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Thema: Charakter, Verhalten und Politik


Ich habe an verschiedenen Orten versucht, die Verhältnisse mit konstruktiven Ideen zu verbessern, mit Sachlichkeit der Willkür entgegenzutreten. Inzwischen weiß ich, dass man mit Menschen nicht kooperieren kann, die selbstherrlich, selbstsüchtig, intrigant, feige oder bequem sind. Das ist vergebliche Liebesmüh.

Solange Menschen nicht begreifen, dass sie mit dem Erdulden von Unrecht und unter-den-Teppich-kehren peinlicher Enttäuschungen unverschämten Zeitgenossen einen Freiraum zubilligen, der deren unlauteres Treiben unterschwellig unterstützt, stabilisieren sie genau die Verhältnisse, deren Ungerechtigkeit sie beklagen. Solange erlittenes Unrecht geschluckt wird, werden Menschen unter diesen Verhältnissen leiden und machen sich obendrein mitschuldig am Leid der nächsten Opfer. Ob Haustyrannen oder Diktatoren – sie erhalten ihre Macht aus dem Untertanengeist ihrer feigen Zeitgenossen.

Wenn man dagegen revoltiert, verstrickt man sich in einen zermürbenden Krieg. Wenn man strukturell etwas ändern will, wird man ausgebootet oder abgeblockt. Nur durch Aufklärung jenseits der eingefahrenen Unrechts-Systeme kann man eine Änderung im gesellschaftlichen Bewusstsein anleiern. "Politik" wäre zum Großteil überflüssig, wenn die Menschen eine klare Orientierung hätten – doch moralische Handlungsmuster entstehen allein durch sorgfältige Erziehung und gutes Beispiel.

Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Leute völlig friedlichen Versuchen, Konflikte auszudiskutieren aus dem Weg gehen – aus Angst, dass diese Auseinandersetzung zu ihrem Nachteil ausgehen könnte. Letztendlich projizieren sie ihre eigene Falschheit auf andre, fürchten sich also vor ihrer eigenen Mentalität, wenn sie anderen nicht über den Weg trauen. Aus Verlustangst wollen sie um jeden Preis die Oberhand behalten – und verlieren damit oft mehr, als sie vordergründig gewinnen.

Umgekehrt wundern sich anständige Menschen über das seltsame Verhalten solcher Zeitgenossen und erkennen deren Hinterhältigkeit viel zu spät, weil sie selbst niemals auf die Idee kämen, sich derart niederträchtig durchs Leben zu mogeln. Lautere Charaktere geraten so ins Hintertreffen...

Fazit:
Die Ungerechtigkeit der Welt wird erst enden, wenn sich keiner mehr damit abfindet.





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