Evangelisch in Hof, Diskussionsforum


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Hospitalkirche Hof

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Autor
Thema: vom Lachen der Heiligen und Narren ...


... oder sich mit anderen, grundlegenden Dingen auseinanderzusetzen hat:
Dies also zum Thema liturgische Präsenz:



Der Thomas Kabel ist ein Mann
der einst in Kirchens Dienste kam,
als Regisseur wohl schwach begann
sich schnell nach Höherem besann,
der einfältig Vikare Seelen
liturgische Präsenz zu quälen.
So üben sie seitdem bis heut
die ungelenken Pfarrersleut'
liturgisch Tanzen, Schreien, Singen
und bringen so vor allen Dingen
den eignen Habitus zum Klingen .....

Das sieht der Herrgott aus der Ferne
und denkt: so hab ich's gar nicht gerne
wenn mein lebensspendend Wort
in zweiter Reihe frist' sein' Ort.
Ganz fix entsinnt er sich an Babel -
... denn darauf reimt sich Thomas Kabel!




Zuletzt bearbeitet: 20.07.15 12:06 von Administrator


... ja, ja, die Kabels. Es muss sein Bruder gewesen sein, der eines Nachts unter dem Sternenhimmel saß, Aug in Aug mit dem Universum sozusagen. Da sprach eine Stimme zu ihm: "Kannst Du mit einer 4 in Mathe ein großer Wissenschaftler werden? Kannst Du mit mit deinen zwei linken Händen etwas Nützliches für die Menschheit erfinden? Kannst Du mit mit deinen krummen Beinen ein berühmter Fussballer werden? Kannst du mit deinen drei Gitarrengriffen und deiner dünnen Stimme ein Superstar werden? Nein, nein, da wird dir gar nichts anders übrig bleiben, als Pfarrer zu werden..."

"denn mit Jesus gewinnt unser Leben die Zielsicherheit, die man beim Schießen so nötig braucht." Diese Orginalzitat stammt nicht aus einer Rede von Präsident Bush, sondern aus der allerersten Predigt eines Theologiestudenten im Homiletikseminar. Wir saßen damals unter den Tischen mit Lachtränen in den Augen und hielten uns die Taschentücher vors Gesicht. Wir konnten ja nicht ahnen ...

Aber eins wussten wir damals schon: "An Jesus kommt keiner vorbei... außer Maradonna".

Mit Grüßen
Johannes



Im Kleinen kabarettistischen Katechismus wurden Kabarettisten gebeten, einige Originalfragen des Heidelberger Katechismus zu beantworten, darunter auch jene berühmte Frage 48, das sog. Extra Calvinisticum:

»Werden aber mit der Weise die zwei Naturen in Christus nicht voneinander getrennt, so die Menschheit nicht überall ist, da die Gottheit ist?«
Hierzu die Antwort des Bremer Kabarettisten Hans König vom Theatre du pain:

»Wir erweitern diese Frage: Wäre Jesus in einem Taxi hinten oder vorne eingestiegen?
Die Antwort: Er wäre hinten und vorne gleichzeitig eingestiegen. Wir wissen: Dadurch, dass Jesus hinten sitzt, dass es Jesus ist, der hinten sitzt, und dass er daher gleichzeitig auch vorne sitzt, weil Jesus überall ist. Denken wir weiter: Wenn Jesus überall ist, dann ist er auch über dem Taxi. Nun schauen wir aber nach und sehen ihn nicht. Wir sehen ihn nicht, aber wir wissen ihn. Das ist allerhand. Wir wissen, dass wir ihn wissen und daran wissen wir uns. (Denn ohne uns könnten wir gar nichts wissen.) Wir wissen uns wissend. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass unser Wissen nichts ist, im Gegensatz zum göttlichen Wissen. Und wissen, dass wir wenig wissen, was schon viel ist. So nähern wir uns mit unserem Gewussten dem Unweißbaren bis zum äußersten Punkt. Wo wir Gottheit wissen, wissen wir nichts und wissen es trotzdem. Das ist enorm und irgendwie beruhigend.«

aus: Günter Ruddat /Harald Schroeter (Hg.), Kleiner kabarettistischer Katechismus, Rheinbach 1998, S. 117

überbracht mit Grüßen
Johannes Taig



Immer wieder wird diskutiert, ob Religionsunterricht an der Schule überhaupt wichtig ist. Wohin allerdings falsch verstandene weltanschauliche Neutralität führen kann, zeigt das untere Bild. (Vielen Dank an Horst Lochner für das Bild)



mit Grüßen
Johannes Taig


Zuletzt bearbeitet: 20.07.15 12:07 von Administrator


Elisabeth Cruziger schreibt an ihren Schwiegersohn Hans Luther, den Sohn des Reformators

Wittenberg, am Buß- und Bettag, 19. Nov. 2003

Lieber Johannes,
meinen freundlichen Gruß und Gottes Segen vorab für Dich und mein lieb Töchterlein, Dein treu Eheweib.
Über den Lauf der Welt – insbesondere darüber, was den Evangelischen in deutschen Landen widerfahren ist – möchte ich Euch kurzen und traurigen Bericht geben. Die Evangelischen haben in der Stadt Trier, wo Ambrosius anno 339 geboren ward, den Gott dann zum Bischof von Mailand und Lehrer der Christenheit erkoren hat – ihren neuen evangelischen »Papst« gewählt, einen gewissen Huberus.

Aus dessen Vita ist uns folgendes bekannt:

– Selbiger wollte als Jüngling in die Dienste weltlicher Fürsten treten, wozu ihn sein Geschick in disputationibus wohl prädestiniert hätte.
– Er hat sich aber anders besonnen und in der Stadt Marburg, da auch Dein Vater Martinus einstmals disputieret hat, studiosi instruieret.
– Danach hat er einige Jahre der Sekte derer präsendieret, die das Wort Gottes alljährlich als großes Markt-Spektakulum inszenieren.

Vorgenannter Huberus hat in Trier über die Käßmännin obsieget, die auch »Päpstin« der Evangelischen werden wollte. Da sie aber noch ein gar jung Frauenzimmer ist, haben einige der Synodales sie auf anno 2009 vertröstet, wenn das »Papstamt« der Evangelischen wieder feil ist. (Denn sie wählen ihren »Papst« noch nicht lebenslänglich wie die in Rom und auch nicht für alle Lande.) Aber die Käßmannin wollte nicht vertröstet sein und hat schnippisch replizieret, ihr prospectum vitae (was sie »Lebensplanung« nennet) werde anno 2009 gemäß ihrem arbitrio libero ganz anders aussehen. Dies Frauenzimmer weiß nicht, dass Gott unser prospectum vitae in der Hand hat und nicht wir!

In Trier haben sie auch einen gewissen Fridericus (episcopus bavaricus) geküret, der dem Hubero im »Papstamt« assistieren möchte. Auch dieser Fridericus ist ein Anhänger der Sekte derer, die den Gottesdienst auf weltlichen Märkten inszenieren möchte. Selbiger Fridericus schreibt nämlich, in der Postille, die ein gewisser Sunnus an Prediger informationis causa allmonatlich versendet (octobris 2003, pagina 528f): »Die protestantische Kirche muss sich als intermediäre Institution in die Gesellschaft hinein befreien (sic!).«* Die Rede des Friderici hat mir Philippus Melanchthon mit dem Bemerken kommunizieret, sie sei ganz ohne Wissen weltlicher Philosophie et logica, von theologia Lutheri ganz zu schweigen.

All dies, lieber Johannes, habe ich Deinem Vater Martinus in vertraulicher Rede offenbaret. Der aber war ganz ohne das Erschrecken, das mich überfallen hat, als mir das alles zu Ohren kam. Martinus sprach: »Liebe Base Elisabeth, setzet Eure Hoffnung nicht auf das alte und auch nicht auf das neue »Papstum« der Evangelischen. Erduldet mit Demut, was auf der Welt – id est Gottes Mummenschanz anno 2003 geschiehet.«

Und dann haben wir uns mit Gottes Wort und der Musica getröstet und uns aller Anfechtung erwehret mit dem fein Liedlein Deines Vaters »Ein feste Burg ist unser Gott ...« Gott beschütze Dich, mein lieber Sohn Johannes, mein lieb Töchterlein und Eure Kinder. Auch Euer Vater Martinus befiehlt Euch der Gnade des dreieinigen Gottes der Euch in rechtem Glauben stärken möge.

Eure Mutter Elisabeth Cruziger geb. von Meseritz

Postscript:
Möge die doctrina Lutheri und nicht das lumen Huberi et Friderici die arme Christenheit erleuchten!

(Dr. Erich Schwerdtfeger im Deutschen Pfarrerblatt Nr.1, 2004, S.26)
*die Rede wurde nicht vom bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich, sondern von vom Braunschweiger Landesbischof Dr. Friedrich Weber gehalten.

überbracht mit Grüßen
Johannes Taig


Zuletzt bearbeitet: 14.02.04 15:22 von Administrator


ZAHNARZT

Mr. Bush und Tony geben eine Pressekonferenz.
" Über was haben Sie denn verhandelt" fragt der Journalist
"Wir sprachen über den III. Weltkrieg"
"mit welchem Resultat?"
"Nun es wird zwei Millionen tote Moslems geben und einen toten Zahnarzt."
"---- wieso einen toten Zahnarzt?"
"siehst Du dear Tony, kein Mensch fragt nach den Moslems...."


Zuletzt bearbeitet: 16.07.09 10:16 von Administrator


Die Katze des Pfarrers

Der Pfarrer hielt die schönste Predigt,
und dennoch schliefen manche ein.
Da schlich auf einmal in die Kirche
des Pfarrers Katze sacht' herein.

Ganz leise ging sie durch die Kirche
und setzte sich dann vorne hin;
sie sah hinauf zu ihrem Pfarrer
und blickte andachtsvoll auf ihn.

Da schauten alle auf die Katze.---
Schnell weckte man die Schläfer auf,
damit sie sähen, wie die Katze
zu ihrem Pfarrer blickt hinauf.

"Ihr wundert Euch", so sprach der Pfarrer,
"daß meine Katze kommt hierher -
und daß sie aufpaßt auf die Predigt,
das wundert Euch vielleicht noch mehr!?!

Sie kommt hierher - ich will's Euch sagen -
und sucht sich vorne einen Platz,
weil sie gehört hat, daß ihr Pfarrer
hier hält die Predigt für die Katz'!"---

Tierische Grüße aus dem 'Bergland'
Dieter



„Nehmen wir jenen Spruch, der mehreren Erzbischöfen von Canterbury zugeschrieben wird. Zum ersten Mal gehört habe ich ihn in einem armseligen Vorort von Manchester aus dem Mund eines anglikanischen Priesters:

»ES GIBT EIN PAAR DINGE AUF ERDEN, DIE GOTT ERNST NIMMT; DIE RELIGION GEHÖRT NICHT DAZU.«

Ein hochbetagter, zutiefst frommer Pfarrer war das, und so habe ich nicht gezögert, diese anglikanische Spruchweisheit gelegentlich auf kirchlichen Veranstaltungen in Deutschland zu zitieren. Jedesmal bekam ich zu spüren, daß bei uns ein religiös geprägtes Publikum, ob katholisch, ob evangelisch, klerikale Selbstironie dieses Formats als zynische Entgleisung empfindet. In der Kirche von England ist sie eine geistreiche Selbstverständlichkeit. (Hans Conrad Zander)

überbracht mit Grüßen
Johannes Taig


Zuletzt bearbeitet: 25.09.04 09:43 von Administrator


24 goldene Regeln für eine (evangelische) Kirchenkarriere
(Eine Eulenspiegelei von Johannes Taig)



Mit äußerst freundlicher Genehmigung von Sisam Ben.

  • Jesus hat Dich lieb, so wie Du bist. Lebenslang wird woanders gelernt, aber nicht in der Kirche. Merke: Um ein überzeugender Botschafter der Guten Nachricht zu sein, darfst, ja sollst Du ein Leben lang so bleiben wie Du bist.

  • Da nur Gott die letzte Wahrheit kennt, gibt es in der Kirche auch nicht gut oder schlecht, richtig oder falsch. Merke: Es gibt nur glücklich oder unglücklich, gelungen und weniger gelungen, einladend und weniger einladend, zielführend oder weniger zielführend. Knapp daneben ist in der Kirche so gut wie getroffen. Entscheidend ist, wie Du etwas sagst. Vermeide jeden Streit, der unnötig ist und das ist fast jeder. Bereue sofort jede Kritik, die jemand als lieblos empfindet. Denn Empfindungen sind in der Kirche fast alles.

  • Stehe zu Deinen Fehlern und Unzulänglichkeiten und geißele die Lieblosigkeit derer, die sie Dir vorhalten. Suche Erklärungen, warum sich gerade dahinter Deine größten Stärken verstecken: Nur wer überzeugend sündigt, kann sich überzeugend bekehren. Du wirst jede Menge Gleichgesinnte finden. Lerne von der Ökumene: Keiner ist so schön unfehlbar wie der Papst.

  • Lerne die Sprache der verschiedenen Kirchengruppierungen. Finde heraus, wer in Deinem Tätigkeitsfeld gerade die Mehrheit hat. Sei den Evangelikalen ein Evangelikaler, den Pietisten ein Pietist, den Volkskirchlichen ein Volkskirchler und den Sozialen ein Mensch der Diakonie. Das hat mit Opportunismus nichts zu tun. Berufe dich auf Paulus, der den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche war.

  • Die Bibel ist eine wunderbare Sammlung von Begründungen (von Grund, Fundament) für alles. Finde Deinen eigenen Standpunkt (Leitbild, Vision) und suche nach der biblischen Begründung. Wenn Dir das noch nicht so gut gelingt, dann hast Du hier etwas, was Du von den Schwärmern, den Fundamentalisten, bei Willow Creek und in der Gemeindeakademie getrost lernen kannst.

  • Mach Dir ein Logo, das schon Einjährige begreifen und nütze jede freie Fläche Deine Corporate Identity der Welt zu präsentieren. Merke: Ein Logo sagt mehr als tausend Worte.

  • Kümmere Dich möglichst pressewirksam um Randgruppen. Achte auf die Eignung. Gut geeignet sind alle Elenden am anderen Ende der Welt. (Packe für sie Weihnachten in einen Schuhkarton, damit sie sehen, wie gut Du’s hast.) Schlecht geeignet sind die Obdachlosen, die bei Dir klingeln. In der Presse erfährst Du, wenn sich das ändert.

  • Wenn Du etwas schlecht gemacht hast und es jemand gemerkt hat, verweise ihn darauf, dass Du im Moment andere Schwerpunkte hast und die meiste Zeit an etwas arbeitest, das ganz toll wird.

  • Arbeite ankündigungsorientiert. Sorge dafür, dass möglichst viele von Deinen guten Ideen erfahren. Empfehle und bewerbe Dich für höhere Aufgaben, bevor offensichtlich wird, was Du von Deinen guten Ideen verwirklicht hast. (Das ist auch der tiefere Sinn der „Zehnjahresfrist“ für kirchliche Ämter.) Schon auf der mittleren Ebene bist Du dann in guter Gesellschaft.

  • Gib die Arbeit anderer als Deine eigene aus. Das ist in der Schule verboten, aber nicht in der Kirche. Denn Deine Aufgabe ist es, die frohe Botschaft zu verkünden. Und die hast Du ja auch nicht erfunden. Außerdem ist auch die Bibel immer wieder abgeschrieben worden.

  • Gib viel auf Evaluation, die Dir sagt, wie gut Dir etwas gelungen ist. Mit der Evaluation ist es wie mit der Statistik. Traue keiner, die Du nicht selbst frisiert hast.

  • Gründe so viele Arbeitskreise, wie Du kannst. Lerne, jeden Schwachsinn mit Powerpoint so zu präsentieren, dass ihn jeder Schwachsinnige versteht. Setze so viele Besprechungstermine an, wie Du kannst. Wo zwei oder drei sich besprechen, haben sie eine praktische Alternative zur Arbeit.

(Fortsetzung siehe unten)


Zuletzt bearbeitet: 20.07.15 12:07 von Administrator


24 goldene Regeln (Fortsetzung)

  • Überrasche Deine Mitarbeiter mit kurzfristigen Änderungen von Terminen oder Gottesdienstordnungen. Das bringt sie in Schwung und verhindert, dass sie einschlafen.

  • Mache (Gottesdienst-) Angebote und gibt ihnen interessante Namen. Gut sind Abkürzungen, die aus großen Buchstaben und Zahlen bestehen. Wer nach einer Stunde immer noch keinen Schimmer hat, was das bedeutet, muss sich den Kleingeist eingestehen und dahinter Großes vermuten. Beteilige Dich mit solchen Angeboten an Preisausschreiben der Kirchenleitung. Die mögen so was.

  • Verlege Deine Gottesdienste aus der Kirche in öffentliche Einrichtungen, die eine Bühne mit Licht und Elektronik nach dem Stand der Technik haben. Hierhin kannst Du auch die Presse (oder das Fernsehen!) einladen, die nie auf die Idee käme, über Deine Sonntagspredigt in der Kirche zu berichten. Weise darauf hin, dass das Mission ist.

  • Vergiss Deine alte Kirche und ihre unverständlichen Gottesdienste und mache stattdessen neuartige Angebote, die an das Vorwissen und die Auffassungsgabe Deiner Zielgruppe keinerlei Ansprüche stellen. Mit Veranstaltungen wie „Christliches Hundeturnen“, „Gottes Schöpfung im Baum umarmen“,„Feng Shui für Gemeinderäume“ und anderem Ringelpietz mit Anfassen wirst Du auch Debile und Kirchenferne erreichen. Auch der Hunger der Presse nach solchen Events ist unersättlich.

  • Schreibe gerne kleine Beiträge für Zeitungen und Blättchen. Trag Dich fleißig in die Liste der Autoren ein. Es ist egal, ob Du etwas zu sagen hast. Merke: Interessant ist es erst ab einer Auflage von 10.000. Danach wird es immer interessanter.

  • Setzte Dich für die Abschaffung der dienstlichen Beurteilung ein. Die war schon immer ungerecht. Nur Du weißt, was Du wirklich kannst. Die Kirchenleitung hilft Dir mit Fortbildungen, dieses Wissen über Dich bei Bewerbungen besser zu präsentieren, denn Sein und Design klingen ganz ähnlich und sind im Grunde dasselbe. Setze in der Personalentwicklung auf eine Atmosphäre des tiefen Verstehens. Nur Blinde wissen, was Blinde wirklich sehen.

  • Melde Dich nicht immer für die Notfallseelsorge. Lerne das Neinsagen. Das ist ein Zeichen von Charakterstärke.

  • Sei rund um die Uhr per Internet, Mailbox und Anrufbeantworter erreichbar. Gehe weder bei Tag, noch in der Nacht zu oft ans Telefon. Es könnte der Eindruck entstehen, dass Du gerade nichts zu tun hast. Beantworte Emails erst nach acht Wochen. Das macht die Kirchenleitung auch so, und die kennt sich aus. Du wirst Dich wundern, wie vieles sich inzwischen von selbst erledigt hat. Das gleiche gilt für Schriftliches, aus dem man noch nach Jahren zu Weihnachten etwas Schönes basteln kann.

  • Erscheine auf Pfarrkonferenzen zu spät oder gehe früher oder komme gar nicht. Mache in jedem Fall einen gehetzten Eindruck. Du hast so viel zu tun, dass Du nicht einen ganzen Nachmittag mit Kaffeetrinken verplempern kannst.

  • Sammle Posten und Pöstchen, die mit einem möglichst geringen Arbeitsaufwand eine möglichst hohe Publicity bringen. Sei für ein möglichst weites Feld zuständig, in dem Du Dich überall und nirgends aufhalten kannst. Wenn Deine Gemeinde ihre Fürbitte für Dich schließt mit den Worten: „O Herr, nur du weißt, wo er sich gerade befindet“ – dann hast Du es geschafft und womöglich zum Bischof gebracht.

  • Bedenke das Ende! Sei in den Jahren des Dienstes ein Anwalt der Elenden und genieße im Ruhestand die guten Kontakte, die Du Dir nebenbei zu den Unternehmern und anderen karitativ organisierten Besserverdienern aufgebaut hast. Kultur stinkt nicht.

  • Sorge dafür, dass Du Deiner Nachwelt in Erinnerung bleibst. Denke an ein Forsthaus. In Erinnerung bleiben an der Wand nur die kapitalsten Böcke, die geschossen wurden. Darum kümmere Dich zu Lebzeiten um ein schönes Geweih.


mit Grüßen
Johannes Taig
(erschienen im Deutschen Pfarrerblatt, Nr.3/2005, S.132f.)


Zuletzt bearbeitet: 21.03.05 09:07 von Administrator


Fundraising in der Kirche wird immer besser:

Statt Fegefeuerdrohung damals - heute ultimativer Kick und direkter Kontakt zu Gott


"Anna-Margareta Oldenburg, Vorstandsmitglied der Nürnberger Stadtmission, untermauerte die Spendenbereitschaft, die unter Angehörigen christlicher Kirchen schon eine lange Tradition habe, mit einem theologischen Fundament. Das Glücksgefühl bei einer "sozialen Anstrengung" sei für einen Spender eben so groß wie der Kick, den viele bei körperlicher Verausgabung erleben. Die Zeiten, in denen die Kirche mit der Fegefeuerdrohung Kasse machen konnte, seinen allerdings unwiderruflich vorbei. Heute müsse man deutlich machen, dass "die gute Tat aus Freude geschehe, eine Frucht des Glaubens" sei, weil sie direkt den Kontakt zu Gott ermögliche." (Nürnberger Nachrichten zum Fundraising-Forum der bay. Landeskirche in Nürnberg, 5.2.05, S.4)

überbracht mit Grüßen
Johannes Taig


Zuletzt bearbeitet: 11.02.05 10:55 von Administrator


Nebenbei ein paar Grüße und ein Witz, den ich auf einem Homiletik-Seminar in Erfurt gehört habe zum Thema: was ist der Unterschied zwischen evangelischer und katholischer Predigtvorbereitung?

Treffen sich ein evangelischer und ein katholischer Pfarrer.
Der evangelische Pfarrer klagt: "Von Montag bis Freitag ringe ich mit dem Wort; und am Samstag kommt der Satan und nimmt es mir weg!!!"
"Siehst du," sagt der Priester. "Das ist der Unterschied! Wenn am Sonntagmorgen meine Messe angefangen hat, weiss noch kein Satan, was ich predige werde!"



Schneller als der Tod: Die evangelische Landeskirche

2. April 2005, 15.00 Uhr
In den Nachrichten wird vermeldet, dass Papst Johannes Paul II. an der Schwelle zum Jenseits steht.
Das alles auch schneller gehen kann, belegt folgendes Protokoll (außer dem Namen des Pressesprechers wurden alle Namen und Produkte verändert, dies ist durch Kursivschrift deutlich gemacht):

Vom Landeskirchenamt geht am 01. April um 17.21 folgende Mitteilung bei einem befreundeten Münchener Verlag ein:

> Sehr geehrte Damen und Herren,
>
> anbei senden wir Ihnen die Pressemitteilung zur Anteilnahme von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich zum Tod von Johannes Paul II. zu Ihrer Kenntnis und danken für Ihre Berücksichtigung.
>
> Es grüsst Sie>
> Markus Hepp, Pressesprecher>
> Presse und Öffentlichkeitsarbeit/Publizistik>
Landeskirchenamt

Der zuständige Redakteur antwortet:

Von: vorname.nachname@xy-magazin.de [mailto:vorname.nachname@xy-magazin.de]
Gesendet: Freitag, 1. April 2005 18:44
An: ABC
Betreff: Re: Pressemitteilung: Landesbischof Friedrich zum Tod von Johannes Paul II.

Sehr geehrte Frau ABC.,

wissen Sie etwas, was die Presse nicht weiss?
>>
Die Welt bereitet sich auf Abschied von Johannes Paul II. vor- Gesundheitszustand des Papstes stark verschlechtert - Sprecher:
Johannes Paul II. "bei vollem Bewusstsein" >>
schreibt die AFP um 18:37.

Mit fragendem Gruss, X.Y.

Als Antwort kommt:

Datum: Freitag, 1 April 2005 06:50 pm
Von: ABC
An: "vornam.nachname@xy-magazin.de
Antwort an: N
Betreff: AW: Pressemitteilung: Landesbischof Friedrich zum Tod von Johannes Paul II. Alle Kopfzeilen: Kopfzeilen anzeigen

Sehr geehrter Herr XY.,
wir müssen verneinen und können Ihnen nur versichern, dass wir nicht mehr als die Presse wissen und es sich bei dem bedauerlichen Missgeschick um einen Entwurf handelt, welcher eigentlich gelöscht und nicht verschickt werden sollte.

Wir können nur um Ihr Verständnis bitten und Sie aber trotz allem ganz herzlich grüssen,

ABC
Landeskirchenamt
Meiserstr. 11
80333 München
Tel.: 089 - 55 95 XXX
Fax: 089 - 55 95 XXX
www.bayern-evangelisch.de

Der befreundetet Redakteur meint dazu:

... die Welt bereitet sich vor auf seinen Tod. Oder ist es schon. Ein wenig zynisch mutet das ja schon an. (Man beachte die Uhrzeiten!) - Aber immerhin arbeiten die Protestanten auch abends um sieben noch.

---------
Soviel zu diesem Thema,
Ihr,
Hans-Jürgen Rippler

Anmerkung des Adminstrators:
Der Papst ist am 2. April 2005 um 21.37 Uhr verstorben. Gegen 22.15 Uhr wusste die Welt davon.



Zuletzt bearbeitet: 03.04.05 00:30 von Administrator


Heilige hin und Päpste her: Nehmen wir uns eigentlich ernst?

Ja, reicht's denn nicht hin, daß sie größtenteils vorm Predigen'ne plötzliche und ebenso wundersame Stimmveränderung durchmachen, nein ... da wird dann auch noch ein wenig jener Betroffenheitslyrik nachgelegt, um deretwillen wir in den letzten Jahren gesellschaftlich wahrhaft und zurecht ernst genommen wurden:

"... ein Stück weit durch die Stille lauschen, und mehr doch Himmel wagen ..."

So soll's wohl sein ;-) und grüßt Euch Euer 'Sprittuale', Sisam-Ben


Zuletzt bearbeitet: 12.05.05 00:24 von sisamben


Ach, noch was aus der Rubrik: Sammeln von und setzen auf zeitgenössische und ebenso bedeutungsschwere kirchliche wie anderweitiger Heilsworte dieser Tage:

'Fundraising' hatten wir oben schon abgegessen :-)
'Spiritualität' nun als etwas, das dem 'fun-racing' ('racen' sie doch fun-mäßig von einer zur nächsten noblen Tagungsstätte) inzwischen den Rang abläuft, das alle immer irgendwie betroffen macht und stets und eben so sehr 'ein Stück weit' oben auf liegt. Hören wir also dazu das Rentnerwort zum Tage und übertragen's mal so 1:1 auf manche Kirchenleut'



Na, immerhin! (... und macht(!) doch Sinn, würde ich persönlich halt sagen ;-)


Zuletzt bearbeitet: 20.07.15 12:08 von Administrator
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