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Thema: Medienberichte Okt-Dez 2011


Implenia Verwaltungsrat Leuenberger für Flughafenausbau (Newsletter BFO)

Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger mischt sich in den Abstimmungskampf vom 27.11.2011 ein. In einem Interview im Tages-Anzeiger macht er sich für Pistenausbauten am Flughafen Zürich stark. Er sei für einen weiteren Flughafenausbau in seiner Funktion als Präsident der Swiss Luftfahrtstiftung.

BFO vermutet jedoch, dass sein neues bezahltes Verwaltungsratsmandat bei der Baufirma Implenia das Motiv für seinen Wunsch nach einem weiteren Flughafenausbau ist. Beim letzten Ausbau (Dock Midfiel, 5. Ausbauetappe) erhielt Leuenbergers neuer Arbeitgeber Implenia Bauarbeiten für über 300 Millionen zugeteilt (Skymetro, Rollwege, Fingerdock Midfield). Den Zürcher Steuerzahler kostete der Ausbau übrigens fast eine Milliarde Franken; Steuergelder selbstverständlich!

Sein Rollenwechsel vom Staatsangestellten zur Baufirma Implenia hat bereits bei seiner Ankündigung Unmut und Aerger ausgelöst. In seiner früheren Rolle als Neat-Chef verteilte Leuenberger Aufträge in Milliardenhöhe; auch an die Implenia:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Leuenberger-bei-Implenia-Eine-Karenzfrist-waere-sinnvoll/story/27883091

Im heute erschienen Tagesanzeiger-Interview bestätigt Leuenberger eine Vermutung von BFO: Dem Kanton Zürich soll das verfassungsmässig zustehende Recht über Abstimmungen in Flughafenfragen entzogen werden. Damit löst sich ein wichtiges Argument unserer Gegner in Luft auf! Das Zürcher Stimmvolk soll künftig nicht über Pistenausbauten abstimmen dürfen.

Jetzt erst Recht: 2x JA zum Ausbaustopp der Pisten.

PS: am Mittwoch 12.10. findet ein Informationsanlass zur Abstimmung vom 27.11.2011 in Nürensdorf statt: http://www.fluglaerm-ost.ch/schedule.htm

BÜRGERPROTEST FLUGLÄRM OST
Email: mailto:info@fluglaerm-ost.ch



NZZ: Pistenbauverbot widersinnig und unnötig

http://www.proflughafen.ch/pdf/aktuell/NZZ_Flughafen_111008.pdf



Graubünden hat genug vom überbordendem Grenzverkehr und will Tunnel nach Italien dicht machen.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Buendnerland-droht-Italien-mit-Tunnelsperrung/story/13672740

Und wann sperrt Zürich endlich mal ein paar Grenzübergänge für die tausenden Grenzgänger aus Süddeutschland?



Thomas Kern im ZU

http://www.zuonline.ch/dossier/flughafen/pdf/081011_Flughafen.pdf



Nachtflugverbot verordnet Zwangspause für den Frankfurter Flughafen

http://www.stern.de/reise/service/nachtflugverbot-verordnet-zwangspause-fuer-den-frankfurter-flughafen-1737798.html

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main dürfen ab dem 21. Oktober vorerst nachts keine Flieger mehr starten und landen. Zwischen 23.00 Uhr abends und 05.00 Uhr morgens sind Flüge damit nicht zulässig. Flughafenbetreiber und Airlines rechnen mit erheblichen Behinderungen.

Im Kampf gegen den nächtlichen Fluglärm am Frankfurter Flughafen haben die Bürgerinitiativen einen Etappensieg erzielt. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die im Winterflugplan vorgesehenen Nachtflüge gestoppt. Im Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung des Airports waren eigentlich zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr durchschnittlich 17 Starts und Landungen pro Nacht erlaubt. Gegen die VGH-Entscheidung sei kein Rechtsmittel möglich, erklärte das Gericht am Dienstag. Der Winterflugplan beginnt Ende Oktober, am 21. Oktober wird die neue Landebahn am Flughafen eröffnet. Die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo, nächtlicher Hauptkunde, fürchtet schwere Einbußen.

Die obersten hessischen Verwaltungsrichter gestanden den Klagen mehrerer Anwohner des Flughafens aus Rüsselsheim und Offenbach in ihrem Beschluss vom Montag eine aufschiebende Wirkung in der Frage der Nachtflüge zu. Bereits in seinem Urteil aus dem Jahr 2009 über den Planfeststellungsbeschluss hatte der VGH die Zulassung der Nachtflüge als rechtswidrig eingestuft, bei seiner jüngsten Entscheidung zum Milliardenprojekt Flughafenausbau beruft sich der Senat auf diesen Beschluss.

Grundsätzliche Bedenken ständen dem Ausbau zwar nicht entgegen. Die VGH-Richter hatten 2009 aber auch beschlossen, dass die Zulassung der 17 Nachtflüge "nicht mit dem gesetzlich gebotenem Schutz der Bevölkerung vor nächtlichem Fluglärm zu vereinbaren" sei. Diesem Gebot trage der Planfeststellungsbeschluss nicht hinreichend Rechnung, sagte der Vorsitzende Richter des 11. Senats, Günter Apell, am Dienstag der dpa. Außerdem habe der Senat damals und auch heute den Bedarf für die Nachtflüge nicht gesehen. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum es diese Flüge in der Nacht geben muss und sie nicht auf den Tag verlegt werden können. Wo ist das Bedürfnis?", sagte er.

Lufthansa fürchtet schwere Einbußen

Das Nachtflugverbot gelte so lange, bis das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig endgültig und rechtskräftig über das Nachtflugverbot entschieden habe, sagte Apell. "Der Beschluss ist unanfechtbar." Ein Termin für die Leipziger Entscheidung ist noch nicht bekannt, die hessische Landesregierung rechnet mit Anfang nächsten Jahres.

Bürgerinitiativen begrüßten die aktuelle Entscheidung aus Kassel. Der ökologische Verkehrsclub VCD forderte eine Ausweitung des Flugverbots auf die ganze Nacht von 22.00 bis 6.00 Uhr und verwies auf das Ergebnis der Mediation, das ein striktes Nachtflugverbot enthielt. Brigitte Martin vom BUND-Vorstand forderte die Landesregierung auf, ihre Haltung zum Nachtflugverbot grundsätzlich zu überdenken und sich nicht nur zum Ausbau, sondern auch zum Nachtflugverbot zu bekennen.

Die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo, die bereits Nachtflüge für den Winterflugplan fest vorgesehen hatte, fürchtet nun schwere Einbußen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. "Auf jeden Fall bedeutet das für uns erhebliche wirtschaftliche Schäden", sagte ein Cargo-Sprecher am Dienstag. Der Winterflugplan müsse binnen weniger Tage umgestrickt werden.

Proteste von Bürgerinitiativen und Kommunen

Der Flughafenbetreiber Fraport sieht Konsequenzen vor allem vor die Airlines, die nun sehr kurzfristig umplanen müssten. Für den Ausbau insgesamt habe der Richterspruch aber keine Folgen.

Frankfurt als größter deutscher Flughafen will in der kommenden Woche (21. Oktober) die neue Nordwestlandebahn in Betrieb nehmen. Dadurch soll die Zahl der Starts und Landungen um 50 Prozent zunehmen. Ursprünglich hatte die hessische Landesregierung im Gegenzug für die Erweiterung zugesagt, Nachtflüge seien tabu - in der Ausbaugenehmigung wurden dann aber 17 Ausnahmen pro Nacht vorgesehen, von denen Lufthansa Cargo 11 für sich beanspruchen wollte.

Neben zahlreichen Bürgerinitiativen waren auch Dutzende Kommunen dagegen Sturm gelaufen. Viele hatten Klage eingereicht gegen die Nachtflüge. Auch aus Rheinland-Pfalz gibt es Widerstand: Die Landesregierung in Mainz wirft Hessen Wortbruch vor. Die Regierung in Wiesbaden habe ein Nachtflugverbot fest zugesagt, argumentieren die Mainzer. Deshalb begrüßte ein Sprecher des Infrastrukturministeriums in Mainz den vorläufigen Stopp: "Das ist ein positives Signal für den Schutz der Bevölkerung", sagte er der dpa.



Hoffnung für die «Lärmbürger»

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Hoffnung-fuer-die-Laermbuerger/story/21037548

Von Norbert Raabe. Aktualisiert vor 36 Minuten 28 Kommentare

Ein Gericht hat dem Flughafen Frankfurt, dem drittgrössten Airport in Europa, ab dem 21. Oktober Nachtruhe von 23 bis 5 Uhr verordnet – zur Freude von zahlreichen Aktivisten in ganz Deutschland.

Freude herrscht – auch in der Ortschaft Kastel, die westlich des Frankfurter Flughafens liegt. Die hiesigen Grünen fühlen sich laut der lokalen Presse durch den Gerichtsbeschluss bestärkt. Schon am kommenden Samstag wollen sie nach dem Motto «Jetzt erst recht» die nächste Protestaktion veranstalten und vor dem Bahnhof Unterschriften sammeln – auch gegen den Lärm, der durch eine neue Südumfliegung entsteht, wenn der Flughafen die neue Nordwest-Bahn in Betrieb nimmt (siehe Infobox).

Thomas Morf vom Verein «Flugschneise Süd – Nein» in Benglen, der sich seit Jahren gegen Fluglärm engagiert, nahm die Nachricht vom Nachtflugverbot für Frankfurt erstaunt auf. «Ich muss sagen, ich bin höchst erstaunt», erklärt er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz, «ich gönne es den Menschen dort wirklich von ganzem Herzen.»

Ein folgenreicher Rechtsstreit

Der deutsche Flughafenverband ADV äusserte dagegen scharfe Kritik: «Ein herber Schlag für den Wirtschaftsstandort Deutschland», teilte er mit. Das Transportunternehmen Lufthansa (LHA 10.005 2.09%) Cargo rechnet mit «erheblichen wirtschaftlichen Schäden» für das Weihnachtsgeschäft, während die betroffenen Anbieter Tuifly und Condor bereits hektisch daran arbeiten, den «gesamten Flugplan umzumodeln», wie die «Financial Times Deutschland» Condor-Chef Ralf Teckentrup in der Presse zitierte.

Für die Airline Swiss hat der Entscheid laut der Pressestelle keine Folgen. Und auch der Flughafen Zürich, wo bereits ein strenges Nachtflugverbot gilt, wird der Medienstelle zufolge keine Konsequenzen spüren. Doch für betroffene Airlines könnten Nachtflugverbote «sehr grosse Auswirkungen haben», wie Max Ungricht, Chefredaktor der Fachzeitschrift «Cockpit», erklärt. Neben den Fluggesellschaften, deren Interkontinentalflüge bislang in der Nacht in Frankfurt landen, dürften auch Transport-Airlines und Postbeförderer die Folgen der Entscheidung zu spüren bekommen. «Cargo-Flüge und Parcel-Flights werden ja fast ausschliesslich nachts durchgeführt», sagt er.

Fluglärm-Widerständler auf dem Vormarsch

Endgültig ist der Richterspruch, der die Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr umfasst, noch nicht. Zwar wird die Regelung am 21. Oktober sicher in Kraft treten, weil in dieser Instanz kein Rechtsmittel mehr dagegen möglich ist. Doch der Bundesgerichtshof in Leipzig könnte das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs noch kippen – eine wegweisende Entscheidung, die allerdings erst in einigen Monaten zu erwarten ist.

Falls die Bundesrichter das Urteil allerdings bestätigen sollten, dürfte lauter Jubel ausbrechen – in ganz Deutschland. Die Anti-Fluglärm-Vereinigungen, die in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, würden sich ermutigt fühlen – von Hamburg über Düsseldorf, wo die «Bürger gegen Fluglärm» immer mehr Nachtflüge beklagen, bis hinunter nach München, wo das Aktionsbündnis «Aufgemuckt» gegen eine dritte Startbahn kämpft. Insgesamt zählt die Webseite der «Bundesvereinigung gegen Fluglärm» 55 Mitgliedsvereine auf – wobei natürlich nicht alle Lärmbürger-Verbände des Landes dem Bündnis beigetreten sind.

Nachtflug-Genehmigung – ein Flughafen weiter

Für den Grossraum Frankfurt nennt die Webseite gleich fünf Widerstandsnester – einmal abgesehen von der staatlichen Opposition im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz. Schon am 22. Oktober wollen zahlreiche Abgeordnete des Landtags an einer Kundgebung teilnehmen. Das Ziel ist laut einem Bericht auf der Webseite Verkehrsrundschau.de nicht nur ein striktes Nachtflugverbot, sondern auch eine Vernetzung des Frankfurter Airports mit dem Flughafen Frankfurt-Hahn, der westlich in der dünn besiedelten Region Hunsrück liegt.

Dort gibt es schliesslich eine Nachtfluggenehmigung, nicht wahr? Zwar seien bei Flugverlagerungen dorthin Starts und Landungen am Tag anzustreben, zitierte die «Verkehrsrundschau» den Mainzer CDU-Abgeordneten Wolfgang Reichel – aber auch Nachtflüge solle es geben können. Und notfalls müssten Bürger in der unmittelbaren Nähe des Flughafens umgesiedelt werden. Zu dumm nur, ist die «Bürgerinitiative gegen den Nachtflughafen Hahn» dort schon lange auf den Barrikaden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)



http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Der-liberale-Weg-nach-oben;art372448,5160162

Auch in BW gibt es vernünftige Politiker



Waldshut-Tiengen

13.10.2011

Felix Schreiner: Erste Landtagsrede mit Fluglärm-Vorwürfen

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/waldshut-tiengen/Felix-Schreiner-Erste-Landtagsrede-mit-Fluglaerm-Vorwuerfen;art372623,5163343

Der Waldshuter CDU-Abgeordnete Felix Schreiner hat seine erste Landtagsrede gehalten – mit Vorwürfen an die Regierungsspitze zum Thema Fluglärm.

In den ersten Monaten der Amtszeit der neuen Landesregierung hätten Ministerpräsident Kretschmann und Verkehrsminister Hermann in Zeitungsberichten und Interviews Raum für Diskussionen gelassen, wie sich die Landesregierung in Sachen Fluglärm verhalten werde. Dies sagte CDU-Landtagsabgeordneter Felix Schreiner (Waldshut) in seiner Jungfernrede. „Diese Haltung ist keine, die den Interessen Südbadens dient.“ Mit Worten wie diesen kritisierte der Abgeordnete Äußerungen des grünen Verkehrsministers Winfried Hermann zum Thema Fluglärm.

Der neue Waldshuter Landtagsabgeordnete hat in der Plenardebatte am Donnerstag zum Thema „Flugverkehrsbelastungen durch den Flughafen Zürich“ seine erste Rede vor dem baden-württembergischen Landtag gehalten. Darin skizzierte er den jahrelangen Streit zwischen Deutschland und der Schweiz und forderte die Landesregierung auf, sich gegenüber der Bundesregierung deutlich und noch in diesem Jahr für die Verabschiedung einer neugefassten Durchführungsverordnung (DVO) einzusetzen. Schreiner warb für den Antrag der CDU und von Guido Wolf MdL, in welcher sich die Fraktion wiederholt klar hinter die Positionen der „Stuttgarter Erklärung“ zum Fluglärm und zu deren zeitnaher Umsetzung noch in diesem Jahr stellte. Der CDU-Antrag wurde im Anschluss an die Debatte vom Landtag verabschiedet, einstimmig über alle Fraktionen hinweg.



Ernst Stocker gegen Kompetenzverschiebung nach Bern

http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/regional/zuerich-schaffhausen/298750.dem-rest-der-schweiz-ist-zuercher-fluglaerm-egal.html



15. Oktober 2011 - 16:30

Fluglärmstreit: Der Wirtschaft geht die Geduld aus

http://www.swissinfo.ch/ger/politik_schweiz/Fluglaermstreit:_Der_Wirtschaft_geht_die_Geduld_aus.html?cid=31314484&rss=true

Von Alexander Kuenzle, swissinfo.ch

Der Streit um den Flughafen Zürich aktiviert kurz vor den Parlamentswahlen und zwei Monate vor den Flughafen-Abstimmungen Wirtschaft und Politik: Die Wirtschaft, auch die süddeutsche, bangt um ihren Flughafen. Und die Politiker um ihre Glaubwürdigkeit.

Ende November wird im Kanton Zürich ein weiteres Mal über die Zukunft des Flughafens Zürich abgestimmt. Dabei geht es um die Verhinderung des Neu- oder Ausbaus von Pisten ("Behördeninitiative") respektive den Gegenvorschlag des "Vereins Flugschneise Süd – Nein", der noch weitergehende Einschränkungen fordert.

Im Vorfeld dieses Urnengangs haben sich Anfang Oktober 18 Wirtschaftsverbände aus Südbaden und der Nordschweiz zu einem Netzwerk "Wirtschaft am Hochrhein" zusammengeschlossen. Die Wirtschaftsverbände drängen die Verkehrsminister in Berlin und Bern öffentlich dazu, endlich Lösungen im Flughafenstreit zu finden.

Auch in der Politik haben sich, mitten in der heissen Schweizer Parlaments-Wahlkampfphase, 20 Parlamentarier geeint von links bis rechts zu einem "Arbeitskreis Flugverkehr" (AFV) zusammengefunden, um den Konflikt mit Deutschland beizulegen.

Der Urnengang, der einen Monat nach den Schweizer Parlamentswahlen stattfindet, ist formal zwar auf den Kanton beschränkt, faktisch aber von gesamtschweizerischer Bedeutung: Zum dritten Mal in vier Jahren entscheiden Stimmende aus der Region über die künftige nationale Rolle des Flughafens als Verkehrsinfrastruktur.

Folgen für Verhandlungsstärke

Der binnenschweizerische Zwist hinter dieser Abstimmung ist eine Folge des Streits mit Deutschland. 2003 hatte die deutsche Seite einseitig die Anzahl der Überflüge über ihrem Territorium begrenzt und nachts An- und Abflüge ganz verboten. Damit reichte sie die heisse Lärmkartoffel an die Schweizer Gemeinden und Kantone weiter.

"Falls kein doppeltes Nein zustande kommt und der Urnengang somit negativ für den Flughafen ausfällt, dürfte dies die Position der süddeutschen Gemeinden eher beflügeln", sagt Andreas Wittmer, Geschäftsführer des Center for Aviation Competence, einem Luftfahrts-Institut der Universität St. Gallen. "Das dürfte dann auch negative Auswirkungen auf die Verhandlungsstärke der Schweizer Delegation gegenüber Berlin haben."

Unter diesem gleichzeitig länderübergreifenden und lokalen Streit leidet der interkontinentale Flughafen als Tor zur Welt mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten. "Seien wir doch ehrlich: Unser gegenwärtiger Wohlstand wäre ohne diesen Flughafen gar nicht möglich", sagt Wittmer gegenüber swissinfo.ch.

Zürich-Kloten ist nicht nur personentransportmässig zentral für die Schweiz, sondern spielt auch im Güterbereich eine wichtige Rolle: Ein Grossteil der hochwertigen Ausfuhr wie teure Uhren etc. der Exportnation Schweiz wird über den Luftweg abgewickelt.

Einseitiges Anflugregime könnte bleiben

Langsam verlieren die nordschweizerische und süddeutsche Wirtschaft gemeinsam die Geduld: "Wir erwarten, dass die 2003 einseitig von Deutschland durchgesetzte Regelung endgültig fixiert wird, wenn die eingesetzte Arbeitsgruppe bis Ende 2011 keine Lösungsvorschläge bringt", sagt Claudius Marx von der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Hochrhein (IHK) gegenüber swissinfo.ch.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer fragt sich, warum "in dieser Arbeitsgruppe kein einziger Unternehmer sitzt". Immerhin betreut die IHK 35'000 Unternehmen mit 200'000 Beschäftigten.

Einen der Gründe für den festgefahrenen Fluglärmstreit ortet Marx in den Ähnlichkeiten der beiden Länder: "Flughäfen haben hier wie dort Millionen von Kunden, aber keine Freunde. Die Verhinderungs-Politik der Gegner addiert sich beidseits des Rheins. So wie ihre Anliegen in Berlin Gewicht haben, so können auch in der Schweiz betroffene Gemeinden über Referenden und Initiativen Druck aufsetzen."

Andererseits gebe es grosse Unterschiede, wie der Streit wahrgenommen und entschieden werde. "Für Berlin dürfte der Streit um Zürich-Kloten einfach ein weiterer Zankapfel in einer ganzen Reihe umstrittener Flughäfen, Bahnhöfe etc. sein", sagt Marx.

Politischer Arbeitskreis Flugverkehr

Neben der Wirtschaft beginnen auch gewisse Politiker, sich Sorgen um den gemeinsamen Wirtschaftsraum Nordschweiz/Süddeutschland zu machen.

Die 20 Parlamentarier aus vier Flughafenkantonen und verschiedenen Parteien (von der SVP über die Mitte bis zu den Sozialdemokraten), die dem "Arbeitskreis Flugverkehr" (AFV) angehören, lehnen die bestehende einseitige Verordnung gegen die Schweiz ab. Doch soll "die verkachelte Situation mit vernünftiger und konstruktiver Diskussion aufgeweicht werden".

Der AFV kritisiert, dass "die Nordschweiz und Baden-Württemberg heute zwar als Wirtschaftsräume eng kooperieren, es aber an gegenseitigem Verständnis dafür mangelt".

Dennoch, weiss Wittmer aus Erfahrung, dass zumindest "die Zürcher Politiker keine Lust haben, ihre Entscheidungsmacht in Sachen Flughafen an den Bund weiter zu geben". Doch die Konsequenzen daraus spürt die Eidgenossenschaft. Denn sie ist es ja, die aufgrund kantonal-zürcherischer Entscheide mit Berlin verhandeln muss.

Anachronismus oder Huhn-Ei-Problem?

Der ehemalige Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger findet es gegenüber dem Zürcher Tages-Anzeiger einen "Anachronismus, dass ein nationaler Flughafen durch einen Kanton allein bestimmt wird".

Andere nationale Infrastrukturen (Bahn, Nationalstrassen) unterstünden nationalem und nicht kantonalem Recht.

Es bräuchte aber eine Verfassungsänderung, damit künftig das gesamte Schweizer Volk über Flughafenfragen abstimmen könnte.

Laut Tages-Anzeiger gefällt Leuenbergers Idee den Zürcher Politikern überhaupt nicht: Der Kanton sei Flughafen-Miteigentümer und es komme nicht in Frage, das Mitsprachrecht der Zürcher Bevölkerung zu beschneiden, wird etwa Christoph Blocher (Schweizerische Volkspartei) zitiert.

Der Freisinnige Felix Gutzwiller kehrt gar den Spiess um: Der Bundesrat solle "in der Luftfahrtspolitik zuerst einmal seine Aufgabe wahrnehmen und die Verhandlungen mit Deutschland zu einem guten Ende bringen".


Zuletzt bearbeitet: 16.10.11 01:16 von Administrator


Lügenblatt der Fairteiler

http://www.fluglaerm-ost.ch/download/Wahlzeitung_2011%20Original.pdf

Auch Martin Bäumle meint leider, sein Gesicht dafür hergeben zu müssen. Damit wird er und seine Partei für den Südschneiser unwählbar.


Zuletzt bearbeitet: 17.10.11 19:10 von Thomas


Ernst Stocker wehrt sich gegen die Lügen des BFO

http://www.fluglaerm-ost.ch/_medien/Brief_von_RR_Stocker.pdf

Gut so. Man muss sich von diesen Lügnern nicht alles gefallen lassen!













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