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Thema: Das Wort zum Sonntag


Für mich ist das eigentlich ganz einfach. Ich warte jeden Tag auf ihn und lebe in der - in den Predigten so oft zitierten - Einstellung: "Heute noch könnte es sein!" Und bis es dann mal tatsächlich so weit ist, lebe und plane ich mein Leben ganz normal weiter; versuche, mein Christsein in allen Lebensbereichen auszuüben, erfülle meine Pflichten, erfreue mich verschiedener Dinge, versuche, mein Geld und andere Vermögensgegenstände sinnvoll anzulegen und und und.

Frustrierend ist das keineswegs, denn ich weiß, dass Gott es schon richtig macht, wie du es ja erwähnt hast, lieber Otto. Ich find's ja eigentlich auch ganz schön hier.

Und trotzdem wird das alles überlagert von der Hoffnung, dass es heute noch soweit sein könnte. Aktives Warten eben. "Auf Koffern leben" ist das, für mich zumindest keinesfalls. Wie gesagt - das Leben leben, mit all seinen Freuden und Lasten, aber immer in dem Bewusstsein, heute könnte der letzte Tag sein (das ist vielleicht auch manches Mal ein Anlass, Dinge in Ordnung zu bringen, sich nochmal bei anderen für eigenes Fehlverhalten zu entschuldigen usw. - Ja, was ist das doch so oft lediglich eine Idealvorstellung geblieben, ohne daraus Taten folgen zu lassen.)

Liebe Grüße


Zuletzt bearbeitet: 22.12.2013 16:52 von Renascor


Lieber Renascor,

unter 'Warten' stelle ich mir etwas Anderes vor: das entsprechende Ereignis muß einen definitiven Bezug zu meinem gegenwärtigen Leben haben, d.h. es muss sein Eintritt so angekündigt sein, dass ich damit in überschaubarer Zeit innerhalb meines irdischen Daseins realiter rechnen kann.
Unter diesem Aspekt kann es für mich kein Warten auf Jesus geben, etwa in der Weise, dass ich ihn als körperliches Wesen sozusagen in meinem Umfeld begrüßen könnte wie meinen Bekannten, der mir zugesagt hat, zu mir zu kommen. Statt dessen sehe ich in der gegenwärtigen innigen Zuwendung zu ihm, die geistiger Natur ist, sein Dasein mitten in meinem Leben: ihr in mir, ich in euch. Das ist, da es sich um Jesu Worte handelt, die ich hier anführe, zugleich auch sein Wille. Diesen Zustand finde ich beglückend, ich würde ihn abwerten, wollte ich meinen, er sei nicht da und daher müsse er erst noch kommen. Bei allem gehe ich gem. seiner Lehre ('Gott ist Geist') davon aus, dass es ihm wirklich um das Geistige geht, das vollends befriedigt und alles bedeutet und das Körperliche, eine körperliche Begegnung, wie auch immer gestaltet, in den Schatten stellt. Denn auch das Himmelreich, das nach Jesus ja schon da ist (mitten unter euch), ist doch eine rein geistige Angelegenheit. Ich weiss, das ist für viele so extrem schwer zu fassen und daher verfallen Menschen auf den Gedanken, Jesus käme als sichtbares Wesen in einem Leib zu ihnen. Das halte ich, wie gesagt, für ausgeschlossen; und solches Wiederkommen im Fleisch zu fassen, erscheint mir um ein Vielfaches schwieriger zu sein, als ihn hier und heute im Herzen geistlich wahrzunehmen. Warum machen es sich bloss Menschen so schwer? Und warum glauben sie eher, dass er vom Himmel herunterkommen werde? Irgendwann, irgendwie aus der Ferne?? (Wo ist die eigentlich?)

Na ja, schönen Dank für den Autausch. Mag jeder glauben, was er aus der Bibel herausliest.

LG
Otto


Zuletzt bearbeitet: 22.12.2013 18:06 von Otto


Renascor,
ich danke Dir für deine Weihnachtsgrüße und möchte Dir und deiner Familie ebenso
die besten Wünsche von Volker und Brigitte übermitteln.

„Alles hat seine Zeit“ lautet ein volkstümlicher Spruch und ist wie Vieles heute eine leere Worthülse!
Aber Worthülsen müssen mit Zeit und Raum und mit Gott; mit Teilchen, mit Gottesteilchen, wie wir heute wissen, mit „Raumzeit“ und Inhalt gefüllt werden.
Ohne Gottesteilchen kein Raum und keine Zeit, kein Zeitraum, kein Inhalt.

Gott schenkt allen Menschen diesen Raum und die Zeit.
Das Bemühen in allen Lebensbereichen und um den Ewigkeitsbereich mit Inhalt zu füllen nimmt er uns Menschen nicht ab.

Wo Christen das begriffen haben werden sie gläubig und freudig das Vater unser beten (Matthäus 6, 9 …).
Wobei keine Denomination den letzten Teil, der das Jenseits betrifft unterschlagen sollte (eine große Kirche macht das leider)
„ … Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“
Diese Ewigkeit wollen wir Christen hier schon anstreben und genau darum geht es; das Ziel des Evangeliums im Auge zu behalten!

Frohe und friedliche Weihnacht



Lieber Otto,

den Aspekt des "Christus-Aufnehmens" heute, im Hier und Jetzt, den du angesprochen hast, kann ich im Prinzip auch so teilen. Ja, du hast recht damit - Christus ist heute schon mitten unter uns. Das empfindet ja jeder Mensch anders, jeder ist ja anders veranlagt und geprägt, aber ich denke, jeder Gläubige, der sein Herz bewusst Christus geöffnet hat, hat seine Nähe schon gespürt. Ob diese Empfindungen nun ein Feuerwerk der Hirnchemie sind oder ob es wahrhaftig die Nähe Gottes ist, das bleibt Glaubenssache (wobei ich denke, es ist beides, denn irgendwie muss der Körper das ja verarbeiten können).

So empfinde ich die Nähe Christi insbesondere im Abendmahl (das ist nur mein Empfinden, aber danach richte ich mich). Dennoch glaube ich, dass das alles nur ein Vorgeschmack und eine Vorwegnahme dessen bietet, was in der Zukunft noch kommt. Wenn der Sohn Gottes leibhaftig erscheint und wir allezeit bei ihm sein werden. Da ist er uns nicht nur - wie heute schon - "im Geiste" nah, sondern wir, unser gesamtes Dasein, unsere Existenz in ihrer Gesamtheit, wird bei ihm sein. Nur wie das aussieht, das kann heute noch keiner sagen, das Geschehen, das wir Landläufig "Verwandlung" nennen, spielt sich ja außerhalb unserer Wahrnehmung und unserer Erfahrungswelt ab.

Ich vermag hier aber einen Unterschied zu erkennen, zwischen Gottes Nahesein heute und seiner vollkommenen, unauflöslichen Nähe, wenn wir bei ihm sind. Und im Ansatz kann das heute von jedem erlebt werden, der an ihn glaubt und ihm sein Herz öffnet. Darin liegt ja auch der "Dreiklang" des Advents: Jesus kam damals zu den Menschen, Jesus ist heute unter uns und er wird überdies bald kommen. Jedes Mal galt und gilt es, ihn aufzunehmen.

Aber du hast recht: Da gibt es kein richtig und kein falsch. Glaube ist ja eine persönliche Angelegenheit, deshalb hat jeder andere Vorstellungen über Dinge, die noch keiner gesehen hat.

In diesem Sinne schöne Grüße



Lieber Renascor,

vielen Dank. Was uns im wesentlichen unterscheidet, ist, dass ich im Gegensatz zu dir überhaupt nicht auf eine 'LEIB-haftigkeit' Gottes abstelle. Für mich ist Gott, ist Jesus nur geistig erlebbar - jetzt und immerwährend.

Eine körperliche Vorstellung von Gott, Jesus zu haben, würde aus meiner Sicht bedeuten, dass ich IHN in eine Begrenztheit einfasse, eine 'grenzenlose' Anwesenheit Gottes unter und bei den Menschen aber, ob hier oder im Jenseits, ist das Bild, das das Evangelium zeichnet: Gott ist überall, und alle können ihn gleichzeitig wahrnehmen. Auch heute schon!

Das wollt ich hier noch einmal ausführen, weil mir das eminent wichtig erscheint.

Ansonsten zum bevorstehenden Fest alles Gute und Liebe!

Otto




Lasset uns freuen und fröhlich und IHM die Ehre geben!

marána thá

Ich bin kein Aussteiger - sondern ein Flüchtling aus der NAK.


Mein lieber Renascor,
da hast du am 22. 12. Genau meine Ansicht / Überzeugung aufgezeigt; danke.
Leider hast du das Wort „leibhaftig“ verwendet, wo der Herr Otto schon oft eingehakt hat.

Wenn der Sohn Gottes leibhaftig erscheint, wenn Gott der Herr als König erscheint, genau das glauben heute nicht mehr alle Christen, obwohl da noch ein Rest betet, „… Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“.

Obwohl du deutlich gemacht hast, dass keiner sagen kann wie die ewige Nähe bei Gott, das Ziel der Christen wissenschaftlich belegbar ist; man muss darüber nicht streiten. Es kann nicht um das Rechthaben gehen. Nein, das ist Glaube.
Das Gebot, du sollst dir kein Bild machen ruft uns zu einem Maß an Glauben auf, weil wir eh keine Chance haben uns ein Bild von Gott dem Dreieinigen und auch nicht von seinem Reich und auch nicht von „Verwandlung“ zu machen.

Eine Meinung über Evangelium darf jeder haben, sollte jeder Christ haben aber diese bitte niemanden aufdrängen.
Otto du liegst richtig aber Andere auch!

Zum Fest für Leib, Seele und Geist alles Gute
_______________
Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen. Titus 2, 11.


Zuletzt bearbeitet: 23.12.2013 19:40 von Ostgermane


In der "weihnachtlichen" Botschaft: >> Und das Wort ward Fleisch <<, geht es auch gar nicht um Verstehen und Begreifen, sondern um das Ja des Glaubens, das in Demut alle Widerrede und alles Vernünfteln einstellt und sich ganz der Botschaft überlässt und sich ihr öffnet.

Gesegnete Festtage

marána thá

Ich bin kein Aussteiger - sondern ein Flüchtling aus der NAK.


Renascor:
Möglicherweise ist es ja noch heute so weit? Oder morgen?

Ich rechne damit. Und falls doch nicht, dann rechne ich übermorgen damit.

Hoffende Weihnachtsgrüße für euch und eure Familien,
R.


Stammapostel Bischoff hat zu seiner Zeit seiner Generation felsenfest versprochen zu meiner Zeit geschieht das große Wunder der Auferstehung.

Als das schief ging, sagte der neue Stammapostel Schmidt, Gott hätte den vorherigen Plan unerklärlicher Weise verschoben. Das große Wunder der Auferstehung findet nun in meiner Amtzeit statt.

STAP. Streckeisen predigte, nichts mehr auf die lange Bank zu schieben, das große Wunder der Auferstehung stehe bevor.

Ein Stammapostel löste den anderen ab und das jeweils versprochene große Wunder meiner Auferstehung blieb aus.

Peter3


Immer die Wahrheit sagen, bringt einem wahrscheinlich nicht viele Freunde, aber dafür die Richtigen

Zuletzt bearbeitet: 24.12.2013 14:24 von Peter3


Peter mach dir nix draus. Als Jesu damals geboren wurde hatten die wenigsten noch auf den Messias gewartet, weils auch schon eine "Ewigkeit" gedauert hatte. Ich lass mich überraschen . In diesem Sinne: Ein gesegnetes Weihnachtsfest, für alle die es feiern.

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Credo ergo sum
Hucusque auxiliatus est nobis Dominus
Homo proponit sed deus disponit.
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