HOME
Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Erhalt von nichtdeutschsprachlichen Programmen II


Deswegen:

1. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Bayrische, saarländische und Südwestrundfunk, werden aufgefordert, die bestehenden nichtdeutschsprachlichen Hörfunkprogramme fortzuführen, sie weiter zu entwickeln und durch Fernsehprogramme in Zusammenarbeit mit anderen ARD-Sendeanstalten zu ergänzen.

2. Die Intendantenkonferenz der ARD wird gebeten, der Erhaltung der bestehenden nichtdeutschsprachlichen Programme und zusätzlicher Einrichtung von Fernsehprogrammen im Rahmen der Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks umgehend Rechung zu tragen.

3. Die Intendantenkonferenz der ARD wird gebeten, umgehend sich der Prüfung der Einrichtung eines Gemeinschaftspools zur Gewährleistung der nichtdeutschsprachlichen Programme anzunehmen.

Die 75 Unterzeichneneten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Bereiche Sozial- und Geisteswissenschaftlerinnen :
Prof. Dr. Auernheimer, George - Uni. Zu Köln | Prof. Dr.
Axt, Heinz-Jürgen - Uni.Duisburg|Prof. Dr. Balhorn, Heiko -
Uni. Hamburg | Prof. Dr. Bauer, Rudolph - Uni. Bremen |Dr.
Beine, Theodor W - Uni. Essen | Prof. Dr. Boss-Nünning,
Ursula - Uni. Essen | Prof. Dr. Bukow, Wolf-D - Uni. zu Köln
| Prof. Dr. Bus, Heiner - Uni Bamberg | Prof. Dr.
Buttewegge,Christoph - Uni. Zu Köln | Prof. Dr.
Decke-Cornill, Helene - Uni.Hamburg | Prof.Dr.
Dietzel-Papakyriako, Maria -Uni.Essen | Prof.Dr. Eideneier,
Hans - Uni. Hamburg | Prof.Dr. Eischbach-Szabo, Viktoria -
Uni Tübingen | Prof. Dr. Fualstisch-Wieland, Hannelore -
Uni. Hamburg |Prof. Dr. Fischer, Veronika - FH Düsseldorf |
Prof. Dr. Flügge Sivylla -FH Franfurt | Prof. Dr.
Frank,Manfred -Uni. Tübingen | Dr. Fritsche,
Michael -Uni.Oldenburg | Prof. Dr. Günther , Klaus-B. -Uni.
Hamburg |Prof. Dr. Hecker, Hans -Uni. Düsseldorf |Dr. Hejl,
Peter M. -Uni. Siegen | Prof. Dr. Hoerdener, Dirk -Uni.
Bremen | Prof. Hoff, Gerd -Uni. Berlin | Prof. Dr. Hoppe,
Heidrun -Uni.Essen | Prof. Dr. Hoyer,
Helmut -Fernuniversität Hagen | Prof. Dr. Huth-Hildebrand,
Christina -FH Frankfurt | Prof. Dr. Ingwersen, Ruth --FHS
für Sozialwesen Esslingen | Prof. Dr. Jantzen,
Wolfgang -Uni. Bremen| Prof. Dr. Kell, Adolf -Uni. Siegen
|Prof. Kordes, Hagen -Uni.Münster |Prof. Dr.
Krüger-Potratz, Marianne -Uni. Münster | Prof. Dr. Koller,
Hans-Christoph -Uni. Hamburg | Prof. Dr. Kriz, Jürgen -Uni.
Osnabrück | Prof. Dr. Leinen, Frank -Uni. Düsseldorf | Prof.
Dr. Lenz, Ilse -Ruhr-Uni-Bochum | Prof. Dr. Liebe-Harkort,
Klaus -Uni.Bremen | Prof. Dr. Löbner, Sebastian -Uni.
Düsseldorf | Prof. Dr. Lohmann, Ingrid - Uni. Hamburg |
Prof. Dr. Luchtenberg,Sigrid -Uni Essen | Prof. Dr. Musahl,
H-Peter - Uni Duisburg | Prof. Dr. Nestvogel, Renate -Uni.
Essen | Dr. Neumann, Rosemarie -Uni. Essen | Prof. Dr.
Neumann , Ursula -Uni. Hamburg | Dr. Nicklaus, Martina -Uni.
Düsseldorf |Prof. Dr.Pazzini, Karl-Josef -Uni. Hamburg |
Prof. Dr. Pries, Ludger -Ruhr-Uni-Bochum | Prof. Dr. Prümm,
Karl -Uni. Marburg | Prof. Dr. Ruf, Werner -Uni. Kassel |
Prof. Dr. Ruppert, Erich -Uni. Essen | Prof. Dr. Schätzl,
Ludger -Uni. Hannover | Prof. Dr. Schmalz, Bernd -Uni. zu
Kiel | Prof. Dr. Schönhoven, Klaus --Uni. Mannheim | Prof.
Dr. Schreier, Helmut -Uni. Hamburg | Dr. Schröder,
Christaian -Uni. Essen |Prof. Dr. Siepe Heins T. | Prof. Dr.
Sigrist, Christian -Uni. Münster | Dr. Soff, Marianne -HS
Karlsruhe | Prof. Dr. Spiegel, Hindburg -FH. Wiesbaden |
Prof. Dr. Steffens, Gerd -Uni. Kassel | Prof. Dr. Stölting,
Wilfred -Uni. Oldenburg | Prof. Dr. Stolz-Willig,
Brigitte -FH Frankfurt | Prof. Dr. Stötzel Berthold --Uni.
Siegen | Prof. Dr. Stuke, Franz R. -Ruhr-Uni-Bochum | Prof.
Dr. Süssmuth, Hans -Uni. Düsseldorf | Prof. Dr. Trossbach,
Werner -Uni. Kassel | Prof. Ubbelohde, Reiner -Uni. Bremen |
Dr. Villinger, Ingeborg -Uni. Freiburg | Prof. Dr. Vom Brock
, Bernhard -Uni. Marburg | Prof. Dr. Von Hessberg,
Henner -Uni. zu Köln |Prof. Dr. Waldenfels,
Bernhard -Ruhr-Uni-Bochum | Prof. Dr. Winmann,
Sigbert -Uni. Siegen | |Prof. Dr. Zollna, Isabel -Uni.
Marburg |

Unterzeichneten Organisationen:
AStA Düsseldorf ; DIDF eV - Föderation der Demokratischen
Arbeiterverein aus der Türkei; MDVM e.V. - Dachverband der
Marokkanischen Vereine in BRD e.V. ; EJMD e.V. - Europäische
Vereinigung der Juristen für Demokratie und Menschnrechte
e.V. ; Marokkanisch-Deutsche ABG e.V. -
Marokkanisch-Deutsche Asoziation für Beratung und
Gemeinwesen ; Verdi/ Volker , Peter; ARIC -NRW e.V.-
Antidiskriminierungsprojekt

.................
................

Quelle . Marokkanisch-Deutsche Assoziation für Beratung und
Gemeinwesen

Mit freundlichen Grüßen
Ahmed El Kourai

WER DIE ERLÄUTERUNGEN ZU DIESEM AUFRUF HABEN MÖCHTE, KANN MIR GERNE EINE MAIL SCHICKEN. ICH SENDE ES DER/DEMJENIGEN DANN ZU.



Hallo Welti,

ich kann mich noch genau an die Zeit erinnern, als die ersten "Gastarbeiter" aus Italien Anfang der 1960er Jahre nach Deutschland kamen. Sie wurden in strukturschwachen Gebieten im Süden Italiens angeworben. Es waren damals Schlangen von jungen Männern, die in Ihren Dörfern vor den fliegenden "Rekutrierungsstationen" deutscher Bergwerksunternehmen anstanden und hofften, einen Ausweg aus ihrer hoffnungslosen wirtschaftlichen Situation ohne jede Chance auf Arbeit zu erhalten.

Zu dieser Zeit war der 2. Weltkrieg gerade einmal 15 Jahre vorbei und auch durch die vielen Deutschen Männer, die im Krieg umgekommen waren, mangelte es an Arbeitskräften vor allem auch im damals reichsten Bundesland NRW. Nachdem die "Reserven" in Italien erschöpft waren, wurde die Rekrutierung auf Griechenland und die Türkei ausgedehnt.

Den streng gläubigen jungen Männern aus Italien wurde schon mal wegen ihres manchmal etwas auffälligen Äußeren, von anderen Kirchenbesuchern die Teilnahme an katholischen Gottesdiensten verwehrt. Die größte Untat war es jedoch, wenn einer dieser Menschen, die ja fast alle noch blutjung waren, mit einer deutschen Freundin gesehen wurde. Er konnte zeimlich sicher sein, von dem Tag an, nicht mehr friedlich über die Straße gehen zu können. Banden von deutschen Jugendlichen und Heranwachsenden scheuten sich nicht, die armen Kerle krankenhausreif zu schlagen. Da kam es dann logischerweise dazu, dass sich die Jungs nach kurzer Zeit nicht mehr allein auf die Straße trauten und nur noch in Gruppen von 5 oder 6 Leuten gesehen wurde. Der Zutritt zu Gaststätten und Tanzlokalen (so hießen damals die Discos) wurde ihnen regelmäßig verwehrt. In den Schaukästen der Kneipen war oft ein Schild mit der Aufschrift "Keine Ausländer" vorhanden.

Ich kann mich auch daran erinnern, dass die Leute voller Erwartung auf ihre heimatsprachlichen Radio- und später dann auch Fernsehprogramme warteten, die meist sonnabends ausgestrahlt wurden und die sie um nichts in der Welt verpassen wollten. An dieser Stelle muss ich lachen, weil mir eben einfällt, dass im Vorsatellitenzeitalter, deutsche Urlauber mit einem Kurzwellenradio in ihrem Besitz an spanischen Urlaubsstränden umlagert wurden, wenn es Sonnabend nach 17.15 Uhr war und der Deutschlandfunk die Bundesligaergebnisse brachte.

topas



Hallo Topas,
vielen Dank für deine Erinnerungen. Es ist schön und auch wichtig das man über die Zeit und die Situation damals als die ersten GastarbeiterInnen kamen auch mal private Eindrücke erfahren kann. Die meisten die die Zeit erlebt haben *können* sich meistens nicht erinnern oder aber berichten von gegenteiligen Erfahrungen, die meistens dazu dienen bestimmte Vorurteile weiterhin zu schüren. Berichte aus dieser Zeit sind meistens Dokumentationen wo man ältere Frauen und Männer befragt, die auf die Ausländer schimpfen und im Hintergrund die ausländischen Müllmänner.
Ich selber habe, weil ich 1967 geboren bin, natürlich keine Erinnerungen an diese Zeit aber weiß unter welchen Umständen meine Eltern hierher kamen. Zuerst kam meine Mutter und mein Vater kam dann später nach. Meine Mutter (eigentlich Krankenschwester) arbeitete dann bei Ford am Laufband. Mein Vater der eigentlich Journalist war und ist überbrückte einige Jahre mit Gelegenheitsjobs wie Hosenbügeln in Reinigungen bis er der Sprache mächtig wurde. Danach arbeitet er in einem dieser Sendern im Hörfunk und Sie machten den nichtdeutschsprachigen Sendungen jeden Abend und zwar 20 Minuten. Die TV-Sendungen in meiner Kindheit waren immer Sonntagvormittags. Die Türkische Sendung hieß "Post aus der Türkei" .Es erstaunt mich heute immer noch, wenn ich der ersten und zweiten Generation ausländischer MitbürgerInnen meiner Nationalität meinen Namen und Nachnamen sage, das sie mich Fragen ob ich mit dem XY verwandt bin. Obwohl das über 20 Jahre her ist. Daraus kann man sehen wie wichtig diese Sendungen für diese Menschen waren, da sie sich immer noch an die Namen der ModeratorInnen erinnern die damals diese Sendungen gemacht haben. Diese Sendungen sind auch heute immer noch sehr wichtig. Wenn ich mich nicht falsch Erinnere waren diese Sendungen damals mehr bezogen auf die Heimatländer. Nach und nach in all den Jahren hat sich das aber soweit geändert, das diese Sendungen, den Alltag und die Politik in Deutschland näher bringen, weil das Satelittenzeitalter das andere übernommen hat. Dies ist von großer Wichtigkeit für die ausländischen MitbürgerInnen der ersten und zweiten Generation. Ich weiß von meinem Umfeld das diese Sendungen immer noch gesehen und gehört werden.

Gruß Wm




Welti, Topas, ich kenne die von euch skizzierten Zeiten auch noch in Sachen Ausländer-Radio. Meine Sendungen wurden damals vom Bayerischen Rundfunk im Radio gesendet, für die Spanier in Deutschland.

Leider hört man heute kaum noch von diesen Sendungen und die deutschen Medien vernachlässigen diese Zielgruppen m.E. zu sehr.

Es wäre sehr schön, wenn man eben diese Sendungen wieder aufleben liesse, was auch ein Schritt, wenn auch ein nur sehr kleiner, aber dennoch Schritt in Richtung Integration darstellen könnte, nämlich über das Gefühl der zumindest medienseitigen Akzeptanz.

Zurück zur Übersicht


HOME