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Thema: Das Wort zum Sonntag


Selbstgerechtigkeit

Um gleich vorweg zu sagen: Schwächen der Frommen sind nicht neu. Sie hat es zu allen Zeiten gegeben. Schon zur Zeit Jesu gab es zum Beispiel eine religiöse Partei, die ähnliche Züge trug wie engagierte Christen heute: die Pharisäer ohne sie lief fast nichts. Sie waren die Engagierten, die Ernsthaften, Beflissenen. Viele sahen zu ihnen auf. Sie waren vorbildlich, kannten große Teile Bibel auswendig, hielten sich an Gottes Gebote.
Ihre größte Schwäche aber hieß: Selbstgerechtigkeit. Jesus prangert mehrfach die Überheblichkeit ihres Glaubens an. Sie hatten vergessen was Gnade bedeutet. Zweifel waren in diesem System nicht vorgesehen. Sie meinten zudem, sie seien etwas Besseres. Die Einsicht in die eigene Fehlerhaftigkeit war nicht sonderlich tief. Überhaupt fehlte die Kritik- und Korrekturfähigkeit.
Gepaart mit der Selbstgerechtigkeit kam es bei ihnen auch zu einer gewissen Selbstgenügsamkeit. Sie hatten keinen Blick für die eigenen Schwächen. Sie lebten nach dem Motto: "Wir brauchen nichts." Veränderungsbereitschaft war eher schwach ausgeprägt. Das Leben aus der Tradition führte zur Blindheit gegenüber den eigenen Fehlern. Sie kritisierten zu Recht die Missstände der Zeit, waren aber unfähig zur Selbstkritik.
Parallelen zu heute sind unübersehbar. Zwar ist nicht jeder konservative Christ gleich selbstgerecht. Aber die Tendenz zur Besserwisserei ist bei manchen nicht von der Hand zu weisen. Man vertaut auf sich, statt auf Gott. Man schlägt sich an die eigene Brust und ist stolz darauf, nicht so zu sein wie die anderen, die Zöllner und Sünder eben. Vielleicht liegt es daran, dass man sich sehr bemüht, ein heiliges Leben zu führen. Das ist gut. Aber erst wer sich selbst als elender Sünder erkannt hat, weiß, was Gnade bedeutet. Begnadigte Sünder neigen selten zur Selbstgerechtigkeit, eher zur Barmherzigkeit. Eingebildete Rechtgläubige dagegen sind schnell dabei, sich selbst Noten und anderen schlechte auszuteilen. Schade.

Abschrift aus pro Christliches Medienmagazin 6/2013 ab Seite 7 von Stephan Holthaus

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marána thá

Ich bin kein Aussteiger - sondern ein Flüchtling aus der NAK.

Zuletzt bearbeitet: 08.12.2013 17:42 von maranatha


Schwarz-Weiß-Denken

Eine zweite Schwäche ist das Schwarz-Weiß-Denken. Wir frommen Christen leben nicht selten in klar geordneten Welten. Hier die Guten, dort die Bösen. Grauzonen gibt es nicht. Der Frontverlauf ist übersichtlich: konservativ - liberal, Klarstehende Kompromissler, Christ - Nichtchrist. Wir wissen auch genau, wie ein christliches Leben auszusehen hat. Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, fällt durchs Raster und wird schnell aussortiert. Exoten darf es nicht geben. Das Schema F ist uns lieber.
Bestimmte Dinge tut man einfach nicht. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Punkt. Eine dualistische Weltsicht ist nicht generell falsch, weil auch Abgrenzung zum Glauben dazugehört. Pluralistische Beliebigkeit ist kein christlicher Wert. Es gibt im christlichen Glauben eine klare Grenze zwischen wahrer und falscher Lehre, zwischen Heil und Unheil. Aber unsere Grenzziehungen gehen oft weit darüber hinaus und sind mitunter willkürlich. Hier spielen die eigenen Vorlieben und Traditionen oft eine wesentliche Rolle, insbesondere bei Äußerlichkeiten. Man verwechselt die unaufgebbaren Eckpfeiler des Glaubens mit der eigenen Interpretation und Tradition des Glaubens. Wer nicht hundertprozentig so glaubt und lebt wie ich, muss kritisch hinterfragt werden.
Zum Pluralismus sagt man Nein. Aber gleichzeitig wird die Vielfalt des Glaubens und seiner Formen mit entsorgt. Das engt ein. Zum Schwarz-Weiß-Denken gehört auch ein klares Feindbild. Man lebt häufig von der Abgrenzung. "So wie die wollen wir nicht sein." Die Fehler des anderen weiß man schnell aufzuzählen, die eigenen geraten in Vergessenheit. Das "Kontra" überwiegt, das "Pro" gerät ins Hintertreffen. Die Missstände der anderen werden gerne unter die Lupe genommen. Kritik an anderen kann sogar sehr heftig ausfallen. Leserbriefspalten in diversen frommen Magazinen zeugen von der Schärfe der Abgrenzung. Da wird über die Gegner schnell mal der Stab gebrochen und der Zorn des Eiferers ausgeschüttet. Von einem "heiligen Zorn" kann man dabei allerdings nicht sprechen.
Manchmal macht die Verdammung anderer auch vor den eigenen Glaubensleuten nicht halt. Dieselbe Schärfe richtet sich dann gegen die "Insider". Für Außenstehende grenzt das an
Selbstzerfleischung. Kleine Abweichungen von der Norm werden breitgetreten und können auch in den eigenen Kreisen schnell zur Ausgrenzung führen. Keiner kann sich sicher sein, nicht auch irgendwann auf dem Index zu stehen. Das ist bitter.

Abschrift aus pro Christliches Medienmagazin 6/2013 ab Seite 8 von Stephan Holthaus

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marána thá




Die Tendenz zur Besserwisserei und zur Selbstgerechtigkeit sind keine Alleinstellungsmerkmale von sogenannten „konservativen“ Christen. Sie sind auch kein Zeichen unserer Zeit wie uns die Bibel ausweist. Zu allen Zeiten hat man auf sich vertraut und Gott benutzt wenn er gebraucht wurde.

Die Selbstgerechtigkeit hat also nicht Herr Stephan Holthaus mit seinem Christlichen Medienmagazin gefunden oder gar für ein Wort zum Sonntag erfunden. Jesu Gleichnisse vom Pharisäer und vom eigenen Balken vor dem Kopf sind völlig ausreichend und aussagefähig.

Natürlich hat sich seit Jahrhunderten auch im Christentum, genau wie im Judentum, nicht nur ein schwarz/weiß Denken entwickelt. Gerade die internen in Religion Christentum 'von wesentlichen Teilen entblößtes (Otto liebt 'entreichertes'(???)) und mit zusätzlichen gemenschelten Meinungen angereichertes Evangelium' bieten das Ergebnis das mindestens 99 grundsätzliche Varianten von ausgelegtem Evangelium vorliegt.

Das ist wirklich bitter.

Aber zum Thema Wort zum Sonntag steht in Sprüche 10,28.
Salomons Sprüche, Lehren von Weisheit und Frömmigkeit bestätigen;
“Das Warten der Gerechten wird Freude werden. ….“

Das kann und darf jeder Christ unterschreiben ohne Wenn und Aber, denn das Ziel der Christen die Nähe bei Gott dem Vater ist eine Freude, eine Frohbotschaft.



“Das Warten der Gerechten wird Freude werden. ….“

Hoffentlich gehört der ehemalige SPD Parteigenosse dazu!



Maranatha,
ich gehe davon aus, dass alle Christen, die an Jesus Christi "glauben", sich auf sein Wiederkommen vorbereiten und das Ziel des Evangeliums anstreben, (Alle) zu denen zählen, die gerecht gemacht werden.

Also Kopf hoch und die Nächstenliebe pflegen.





Humorlosigkeit

..."Mir sagte vor Jahren mal ein frommer Christ: "Für das Lachen muss ich in meiner Gemeinde in den Keller gehen."
Vor allem können viele nicht über sich selbst lachen.
Die Ernsthaftigkeit des Glaubens wird verwechselt mit der scheinbaren Wichtigkeit der eigenen Person und Meinung. Diese Wichtigtuerei führt zur Distanzlosigkeit sich selbst gegenüber. Man sieht die eigenen Fehler nicht mehr. Man fürchtet die Infragestellung, die Kritik von innen und außen. Ja, Lachen entlarvt, demaskiert, reißt die Fassade herunter. Und das ist gut so. Wer über sich selbst lachen kann, schaut von oben auf die Dinge herab, auch auf sich selbst. Er nimmt sich nicht so "tierisch ernst". Das ist gut. Es geht dabei nicht um eine niveaulose Spaßgesellschaft. Die brauchen wir in der Kirche nicht. Sondern es geht um das heilsame Lachen über die eigenen Unzulänglichkeiten, es geht um eine befreite und befreiende Atmosphäre in unseren Gottesdiensten, um das "Lachen der Erlösten" - immer im Bewusstsein der Schönheit, Größe und Majestät Gottes.
Ja, Christen können auch über sich selbst lachen, weil sie wissen: Ich bin nicht vollkommen, aber ich habe einen vollkommenen Gott, der mir vergibt und mir meinen Wert und meine Würde gibt. Das macht heiter, und fröhlich.

Abschrift aus pro Christliches Medienmagazin 6/2013 ab Seite 8 von Stephan Holthaus

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marána thá




Christen haben allen Grund zur Freude und Humor ist sicher ein Baustein der Freude. Dazu bedarf es nicht vieler Worte.

Freude an Gott und Gottes Freude an seinem Volk wird uns auch in Jesaja 65, 18,19 bekundet, wo freudig der neue Himmel und die neue Erde verkündet wird. Wort zum Sonntag am 22. 12. 2013.

18 Freuet Euch und seid fröhlich über das was ich schaffe. Denn ich will Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude machen.
19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk.

FG





http://nak-aussteiger2010.beepworld.de/files/stammapostelschneiderspredigtingossau-anmerkungenvond.streich.pdf

„Wenn der Teufel kommt: „Du bist ein Gotteskind, verlang doch etwas von deinem Vater“, antworten wir: „Nein, heute ist die Zeit des Glaubens, der Herr bereitet das große Wunder meiner Auferstehung.“


Das große Wunder der Auferstehung, obwohl immer kurzfristig bevorstehend erfüllte sich bisher nie.
Und nun wird für heute „ das große Wunder meiner Auferstehung.“ vorausgesagt, was sich auch nicht erfüllen wird.

Dass ist also das zeitgemäße Wort Gottes im Gottesdienst der NAK.

Peter3

Immer die Wahrheit sagen, bringt einem wahrscheinlich nicht viele Freunde, aber dafür die Richtigen

Zuletzt bearbeitet: 22.12.2013 12:16 von Peter3


Möglicherweise ist es ja noch heute so weit? Oder morgen?

Ich rechne damit. Und falls doch nicht, dann rechne ich übermorgen damit.

Hoffende Weihnachtsgrüße für euch und eure Familien,
R.



Lieber renascor,

'ich rechne damit' - wie drückt sich das aus? Bist du 24 Stunden mit der Sache beschäftigt? Und gegen Ende des Tages: bist du da nicht frustriert, dass es wieder einmal vergeblich war. Irgendwann summiert das Warten alle Lebenstage. Und es ist nie eingetreten. War das Leben sozusagen 'auf Koffern' befriedigend? Sicher, du hast noch, so denke ich, Lebensjahre vor dir. Mir drängt sich die Frage auf: Warum lässt du Gott nicht einfach machen? Solche auf Gottvertrauen basierende Haltung - ist sie nicht fantastisch. Ist es nicht hinreichend zu sagen: Gott, ich liebe dich, ich vertraue dir, du machst alles richtig. Wo ist da eine Lücke, die mit einem Warten zu füllen wäre, die Gott evtl. fragen lässt: 'Warum so ungeduldig, bist du lebensmüde? Ich sorge doch für dich. Mußt du so drängen?'

LG
Otto

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