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Thema: UKW-Antenne und DVB-T-Antenne |
Der alte Faden zur UKW-Antenne liegt hier im Archiv. Meine alte UKW-Yagi war leider etwas unpraktisch beim ausrichten, deshalb habe ich die mal nach dem Vorbild der Koerner2m umgebaut. Mit ein wenig MMana-Berechnung konnte ich die Abmessungen an Alu-Lamellen und 75 Ohm anpassen. Symtriert wird die Antenne dann mit einem Coiled Koax Balun.

Wenn man es ernst meint mit UKW Empfang und den Platz hat, findet man übrigens mit "Antenne Peter Körner" die richtigen Weltherrschaftsgebilde.
Da auch noch DVB-T durch das Kabel muss, habe ich mir eine Weiche selbstgebastelt.

In der Simulation sah es schon mal gut aus. Eine schöne Seite für Antennenbasteleien und natürlich RFSim99 haben mir bei der Auslegung geholfen. Allerdings war die Idee direkt auf Alublech(!!!) zu löten, wie man sieht, nur mittelmässig schlau.

So sieht die Sache eingebaut aus.

Die Weiche funktioniert auch in der Praxis überraschend gut. Mit Biquad und Hochpass empfange ich an meinem gepimpten Tuner nicht einmal mehr die Ortssender, für die sonst 3cm (!!!) Draht reichen. Und am billigundtaub Monitor ist der DVB-T Empfang stabiler/besser als ohne Hochpaß, was nicht für seinen Eingangskreis spricht?!
Meine erster Versuch war eine Biquad aus Draht, wie hier DVB-T Antenne im Archiv beschrieben.

Die HF-Vodoo-Geister habe ich auch hier wieder konsequent mit dem Einsatz von hochwertigen Bastelmaterialien beschworen.
Immerhin hat das für ein paar Sender gereicht, obwohl wir laut allen Prognosen außerhalb des Versorgungsgebiets für Innenantennen liegen. Auf dem Dachboden schickten sogar die Privaten Sender, auf die die Biquad berechnet war, ein paar Klötzchen vorbei.
Ab jetzt wurde es zäh ... denn ich wollte keinen stromfressenden Verstärker ... alle empfangbaren Sender ... alles soll die Dämpfung meiner selbstgebastelten UHF/UKW-Weiche plus 20m Kabel und diverse Steckverbinder überleben.
Nach den Diskussionen hier im Forum wollte ich es mal mit einer Breitband-Biquad versuchen. Meine Hoffnung war, dass wenn die unterste sich von der höchsten Frequenz nur 40% unterscheidet, die Antenne problemlos empfängt.
DVB-T Steinkimmen
Kanal MHz Sendeleistung in kW Biquadseitenlänge in mm
22 482 100 156,4
29 538 5 140,1
32 562 5 134,2
42 642 5 117,4
49 698 5 108,0
55 746 5 101,1
Also wenn ich Kanal 22 bei der Auslegung weglasse, komme ich auf eine Quadinnenabmessung von 100mm und 140mm außen und habe immerhin den Frequenzbereich von 538 bis 746 Mhz abgedeckt.
Diesmal habe ich für die HF-Vodoo-Geister ein wenig Alublechreste geflext und 6cm Stücke Styrodur geopfert.

Mit dem tollen Aussehen hätte das fast zu einem positiven WAF oder fürs Wohnzimmer gereicht. Wers glaubt ...
Jetzt empfange ich auf dem Dachboden statt Steinkimmen, 36 km auch alle (!!!) Sender aus Bremen-Walle, 57 km pur und klötzchenfrei, was meine Frau sehr erfreut hat. Beim UKW-Empfang habe ich bisher noch keinen Unterschied zu vorher feststellen können und wenn mir ein wenig nach Urlaub ist, drehe ich einfach auf Dänemark-Empfang.
Wie immer für Diskussionen, Anregungen und Kommentare "nicht ganz dicht".
Gruß
Sterne
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Gefällt mir, bis auf Allerdings war die Idee direkt auf Alublech(!!!) zu löten, wie man sieht, nur mittelmässig schlau
Warum hast Du nicht einfach ein Stück Platine genommen? War keine da?
Wenn Du willst, können wir beim nächsten Treffen mal dran rummessen. Die Breitbanddoppelquad würde mich diesbezüglich besonders interessieren...
Grüße
TDI
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Ja das mit dem Alublech hatte eigentlich 2 Gründe ... es lag gerade rum ... und das anlöten des Koaxkabels an die Aluantenne hatte sehr gut geklappt. Einfach ordentlich heiß machen und unter Verachtung der Lötspitze auf dem Blech unter dem Lötzinn rumkratzen.
Die Antenne bringe ich natürlich gerne mal mit ... mal schaun was meine Frau sagt, wenn sich das Fersehprogramm etwas einschränkt. Vieleicht baue ich auch nochmal eine Alufolienvariante zum Vergleich
Zuletzt bearbeitet: 26.05.12 13:57 von Sterne
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Ein Coiled Coax Balun scheint nur was für Leute zu sein, die solche Teile durchmessen können, weshalb sie scheinbar selten für höhere Frequenzen benutzt werden.
Da ich die Idee aber toll fand parasitäre Eigenschaften sinnvoll zu nutzen, habe ich mal versucht sowas zu berechnen.
Mit Spulenberechnungstool kann man alle Elemente berechnen. Jetzt muss nur noch die parasitäre Kapazität mit der Dielektrizitätszahl multiplizieren. In RFSim99 eingesetzt, ergibt das folgendes Ergebnis.

Rechnerisch ergibt das Abmessungen wie in Daumenformeln beschrieben. Ein ca. lambda/4 langes Kabelstück muss für brauchbare Ergbnisse im UKW-Radio-Bereich aber eng gewickelt werden bis das Kabel knirscht. Oder ein Kabel mit kleinem Biegeradius benutzen.
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Zur parasitären oder Windungskapazität ein kleiner Tip: Wenn die Dielektrizitätsvariable oder -Konstante oder -Zahl deutlich größer ist als die der Luft, darf man (nur) zur Kapazitätsberechnung den Drahtdurchmesser gleich dem Außendurchmesser des Dielektrikums annehmen. Das funktioniert auch mit dem Body-mass-index (Schlankheitsfaktor) bei Antennen.
Zum gewickelten Koaxbalun sag' ich nicht viel, ein einfaches Stück Koaxkabel mit Lambda/4 äußerer Länge ist eine recht breitbandige Mantelwellensperre, auch unter dem Namen Tonna-Balun bekannt. Wenn man das aufwickelt, wird es breitbandiger. Aber es muß am Ende der λ/4 am Außenleiter geerdet werden.
Zuletzt bearbeitet: 27.05.12 10:04 von Bastelbruder
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Ich betrachte das mal als Kompliment für mich als Vodoo-Laien, wenn es außer dem Balun nichts zu meckern gibt.
Nach 6 Wochen kann ich auch sagen, dass der Empfang wetterunabhängig stabil und gut ist.
Nachdem ich das richtige Menü am Reciever gefunden habe, kann ich zur DVB-T Antenne auch ein paar Zahlen liefern. Da ich von 2 Sendestandorten empfange, habe ich probiert die Sendeleistung entsprechend der Entfernung umzurechnen.
Kanal Frequenz Sendeleistung Signalstärke
22 482 100 79%
29 538 19 87%
32 562 13 82%
42 642 20 83%
45 666 8 79%
49 698 20 83%
55 746 5 85%
Man sieht ziemlich deutlich, dass die Antenne im ganzen Auslegungsbereich (Kanal 29..Kanal 55) super funktioniert und scheinbar an den Rändern (Kanal 29 und Kanal 55) am besten ist. Kanal 22 "leidet" erwartungsgemäß deutlich, ist aber mit 100KW auch der dicke Brummer.
Interessant ist auch das Vor-Rück-Verhältnis, welches laut Simulation erst ab Kanal 42 größer 0 ist und dann deutlich steigt. Tatsächlich kann ich vom Sender Lingen - auf ca. 180° - Kanal 37 und Kanal 41 "rückwärts" mit empfangen.
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So, der Verstärker ist heute gekommen. Also gleich angeklemmt.
Ergebnis: Besser als gedacht. Super. Alle benötigten und irgendwie empfangbaren Programme sind da. Die Antenne empfängt also prima, aber die lange und zerstücklte Kabelage hat das Signal gedämpft. Es wäre zwar besser, statt dessen ein vernünftiges Kabel einzubauen. Aber diesen Kompromiss gehe ich gerne ein. Immerhin bin ich ohne Heißkleber ausgekommen ;-)
Gruß
Kuddel
Edit: Hee, das ist ja gar nicht unser Dachboden! Ich bin im falschen Fred gelandet.
Zuletzt bearbeitet: 29.12.12 18:45 von Kuddel
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Kuddel: Immerhin bin ich ohne Heißkleber ausgekommen ;-)
Das ist aber nicht "stilecht". Wenigstens den Verstärker hättest du irgendwo damit ankleben können...
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