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Thema: Marktsack - eine neue dudelsacktradition?


Ich hole mal den uralten Thread hoch, für eine Art Zwischenbericht, denn es gibt seit dem Jahr 2008 bedeutende Veränderungen...

1). Die "Sackpfeifenfibel" von Thomas Zöller
Jeder Neuling hat jetzt die Möglichkeit eine fachmännische Anleitung und ein Übungsinstrument zu erwerben um Marktsack spielen zu lernen. Band II. ist dementsprechend für Fortgeschrittenen gedacht. Außer Thomas Zöller gibt es zahlreiche kompetente Lehrer, wie z.B. Franz Christian Schaden. Die grundlegenden Spieltechniken werden in diesem Werk quasi "standardisiert" und didaktisch korrekt vermittelt. Hier eine Review von Mick Loos - http://www.marktsack.de/community/index.php/Thread/525-Sackpfeifenfibel/?postID=5649#post5649

2). Der "Harte Kern"
Man kann sagen dass der Mittelaltermarkt-Hype der 2000'er mehr oder weniger vorbei ist, stattdessen, so der Eindruck, hat sich eine gewisse Katergorie der Marktsackspieler herausgebildet, welche über den Tellerrand geschaut haben, sich mehrere Sackpfeifenarten angeeignet haben (Schäferpfeife, Säckpipa, etc.) und Ansprüche erheben mit der Marktsackpfefe genauso anspruchsvoll musizieren zu wollen wie die GHB- und Schäferpfeiferfraktion. Es wird sehr viel experimentiert und vie mehr Wert auf saubere Spielweise als früher gelegt. Außerdem ist auffällig wie schnell sich die deutsche Sackpfeifenszene allgemein vom "Mittelalter" entfernt und zwar in Richtung FOLK. Ganz wichtig und lobenswert ist auch die verstärkte Offenheit der gesamten Sackpfeiferszene, der Individualismus der vergangenen Jahrzehnte scheint immer weicher zu werden. Last but not least, es existiert nun ein Forum, welches der Marktsackpfeife explizit gewidmet ist - http://www.marktsack.de/community/

3). Spieltechnik und Repertoire
Da es viel experimentiert wurde und wird, gibt es, wenn man sich tatsächlich genug YouTube-Videos und Marktbesuche antut, ein halbes Dutzend an Spieltechniken welche von den meisten anspruchsvollen Bands verwendet werden und auch in den typischen Marktsack-Sound sehr gut passen ohne ihn "schottisch" oder "französisch" klingen zu lassen. Vorschlagnoten, Taps, Pralltriller, Slides, Vibrato, Rolls, Doublings und Cranns - das hört man heutzutage sehr oft raus, und auch relativ junge Spieler heute wissen besser über die Spieltechnik bescheid als noch vor 10 Jahren. Das Lehrbuch von Boulanger ist den Marktsackspielern heute ein fester Begriff. Das Repertoire bewegt sich auch in Richtung Folk, es werden aber immer mehr freie (nicht GEMA-pflichtige) Eigenkompositionen in den Umlauf gebracht.

Ich persönlich sehe die größten Veränderungen in der Darbietungskultur; war es einmal "schick" durch ultra-schnelles Getrommel und Gedudel die eigentliche Melodie untergehen zu lassen, wird heute immer stärker auf Qualität der Darbietung geachtet. Dank der bereits doch umfangreichen Infos im Netz sind selbst Neulinge für gestimmte Spielpfeifen und Bordune sensibilisiert worden, und das hört man.

In Bezug auf den Thread-Namen...
- es gibt bereits mehr oder weniger typische Spieltechniken die von Marktsackspielern verwendet werden, jenseits des bloßen Kopierens von den "Schotten" und "Franzosen"
- es gibt einen fachlich-didaktischen Ansatz für Neulinge
- die Sackpfeife ist in den Augen des gemeinen Bürgers bei weitem nicht mehr so exotisch wie es noch vor 15 Jahren der Fall war
- es gibt einen regen Austausch von Spieler zu Spieler, nicht zuletzt durch das Internet.

Mein Urteil - weiter so!!! Diese Ansätze haben m.E. nach das volle Potential eine beständige Marktsackpfefen-Spielkultur zu schaffen, unabhängig von jeglicher Modeerscheinung wie z.B. der kürzliche Mittelater-Hype.


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