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Thema: Kongo,ein Krieg ohne Ende-Versagen der UN


Kongo ein Krieg ohne Ende-Versagen der UN

In Fortsetzung meines Artikels „ Bundeswehr in den Kongo“ vom 8.3.2006 und einige Folgebeiträgen u.a. von Blumi möchte ich die aktuelle Situation betrachten.

Die Wahlen hatte ja der Präsident des Kongo gewonnen und unsere Truppen, der EUFOR kamen gut zurück. Die Region um Kinshasa herum war mehr oder weniger befriedet, doch im Osten des Landes in der Nordkivu - Region hatte sich nichts geändert. Formal regiert auch hier der Präsident Joseph Kabila, doch das kongolesische Militär bekam hier wenig oder kaum Sold von der Regierung und da sie nicht verhungern wollten, wurden Orte und Städte geplündert, die Leute ausgeraubt und viele Frauen auch vergewaltigt.
So machten es auch verschiedene Rebellengruppen, die sich hier auch bedienten. Da aber von den Milizen oder auch Rebellen, sich fast nur aus geflüchteten Hutus aus Ruanda zusammensetzen, bevorzugten diese für ihre Angriffe auf Zivilisten, systematisch die Dörfer der Tutsis, die in der Region schon lange leben, aber Kongolaner sind. Angriffe sind zumeist auch das Töten der Bewohner, verschleppen der Kinder(Kindersoldaten) und Vergewaltigung der Frauen.

Wie ich im Artikel von 2006 schon schrieb, sind in der Region fast 17 000 UNO Blauhelmsoldaten (MONUC) stationiert, die waffenmäßig zwar gut ausgerüstet sind, aber das UN Mandat, keinen großen Waffeneinsatz vorsieht. Diese Soldaten verwalten das Chaos, die Rebellen spielen mit ihnen Katz und Maus. Sie sind sozusagen „ zum Abschuss „ freigegeben.

Einige Länder der Region sehen in dieser unfähigen UN Mission, die eigentliche Ursache des Geschehens, doch da Länder des Sicherheitsrates auch da drin hängen, die keine so starke UN da wollen, hier denke ich an Frankreich, deren Regierung schon vor längerer Zeit, einige Personen des Ruanda Genozides beschuldigt hat, dafür verantwortlich zu sein. So wurde eine Vertraute und Mitkämpferin vom Präsidenten Kagame von Ruanda in Frankfurt festgenommen und inzwischen nach Frankreich überstellt. Deutschland hatte einen internationalen Haftbefehl vorliegen und ist dem nachgekommen.

Die Schuldigen des Völkermordes 1994 in Ruanda waren die Hutus, die sich mit Hilfe von Frankreich und Belgien länger dafür vorbereitet haben. Offizielle haben Frankreich und Belgien aber damit nichts zu tun, Belgien hatte damals unsere deutschen Mitarbeiter der Kurzwellenrelaisstation in Kigali gerettet und in Sicherheit gebracht. Deutschland selber hatte dazu keine Kräfte und ich war zu diesem Zeitpunkt in Simbabwe und habe täglich einige Stunden diese Kurzwellenhilferufe gehört. Weil es nun Frankreich in den Kram passt, werden die Schuldigen des Genozid neu festgelegt und mit Haftbefehl gejagt.
Der General der Tutsi Minderheit im Kongo, Laurent Nkunda, hat also als Gegner die kongolesische Armee, die Mai-Mai Milizen und Hutu-Milizen vor sich(neuerdings auch Truppen aus Angola), die er je nach Laune vor sich hertreibt in Richtung Goma, der größten Stadt der Region, die total überfüllt ist.

Dort dürften ca. 250 000 Flüchtlinge sein, die von privaten Hilfsorganisationen versorgt werden, ab und zu flüchten (je nach Nachrichtenlage) wieder welche in den Busch, dort gibt es keine Hilfe und Nahrung und so kommen sie dann wieder zurück.
Das gleichzeitig der General Nkunda auch in der Region Coltan abbauen lässt und dies auch ausfliegen lässt, teilweise mit Hilfe von UN Flugzeugen und Flugzeugen privater Linien, die auch Hilfsgüter ins Land bringen, zeigt die Verwicklungen dort. Hierbei profitieren Firmen aus Frankreich, Belgien, USA, Deutschland und Israel und Südafrika.

Solana war die Tage auch dort, man zeigte im Fernsehen kurz eine Begegnung von Kabila mit dem ruandischen Präsidenten Kagame, zweier Todfeinde. General Laurent Nkunda, war nicht dabei, er sucht lieber die Gefechte, statt lange Gespräche, die sowieso nichts bringen. Er will die Aussage von Kabila, das dieser die Hutu Rebellen entmachtet und ihnen die Waffen abnimmt und diese nach Ruanda zurückführt, eine etwas utopische Forderung und somit wird es weitere Gefechte geben und alles bleibt beim alten Zustand.
Der Korrespondent der FAZ, geriet in den Wirren der Region in Gefangenschaft von Mai-Mai Milizen, kam aber frei, weil er selbst clever war und auch einige Zusammenhänge dort verstand.
In der Garde des Präsidenten Joseph Kabila vom Kongo, dienen gut bezahlte Söldner aus Angola, die in ihrem Land genügend militärische Erfahrung sammeln konnten und nun sind weitere angolanische Truppen in der Goma Region gegen die 4 000 Mann der Truppen von General Nkunda in Stellung gegangen und dies dürfte dem Staat Ruanda nicht gefallen, der ja die stärkste Armee in der Region stellt.
Wenn nun der UN Generalsekretär Ban Ki-moon die UN Truppen dort verstärken will, oder Soldaten von Uganda, Kenia und Tansania einsetzen will, ohne das Mandat zu verändern, bedeutet es noch mehr Kosten und noch weniger Sicherheit für die Menschen dort.
Es gibt schließlich dort auch einige Hilfsorganisationen, die eigene Interessen verfolgen.
Denn eine Zahl von 250 000 bis 500 000 Menschen zu versorgen ist auch ein Geschäft.







einige Folgebeiträgen u.a. von Blumi möchte ich die aktuelle Situation betrachten.........In der Garde des Präsidenten Joseph Kabila vom Kongo, dienen gut bezahlte Söldner aus Angola, die in ihrem Land genügend militärische Erfahrung sammeln konnten und nun sind weitere angolanische Truppen in der Goma Region gegen die 4 000 Mann der Truppen von General Nkunda in Stellung gegangen und dies dürfte dem Staat Ruanda nicht gefallen, der ja die stärkste Armee in der Region stellt.

Wenn nun der UN Generalsekretär Ban Ki-moon die UN Truppen dort verstärken will, oder Soldaten von Uganda, Kenia und Tansania einsetzen will, ohne das Mandat zu verändern, bedeutet es noch mehr Kosten und noch weniger Sicherheit für die Menschen dort.


danke SAREK, und wieder ist es das Waffengeschäft, daß zu großer Unsicherheit für die Zivilbevölkerung führt !!

blumi

Zuletzt bearbeitet: 18.11.08 11:06 von blumi


Wer wo wie an was auch immer Schuld hat, ist in meinen Augen gar nicht immer so nachvollziehbar - weil die Lage in Afrika (diesmal Speziell Kongo) vollkommen unübersichtlich ist.

Tatsache ist: Wir in Europa profitieren gleich mehrfach davon. Der Kongo ist reich an seltenen Rohstoffen, für die normalerweise horrende Summen zu bezahlen sind. Der Bürgerkrieg sorgt dafür, dass irgendwelche Milizen (die, die gerade die Region kontrollieren) diese wertvolle Rohstoffe für einen "Appel und 'nen Ei" verhökern, um ihren Waffenkauf zu finanzieren. Und bei wem kaufen sie die begehrten Waffen? - Na klar, bei uns Europäern.

Afrika könnte in einigen Teilen ein regelrechtes Paradies sein: Man stelle sich vor, der Kongo würde seine Rohstoffe zum tatsächlichen, derzeitigen Wert verkaufen und diese Gewinne in die Infrastruktur und das Sozialwesen des Landes stecken und eine Vorsorge für die Zeit treffen, an dem die Rohstoffe erschöpft sind. Eine schöne Utopie, nicht wahr?

Dass der Kongo davon Lichtjahre entfernt ist, hat viele Ursachen, einige sind sicherlich auch dem asozialen Verhalten einiger Einwohner geschuldet, die ausschließlich nur an sich denken; aber wir Europäer tun das unsrige dazu, um diese Verhältnisse dort und um letztlich unseren Wohlstand zu zementieren, denn Wegwerfgegenstände des Alltags wie zum Beispiel das Mobiltelefon (um nur ein konkretes Beispiel zu nennen) würde bei marktgerechten Rohstoffpreisen für Afrika wieder das werden, was es ist: Ein Luxusgegenstand.

Solange das Kriegstreiben nicht aufhört, solange wird auch keine Ruhe in Afrika einkehren; da können auch keine noch so gut gemeinten UN-Truppen helfen. Ihnen Versagen vorzuwerfen, ist eigentlich etwas zu kurz gegriffen. UN-Truppen sind erst dann sinnvoll, wenn sich in Afrika einige Sachverhalte grundlegend ändern.

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Zitat Blumi 18.11.08 ......., und wieder ist es das Waffengeschäft, daß zu großer Unsicherheit für die Zivilbevölkerung führt !!
sehe ich nicht ganz so, Blumi,denn in Afrika sind die Waffen, in den Händen der Soldaten der Regierungen, Milizen und auch eventuell von Rebellen. Man hat dort ziemlich flächendeckend die Bevölkerung entwaffnet. Es sind meist auch totalitäre Staaten die ihre Bürger entwaffnen, denn dann können sie mit voller Staatsmacht ihre eigenen Interessen sichern. Die einzige vorhandene "Waffe", die sie alle haben, ist die Panga, also die Machete. Gerade beim Genozid in Ruanda wurden 80 % der Tötungen mit der Machete durchgeführt, da oft auch das Zerhacken, ein eigener Tötungsakt ist.
Anfangs des Jahres gab es wieder große Unruhen in Kenia, bedingt durch die Wahlen und die Anerkennung der Ergebnisse. Hier kam wieder die Machete zum Einsatz, in Verbindung mit den Abfackeln der Hütten der Gegner.
Die ungeschützte Zivilbevölkerung hat von keiner Seite einen Schutz und ist da nur eine Masse, meist in Panik. In normalen Ländern gibt es eine Polizei, die diese Leute schützt, doch in Afrika, keine Chance für sowas.
Zitat Esra 18.11.08 " Tatsache ist: Wir in Europa profitieren gleich mehrfach davon. Der Kongo ist reich an seltenen Rohstoffen, für die normalerweise horrende Summen zu bezahlen sind. Der Bürgerkrieg sorgt dafür, dass irgendwelche Milizen (die, die gerade die Region kontrollieren) diese wertvolle Rohstoffe für einen "Appel und 'nen Ei" verhökern, um ihren Waffenkauf zu finanzieren. Und bei wem kaufen sie die begehrten Waffen? - Na klar, bei uns Europäern.
Stimmt bei den Rohstoffen, doch stimmt nicht bei den Waffen, denn dort werden Nachfolger der russ. AK 47 und AK 74 benutzt, die in großen Stückzahlen in Russland, Tschechien, China und Nordkorea produziert werden. Diese Waffen zeichnen sich durch pflegeleicht aus und deshalb gibt es da kaum mehr M 16 Gewehre aus USA, FN Gewehre und G3 aus Deutschland und Lizenzproduktionen. Da diese westliche Waffen auch über doppelt so teuer sind, kann sich die keiner leisten. Die jetzigen Waffen im Kongo dürften Erzeugnisse aus China und Nord Korea sein, die ja auch die Panzerfaust RPG 7 in hohen Stückzahlen liefern, im Verhältnis 5 Sturmgewehre : 1 RPG 7. Wirft man ein AK 47 in den Schlamm, andere Waffen auch, kann man hinterher nur noch mit dem AK 47 weiterschiessen.

Zitat Esra 18.11.08 Solange das Kriegstreiben nicht aufhört, solange wird auch keine Ruhe in Afrika einkehren; da können auch keine noch so gut gemeinten UN-Truppen helfen. Ihnen Versagen vorzuwerfen, ist eigentlich etwas zu kurz gegriffen. UN-Truppen sind erst dann sinnvoll, wenn sich in Afrika einige Sachverhalte grundlegend ändern.

Klar ist es ein UN Versagen, mit 17 000 gut ausgerüsteten Soldaten in der Region zu sein, Panzer zu haben und Kampfhubschrauber, sowie genügend Sat-Telefone. Auch mit einem stärkeren Mandat hätten die Probleme. Der General Laurent Nkunda hat gerademal 4 000 Soldaten und macht da was er will. Hier brächten nur weisse Truppen eine Lösung, doch ich habe ja im Artikel geschrieben, welche Interessen Frankreich und Belgien da haben und der Einsatz von EUFOR vor 2 Jahren war ein Einsatz zugunsten von Frankreich und Merkel Heiligendamm vor sich und diente den Interessen von Frankreich.
Bei der Wahl wurde damals ja Joseph Kabila gewählt, der damalige Gegenkanditat Pemba ist in Europa inzwischen verhaftet worden, wegen irgendwelchen Verbrechen seiner Anhänger im Osten des Landes. Veranlasser der intern. Haftbefehles war wiedermal Frankreich.
Das Problem der UN Truppen ist, das diese sich nur selber verteidigen können, weiter geht ihr Mandat ja nicht, es wäre anders, sie würden eine Ordnungsfunktion und Schutzfunktion für die Zivilbevölkerung übernehmen, doch irgendwelche Interessen sprechen ja dagegen.



sarek
Das Problem der UN Truppen ist, das diese sich nur selber verteidigen können, weiter geht ihr Mandat ja nicht, es wäre anders, sie würden eine Ordnungsfunktion und Schutzfunktion für die Zivilbevölkerung übernehmen, doch irgendwelche Interessen sprechen ja dagegen.


ich kann mir nicht vorstellen, daß NUR DIE EIGENE VERTEIDIGUNG der UN-Truppen - das Ziel des Einsatzes ist.

blumi
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