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Thema: Liebeslügen dreier Freundinnen - Interview


Interview vor der Premiere mit Jasmin Wagner, Anke Fiedler und Sandrine Guiraud
Liebeslügen dreier Freundinnen

Die Theatersaison in Amberg startet mit einer Lüge. Muss ja auch so sein, denn Treue ist auch keine Lösung. Am Samstag ist Premiere der Komödie "Liebeslügen" von Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy. Das Stück wird am Samstag und Sonntag jeweils um 19.30 Uhr gezeigt.

Seit Montag proben die Schauspielerinnen Jasmin Wagner, Anke Fiedler und Sandrine Guiraud die Inszenierung von "Liebeslügen oder Treue ist auch keine Lösung" durch Regisseur Andreas Kaufmann im Stadttheater. Im Interview beschreiben sie die Vorzüge einer Kleinstadt ...

Wie laufen die Proben in Amberg?

Andreas Kaufmann: Wir sind hervorragend untergebracht und das Theater ist ein Traum. Die Premiere des Stückes war vor einem Jahr in Hamburg, damals noch mit Caroline Kiesewetter, die heuer andere Verpflichtungen hat.

Also ein Selbstläufer?

Kaufmann: Die Damen haben schon ein paar Vorstellungen auf dem Buckel. Umso schöner ist es, neu an das Stück heranzugehen und es von Hamburg in die Welt zu tragen.

Oder in die Provinz.

Kaufmann: (lacht) Genau.

Es sind drei Schauspielerinnen auf der Bühne. Mehr braucht das Stück nicht?

Kaufmann: Bei diesen dreien braucht es überhaupt nicht mehr. Es ist sehr lebendig. Mir fehlt niemand.

Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?

Jasmin Wagner: Grundsätzlich sind wir alle Freundinnen, die mitten im Leben stehen, Job und Kind haben und mit verpassten Chancen und unerfüllten Sehnsüchten agieren.

Wen spielen Sie?

Wagner: Birgit. Mein Charakter ist eigentlich ganz brav. Sie überrascht am Ende sehr, weil sie eigenmächtig handelt und das sehr radikal.

Das Stück wird teilweise mit dem Freundinnentratsch von Sex and the City verglichen.

Wagner: Die Autorin Ildikó von Kürthy hat eine sehr markante Sprache. Sie nennt die Dinge beim Namen. Im Stück dreht sich vieles um Treue, Moral, aber auch Doppelmoral.

Was ist Ihr Lieblingszitat aus dem Stück?

Wagner: Da gibt es sehr viele. Ich sage so schöne Sachen wie: "Treue und Gewissensbisse sind was für junge Leute". Oder: "Wer sich in unserem Alter noch über Untreue aufregt, der macht sich lächerlich." Mein Charakter gerät eben ins Straucheln mit den eigenen Wertvorstellungen.

Kaufmann: Ein wunderbarer Satz von Birgit ist auch: "Es gibt solche und solche Lügen. Und diese Lüge ist eine ehrliche Lüge."

Wagner: Oder warte: "Die Zukunft gehört den Frauen, die sich erhobenen Hauptes für bequeme Unterwäsche entscheiden."

Wer ist eigentlich Nathalie in dem Dreier-Bund?

Anke Fiedler: Sie ist jemand, der auf der ewigen Suche nach der großen Liebe ist. Sie ist frech, abenteuerlustig, stark, aber sucht den passenden Mann. Scheinbar ist sie auch gerade fündig geworden, aber es ist kompliziert.

Kaufmann: Ein schöner Satz von dir ist: "Mein Leben ist eine einzige Baustelle."

Wie nah ist Ihnen die Rolle?


Fiedler: Wie Jasmin schon meinte, von der Schreibweise her, kann man das gesamte Stück gut greifen. Ansonsten ist die Rolle nicht so nah an mir dran. Wir haben viel darüber geredet, warum sie welche Entscheidungen trifft, warum die Figur so ist, wie sie ist. Das ist interessant zu ergründen, denn man muss diese Überzeugung aus sich heraus spielen.

Kaufmann: Die Untiefe des Stücks besteht darin, dass das, was geredet wird, immer sehr zu dem steht, was die Figur wirklich getan hat. Sie tragen permanent eine Lebenslüge vor sich her. Deswegen heißt das Stück auch Liebeslügen, weil viele Lügen aus richtig oder falsch verstandener Liebe passieren.

Fehlt nur noch Julia. Haben Sie sich schon mit ihr angefreundet?

Sandrine Guiraud: Für mich ist das alles noch sehr frisch. Über Julia wird gesagt, dass sie eine Träumerin ist. Es gibt hohe Moralvorstellungen, sie verteidigt ihr Leben vehement. Und sie ist die einzige, die ein Kind hat.

Was ist Ihr charakteristischer Satz?

Guiraud: "Ich habe mir das alles immer einfacher vorgestellt. Das Frauen alles haben können. Beruf, Kinder, Theaterbesuche, aber das Leben ist doch irgendwie anders."

Sind Sie in der Realität auch befreundet?

Gerat: Nein. Wir sind aber gute Kolleginnen.

Sie wohnen ja in den Städten Berlin und Hamburg. Was ist Ihr Eindruck von Amberg?

Guiraud: Hier gibt es eine Ecke, da denkt man, es ist noch 1740 und gleich kommt Johann Sebastian Bach aus dem Haus. So etwas liebe ich. Die Stadt ist wahnsinnig pittoresk, wunderschön. Was mir auffällt, wenn man aus dem schnoddrigen Berlin kommt, das sind die kurzen Entfernungen. Ich mache einen Schritt und bin plötzlich in dem Café, das mir vorher beschrieben wurde. Und: Die Leute sind so freundlich. Das vermisse ich in Berlin.

Kaufmann: Man hat den Eindruck, das einem der Mitmensch wichtig ist. Das kennt man aus der Großstadt nicht. Kein Miteinander ist, wenn man montags um 21 Uhr durch die Fußgängerzone geht.

Wagner: Ich komme mittlerweile regelmäßig nach Amberg, weil viele meiner Stücke hier spielen. Deshalb fühle ich mich hier heimisch. Das Theater ist traumhaft schön. Der Spielplan ist facettenreich aufgestellt.

Fiedler: Ich bin das erste Mal in Amberg, aber ich kann mich nur anschließen.

https://www.onetz.de/amberg-in-der-oberpfalz/kultur/interview-vor-der-premiere-mit-jasmin-wagner-anke-fiedler-und-sandrine-guiraud-liebesluegen-dreier-freundinnen-d1780544.html
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