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Thema: GEMA, Gema-frei


Hallo,
wir haben einen ziemlich interessanten Gig (weniger wegen des Geldes, es lockt unendlichert Ruhm!), jedoch der Veranstalter will, dass wir die Gema-Gebühren tragen.
Mittlerweile wirds mir aber ein bisschen mulmig, weil so viel Unklarheit in der Szene herrscht.
Hat jemand mit Mittelalter-Musik und GEMA Erfahrung?
Ich bin zwar selber GEMA-Mitglied, aber würde es was bringen (bzw. Kosten vermeiden), wenn wir selbstkomponierte Stücke im MA-Stil spielen?
Anmelden würde ich diese Stücke natürlich nicht, sonst müsste ich wahrscheinlich erst für meinen eigenen Auftritt bezahlen. Die 12% Bearbeitungsgebühr für die Gema wäre ich dann schon mal los.
Wie ist es mit Original-Musik? Muss man dafür bezahlen, wenn man z.B. das Palästina-Lied spielt (z.B. als Improvisation über das Thema?)
Walter von der Vogelweide ist meines Wissens länger als 70 Jahre tot.
Ich danke Euch für die Antwort




Also Gema trägt bei mir stets der Veranstalter.
Ist eigentlich auch nur bei wirklich aktueller Verwurstung von Liedgut interessant. Der Rest dürfte unter Folklore laufen.



Ihr müsst vor allem wissen: spielt ihr GEMA-pflichtiges Material? Das kann vor allem dann der Fall sein, wenn ihr irgendwelche CDs nachspielt und (absichtlich oder unabsichtlich) ein "Arrangement" erwischt, was GEMA-pflichtig ist. Freilich ist das "Palästina-Lied" als solches Public Domain, aber wenn ihr das "falsche" Arrangement speilt und ihr dabei erwischt werdet, wird das bestimmt unschön.
GEMA-pflichtig sind auch eure eigenen Lieder/Arrangements, wenn ihr die auf CD veröffentlicht habt.
Und schließlich: es zahlt IMMER der Veranstalter. Nie der Künstler. Es sei denn, letzterer ist beides. In dem Falle, wo ihr euer eigenes Zeug spielt, würde ich auf eine GEMA-Meldung verzichten - da müsste man abwägen, ob letzten Endes vielleicht doch mehr reingespühlt wird, als ihr aufbringt.



Ist das schonmal wem passiert, dass er zufällig eine Interpretation gespielt hat, die von einer Mittelaltercombo zuvor auf CD gepresst wurde und dann hat er Stress mit der GEMA bekommen? Da muss man bei seiner eigenen Interpretation ja aufpassen, dass man sich nicht verspielt und zufällig jemanden nachahmt ;-)

Ich denke diese Problematik ist aber erst interessant, wenn man auf Bühnen steht und ganze konzerte gibt. Weniger für einzelne Musiker, die über einen MA-Markt torkeln und zwischen den Ständen ihre Musik machen ...
Das wäre ja auch noch schöner!!!



eindeutiges Pro zur Verfremdung von fremden Ideen

Ein Mindestmass an eigener Kreativität sollte genügen, um eigene Arrangements nicht wie von anderen CDs rausgehört klingen zu lassen (auch wenn sie es sind).
Sich von Vorbildern inspirieren zu lassen kann ja wohl nicht verboten sein.
Aber wo ist da die schmale rechtliche Grenze zum Klau, das ist auch meine Frage zu dem Thema?

PS: Gerade für Anfängercombos ist es doch super wichtig, CDs von anderen zu hören, dabei Feuer zu fangen und abgefahrene Ideen rauszutüfteln und natürlich auch nachzuspielen. Ich ermutige alle ausdrücklich, dies zu tun.
(Nach diesem Prinzip lernen ja schon die Affen ihre Nüsse zu knachen ;)
PPS: Wo kein Kläger ist, gibt es auch keine Anklage.

Tomsito

PPPS: Falls Gemaspitzel mitlesen: Wir haben natürlich noch nie Arrangements von Anderen nachgespielt.



Hallo, danke schon mal für die bisherigen Antworten.
Mein Spezial-Problem: Ich bin selber GEMA-Mitglied und daher verpflichtet, jedes Musikstück, für das Einkommen zu erwarten ist, bei der GEMA anzumelden. D.h., wenn wir auf dem Fest meine Sachen spielen (als Interpret), müsste ich selber dafür löhnen und bekäme das Geld (aber auch nur vielleicht: Mindestumsatz!!!) ein Jahr später zurück (jetzt als Komponist).
Ich habe inzwischen mit der GEMA gesprochen und Stand der Dinge ist:
Alte Musik/Melodien sind grundsätzlich GEMA-frei, aber nur dann, wenn es jemand arrangiert/bearbeitet hat, der nicht in der GEMA Mitglied ist.
Aufpassen: Wer eigene Musik z.B. auf der Homepage seiner Gruppe ins Netzt stellt, kann auf die Nase fallen, wenn die GEMA berechtigt ist Ansprüche zu stellen.
Meine Lösung: alle Stücke dieses Gema-freien Gigs sind von Bandmitgliedern bearbeitet, die nicht in der GEMA sind. Also alle, außer mir selber.
Zur Sicherheit habe ich der GEMA auch noch den Termin gemeldet (damit sie keinen Spion schicken) und eine Programmliste zugeschickt. Sicher ist sicher. Die GEMA-Leute lassen nach meinem Eindruck mit sich reden und haben mir auch innerhalb 24 Stunden geantwortet (email), hier also grünes Licht gegeben.
Stellt euch das mal vor: Drei Tage volles Programm, 10.000 Besucher...und dann schlägt die GEMA zu.
Na dann, gute Nacht.
TRotzdem: Hat jemand schon mal Erfahrungen mit der GEMA gemacht? Wäre an weiteren Antworten interessiert.
Grüße Andreas



Wenn du doch bei der GEMA bist frag doch einfach mal deine Freunde dort, die müssen das doch wissen. Ich find das Thema ja sehr interessant, aber warum fragst du ausgerechnet hier? Die GEMA-Leute wissen das doch mit Sicherhiet viel genauer.



der veranstalter muss die gema bezahlen! er will das einfach abwälzen. ABER WARUM BIST DU IN DER GEMA???
die verteuern nur die musik! habe da jahrelang beiträge bezahlt, viele eigene stücke und arr. gespielt und trotzdem von den zigtausenden (!) mark und euro, die die GEMA nachweislich für die aufführung meiner musik kassiert hat, nur pfifferlinge bekommen. UM DAS ILLEGALE NACHSPIELEN MEINER STÜCKE KÜMMERN DIE SICH NICHT. da müsste ich privat klagen. DIE WOLLEN NUR KASSIEREN.
rechne mal nach ob Du was davon hast. (würde mich sehr wundern). BIN DA AUSGETRETEN UND SPIELE GEMA-FREI! (schönen Gruß an Deinen Veranstalter ;-)
roman streisand



Wir haben immer wieder mit der Vertragsklausel, "der Künstler verpflichtet sich ein "GEMA - freies Programm zu spielen" zu tun.
Wir gehen auf solche Verträge nicht mehr ein, da es laut Aussage der GEMA nur sie, die GEMA zu entscheiden hat, was gebührenpflichtig ist und was nicht. Jede Veranstaltung bei der öffentlich Musik dargeboten wird ob live oder aus der Konserve muß bei der GEMA angemeldet sein. Diese Anmeldepflicht obligt meines Wissens dem Veranstalter. Der rechtlich richtig Weg ist eine Titelliste vor der Veranstaltung zur GEMA schicken, diese prüft ob Gebühren anfallen und berechnet gegebenenfalls.
Wobei bei der Prüfung unterschiedliche Sachbearbeiter auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.... seufz



Das interessiert mich jetzt auch. Ich habe eigene Stücke geschrieben, gewürzt mit einem Märchen drumrum. Nun will ich das Ganze demnächst auf CD pressen, alles in Eigenregie.
Ich bin nicht bei der Gema und will da auch nicht rein. Dann können die mir doch nix wollen, oder doch ? Die Auflagen sind klein und mein Wirkungskreis desselben.
Wenn ich dann nächstes Jahr das Märchen samt Musik aufführe, muß das bei der Gema gemeldet werden ? Ich bin nicht drin und spiele eigene Sachen, das muß doch möglich sein. Wegen dem Urheberrecht mach ich mir keinen Kopf, schließlich hab ich alles in nachvollziehbárer Form mit Datum auf Papier.
Weiss da einer Bescheid ?


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