Evangelisch in Hof, Diskussionsforum


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Hospitalkirche Hof

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Thema: Plagiatsurteil gegen Diakonie-Chef


Die Frankenpost berichtete unter der Überschrift: "Diakonie-Chef ohne Titel" in der Ausgabe vom 27.09.2011. In der Folge wurden dort 28 Kommentare geschrieben.

Die Frankenpost hat bereits am 01.10.2011 die Diskussion wieder geschlossen: "Der Diskussionszeitraum ist leider schon abgelaufen." Dies ist ungewöhnlich und bei anderen Artikeln in der FP offensichtlich nicht der Fall. Offenbar besteht weiter Diskussionsbedarf. Dieses Forum steht einem solchen kirchlichen Thema selbstverständlich offen. Die Präsidentin der Landessynode Dr. Deneke-Stoll schrieb mir kürzlich in ähnlichem Zusammenhang: "Es ist nötig und erwünscht, dass die Diskussion innerhalb unserer Kirche zu streitigen Fragen in freier und offener Art geführt werden kann."

Update: Am 10.10. hat die Frankenpost die Diskussion über den Artikel wieder geöffnet (siehe unten).

Ich bitte alle, sich an die Netiquette zu halten. Für die vertrauliche Behandlung Ihrer Anmeldedaten garantiert der Webmaster. Wenn Sie registriert sind, können Sie ihren Beitrag jederzeit nach Belieben editieren.

Weitere Pressemeldungen zum Thema finden Sie in unserem Pressespiegel.

Johannes Taig (Webmaster)

PS: Bitte posten Sie alle Beiträge zum Thema auch unter diesem Thema, indem Sie auf Antworten klicken! Danke.


Zuletzt bearbeitet: 10.10.11 15:39 von Administrator


Lasst Quellen sprechen!!

Der Aufsichtsrat der Diakonie Hochfranken (Günter Saalfrank, Bernd Leisch, Dr. Wolfgang Frisch, Reinhard Gerstner, Bernd Hering, Hans Pechstein, Hans-Werner Schmidt, Dr. Dorothee Strunz) erklärt der staunenden Hofer Öffentlichkeit, die gerichtliche Feststellung eines Plagiats sei „nur eine juristische Bewertung“, spricht gar von Verlässlichkeit und Korrektheit des überführten Plagiators.

Zu dumm, dass jeder das rechtskräftige Urteil des Verwaltungsgerichts Sankt Gallen vom 29.8.2011 im Internet selber nachlesen kann:

http://www.gerichte.sg.ch/home/dienstleistungen/rechtsprechung/verwaltungsgericht/entscheide_2011/b_2011_102.html

In dritter und letzter Instanz bestätigt das Verwaltungsgericht das Urteil des Universitätsrats der Universität Sankt Gallen vom 14.3.2011, dass Martin Abt ...
„... in Verschleierungs- und Täuschungsabsicht eine plagiatorische Handlung begangen habe, da er ohne Quellenangabe grösstenteils wörtlich Textstellen im Umfang von rund zwanzig Seiten seiner 69 Seiten umfassenden Projektarbeit aus anderen Dokumenten entnommen habe... (Er habe) mit seinem Verhalten den Ruf der Universität St. Gallen potenziell gefährdet und Hochschulinteressen wesentlich tangiert… Das Einreichen einer teilweise plagiatorischen Abhandlung ist … eine Hintergehung der Examinatoren, da fremdes Gedankengut als eigene Leistung ausgegeben wird. … Der Beschwerdeführer ersparte sich mit der grösstenteils wörtlichen Übernahme der unternehmensinternen Daten und Informationen nicht nur Zeit und Arbeit, sondern präsentierte sich in einem besseren Licht, indem er fremde Gedankengänge als seine eigenen ausgab… Damit wurde die Benotung mit dem Notenäquivalent 5.5 erschlichen, und …. die Voraussetzungen … für die Erlangung des Titels "Executive MBA HSG" in unredlicher Weise erlangt… Bei einem solchen seitenlangen Kopieren können … kaum Zweifel hinsichtlich der Täuschungsabsicht mehr bestehen… Durch ein Plagiat werden sowohl Interessen der Universität wie auch öffentliche Interessen gefährdet…. (Es) ist von einem schweren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen. … der Beschwerdeführer (hat) das ihm als Akademiker entgegengebrachte Vertrauen verletzt.“




Gestörtes Rechtsbewusstsein und das Vertrauensleck der Diakonie

Die Hofer Diakonieaffäre ist ein Lehrstück in Sachen Kirche und Rechtsstaatlichkeit. Wer das rechtskräftige Urteil eines Gerichts öffentlich als „rein juristische Bewertung“ abtut, die eigenen (Selbst-)Rechtfertigungen dagegen zur allgemeingültigen Letztinstanz erhebt, demonstriert ein gestörtes Rechtsbewusstsein. Deutlich wird dabei: nicht nur der überführte Geschäftsführer, auch Dekan und Aufsichtsrat haben den Boden des Rechtsstaats längst verlassen. Kirchengemeinden, Diakoniemitarbeitende und die Hofer Öffentlichkeit sind von ihren Repräsentanten vier Jahre lang hinters Licht geführt worden.

Der Urteilsspruch gibt zur Prüfung Anlass, ob hier nicht gemeinnützige Mittel veruntreut wurden. Der wirtschaftliche Schaden beträgt mehrere zehntausend Euro, der moralische Schaden ist weitaus folgenschwerer. Eigennütziges Verhalten, betrügerische Täuschung und eine dubioses Rechtsverständnis beschädigen die Legitimationsbasis von Kirche und Diakonie. Glaubwürdigkeit als Markenkern der Diakonie? In Hof gehört solch ein Satz auf die Witzseiten der Presse.

Das hat selbstverständlich Folgen. Die Hofer Bürger haben der Diakonie längst ihr Vertrauen entzogen. Andere Wohlfahrtsverbände und private Anbieter sind im Aufwind. Das Vertrauensleck der Diakonie hat die Führung selber geschlagen. Die Jahr für Jahr dramatischer werdende „Schieflage“ (FP vom 10.11.2010) ist hausgemacht. Wer zahlt den Preis? Offenbar bislang nicht die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat.



Zuletzt bearbeitet: 03.10.11 22:51 von Administrator


und eben diese Frankenpost verhindert eine außerkirchliche Diskussion. Deren Mail an mich:

"Sehr geehrter User stg,

vielen Dank für Ihre Beiträge.
Wir geben sie zur Recherche an unsere Redaktion weiter.

Allerdings können Ihreee Kommentar nicht freigeben, weil dort durch
uns nicht zu beweisende Behaptungen aufgestellt werden und wir fürs
Portal verantwortlich sind.

Mit freundlichen Grüßen

Sandra Lessner
Online-Redaktion
stv. Ltg. Desk Zukunftsthemen
Frankenpost Verlag GmbH"

Sind da vielleicht Zusammenhänge zwischen Orthographie und ehrlichem Aufklärungswillen einer Redaktion erkennbar..?




Diese Art von Selbstzensur gibt zu denken. Schließlich weiß auch die FP, dass Lesermeinungen die Meinung des Lesers und nicht die der FP darstellen. Sofern die Kommentare keinen anstößigen oder beleidigenden Inhalt haben, gibt es keinen Grund, das Recht auf Meinungsfreiheit in solcher Weise zu begrenzen und auszuhebeln. Allerdings ist zu begrüßen, dass die FP angesichts der bisher geposteten Kommentare jetzt offenbar gute Gründe sieht, die eigenen Recherchen gründlich zu vertiefen.



Die Verluste addieren sich zu 2,8 Mio. €

Laut ebundesanzeiger.de
hat die Diakonie Hochfranken gGmbH, Hof, folgende Verluste (Jahresfehlbeträge) erwirtschaftet (jeweils gerundet):

2006: -0,7 Mio. €
2007: -1,0 Mio. €
2008: -0,5 Mio. €
2009: -0,6 Mio. €.

Die Bilanz für 2010 ist noch nicht veröffentlicht. Verbirgt sich da ein noch größeres Defizit?

Wenn dieser negative Trend fortgesetzt wird, ist die Diakonie Hochfranken gGmbH in sechs - sieben Jahren überschuldet...

Noch ein Gedanke zur Vertuschung: Hat der Aufsichtsrat einstimmig Herrn Abt das Vertrauen ausgesprochen? Wohl kaum, denn sonst hätte dies Dekan Saalfrank herausgestellt. Die wahrheitsgemäße Formulierung müsste also sein: "Die Mehrheit des Aufsichtsrats hat Herrn Abt das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen."

Das Schweizer Strafgesetzbuch sieht in den Artikelln 307 und 307 Strafen für Meineid vor. Sie schwanken zwischen 180 Tagesätzen Geldstrafe und drei Jahren Gefängnis. Die Abgabe einer falschen Versicherung an Eides Statt (z.B. "Ich habe alles selbst geschrieben...)wird auch in Deutschland als Straftat bewertet und mit bis zu 3 Jahren Gefängnis bestraft...

Wie schön für den Hofer Diakonie Aufsichtsrat, das ein Scheizer Verwaltungsgericht mit seiner juristischen "Bewertung" so weit weg ist...

Schade, das es in Hof nur eine Monopolzeitschrift gibt. Sie berichtet nicht mehr über Entwicklungen in der Region. Sie macht Politik, ja, Sach- und Machtpolitik. Die Frankenpost peitscht die Flughafenverluste durch und sie schreibt (wieder mal) gegen K.v.Z.

Ich freue mich auf den Tag, wo diese unheilige Alianz Journalismus, Kommunalpolitik und Ev. Kirche beendet sein wird.



Zuletzt bearbeitet: 04.05.12 21:49 von Administrator


Lasst Quellen sprechen 2

Nachdem ich das Urteil im Internet gelesen hatte, fiel mir folgender Satz aus dem FP-Artikel vom 27.09.2011 auf: Martin Abt sagt: "Ich habe die Fehler letztendlich selbst gemacht. Ich weiß nicht, ob andere Personen das Verfahren mitbetrieben haben." Pressesprecherin Eva Döhla erklärt: "Die Diakonie Hochfranken hält sich mit Verdachtsäußerungen zurück."

Herr Abt zumindest müsste das Urteil doch gelesen haben. Da steht auf Seite 1 Schwarz auf Weiß, um wen es sich handelt. Dies macht Herrn Abt aber nicht zum Opfer eines anderen. Schon der Universitätsrat hat sein Urteil "im öffentlichen Interesse" gefällt. Und jetzt heißt es:

"Durch ein Plagiat werden sowohl Interessen der Universität wie auch öffentliche Interessen gefährdet."

Darum geht es.


Zuletzt bearbeitet: 04.10.11 11:24 von Administrator


Verluste - Nur die halbe Wahrheit

Gut recherchiert von Daniela, aber leider nur die halbe Wahrheit. Die DH ist ein Geflecht von Rechtsformen. Nur die GmbH-Ergebnisse findest Du im Bundesanzeiger. Die Gesellschaftervereine wie das Diakonische Werk Hof e.V., der Diakonieverein Rehau oder die Stiftung Marienberg sind nach Gesetz nicht publizitätspflichtig, was allerdings gerade im Bezug auf die Wohlfahrtsverbände sehr, sehr umstritten ist. Hier werden ja öffentliche Gelder verwendet. Nur eine verschwindende Summe der Diakoniegelder bestehen aus Spenden (weniger als 1%).

Auskunft über Vereinsergebnisse kann man nur in den Mitgliederversammlungen einfordern. Das Diakonische Werk Hof e.V. ist der grösste 80%-Hauptgesellschafter der DH. Geh mal hin zu dieser Pseudoveranstaltung, wo einer Handvoll anwesender Mitglieder Zahlen ausschliesslich mündlich und durch Powerpointfolien vorgeführt werden. Schriftlich bekommst du nichts in die Hand. Hier sind also Stenokenntnisse gefragt.

Und dann lies mal von den Transparenz"standards“(!!!), auf die sich Caritas und Diakonie-Bundesverband eigentlich verpflichtet haben: http://www.diakonie.de/Diakonie_Caritas_Tranzparenzstandards-2010.pdf Der Bundesverband kann bloss niemanden zur Einhaltung dieser schönen Transparency-Erklärung zwingen. Würde sich die DH daran halten, könntest du alle Verluste leicht auf der Website der DH finden, wie bei den meisten grösseren Diakonie- und Caritasträgern.

Wenn du die Informationen aus dem Bundesanzeiger und die nur mündlichen Informationen aus den Mitgliederversammlungen zusammenlegst, dürftest du deine Verlustrechnung mindestens verdoppeln. Die Defizite liegen also eher zwischen 5 und 6 Mio. EURO. Die gesetzlich vorgeschriebenen Wirtschaftsprüfungen darf die Diakonie übrigens selber durchführen. Die Wirtschaftsprüfungsfirma Curacon GmbH gehört ausschliesslich diakonischen und kirchlichen Gesellschaftern. Eine solche Selbstprüfung ist m.W. einmalig in Deutschland. Gute Nacht!




Daniela:
Ich freue mich auf den Tag, wo diese unheilige Alianz Journalismus, Kommunalpolitik und Ev. Kirche beendet sein wird.


Mit Verlaub: Ich glaube, dass sich viele Mitglieder der Gemeinden und auch der Diakonie bei diesem Thema hier nicht unter Ev. Kirche subsumiert sehen wollen. Leider steht deren Einschätzung nicht in der Zeitung.



Nur ein Plagiat, oder gar die Spitze vom Eisberg? Wird aus der Diakonie Hochfranken eine Titanic? Wurde nur bei Abschlussarbeit gezaubert? Wurde nur hierbei Geld verbrannt? Was ist mit den Jahresabschlüssen, Spenden, Fördergeldern? Gibt es ein externes Controlling? Warum eine derzeitige wirtschaftliche Schieflage? Und bitte nicht den Unsinn, dies läge an der weltweiten Wirtschaftsrezession. In Hof und Umgebung leben keine dummen Menschen, solche Erklärungen sind eine Zumutung! Der Markt der Diakonie ist hier in der Region, er ist vorhanden und befindet sich nicht in der großen weiten Welt. Es gibt genug Mitbewerber die gut existieren. Sind es wirklich schon Millionen Euro an Defizit (DH, Diakonisches Werk Hof, Stiftung Marienberg, etc.), aufgelaufen in den vergangenen Jahren unter der Troika Abt, Mangei und Saalfrank? Alles nur Gerüchte, üble Nachrede oder eine unliebsame Wahrheit? Es wurden aktuell geschätzte 50000,-€ durchgeschoben (Studien-, Gerichts- und Anwaltskosten). Da stellt sich die Frage, wie geht man ansonsten mit Geld um? Wie wurde in der Vergangenheit erwirtschaftet, investiert, angelegt und verteilt. Gibt es noch mehr solch teurer „Bildungsmaßnahmen“ oder „Studienreisen“? Dies sind keine boshaften Mutmaßungen, sondern Fragen und Befürchtungen. Das wird derzeit in Hof getuschelt, geargwöhnt und unterstellt. Dieser Vorfall beschädigt nicht nur die Institution Diakonie, sondern auch ihre Mitarbeiter und Ehrenamtlichen, die sich mit Herz und Seele einbringen, in ihr eine geistige Heimat gefunden haben. Wer kümmert sich um sie. Häme und Spott erfahren sie derzeit genug. Geht jetzt der Diakonie-Pfarrer durch die Einrichtungen und spricht mit ihnen? War der Dekan schon vor Ort und baute die Mitarbeiter auf, erklärte seinen Standpunkt, betete mit ihnen und segnet sie in dieser schwierigen Situation? Es darf jetzt nicht um Schadensbegrenzung gehen, sondern es muss Aufarbeitung erfolgen.



Während die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen sich seit Tagen mit dem Vorfall „Plagiat und Diakonie“ beschäftigen, es in ihren Familien diskutiert wird, erlaubt sich die Geschäftsführung auf Tauchfahrt zu gehen. Mit dieser U-Boot-Mentalität ist aber das Problem nicht aus der Welt. Gerade von der Geschäftsführung wird eine Stellungnahme erwartet, wie geht sie damit um und wie wird der Schaden behoben. Hier sollte Herr Abt eine klare Antwort geben, wie er sich die finanzielle Rückerstattung an die Diakonie Hochfranken vorstellt und in welchem Zeitraum diese erfolgt. Wäre der Schaden nur durch grobe Fahrlässigkeit entstanden, so müsste, wie bei jedem anderen Mitarbeiter der Diakonie auch, die persönliche Haftung zur Anwendung kommen bzw. eine Schadensregulierung in voller Höhe erfolgen. Herr Abt, sie sind Jurist! Bedarf es da wirklich einer Belehrung. Fragen sie doch bei ihrer ehemaligen Kanzlei Thorwart nach. Dort kann man ihnen rechtssicher Auskunft erteilen. In ihrem Fall kommt aber der Vorsatz zur Geltung kommen. Umso trauriger ihr Lamento in der FP. Ich habe es doch nicht gewusst, war ein Fehler, ich mache weiter wie bisher, von dem Studium und den daraus resultierenden Erfahrungen hat doch, trotz des Plagiats, die Diakonie auch etwas. Der Verweis auf den unveränderten Fortbestand ihres Klingelschildes und der Visitenkarten, war das nur Hilflosigkeit, eine geistiger Tunnel oder pure Dreistigkeit. Es ist eine Schande, dass seit Tagen in der Stadt und dem Landkreis Hof und über die Landesgrenzen hinaus diese Schmach besprochen wird und die Verantwortlichen schweigen. Durch die Vielzahl von Mitarbeitern aus Thüringen, Sachsen und dem Vogtland innerhalb der Diakonie dürfte es nun auch außerhalb Oberfrankens ein Thema sein. An einen Artikel in einer überregionalen Zeitschrift, z.B. Der Spiegel, darf man nicht denken. Müssen wir erst unter der Rubrik „Deutschland lacht“ einen Platz in der Berichterstattung erhalten. Wie sollen Mitarbeiter und Ehrenamtliche zukünftig auf die Straße zur Spendensammlung gehen? Wie oft werden sie die Frage dann gestellt bekommen, ob wieder ein Plagiat finanziert werden muss, sie mit dem Verweis auf diesen Betrug keinen müden Euro mehr erhalten.



Hohes Ross

Seit vergangenem Donnerstag (29.09.2011) hat das Diakonische Werk Bayern einen neuen Präsidenten. Er heißt Michael Bammessel und sagte in seiner Einführungspredigt in St. Sebald/Nürnberg:

"Gott spielt nicht einfach die fünfte Kolonne in unseren schön ausgedachten Unternehmungen. Das ist schon eine Versuchung, so allzu rasch zu schließen: Wir in der Diakonie – wir machen doch alles im Auftrag des Herrn! Also sind alle unsere Forderungen selbstverständlich edel. Das Betriebsklima in unseren Einrichtungen ist von vorneherein harmonisch. Unsere Chefs handeln automatisch mitarbeiterfreundlich – bräuchte es da überhaupt eine MAV?? - und wir gehören sowieso immer zu den Guten – denn wir sind Diakonie und haben die Aura der Christlichkeit damit für uns gepachtet.

Nein, wir wissen es ja alle: So ist es natürlich nicht. Es menschelt auch in der Diakonie - manchmal allzu sehr. Bisweilen sind wir blind für eigene Fehler und da kann es gut sein, wenn uns andere den Spiegel vorhalten – und sei es eine kritische Presse. Wir können uns auch durchaus von anderen Wohlfahrtsverbänden die eine oder andere Scheibe abschneiden. Und auch Politiker, die wir so gern kritisieren, können Recht haben. Bei aller Bewunderung für das, was in unseren diakonischen Einrichtungen geleistet wird: Das hohe Ross ist als Sitzplatz in der Diakonie verboten."


Zuletzt bearbeitet: 24.10.11 08:36 von Administrator


Wilfried Beyhl 2007: "Ohne selbstkritische Aufarbeitung der Vergangenheit gibt es keinen Neuanfang“


Hohes Ross 2

Die Landessynodalpräsidentin Deneke-Stoll (s. das Posting von Johannes Taig) sollte sich angesichts dieses Diskussionsforums freuen, findet hier doch eine „Diskussion innerhalb unserer Kirche zu streitigen Fragen in freier und offener Art“ statt. Gut auch die aufrechten Worte des neuen Diakoniepräsidenten Michael Bammessel zu seiner Einführung. Er und der neue Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm haben allerdings viel zu tun, wenn sie den Reitern auf allzu hohen Rössern tatsächlich beim Absatteln helfen wollen.

Schon Diakoniepräsident Markert und Regionalbischof Beyhl haben sich 2007, zu Beginn der Hofer Diakonieaffäre, sehr intensiv um eine Kurskorrektur bemüht – allerdings vergeblich. Als Heidi Weber und Roland Brecheis aus Protest ihren Rücktritt aus dem Vorstand des DW Hof erklärten, bedankten sich Regionalbischof und Diakoniepräsident ausdrücklich für ihre kritische Haltung. Wilfried Beyhl schrieb ihnen zu den Vorgängen in der Diakonie Hochfranken, es sei deutlich geworden, „wie nötig hier eine selbstkritische Aufarbeitung im Aufsichtsrat ist. Aber momentan scheint er dazu noch nicht in der Lage zu sein… Ohne selbstkritische Aufarbeitung der Vergangenheit gibt es keinen Neuanfang“ (W.Beyhl, 30.7.2007).

Auch Diakoniepräsident Markert schrieb, sie (Heidi Weber und Roland Brecheis) hätten „wohl durch eigenes Erleben erfahren, wie Herr Regionalbischof Beyhl und ich nach Kräften versuchten, die verantwortlichen Personen und Gremien in Hof zu einer selbstkritischen Auseinandersetzung mit den Vorgängen der vergangenen Monate zu veranlassen ebenso wie zu einer zukunftsorientierten Ausrichtung der Diakonie Hochfranken“ (L. Markert, 2.8.2007). Gefruchtet haben diese Bemühungen offensichtlich nicht.

Man würde sich heute um so mehr wünschen, dass Kirchenobere nicht nur schöne Wünsche formulieren, sondern auch in der Lage und willens sind, ihre offensichtlich sehr berechtigten Forderungen nach Aufklärung und Neuanfang bei der Diakonie Hochfranken in konkrete Massnahmen umzusetzen. Eigentlich haben sie doch genau dafür das Amt und die Verantwortung. Vielleicht gelingt es ja den neuen Repräsentanten in Kirche und Diakonie, die Altlasten aufzuarbeiten.



Zuletzt bearbeitet: 08.10.11 12:13 von KLoener


Mit Verlaub: Ich glaube, dass sich viele Mitglieder der Gemeinden und auch der Diakonie bei diesem Thema hier nicht unter Ev. Kirche subsumiert sehen wollen.


Ja, diese Veralgemeinerung ist falsch. Auch in der Frankenpost gibt es einige Journalisten, die völlig anders "ticken" als die ofizielle Linie. Auch Kommunalpolitiker kann ich nicht allgemein über einen Kamm scheren.

Ich bereue meine oberflächliche Beschreibung. Gemeint sind eher einzelne, die eben in verantwortlicher Position entscheiden.

Gleichzeitig bitte ich Betroffene, die ich durch meine Beschreibung vereletzt habe, um Vergebung.



Na, so schlimm war das wirklich nicht - und im Prinzip leider auch richtig. Das Gefühl der Hilflosigkeit und das Gefühl, dass die, die aufgrund ihrer Funktion etwas tun könnten, leider bisher untätig geblieben sind (incl. der Journalisten), ist nun mal bei vielen aus gutem Grund da. Aber vielleicht tut sich ja jetzt bald etwas.

Übrigens: Der Kirchenvorstand der Hospitalkirche (Mitglied des Hauptgesellschafters Diakonisches Werk Hof und damit auch Mitglied in der Diakonie Hochfranken, DH) hat seinerzeit eine Stellungnahme zu den Vorgängen in der DH im Gemeindebrief vom Juli 2008 veröffentlicht: http://www.hospitalkirche-hof.de/Download/08juli.pdf (Seite 36 ff.). Der offene Brief an die genannten Absender wurde am 22. Oktober 2007 geschrieben und verschickt. Eine Antwort bekam der Kirchenvorstand von der DH fast ein Jahr später - nachdem der Brief im "Hospitalbrief" veröffentlicht worden war! Die Antwort erfolgte nicht schriftlich, sondern es gab im September 2008 ein informelles Gespräch zwischen Mitglieder des Aufsichtrats der DH und Mitgliedern des Kirchenvorstands der Hospitalkirche, bei dem Dekan Saalfrank "offensiv" zugab: "Die fehlende Antwort war ein Fehler."


Zuletzt bearbeitet: 04.10.11 22:42 von Administrator
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