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Thema: Taufe - wenn nur ein Elternteil neuapostolisch ist


In einer neuap. Gemeinde erlebe ich als Gottesdienstbesucher mit, wie der Dienstleiter, der Vorsteher der Gemeinde, ein Kleinkind tauft. Die Mutter des Kindes ist Mitglied der NAK (besucht aber schon lange nicht mehr die NAK-Gottesdienste), der Vater gehört der römisch-katholischen Kirche an.

Wie läuft die Handlung ab?

Der handelnde Amtsträger erklärt zunächst mit Blick auf den andersgläubigen Vater, dass die NAK und die anderen christlichen Kirchen ihre Taufen seit einiger Zeit schon gegenseitig anerkennen, was ja früher nicht der Fall war; er begrüße diese Entwicklung, und es sei schön, dass hier jetzt die Taufhandlung an ihrem Kinde mit dieser Wirkung geschehen könne.

Ich als Zuhörer finde diese Einführung gut; ich denke, das könnte dem Vater angesichts seiner anderen Konfession ein gutes Gefühl geben bei dieser Handlung.

Dann trägt der Dienstleiter vor, was die NAK unter Taufe versteht, und dabei übernimmt er selbstverständlich die Erklärungen des NAK-Katechismus pur. Es folgen also die Punkte: 'Abwaschung der Erbsünde' - ich sage mal unproblematisch für den Vater -, dann: 'erstes Näheverhältnis zu Gott' - o, denke ich, das ist so gar nicht 'katholische Denke' -, weiter 'Christwerdung' - ok, das kann auch der Vater als Katholik akzeptieren - , schließlich: 'dem heutigen ersten Schritt in die Kirche Christi folgt alsbald der zweite und entscheidende: die Versiegelung durch den Apostel, damit der Täufling ein Gotteskind und ein Mitglied unserer Kirche wird' - o, o, sage ich im Stillen, hier kommt es aber für den Vater ganz konträr zu seinem kath. Glauben. -

Und ist es nicht auch so? Schauen wir, was die katholische Kirche an Wirkungen der Taufe u.a. lehrt:

Taufe ist 'Wiedergeburt zum neuen Leben' (Joh. 3, 3-5, Tit. 3,5; 1. Petr. 1, 3-23), 'gibt Gabe des Heiligen Geistes' (ApG 2, 38; 1. Kor. 12, 13), 'macht zu Kindern Gottes und damit auch zu Erben Gottes und Miterben Christi (vgl. Römer 8,17), 'das neue Leben wirkt sich aus in Glaube, Hoffnung und Liebe, die uns durch die Taufe ebenfalls eingegossen wird ...
(Siehe dazu Klick )

Was muss sich der kath. Vater denken? Sähe er es nicht recht, wenn er evtl. sagen würde: "Taufe hier so, in meiner Kirche mit anderen Inhalten, mit sehr viel mehr Bedeutung! Ist das nicht real etwas Anderes, was die Neuapostolischen machen? So ohne Spendung von hG an das Kind, keine Zuerkennung von Gotteskindschaft an den Täufling? Ja, es ist etwas Anderes!"

Ja, der kath. Vater sähe es so recht, so kam es mir.

Ich spare mir die weitere Handlungsdurchführung zu erwähnen. Nur Eines noch: Es kam die Frage an beide Eltern, ob sie Ja zu allem sagen (wie kann der katholische Vater 'Ja' sagen zur Taufe i.S.d. NAK-Katechismus? war meine Frage), auch zur Aufgabe, die der Dienstleiter skizzierte, nämlich die, dass beide das Kind im "christlichen Glauben" erziehen sollen.

Wie sollen sie das denn machen, wo nicht nur die Ausgangslage des Täuflings, also die Taufe an dem Kind, schon Fragen aufwirft, und wo noch mehr Fragen kommen werden angesichts der Tatsache, dass glaubensmäßige Erziehung in der NAK sich so gar nicht mit der in der kath. Kirche decken will?

Was ich zum Ausdruck bringen will: ich frage mich wirklich, welchen Sinn macht es, sakramentale Handlungen auszuführen, die gleichzeitig zwei Menschen elementar betreffen, die in so unterschiedlich strukturierten Glaubenswelten zuhause sind - wie die NAK-ler einerseits und die Katholiken andererseits?

Ist nicht ein Elternteil jeweils in der Zwickmühle, in Not, weil er Inhalte eines anderen Glaubens und daran anknüpfende Anschauungen/Aufgaben/Pflichten akzeptieren soll? Gibt das nicht Widerstreit im Glauben innerhalb der Familie? Oder kann die eine oder die andere Kirche erwarten, dass entweder die Mutter oder der Vater das Ihre/Seine im Glauben in Bezug auf das Kind aufgibt und sich dem 'Fremden' zuwendet - etwa um des lieben Friedens willen?

Ein Dilemma, wie ich finde. Wo sind die Lösungen? Die der Kirche?

Liebe Fories, ich bitte um freundliche Äußerungen zu dem Thema.

LG
Otto


Zuletzt bearbeitet: 25.03.2014 21:42 von Otto


Otto schrieb: "...Liebe Fories, ich bitte um freundliche Äußerungen zu dem Thema..."


Lieber Otto,

meine Äußerung hast Du mitgeliefert und Du findest sie auf den Seiten 3 bis 8 Deines empfohlenen Links:

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/rkk_taufsakrament.pdf [26. 3. 2014],

in den Kapiteln "2 Was lehrt die Bibel?"

und im Kapitel "3 Ein Wort an Katholiken",

das wir mit "und Neuapostolische" erweitern können.

Bitte unbedingt lesen.

Unser guter Gott schenke uns Erkenntnisse.

Herzlichen Gruß

marána thá



Ich bin kein Aussteiger - sondern ein Flüchtling aus der NAK.

Zuletzt bearbeitet: 26.03.2014 08:52 von maranatha


Lieber maranatha,

danke für die Hinweise; ich kenne die Veröffentlichung schon längere Zeit.

................

Liebe Fories,

ich möchte noch nachtragen, dass mir der Dienstleiter, der die Taufhandlung durchzuführen hatte, angesichts der gegebenen Verhältnisse (sie neuapostolisch, er katholisch; divergierende Ansichten in diesen Kirchen über die Bedeutung/Wirkung der Taufhandlung) sehr leid tat.

Es ist sein Bemühen erkennbar gewesen, beiden Seiten irgendwie gerecht zu werden. Gerade das aber hat ihn in Schwierigkeiten bei der Ansprache gebracht, und es sind dadurch seine Ausführungen taktierend gewesen: sehr deutlich neuapostolisch ausgerichtet, wohl im Hinblick auf die neuapostolische Zuhörerschaft, doch gleichzeitig, wenn auch nicht tiefgründig, auch mit Erklärungen/Erläuterungen dazu (das Gemeinsame und die Besonderheiten der NAK betreffend) für den nichtneuapostolischen Vater und die nichtneuapostolischen Gäste versehen. Letztlich hat die katholische Seite sich darin nicht wiederfinden können.

Was folgt aus solchen unterschiedlichen Anschauungen?
Unterstellt, die Eltern wollen nach der Taufhandlung nicht mehr in der NAK erscheinen, sondern lieber zur kath. Kirche gehen: Geht diese christliche Kirche dann davon aus, dass die Taufe in der NAK angesichts der dortigen Bedeutungs-Zumessung den kath. Ansprüchen gerecht geworden ist? Wie denkt dann der kath. Vater darüber? Und wie in späteren Jahren das Kind? Also da gibt es eine Menge Fragen.

Für mich stellt sich die Frage, warum die NAK sich unter den christlichen Kirchen derart gesondert positioniert.
Die Sache (Differenzen zwischen NAK-Sicht und Wertungen der großen Christenheit) wird letztlich 'auf dem Rücken' von gläubigen Menschen ausgetragen, das trägt nicht zum religiösen Frieden bei, wirkt eher zertrennend in den unterschiedlich religiös belehrten und orientierten Familien denn zur Einigkeit und Harmonie in ihnen. Ein schlechtes Ergebnis aus Sicht der Jesu-Lehre! Daher auch ACK-feindlich.

LG
Otto

PS. Wie sich aus einer Veröffentlichung auf nak.org ergibt, hat der Stammapostel in einem Gottesdienst in Winterthur der Wiedergeburt aus Wasser und Geist (in der NAK) und somit der Taufe, dem 1. Schritt dahin, einen neuen zusätzlichen Aspekt hinzugefügt, der über die Wertung nach Katechismus hinaus geht. Er soll gesagt haben, wie es im Bericht (Klick) heißt:
Die Wiedergeburt aus Wasser und Geist führe in die Gemeinschaft mit Gott und dem Apostolat.
Diese Wertung, das ist wohl klar, können die anderen christlichen Kirchen nicht mitmachen. Sie ist wieder einmal bestimmt vom Bestreben nach Abgrenzung und damit ist sie ökumenefeindlich.



Zuletzt bearbeitet: 26.03.2014 12:31 von Otto


Otto,
ab heute wollen wir ja sachlich argumentieren und nicht schon in der Frage die einseitig geprägte Antwort geben.

Du schreibst:
"Für mich stellt sich die Frage, warum die NAK sich unter den christlichen Kirchen derart gesondert positioniert" (ich ergänze in Fragen der Taufe + Versiegelung).

Wenn Christen ihre zweifellos unterschiedlichen Lehrgebäude betrachten begründen sie ihr Handeln und ihre Liturgie natürlich alle mit biblischen Hinweisen, die sie dann in Glaubensgrundsätzen und Katechismen festschreiben.

Nun wollen wir Christen doch nicht zum 50. Mal so tun als ob das Thema Taufe nur ein konstruierter Unterschied zwischen RKK und NAK in Relation zum Evangelium ist.

Ja Eltern und sicher auch das Kind kommen in jedem Fall( nicht nur bei RKK und NAK) so lange in Widersprüche wie die Fachleute sich nicht auf Festpunkte des Evangeliums geeinigt haben.
Dein hier ausgewiesenen Konstrukt / Konflikt besteht in 100 weiteren christlichen Konstellationen und nicht nur bezüglich der Taufe.
Hier wird im Jahre 2014 deutlich, dass Religion Christentum Fakten der Plausibilität vorlegen muss.
Was du nicht angesprochen hast aber natürlich als theologisch geschulter genau weist, dass die RKK unter Taufe nicht nur die Abwaschung der Erbsünde versteht, sondern ihre Dogmen noch einen Schritt weiter gehen und die Taufe sogar die Abkehr von der Sündhaftigkeit bewirkt, was ich persönlich für nicht wahrscheinlich halte (nett formuliert).



Zuletzt bearbeitet: 26.03.2014 17:23 von Ostgermane


Ostgermane,

du schreibst u.a. :

Was du nicht angesprochen hast aber natürlich als theologisch geschulter genau weist, dass die RKK unter Taufe nicht nur die Abwaschung der Erbsünde versteht, sondern ihre Dogmen noch einen Schritt weiter gehen und die Taufe sogar die Abkehr von der Sündhaftigkeit bewirkt, was ich persönlich für nicht wahrscheinlich halte (nett formuliert)


Das ist nicht richtig; im Katechismus der kath. Kirche steht genau das Gegenteil, nämlich:

1264 Im Getauften verbleiben jedoch ...eine Neigung zur Sünde, die von der Tradition als Konkupiszenz [Begierlichkeit] oder, bildhaft, als „Herd der Sünde" [fomes peccati] bezeichnet wird.


Im NAK-Katechismus steht solches entsprechend, und zwar:

Durch die Wassertaufe wird die Erbsünde abgewaschen ... Seine Geneigtheit zur Sünde (Konkupiszenz) bleibt bestehen.


Das zu aller Klarheit.

Ansonsten möchte ich anmerken, dass ich hier allein das Sakrament der Taufe behandelt habe, weil es - anders als andere Sakramente - eine Besonderheit in der Christenheit aufweist: die gegenseitige Anerkennung. Und um diese geht es im Prinzip. Die Ausführungen sollen zeigen, dass die NAK gleichchwohl in elementaren Einzelfragen zur Taufe eine Sonderrolle fährt. Die Nicht-Zuerkennung der Gotteskindschaft als Folge der Taufe ist ein solcher Punkt. Ebenso die Abweichung der NAK von den Aussagen der großen Kirchen, was den Heiligen Geist betrifft.

Ich sehe angesichts dieser fundamentalen Unterschiede zwischen der NAK einerseits und den anderen Gemeinschaften andererseits in der Verlautbarung der NAK: 'wir erkennen die Taufen der Anderen an' ein nicht konformes Verhalten. In der Praxis tut sie es nicht, die NAK 'speckt' die anderen Taufen bewußt ab, nimmt ihnen die Qualitäten, die ihnen in den anderen Gemeinschaften zugerechnet sind, und macht statt dessen eigene Akte, um einem anderswo Getauften, wenn er denn neuapostolisch werden möchte, die Gotteskindschaft und die Gaben des hG zurechnen zu wollen.

Richtig ist, und das habe ich auch nie bestritten, dass es über das Sakrament der Taufe hinaus viele Unterschiede gibt zwischen den Lehren hier und dort. Aber, Ostgermane, das will ich hier nicht zum Thema machen. Bleiben wir doch bei der Taufe und sehen wir ganz einfach, wie die Situation in der Praxis problematisch ist. Das wirst du nicht wegreden können, denke ich.

Ich kann den neuap. Dienstleiter wirklich nicht beneiden um den Taufdienst, den er bei dem gegebenen lehrmäßigen Hintergrund zu verrichten hat. Ich bin ja Zeuge davon gewesen, was sich solches in praxi abgespielt hat. Wirklich, es hat wie eine Wanderung zwischen zwei Welten ausgesehen, die sich in grundlegenden Bereichen zum Teil erheblich voneinander unterscheiden.

FG
Otto


Zuletzt bearbeitet: 26.03.2014 21:44 von Otto


Lieber Otto,
da gibt es wirklich nichts wegzureden.
Das Christentum macht sich seit vielen Jahrhunderten selbst kaputt und das betrifft nicht nur den Streit bezüglich der Taufe.

Aber bleiben wir "nur" bei der Taufe wie Du das wünschst und es ist gut nicht von A nach B zu springen.

Du hast hier mit Recht ein ernstes Thema angesprochen, denn der Versuch einer Einigung zum Thema Taufe umfasst ja nur einen kleinen Kreis der ökumenisch agierenden Kirchen vor Ort. Betrachten wir die Weltkirchen und ihre Konzepte zum Thema da ist ja nicht mehr viel von sogenannter Ökumene verblieben.

Wo sich RKK und NAK einig sind ist die Notwendigkeit der Abwaschung der Erbsünde und da darfst du ruhig auch den Teil aus dem Katechismus der RKK zitieren.

LG
_________________
Mehr als einen Zehnt dürfte auch die "Praxis für den Bürger" nicht kosten, wenn die von Gott geschaffenen und nach wie vor vorhandenen „Paradiesischen Verhältnisse“ beachtet würden.
Dem ist nicht so; Gott gibt die Energie und der kleine Mann zahlt sie. v.treebrook


Zuletzt bearbeitet: 27.03.2014 08:49 von Ostgermane


Ostgermane,

du schreibst:

Wo sich RKK und NAK einig sind ist die Notwendigkeit der Abwaschung der Erbsünde und da darfst du ruhig auch den Teil aus dem Katechismus der RKK zitieren.


Dazu Folgendes:

1. Es ging in meinem Posting vom 26.3.14 18:20 h aufzuzeigen, dass deine Äußerung, nach kath. Lehrmeinung bewirke die Taufe 'die Abkehr von der Sündhaftigkeit' nicht zutreffend ist. Ferner habe ich zu diesem Punkt die Übereinstimmung der Lehrauffassungen von rKK und NAK belegt.

Ich verstehe daher nicht, warum du in deiner obigen Erwiderimg nicht auf diese Richtigstellung eingehst und statt dessen von einem anderen Punkt -'Abwaschung der Erbsünde' - schreibst, der ja hier überhaupt nicht strittig behandelt wurde.

2. 'Du darfst ruhig zitieren' - bei allem Respekt vor deiner Diktion, ich denke mal, dass ich dich nicht danach fragen muss, was ich darf oder nicht darf.

FG
Otto



Otto schrieb:
"...ich verstehe daher nicht, warum du in deiner obigen Erwiderimg nicht auf diese Richtigstellung eingehst und statt dessen von einem anderen Punkt -'Abwaschung der Erbsünde' - schreibst, der ja hier überhaupt nicht strittig behandelt wurde...."


Lieber Otto,

unser Ostgermane ist ein Taktiker oder ein "Geist" hat ihn verwirrt. Wirft anderen Forumteilnehmer vor: "Immer schön beim Thema bleiben" - aber selbst ist er nicht besser.

Reize den Ostgermanen nicht - sonst wird es schlimmer!

Für den Ostgermanen: Bitte dazu kein Kommentar - Du hast sowieso immer Recht - vermutlich bei Deiner Frau - nicht immer.

marána thá

Ich bin kein Aussteiger - sondern ein Flüchtling aus der NAK.


Nein, nein, lieber maranatha, ich möchte ihn und keinen anderen reizen, das ist wirklich nicht meine Absicht.

Wie ich ja schon anderswo ausdrücklich bemerkte, geht es mir um sachlichen Gedanken-/Meinungsaustausch.

FG,
Otto



Otto,
auf Grund deines Hinweises habe ich mir nochmal einige Passagen des RKK Katechismus u. a. RKK 405 ... angeschaut und bitte um Pardon.

Gemeinsam sind somit:
1. Abwaschung der Erbsünde und
2. keine Beseitigung der Geneigtheit zur Sünde.

Beim Überlesen des RKK Katechismus ist mir bewusst geworden, dass eine einfachere, bürgerliche Sprachwahl "Religion Christentum" entkrampfen könnte.

Ich muss nochmal suchen welche Gruppe die Geneigtheit zur Sünde (Konkupiszenz) im Taufprozeß als gegeben ansieht.

Wenn man in die Taufe nichts Trennendes hinein interpretiert sehe ich somit keine Probleme in der Heiligen Taufe.



Zuletzt bearbeitet: 28.03.2014 13:54 von Ostgermane
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