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Thema: Marktsack - eine neue dudelsacktradition?


O.k., es ist provokant, aber probieren wirs mal (Nachdem ich dafür schon mal abgewatscht wurde...):

Die Markdudelei als eigene Dudelsacktradition (ist auch ein Versuch das "Etikett" Mittelalter ein bisschen wegzubekommen)

Vorauschicken möchte ich, dass es mir dabei ganz und gar nicht um deren Qualität geht (ich denke, da sind die Fronten schon geklärt...). Wenn es im Popotal Tradition ist, tote Enten auf dem Kopf zu tragen und ständig in der Nase zu bohren, so ist das zwar widerlich, aber deren Tradition...

Fang ma mal an: lebendige, tradierte Dudelsacktradition gibt es in Mitteleuropa nicht mehr...demnach ist das A - Schwein auch historisch nicht vorgeprägt (auch wenn vielerorts das Gegenteil behauptet wird)

Mit den A - schweinen ist ein neuer Dudelsacktyp entstanden der regional begrenzt ist (außerhalb des deutschsprachigen Raumes findet man sie weniger, die Marktmusikgruppen aus Mexiko spielen zwar auch Totus floreo, aber auf der Gaita...)

Es gibt ein eigenes Repertoire, das mittlerweile überwiegend aus Eigenkompositionen oder eigenwilliger Interpretationen historischer bzw. Folk Vorlagen besteht, unter andererem auch verschriftlicht (im Codex Verus z. Bsp.) das sich alle (!) teilen.

Prinzipiell gibt es sogar optische Codes der Spieler die von mehr oder weniger mittelalterlicher Gewandung bis zum Leder Tanga a la "300" reichen...

und bitte, bitte mir gehts nur darum ob eurer Meinung nach objektive Kriterien für eine eigenständige Tradition gegeben sind oder nicht, KEINE qualitative Beurteilung des Ganzen...

Na ich bin mal gespannt ;-)...





Ich bin ebenfalls der Meinung, dass das Marktschwein und die dazugehörige Musik etwas Eigenes sind. Denn: MA-Sau wurde Anfang 80er entwickelt, und zeigt ihre besondere Eigenheiten, was man zum Beispiel daran merkt, dass die Spieltechniken der gängigen Dudelsacktraditionen (Gaita, GHB, Franzose, Bock) schlecht bis gar nicht funktionieren. Die Marktsau erfordert eigene Spieltechniken, schon deswegen kann sie nicht als "GHB-Abklatsch" bezeichnet werden. Die mittelalternative Musik ist noch sehr jung und befindet sich in der Entwicklung, ein fester Kanon an Spieltechniken existiert auch nicht; von daher würde ich beim Markttröten noch nicht von einer eigenständiger Dudelsacktradition sprechen, es ist aber auf dem besten Wege dorthin eine zu werden. Voraussetzung ist natürlich, dass das Mittelalter-Klischee beseitigt wird.

Es geht mir ebenfalls rein um die Dudelsackmusik, und nicht um das Aufrechterhalten der verklärten Mittelalter-Fantasywelt.



ich würde ja als erstes mal die these, es gäbe keine lebendige tradierte Dudelsacktradition in Mitteleuropa ad absurdum stellen ... ;)



Ich spezifiziere: es gibt keine kontinuierlich, Bruch lose, Dudelsacktradition im deutschsprachigen Raum! Zumindest weiß ichs für Österreich und die Schweiz und für Deutschland ist mir nichts Gegenteiliges bekannt, da können wir uns glaub ich mal einigen... Besser ;-)?



Lustiger Thread... Natürlich gibt es im deutschen Sprachraum eine ungebrochene Dudelsacktradition - sorbische Böcke.



Ich will jetzt nicht I - Dipferl - reiten, aber der sorbische Bock ist doch ein ziemliches Minderheitenprogramm, wenngleich man zugegebenermaßen dadurch eine ungebrochene deutsche Dudelsacktradition knüpfen kann...allerdings würde ich das eher als die Ausnahme die die Regel bestätigt bezeichnen. Mir gehts eben grob darum, dass es großräumig und flächenwirksam im deutschsprachigen Raum keine ungebrochene Tradition gibt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern...nix gegen die Sorben...



Tja, die Sorben sprechen und sprachen alle deutsch - schon zwangsweise - also ist hier glücklicherweise doch eine (ich weiß nicht wie gut dokumentierte) ungebrochene Tradition zu sehen. Die Tatsache, dass die Musikforscher sich erst seit 200 Jahren mit der Volksmusik beschäftigen, könnte sogar noch weitere Einsprengsel dudelsackieärer Art offenlegen...



Die Sorben sind ganz klar eine deutschsprachige und ungebrochenene Dudelsacktradition. Auch ist die A Stimmung nicht aussergewöhnlich. Man informiere sich bspw. einmal überslovakische und bulgarische Dudelsäcke...

A Säcke werden mittlerweile in Mexico, USA und wer weiss wo noch gespielt... In Mexico gibt es sogar einen Dudelsackbauer für "Deutsche Mittelatersäcke"

Es ist immer wieder erschreckend, über welch gefährliches Halbwissen einige, selbsternannte Spezialisten, verfügen :-)





Hey Schelmut,

ich verstehe nicht so ganz den Sinn Deiner Theorie. Worauf willst Du hinaus? Wenn man es so formuliert, dass der Marktdudelsack und deren Spieler von anderen Dudelsäcken und deren Spieler getrennt zu sehen sind, stimme ich zu.

Aber von einer Tradition kann man nach ca. 15 Jahren noch nicht mal im Ansatz sprechen. Vorraussetzung hierfür ist entweder die Weitergabe über Generationen hinweg oder innerhalb einer festen Gruppierung. Und diese feste Gruppierung sehe ich nicht.

Also warum daran festhalten, dass es eine eigenständige Tradition sein soll? Um irgendetwas aufzuwerten oder zu kompensieren? Es reicht doch wenn man weiß, das es ein eigenständiges Instrument mit eigenen Spieltechniken (mehr oder minder)ist - in Bezug zu anderen Dudelsäcken gesehen.

Jo, versteh immer noch nicht, was Du damit erreichen willst - unabhängig von den Sorben ;-)

CU Axel



@Mario: habe nie behauptet Spezialist für irgendwas zu sein...

Ich gebe zu das meine Posts hier Lücken aufweisen, bzw. unvollständig oder auch einfach leicht mißinterpretiert werden können, aber wenn ich alle Eventualitäten, ausnahmen, Randerscheinungen miteinbeziehe, dann wird der jeweilige Post endlos lang!

Das A - schweine auf der ganzen Welt gespielt werden ist mir klar, wo ihr Verbreitungszentrum ist sollte auch klar sein. Das es einen mexikanischen Bauer für "deutsche Mittelaltersäcke" gibt bestärkt meine Ausführung eigentlich eher, als das es sie entkräftet...
ich bitte daher um Verständnis

@ Axel: ich will endlich von der Mittelalter Diskussion wegkommen und wollte sehen ob die Traditionsthese auf gegenliebe stößt oder nicht...keine großen ziele hinter dem thread...

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