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Thema: Erhalt von nichtdeutschsprachlichen Programmen I


GRÜNER VERTEILER FRANKFURT

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InfoMail 91/2002
Erhalt von nichtdeutschsprachlichen Programmen

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* Optimale Lesbarkeit mit dem Font "Courier New"*
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Liebe Freundinnen und Freunde,

anbei arhaltet Ihr ein unterstützenswertes Manifest, dass
sich gegen die teilweise Einstellung der seit fast 40
Jahren existierenden nichtdeutschsprachlichen Programme
wendet, wie es von einigen öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalten geplant ist.

Angehaengt an diese Mail ist ein erläuternder Text, der
noch weitere Informationen zu diesem Sachverhalt liefert.

Viele Grüße,

Olaf Cunitz
Vorstandssprecher

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Marokkanisch -Deutsche Assoziation für Beratung und
Gemeinwesen e.V.
( Marokkanisch -Deutsche ABG )
C/O Ahmed Elkourai, Bilker Allee 172 , 40217 Düsseldorf
Tel. 0211/ 340370 , Mobil: 0137/ 2610957
E-Mail: Ahmed Elkourai@aol.com
www.marokko - dabg.de

Aufruf zur Unterzeichnung des Manifests zur Erhaltung der nichtdeutschsprachlichen Programme in öffentlich- rechtlichen Hörfunkanstalten und Einrichtung zusätzlicher Fernsehprogramme durch ARD für die Minderheiten in BRD

Liebe Kollegen und Kolleginnen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir ( Marokkanisch -Deutsche ABG), als Initiator dieses Manifests, wenden uns hiermit an Sie im Namen der UnterzeichnerInnen mit der Bitte, uns bei o.g. Manifest zu unterstützen. Bitte teilen sie uns so schnell wie möglich, ob wir Sie in die Liste der UnterzeicherInnen eintragen können. Das Manifest wird in der Zeit zwischen 4. und 8. November veröffentlicht.

Ferne bitten wir Sie, dieses Manifest in Ihre Printmedien und Internetseiten zu veröffentlichen mit Vermerksbitte, dass die Leser Protestmails am ARD- Intendanten zu schicken - unter Mailadresse : info@ard.de

Dieses Manifest wird in der Zeitung so erscheinen:

Integrationspolitik - Nachholbedarf an muttersprachlichen Integrationsprogrammen durch Rundfunke

Im Vergleich zu Nachbarländern Niederlanden, Belgien und Frankreich, wo Integrationspolitik seit mehr als 30 Jahren auch durch Fernsehprogramme für MigrantenInnen gestaltet wird, Kennt Deutschland solche Integrationspolitik nur im Hörfunk. Südwest-, Saarländische und Bayrische Rundfunke haben sogar ihre Teilnahme an dieser Integrationspolitik durch ihre Rundfunke zum Ende 2002 gekündigt. 75 WissenschaftlerInnen der Bereiche Sozial- und Geisteswissenschaften und viele Organisationen fordern die
Erhaltung der Hörfunkprogramme in Deutschland und deren Ergänzung durch Fernsehprogramme für MigrantenInnen. Dazu wurde folgendes Manifest in den Weg gebracht :

Manifest zur Rundfunk-Integrationsprogrammen für Minderheiten (RIMI - Manifest)

Forderung nach Erhaltung der nichtdeutschsprachlichen Programme in öffentlich-rechtlichen Hörfunkanstalten und Einrichtung zusätzlicher Fernsehprogramme durch ARD für die Minderheiten in BRD

Wir, die Unterzeichneten, halten es für wichtig , dass die Förderung der kulturellen Vielfalt in Deutschland (auch außerhalb) und des Integrationsprozesses der hier lebenden, noch in anderen Nichtdeutsch-Sprachchen verwurzelten Menschen durch Hörfunk- und Fernsehsendungen in deren Muttersprachen aufrecht erhalten bzw. gestaltet wird, da dies uns alle angeht und für die Zukunft unseres Gemeinwesens in und über die Grenzen Deutschlands hinaus entscheidend sein wird. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein hochentwickeltes Land und eine der führenden Industrienationen in Export von Verbrauchsgütern und technischem Fachwissen, aber auch von Sozial- und Geisteswissenschaften. Allen Teilen der Bevölkerung in Deutschland (selbstverständlich auch außerhalb wenn möglich ) zu einem Stück Lebensfreude und Partizipation am Gesellschaftsgeschehen zu verhelfen ist ein Bestandteil des Geistes unserer Zivilisation. Die Globalisierung vollzieht sich nicht nur im Bereich der Wirtschaft. Diese bringt mit sich auch kulturelle Vielfalt und politische Herausforderung. Daher sind die Bevölkerung Deutschlands im allgemeinen und die Träger von sozialer und intermediärer Politik insbesondere aufgefordert, sich der Angelegenheit von Erhaltung, Erweiterung und Fortentwicklung der oben genannten Programme auch unter Aufbringung von Solidarität - wenn der Gleichheitsgrundsatz im Grundversorgungsauftrag nicht greift - anzunehmen. Der vom Bundesverfassungsgericht den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zugewiesene Auftrag zu umfassender Informations- und Kulturberichtserstattung sollte auch für die Gebühren zahlenden Minderheiten (Einwanderer/Zuwanderer und Deutsche mit sprachlich-familiärer Bindung) gelten. Darüber hinaus ist es nicht im Sinne unseres Gemeinwesens, dass wir zusehen, wie die ständige Verfügbarkeit Ausländischer Fernsehprogramme via Satellit die hier in Rede stehenden Minderheiten mit Programmen versorgt, die ihnen die Realitäten des Alltags in Deutschland in zunehmendem Maße entfremden.

Die aktuellen Situationen machen es in ganz besonderer Weise deutlich, dass die bisherigen diesbezüglichen Bemühungen keinesfalls ausreichend sind und auf allen Ebenen neue Wege zur gesellschaftlichen Integration der Minderheiten gesucht werden müssen. Dazu gehört eine
Funktion zur Stabilisierung der Identität im Schnittpunkt von Lebenspraxis der spezifisch-sozialen Gruppen (Minderheiten) und Dynamik der mehrgesellschaftlichen Lebensnormen. Ausländerbeiräte und Selbstorganisationen, die eine Rolle bei solcher Funktion haben, nämlich die Interessen der Minderheiten wahrzunehmen und die Integration sowie kulturelle Vielfalt zu fördern, können ihre Arbeit nicht ausreichend transparent für die betreffenden Menschen machen, wenn dazu die geeigneten Wege fehlen, das sind Hörfunk- und Fernsehprogramme. Darüber hinaus ist es nicht zuviel verlangt, wenn für die hier in Rede stehenden Minderheiten, die eine sprachliche Einheit bilden und deren Zahl jeweils etwa mehr als 200.000 Menschen ausmacht, zusätzlich zu bestehenden Hörfunkprogrammen eine halbstündige Fernsehsendung in der Woche eingerichtet wird. In Nachbarländern Niederlanden, Belgien und Frankreich gibt es seit Anfang der siebzigen Jahre für dort lebenden MigrantenInnen neben muttersprachlichen Hörfunkprogrammen auch muttersprachliche Fernsehprogramme.



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