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Thema: Medienberichte Okt-Dez 2011


Flughafenpolitik:
Medienmitteilung Flughafen Zürich

21.12.2011 Flughafen Zürich: Schutzkonzept Süd beim Bund eingereicht

Mit dem Entscheid zum vorläufigen Betriebsreglement vom 22. Dezember 2010 hat das Bundesgericht die Flughafen Zürich AG zur Ausarbeitung eines Schutzkonzeptes für die Anwohner im Süden des Flughafens aufgefordert. Die Flughafenbetreiberin hat das Konzept innerhalb der vorgegebenen Frist beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eingereicht.

Sieben Jahre nach Einreichung des vorläufigen Betriebsreglements wurde der heutige Flugbetrieb am Flughafen Zürich mit dem rechtskräftigen Urteil des Bundesgerichtes Ende 2010 auf eine rechtlich solide Basis gestellt. Mit dem Urteil forderte das Bundesgericht die Flughafenbetreiberin unter anderem auf, zusätzlich zum bestehenden Schallschutzprogramm auch ein Schutzkonzept für die Anwohner im Süden des Flughafens auszuarbeiten. Diese sollen gegen Aufwachreaktionen aufgrund der morgendlichen Südanflüge geschützt werden. Konkrete Vorgaben über das geeignete Vorgehen fehlten jedoch, was die Arbeiten am Konzept wesentlich erschwerte. In der schweizerischen Lärmschutzverordnung sind dazu keine Vorgaben enthalten.

Die Flughafen Zürich AG hat in den vergangenen Monaten die entsprechenden Grundlagen erarbeitet und am 16. Dezember 2011, innerhalb der gesetzten Frist, ein Schutzkonzept beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eingereicht. Nach einer Prüfung durch die Aufsichtsbehörde wird das Konzept öffentlich aufgelegt. Erst dann wird die Flughafen Zürich AG detailliert über das Schutzkonzept informieren.

Eine weitere Auflage betraf das Lärmgebührenmodell. Innerhalb von neun Monaten musste die Flughafen Zürich AG ein neues Lärmgebührenmodell vorlegen. Diese Auflage wurde mit der Einreichung des überarbeiteten Modells bereits im September 2011 erfüllt.

Leider werden wir nicht nur morgens geweckt, sondern auch bis nach 24:00 Uhr am Einschlafen gehindert.


Schäbig – shabby – minable

Quasi bis zum letzten Tag hat der Flughafen die durch das Gericht auferlegte Frist ausgenutzt für eine Stellungnahme.

Seit wie vielen Jahren werden wir täglich durch Lärm und Gestank geplagt? Doch das Spiel ist immer dasselbe. Sämtliche Fristen werden ausgegrenzt. Die Verfahren werden verzögert und schubladisiert. Die Klagen werden nicht beantwortet. Nie eine Geste des Verständnisses oder des guten Willens!

Es wäre dem Flughafen eine leichtes gewesen innert kurzer Frist eine proaktive und verständnisvolle Reaktion zu signalisieren. Ein minimales Zeichen des guten Willens.

Doch nichts davon.





24. Dezember 2011, 06:00, NZZ Online

Alle nörgeln über den Fluglärm-Index

http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/stadt_und_region/fluglaermindex_flughafen_zuerich_regierungsrat_1.13829580.html

Bürgerliche und Schutzverband fordern Anpassungen an der Berechnungsmethode

Bei der Festsetzung des Zürcher Fluglärmindexes hat die Regierung das Bevölkerungswachstum unterschätzt – prompt wurde der Richtwert 2010 überschritten. Breite Kreise orten Anpassungsbedarf.

Andreas Schürer

Der Fluglärm habe massiv zugenommen: Wie nicht anders zu erwarten war, wurde die Publikation des Berichts zum Zürcher Fluglärmindex (ZFI) Ende letzter Woche weidlich ausgeschlachtet. Tatsächlich tönen die Zahlen alarmierend: 50 800 Personen waren im Jahr 2010 stark durch Fluglärm belastet; im Jahr 2009 waren es nur 46 800. Der Richtwert, dessen Überschreitung vom Regierungsrat Massnahmen verlangt, liegt bei 47 000 – nun liegt die Zahl der Betroffenen also bereits wieder darüber, zum zweiten Mal nach 2008.

Am Himmel ist es leiser

Doch ist es in den An- und Abflugschneisen wirklich viel lauter geworden? Eine nüchterne Betrachtung zeigt, dass dieses Urteil aus der Luft gegriffen ist. Gegenüber 2009 ist der Anstieg des ZFI-Monitoringwerts im Jahr 2010 zwar tatsächlich vor allem den vermehrten Flügen in den besonders stark gewichteten Randstunden geschuldet. Im mehrjährigen Vergleich ist aber die Bevölkerungszunahme in der Flughafenregion der Treiber des ZFI-Wertes. Der Zusammenhang ist simpel: Je mehr Leute in die Flughafenregion ziehen, desto mehr sind vom Lärm betroffen. Wie stark die Summierung der Auswirkungen des Flugbetriebs und der Bevölkerungsentwicklung ins Gewicht fällt, zeigt der Vergleich mit dem Jahr 2000. Hätte es den ZFI damals bereits gegeben, wären 59 580 Personen stark vom Fluglärm belastet gewesen – rund 9000 mehr als im Jahr 2010. Betrachtet man die Auswirkungen des Flugbetriebs und der Bevölkerungsentwicklung seit dem Jahr 2000 isoliert, ergibt sich folgendes Bild: Die vielen Neuzuzüger alleine hätten den ZFI-Wert um 11 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Dass er trotzdem gesunken ist, lässt sich auf die Abnahme der Belastung durch den Luftverkehr um satte 26 Prozent zurückführen. Mit anderen Worten: Es ist am Himmel nicht lauter geworden, aber auf der Erde enger.

Regierungsrat Ernst Stocker ist in der Zwickmühle. Vor seiner Amtszeit ist bei der Festsetzung des Richtwerts die Bevölkerungszunahme unterschätzt worden. Doch jetzt bereits Anpassungen am ZFI vorzunehmen, ist politisch heikel. Sein Sprecher Gregor Lüthy teilt mit: «Es stimmt, dass mehr Leute in die Flughafenregion gezogen sind, als wir uns im Jahr 2007 vorstellen konnten. Aber Änderungen am Richtwert oder an der Berechnungsmethode sind derzeit kein Thema.» Die Konzentration liege auf der Umsetzung der beschlossenen Massnahmen, die unter anderem einen besseren Schallschutz vorsehen.

Ball liegt bei der Regierung

Christian Bretscher, Geschäftsführer des Komitees Pro Flughafen, ist mit dieser Stossrichtung nicht einverstanden. Der ZFI müsse angepasst werden, weil er mittelfristig die Entwicklung gefährde: «Es kann nicht sein, dass der Flughafen schrumpfen muss, weil er die Gemeinden wachsen lässt.» Auch Martin Arnold, SVP-Kantonsrat und Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbandes, fordert eine Kurskorrektur: «Eine sinnvolle Möglichkeit wäre, die Neuzuzüger nicht in den ZFI einzurechnen.» Als Messinstrument sei der Index durchaus berechtigt, aber Fehler bei seiner Ausgestaltung müssten nun korrigiert werden, findet Arnold.

Applaus erntet der SVP-Kantonsrat für seinen Vorschlag vom Flughafen. Mediensprecherin Sonja Zöchling plädiert dafür, dass jene Leute aus dem ZFI herausgerechnet werden, die in den letzten Jahren in die Flughafenregion gezogen sind – weil sie ja wussten, dass es dort Fluglärm gibt. Zöchling sagt: «Wir waren von Anfang an mit dem ZFI unglücklich. Aber die Initiative, ihn anzupassen, muss vom Kanton kommen, nicht von uns.»

Unzufrieden mit dem ZFI ist auch Thomas Vogel, Präsident der FDP-Kantonsratsfraktion. Es sei absurd, dass Leute, die freiwillig in die gefragte Flughafenregion zögen, den ZFI-Wert nach oben trieben. Die Frage, ob Anpassungen nötig seien, müsse aber intellektuell und politisch unterschiedlich beantwortet werden: «Sachlich gesehen sind Änderungen angezeigt, aber es ist heikel, das aufs Tapet zu bringen, ohne einen Vertrauensverlust zu riskieren.» Anpassungen würden von einigen sofort als Carte blanche für eine vermeintlich rücksichtslose Flughafenlobby interpretiert. Vogel spielt den Ball der Regierung zu: «Es ist an ihr, eine sinnvollere Version des ZFI zu entwickeln, die auch der Schutzwirkung gerecht wird.»

Neue Formel entwickeln

Die Kritik von Thomas Koller, Geschäftsführer und Vizepräsident des Komitees Weltoffenes Zürich, zielt in die gleiche Richtung. Solange der ZFI jedoch bloss als Messinstrument verstanden werde, das Massnahmen wie verbesserten Schallschutz auslöse, könne er mit ihm leben. Ganz und gar untauglich sei der Index jedoch als politisches Lenkungsinstrument, das mechanisch Handlungsreflexe erzwinge.

Auch der Schutzverband der Bevölkerung rund um den Flughafen sieht Anpassungsbedarf beim ZFI. Vorstandsmitglied Thomas Hardegger, Gemeindepräsident von Rümlang und SP-Nationalrat, bezeichnet ihn als «Fehlkonstruktion». Weil im ZFI-Untersuchungsgebiet auch stark wachsende Orte wie Schlieren, Dietikon, Oberwinterthur oder Winterthur Seen enthalten seien, steige die Zahl der ZFI-Betroffenen – und entsprechend erhöhe sich der Druck, dass die direkten Nachbargemeinden des Flughafens raumplanerisch blockiert würden. Stossend sei auch, dass viele Betroffene doppelt gezählt werden: als Belästigte am Tag und als Gestörte in der Nacht. Die Folge des entsprechend hohen ZFI-Wertes bekommt Hardegger in Rümlang direkt zu spüren: Eine qualitative Entwicklung durch das Schliessen von Baulücken und durch eine Aufwertung des Dorfzentrums sei massiv gefährdet, ebenso werde es für die Gemeinde schwieriger, via Anpassung der Ausnützung Anreize für Sanierungen zu geben. Eine Revision des ZFI, findet Hardegger, sei deshalb dringend. Die Verbesserungen durch den technologischen Fortschritt dürften aber nicht nur dem Flughafen zugutekommen, sondern müssten auch der Bevölkerung etwas bringen. Die neue Formel, die es zu entwickeln gelte, müsse beides zulassen: «eine massvolle Entwicklung des Flughafens und weniger Lärmbelastung für die Bevölkerung».



Zwischenfall mit dem A380 am Flughafen Zürich

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Zwischenfall-mit-dem-A380-am-Flughafen-Zrich/story/29926231

Aktualisiert um 16:55 5 Kommentare

Heute Morgen hatte ein Airbus 380 der Singapore Airlines eine Panne während der Landung. Die Maschine musste abgeschleppt werden. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon.

Schon wieder kam es zu einem Zwischenfall mit dem Airbus 380. Eine Maschine der Singapore Airlines hatte eine Panne während der Landung am Flughafen Zürich. Das Flugzeug musste abgeschleppt werden.

«Wir waren gerade gelandet, als es ein komisches Geräusch gab», berichtet ein Augenzeuge. «Dann machte der Pilot eine Vollbremsung, wir blieben mitten auf der Landepiste stehen.» Es sei niemand in Panik geraten, «doch es war eine komische Stimmung im Flugzeug, ich hatte ein mulmiges Gefühl», berichtet der Mann, der mit diesem Schreck seine Ferien abschloss.

Dass es heute Morgen zu einem Zwischenfall kam, bestätigt auch Marion Asshoff, Dienstleiterin Betriebskoordination am Flughafen Zürich. «Das Flugzeug der Singapur Airlines konnte nicht wegrollen, es musste abgeschleppt werden», bestätigt sie. Der Vorfall ereignete sich um 7.25 Uhr heute Morgen. «Die Passagiere konnten mit zwanzig Minuten Verspätung das Flugzeug verlassen.» Es habe für die Anwesenden keine Gefahr bestanden. «Das gehört zu den Unregelmässigkeiten, mit denen man im Tagesgeschäft rechnen muss.» (kle)

Erstellt: 26.12.2011, 16:56 Uhr



Fluglärmgeld für Mietshäuser

http://www.zuonline.ch/artikel_27301.html

Der Flughafen wird zur Kasse gebeten.

Opfikon. Gegen ihren Willen muss die Flughafen Zürich AG bei Mietliegenschaften eine Fluglärm-Entschädigung zahlen. Dies habe das Bundesgericht entschieden, teilen die Rechtsanwälte der Besitzer von Mietshäusern mit. So erleidet in einem konkreten Fall eine Mietliegenschaft in Opfikon wegen des Fluglärms einen Wertverlust von 388000 Franken. Das entspricht einer Verkehrswertverminderung um 17,5 Prozent.

Damit werde das Verursacherprinzip wenigstens für Eigentümer von vor 1961 erworbenen Mietliegenschaften umgesetzt, teilt Rechtsanwalt Martin Looser mit, dessen Büro rund 50 weitere Fälle vertritt. Diese würden nun wieder aufgenommen. «Der Versuch des Flughafens Zürich, eine Entschädigungspflicht bei Mietliegenschaften zu vereiteln, wurde damit erfolgreich abgewehrt», schreibt Looser. Die Finanzierung von Schallschutzfenstern genüge nicht, um übermässigen Fluglärm abzugelten. (cy)

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Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

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