkommens auch zu wirtschaftlicher Stimulierung und Vorsorgementalität beigetragen habe. Einige Menschen hätten sich selbstständig gemacht, andere Tiere angeschafft oder Sparkonten eingerichtet. „Das Konzept geht auf, die Studie übertrifft all unsere Erwartungen“, sagte er auf AZ-Nachfrage.

Von Stefan Fischer




Hallo Prometheus,

das liest sich ja erst einmal recht gut an.

Obwohl ich ein Anhänger der Idee eines Bürgergeldes bzw. eines Grundeinkommens bin, würde ich dennoch das "Experiment" in Namibia eine Weile wissenschaftlich betreut beobachtet sehen. Sollte es sich langfristig als das erweisen, wie ich es persönlich erwarte, dann hoffe ich, dass dieses auch schnell hier eingeführt wird.

Derzeit ist es doch so, dass unsere Regierung teilweise bereit ist Milliarden gutes Geld dem schlechten und verbrannten Geld hinterher zu werfen. Es wäre viel besser beim Bürger angelegt, da dies tatsächlich die Binnenkonjunktur ankurbeln würde.

Hinzu kommt, dass die augenblickliche Lage von alleinerziehenden Müttern (die mit dem neusten Urteil zur Unterhaltsregelung noch weiter verschlechtert wurde) durch ein geregeltes Einkommen in Form von Bürgergeld erheblich verbessert werden würde. Das gilt natürlich auch (und insbesondere) für deren Kinder.

Bürgergeldforderungen-unterstützende Grüße
Esra


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hallo ESRA, kurz zur derzeitigen FINANZKRISE (ausgehend von der Börse und den Banken).

Solange GELD in der Welt eine Bedeutung haben soll, müssen die Institute funktionieren, die das GELD verwalten . Da hilft es nichts "dem Bürger für den Konsum Geld zu geben".

Ich habe mich die letzten 6 Monate intensiver mit den Transaktionen an der Börse beschäftigt. Es sind unvorstellbare Summen, die da bewegt werden - und offensichtlich läßt sich das nicht so "einfach" ändern.

Internationale EINIGKEIT ist in dieser Frage zwingend notwendig. Die neue US-Regierung stimmt mich hoffnungsvoll.

blumi


Hallo Freunde,

also die Weltfinanzkrise ist schon ein großes Thema. Da kann man viel sagen und viele tun das nun auch. Mir dreht sich etwas der Magen um, wenn nun die "Experten", die den ganzen Schlamassel nicht verhindert haben, jetzt uns wieder erzählen, was eigentlich jeder weiss. Da füllen ehemalige Börsenexperten ganze Sähle, fast wie eine Scientology-Veranstaltung oder amerikanisches Religionsevent kommt es einem vor. So ein Quatsch. Es ist eigentlich ganz einfach.
Da haben Leute gezockt und ihr Geld an andere Zocker verloren. Und nun kommen die Regierungen, leihen sich die Kohle von den Gewinnern und verschulden sich ohne Ende, nur um es den Verlierern wiederzugeben.
Wir haben hier bald einen Vortrag von Prof. em. Dr. Bernd Senf von der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin. Ich halte eigentlich nichts von reinen monetären Betrachtungen, aber wer etwas vernünftiges dazu erfahren möchte, sollte sich das wenigstens mal anhören. Unter seiner HP, die berndsenf.de ist, kann man vier Vorträge zur Weltfinanzkrise hören und auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Beste Grüße an alle



Bernd Senf sagt auf seiner HP:
Zwischen dem Fließen des Geldes im sozialen Organismus einer Wirtschaft und dem Fließen der Lebensenergie im Organismus eines Menschen sieht Bernd Senf erstaunliche funktionelle Identitäten: Die Blockierung des Fließprozesses macht den betreffenden Organismus krank und destruktiv.

hallo VoWi, Dein Hinweis oben ist sehr nützlich. Es gibt demnach die richtigen IDEEN, aber warum werden sie nicht umgesetzt - warum passiert eine FINANZKRISE ? Sogar Ackermann hat im Interview eingestanden "Er habe die Gefahr nicht gesehen" - man mußte also die BLOCKIERUNG mit dem finanziellen EINGREIFEN der Staaten in der EU und in den USA aber auch in Rußland u. China auflösen. Du hast es gesagt, die Banken, denen geholfen wurde, machen jetzt Milliarden Gewinne. Und die o.a. Staatskassen schieben Billionen Schulden vor sich her.

Ich frage VOWI - ist das BG der Ausweg aus "diesem Teufelskreis", den Du beschrieben hast ?

blumi


Also ich halte das bedingungslose Grundeinkommen für Quatsch.

Geld ist ein Tauschmittel - um etwas zum Tauschen zu haben, muss man selber was tun. Dies ist die Grundlage jeder Wirtschaft.
Natürlich gibt es Menschen, die nicht arbeiten können: Kinder, die noch was lernen, Alte und Kranke.

Nicht nur in Entwicklungsländern wird geschenktes Geld missbraucht. Auch bei uns gibt es eine gewisse Schicht, die sich schlau mit Hartz-IV und Schwarzarbeit einrichtet - auf Kosten der Allgemeinheit. Und an den ehrlichen rächen sich dann die Beamten durch ungerechtfertigte Kürzungen. Um eines klarzustellen: Man kann nichts verallgemeinern!
Es gibt ja auch Vorzeige-Unternehmer, die ihre Mitarbeiter am Firmengewinn beteiligen.

Wenn die menschliche Gesellschaft sinnvoll funktionieren soll, dann muss jedes Kind seinen Talenten entsprechend gefördert werden - also Chancengleichheit.

Zweitens müssen Firmengewinne nach einem bestimmten Schlüssel verteilt werden: Also offene Bilanzen, kein Geld ins Ausland verschieben, angemessene Arbeiterlöhne, Managergehälter und Anlegertantiemen, flexible Besteuerung je nach Firmanlage.

Drittens sollte Arbeit verteilt werden:
Jeder - auch wer nur teilzeitlich oder stundenweise arbeitsfähig ist, sollte ins Arbeitsleben eingebunden werden - sonst versumpft man nämlich allzuleicht in Depressionen, oder gar im Drogenkonsum.

Viertens wird Wucher bei Unterkünften unterbunden, indem man angemessene Preisspannen festlegt.

Fünftens sind bei kulturellen Veranstaltungen im gleichen Verhältnis Karten zum Billigtarif auszugeben, wie die Bevölkerung ein geringes Einkommen hat.

Sportstätten, Strände und Schwimmbäder können von Einkommensschwachen gegen Hilfsleistungen mitgenutzt werden.

Ich wäre für ein Grundeinkommen, das über Hartz-IV liegt, aber nicht bedingungslos, sondern entweder gegen den Nachweis, dass jemand in einem Bildungsprozess steht, dass er (mit nachgewiesener Kompetenz) Kinder betreut, eine Selbständigkeit aufbaut oder der Allgemeinheit einen Tag in der Woche mit seinen Fähigkeiten zur Verfügung steht.
Dadurch erzeugt man ein Bewusstsein, dass jeder seinen Beitrag fürs Allgemeinwohl zu leisten hat und gibt jedem seine Chance, zu zeigen, was in ihm steckt. Vor allem fühlt sich dann keiner abgeschoben und ausgegrenzt.
Wer krank oder altersschwach ist, wird unterstützt.

Schmarotzertum wird nicht geduldet - Leute, die nichts tun wollen, bekommen auch nichts.






esra:
Derzeit gibt es eine Online-Petition zu diesem Thema.


Leider landet man mit diesem LINK nicht im Petitions-Portal der Bundesregierung...


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