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Thema: Kopftuch, Burka und Minarette


Kopftuch, Burka und Minarette

Als vor einigen Wochen bekannt wurde, das die Schweizer über Minarette abstimmen wollen, habe ich das als normal und Schweiztypisch betrachtet, die Schweizer Volkspartei hat den Volksentscheid betrieben, alle anderen Parteien, Gewerkschaften und Gruppierung, sogar die Kirchen waren gegen den Volksentscheid.
Dann kam der letzte Sonntag, für den Entscheid und gegen den Neubau der Minarette waren knapp 60 %. Der Souverän hat gesprochen und Europa hat neue Bilder, was Europa will oder nicht will. Jedenfalls wurde von Brüssel das Ergebnis verdammt und besondere „Demokraten“ wollen solche Entscheide verbieten, abschaffen oder einfach nicht zulassen.
Man könnte auch die irische Version wählen, solange abstimmen bis es passt.
Nur frage ich mich, was hat das noch mit Demokratie zu tun.
Bekanntlich gibt es solche Entscheide nicht in Deutschland, aber in verschiedenen Versionen in den Bundesländern. So gab es gerade in Bayern eine Volksbefragung zum Nichtraucherschutz und 1.3 Mio. stimmten für einen Volksentscheid dazu im Jahr 2010.

Ich fand den Schweizer Volksentscheid Klasse und wäre es bundesweit möglich, hätten hier mind. so viele Deutsche das auch entschieden, natürlich zum Aufreger in Europa.
Bisher gibt es 4 Minarette in der Schweiz, weitere wird es wohl nicht geben, aber es war kein Entscheid gegen die verbürgte Religionsfreiheit, denn Moscheen können weiterhin gebaut werden. Genau das haben viele Kommentatoren oder auch arabische Länder nicht zur Kenntnis genommen, der türkische Regierungschef Erdokan sprach sogar von europäischen Rassismus und Islamfeindlichkeit.

Es gab viele Fernsehsendungen dazu, mehr oder weniger gingen sie am Thema vorbei, denn es wurde übersehen das nur die Minarette betroffen sind. Eine türkische Anruferin zum „Mittagsgespräch“ meinte dazu, sie hätte auch so abgestimmt, denn mit der aggressiven Form
des Islam habe sie nichts im Sinn. Das wäre so, wie das Kopftuch tragen oder das Verschleiern des Gesichtes in Deutschland, da zeige eine politische Richtung, wie die Minarette ja auch.
In Deutschland sind ja Formen der Verschleierung in der Schule von Lehrerinnen nicht erlaubt, wegen der politischen Aussage. Ein Islamwissenschaftler sagte auch, ein Minarett ist dazu gedacht, die Gläubigen zum Gebet zu rufen, nur macht es keinen Sinn ein Minarett zu errichten, wenn in der Umgebung keine Moslems wohnen.

Der normale Moslem braucht das nicht, er braucht nur den normalen Gebetsraum, also die Moschee und die gibt es ja weiterhin.

Weiterhin wurden viele Anrufer deutlich, das wichtig ist, die deutsche Sprache in der Moschee zu benutzen, damit man erkennt, ob hier nicht zum Sturz der Regierung oder zur Übernahme der Macht in Europa aufgerufen werde, was ja bisher nicht kontrollierbar ist.
Es gibt ja 2 Arten des Islam, der etwas ältere in der harmlosen Form oder der des Propheten Mohammed, der aggressiver ist und in seiner Form mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.

Die Burka, also die Ganzkörperverschleierung, wird als die massivste Unterdrückung der islamischen Frau gesehen und gerade in Afghanistan war dies unter den Taliban die Regel und ein Ziel des Westens ist ja, diese abzuschaffen.

Die Schweiz hat uns jedenfalls ein Thema gegeben, das es noch lange in den Medien geben wird, mehr oder weniger wird am Problem vorbeigeredet. Ob hier im Forum wird man bald sehen.




Ein Büttenredner im Mainzer Karneval hat es mal andersherum formuliert: Welches Recht haben Christen, in Islamischen Ländern Kirchen zu bauen? Keins!

Ich würde den Gedanken noch weiter spinnen:
Wie würden Araber und Türken reagieren, wenn Europäer sich zuhauf in ihren Ländern breit machten, dort riesige Kathedralen bauten und dann hysterisch aufschrien, wenn die angestammten Moslems im Lande was dagegen hätten, dass der Kirchturm noch höher ragte, als die Minarette und stündlich die Glocke läutete?

Religion ist ein Teil der Kultur eines Volkes - genauso wie Architektur, Sprache, Tracht oder Essen. Kultur-Austausch ist schön und jeder soll nach seiner Facon selig werden - solange er keinem andren damit schadet. Doch Gleichmacherei untergräbt den unverwechselbaren Charme eines Landes.

Ich empfinde es als unverschämt, wenn fremde Völker einen aggressiven Kultur-Imperialismus betreiben und ich empfinde es als Verleugnung der kulturellen Identität, wenn ein Volk sich den Gepflogenheiten anderer anbiedert: Wolkenkratzer in den Großstädten aller Kontinente, dazu westliche Einheitskleidung und der gleiche Massenfraß an jeder Straßenecke - dadurch verarmt die Menschheit kulturell.

Wenn Menschen ihren Glauben pompös ausleben wollen, dann sollen sie das in ihren Heimat-Ländern tun. Woanders sind sie Gäste und sollten sich nicht als Hausherren aufspielen.

Minderheiten können eine kulturelle Nische beanspruchen - man sollte ihre Eigenart respektieren und sie als Bereicherung ansehen - aber nicht die kulturelle Herrschaft übernehmen wollen. Das geht eindeutig zu weit!




Wenn Menschen ihren Glauben pompös ausleben wollen, dann sollen sie das in ihren Heimat-Ländern tun. Woanders sind sie Gäste und sollten sich nicht als Hausherren aufspielen.

Also eins verstehe ich nicht. Woher kommt die absolute Gewissheit, das Europa und Deutschland ein christliches Land sein muss oder ist. Was sagt ihr einem Deutschen, einem gebürtigen Deutschen, der keine anderen Vorfahren hat als gebürtige Deutsche, aber der muslimischen Religion angehört. Oder aber einem Juden, der durch und durch deutscher ist. Sind diese Deutschen auch Gäste in diesem Land? Diese Diskussion über den Schultern der "Gäste" auszutragen, ist für mich eine unerträgliche Arroganz. Die Migranten, auch die die keiner christlichen Glaubensgemeinschaft angehören, sind keine Gäste mehr in diesem Land. Und nur fürs Protokoll. Ein Minarett ist keine pompöse Art Religion auszuleben. Sie gehört zu einer Moschee. Genauso wie ein Kirchturm und eine Kirchenglocke zu einer Kirche. Was ist eine Kirche ohne einen Kirchturm.

Wie würden Araber und Türken reagieren, wenn Europäer sich zuhauf in ihren Ländern breit machten, dort riesige Kathedralen bauten und dann hysterisch aufschrien, wenn die angestammten Moslems im Lande was dagegen hätten, dass der Kirchturm noch höher ragte, als die Minarette und stündlich die Glocke läutete?

Wir springen ja auch nicht aus dem Fenster, nur weil andere das auch tun. Wenn diese Länder sich falsch verhalten, heißt das nicht, dass wir uns auch falsch verhalten können. Wenn wir meinen fortschrittlich zu sein oder es besser zu wissen, dann müssen wir auch ein Vorbild sein oder uns wenigsten so verhalten. Es ist schade mit dem Finger auf das falsche zu zeigen und zu sagen, die machen das auch oder aber die würden das auch nicht anders machen. Traurig traurig ....

Abgesehen davon, die Araber und Türken haben sich in Europa nicht zuhauf breitgemacht. Sie wurden als Arbeitskräfte angeworben. Das es Menschen waren, die man geholt hat, und nicht irgendwelche funktionierenden Maschinen, damit muss sich Europa, nicht erst jetzt sondern seit Jahren, auseinandersetzen. Es würde nicht schaden, bevor man solche Statements abgibt, sich die Geschichte der angeblichen „Gäste“ anschaut.




Hallo Weltmensch.
Deine Argumente sind doch an den Haaren herbei gezogen!

Ich neige eher zum Buddhismus, sehe mich aber in einer 1500 Jahre währenden christlichen Tradition in Europa - das ist unsere Geschichte, so wie der Islam die Arabischen Länder prägte.

Kein Mensch hindert Dich daran, hier aus freien Stücken als Moslem zu leben - dazu brauchst Du keine monströse Moschee.
Wer hier riesige islamische Gotteshäuser baut, um demonstrativ diese Religion dominieren zu lassen, das sind Fremde, die sich in unserem Land einen aggressiven Kultur-Imperialsmus erlauben.
Wenn Du so willst - orientalische Halbmondritter...

Und was die Gastarbeiter angeht: Ich finde, man hätte sie respektvoller behandeln sollen. Nichtsdestotrotz sind sie aus freien Stücken gekommen, weil sie Arbeit suchten - als Gäste, die mit dem verdienten Geld hätten nach Hause zurückkehren sollen, aber zu Einwanderern wurden, weil sie einfach blieben. Das war nie so geplant und ist auch nicht in Ordnung.

Vor allem viele Türken wollen sich nicht integrieren, kapseln sich ab und unterwandern unsere Kultur.
Ich selbst begegne Fremden immer mit neugierigem Respekt, habe türkischen Familien eine ordentliche Wohnung gegeben und wir haben in freundschaftlicher Hausgemeinschaft gelebt.
Aber ich habe auch erlebt, dass zu einer Lesung über Gott - Mensch - Welt, zu der ich Vertreter aller Religionen lud, um hinterher ein interreligiöses Gespräch zu führen, die Moslems trotz vorheriger Zusage wegblieben.
Und dass in unserem Land Ausländerinnen verstümmelt oder zwangsverheiratet werden ist wohl ein Schande für sich - nur möglich weil unter dem Deckmäntelchen religiöser Toleranz Verstöße gegen die Menschenrechte geduldet werden...

Dass im Koran eigentlich was anderes steht, brauchst Du mir nicht zu sagen - in der Bibel steht auch was anderes, als jage dem Gelde nach und beute Deine Mitmenschen aus.

Ich meine, der Orient sollte sein kulturelles Gesicht wahren und Europa ebenso. Der "Mufti von Köln", der sich in seinem Größenwahn zum islamischen Herrscher Deutschlands ausrief, ist nur die Spitze eines Eisbergs hierzulande. Ein Saddam Hussein folgte mit seinen Genoziden einem österreichischen Vorbild, das in Deutschland eine traurige Karriere hinlegte und was gegenwärtig im Iran passiert, gereicht zur Sorge.

Wenn wir für religiöse Toleranz eintreten wollen, dann ist ein Wettbewerb der Eitelkeiten bestimmt das falsche Signal. Religiösen Frieden stiften wir nicht durch Übertrumpfen lassen beim Bau neuer Gotteshäuser (damit legen wir nur den Grundstein für einen späteren Bürgerkrieg), sondern indem wir uns auf Gemeinsamkeiten besinnen und Hand in Hand Ehrfurcht vor dem Leben in all seinen Facetten zollen.

Meine Vorstellung war immer ein futuristischer Tempel, in dem jede Religion ihre Nische hat und dessen Zentrum jeden willkommen heißt, dessen Herz voll religiöser Demut ist.



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