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Thema: Medienberichte Jan-März 2012


Fluglärm-Verhandlungen harzen weiter

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/03/27/Schweiz/Fluglaerm-Verhandlungen-harzen-weiter

Dienstag, 27. März 2012, 21:28 Uhr

Die Vorstellungen der Schweiz und Deutschlands für einen Staatsvertrag zum Flugverkehr liegen weit auseinander. In der zweiten Runde der Verhandlungen legten die beiden Delegationen im deutschen Frankfurt am Main ihre Positionen dar.

Klar ist bisher nur eins: Die Delegationen der Schweiz und Deutschlands haben von ihren Verkehrsministern den Auftrag erhalten, einen Staatsvertrag zum Flugverkehr auszuarbeiten. Und zwar bis im Sommer.

Davon ist man noch weit entfernt. Nachdem Anfang März die beiden Abordnungen die Verhandlungs-Modalitäten festgelegt hatten, erfolgte nun in der zweiten Runde eine Auslegeordnung der Positionen, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mitteilte.

Angesichts der weit auseinanderliegenden Vorstellungen überprüfen die Delegationen nun als nächstes «wie die unterschiedlichen Positionen überbrückt werden könnten», wie es in der BAZL-Mitteilung heisst.

Deutliche Annäherung der Schweiz nötig

«Ein Kompromiss erscheint nur dann möglich, wenn sich die Schweiz deutlich der deutschen Position annähert», hiess es aus der deutschen Delegation. Die Abgesandten beider Länder wollen nun intern beraten. Dann würden die weiteren Schritte festgelegt, anschliessend werde möglicherweise ein nächster Verhandlungstermin vereinbart, hiess es.

In der Schweizer Delegation waren unter der Leitung von BAZL- Direktor Peter Müller Vertreter des Kantons Zürich, des Flughafens Zürich und der Flugsicherung Skyguide nach Frankfurt gefahren.

Streit besteht schon lange

Die deutsche Seite wurde angeführt von Gerold Reichle, Leiter der Abteilung Luft- und Raumfahrt im Verkehrsministerium. Angereist waren zudem Vertreter des Landes Baden-Württemberg, der Landkreise Waldshut und Konstanz sowie der deutschen Flugsicherung (DFS).

Deutschland und die Schweiz streiten seit Jahren über den Fluglärm, der über deutschem Gebiet durch den Flughafen Zürich entsteht. Ein erster zwischen der deutschen und der Schweizer Regierung abgeschlossener Staatsvertrag war 2001 am Widerstand des Schweizer Parlaments gescheitert.

(sda/horm)



28. März 2012, Neue Zürcher Zeitung

Noch keine Annäherung im Fluglärmstreit

http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/stadt_und_region/noch_keine_annaeherung_im_fluglaermstreit_1.16127882.html

Zweite Verhandlungsrunde in Frankfurt

Die Stossrichtung ist seit der Absichtserklärung von Davos vorgegeben, doch die Verhandlungen sind zäh: Im Fluglärmstreit liegen die Positionen der Schweiz und Deutschlands nach wie vor weit auseinander.

[...]

Am Wochenende sagte Christoph Franz, Chef der Lufthansa-Gruppe, in der NZZ vom Samstag und in der Sonntagspresse, dass Süddeutschland kaum unter Belastungen leide und dass zwischen gesehenem und gehörtem Lärm unterschieden werden müsse. Es gehe nicht an, dass der Flughafen Zürich anders behandelt werde als deutsche Flughäfen. Die Reaktion aus Süddeutschland erfolgte prompt.

Bollacher widerspricht Franz

Der Waldshuter Landrat Tilman Bollacher widerspricht in einer Mitteilung vom Dienstag vehement und verweist auf eine von ihm in Auftrag gegebene Studie, welche die Belastung deutlich aufzeige. Bollacher schreibt, er lade Franz gerne in den Landkreis Waldshut ein, damit sich dieser persönlich «ein Bild von der Fluglärmsituation» machen könne; offen bleibt angesichts dieser Formulierung, ob Franz den angeblichen Lärm bei dieser Gelegenheit auch hören können soll.

Bollacher betont in seinem Schreiben zudem, die Schweiz solle akzeptieren, dass auch Fluglärm rechtlich relevant sei, der unterhalb der Grenzwerte des deutschen Fluglärmgesetzes liege. Dies sei in allen Verfahren gegen die heutigen Beschränkungen des süddeutschen Luftraums entschieden und zuletzt vom Gericht der Europäischen Union bestätigt worden. Die Gerichte hätten anerkannt, dass die Tourismusregionen Südschwarzwald, Bodensee und Baar auch unterhalb der Grenzwerte schützenswert seien und deshalb der Flugverkehr aus Gründen der Vorsorge an den für die Ruhe und Erholung besonders wichtigen Tagesrandzeiten und an den Wochenenden beschränkt werden dürfe.



Heute 2 Leserbriefe und ein Artikel in der ZSZ:

Minimalistisches Schutzkonzept

Das Schutzkonzept (Auflage vom Bundesgericht) der Flughafen Zürich AG (FZAG) erfasst viele vom Südanflug-Lärm betroffene Gemeinden wie Männedorf nicht. Dass der Perimeter nur bis Dübendorf (Gockhausen) definiert wurde, ist eine Frechheit gegenüber der betroffenen Bevölkerung. Der Fluglärm endet nicht an der Grenze von Gockhausen. Männedorf, Stäfa oder Uetikon sind sehr stark belastet durch das manöverintensive Einsteuern der Flugzeuge in den ILS-Strahl.
Die Flugzeuge sind noch nicht in einem Gleitflug, sondern müssen mit Schub und Tragflächenanpassungen den ILS-Strahl treffen. Dies verursacht viele Lärmpeaks, welche sehr störend und vor allem auch bei geschlossenem Fenster hörbar sind. Die Lärmkurven der Empa, worauf sich das Schutzkonzept abstützt, geben nur einen ungefähren Rahmen vor und sind unpräzis. Sie bilden die effektive Lärmsituation nicht ab, da nur ein gemittelter Wert dargestellt wird. Die Aufwachreaktion erfolgt aber aufgrund der Lärmpeaks. Die FZAG präsentiert mit diesem Konzept ein einseitiges und zu Gunsten der FZAG minimalistisches, kostenoptimiertes, unausgereiftes Konzept mit vielen Unklarheiten und erfüllt daher die Anforderungen des Bundesgerichts nicht. Vor allem wird es aber den Bedürfnissen der Anwohner in der Südschneise nicht gerecht und deckt wesentliche Gebiete der Südschneise von Gockhausen bis Stäfa nicht ab.

Urs R. Dumermuth, Männedorf

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Zu viele Kompromisse

Obwohl auf zwei Schweizer ein Deutscher den Flughafen Zürich benutzt, will Deutschland die Anzahl der Anflüge auf 80000 senken. Gemäss offiziellen Messungen hat Deutschland keinen Fluglärm, dennoch kann man sich erfolgreich gegen die zahnlose Regierung der Schweiz durchsetzen. Der Lärm der deutschen Flugzeuge soll in der Schweiz stattfinden.
Der Hauptlärm findet zu 98 Prozent im Kanton Zürich statt. Wobei demnächst die Starts aus Renditegründen weiter in den Süden ausgedehnt werden sollen. Da werden lieber laute Schleifen über das dichtest bewohnte Gebiet am Zürichsee geflogen, als in geradem Sinkflug von Norden ein paar Wälder zu überfliegen. Der Schweizer macht ja auch dann Kompromisse, wenn es nicht angebracht ist. Die deutschen Laster fahren ohne Lärmzuschlag durch den Gotthard, die Autobahn zum Flughafen ist für Deutsche Vignetten-frei, die Taxis dürfen aus Deutschland an den Flughafen kommen. Die Lärmschutzmassnahme eines Motörchens, um die Fenster zu schliessen, kann im Übrigen nur als schlechter Witz des Bazl betrachtet werden. Billiger wäre nur noch die Abgabe von Gehörschutzpfropfen an die Bevölkerung.

Werner Fuchs, Wädenswil

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ARTIKEL: Grosse Differenzen im Fluglärmstreit (Seite 16)

ZÜRICH/FRANKFURT. Gestern fand die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Schweiz und Deutschland für einen Staatsvertrag statt, mit dem der Fluglärmstreit beigelegt werden soll. Nachdem es beim ersten Treffen in Rüschlikon nur um administrative Fragen gegangen war, legten gestern in Frankfurt beide Seiten ihre Positionen auf den Tisch. Diese, stellten die Delegationen dabei fest, lägen «deutlich auseinander ». Wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt mitteilen Hess, werden «die Delegationen nun überprüfen, wie die unterschiedlichen Positionen überbrückt werden könnten». Die deutsche Seite pocht auf eine Reduktion der Überflüge über ihr Gebiet. Noch am Montag sagte Baden-Württembergs Landtagspräsident Guido Wolf, dass statt rund 100000 maximal noch 80000 jährliche Flüge geduldet würden. Andernfalls solle Deutschland einseitig Flugbeschränkungen erlassen, (og)

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Dazu passt auch:

ganzer Text: Aussage Flughafen

«Wir sind an der Grenze des Erträglichen angelangt» (TA)
Christoph Franz, Chef der Swiss-Mutter Lufthansa
...
Der Lärm wird bloss «gesehen»

Mit überraschend deutlichen Worten schlägt sich der ehemalige Swiss-Chef im Fluglärm-Streit mit Deutschland auf die Seite der Schweiz. Die süddeutsche Bevölkerung habe fast gar keinen Lärm. Dort werde der Lärm bloss «gesehen», nicht gehört. Franz wird demnächst Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen: «Ich hoffe, dass die Interessen der Schweiz in Deutschland endlich Gehör finden.»
Eine Vereinbarung mit Deutschland sei zentral, «und dafür engagiere ich mich auch in Berlin.» Die Lärmbelastung sei heute sehr ungleichmässig verteilt – «zulasten der Schweizer!» Die Mindestflughöhe beim Überfliegen der deutsch-schweizerischen Grenze sei 800 Meter.
Franz: «Am Ende des Tages ist die zentrale Frage doch die: Wird der Flughafen Zürich so behandelt wie die deutschen Flughäfen? Wenn die deutsche Bundesregierung gegenüber dem Flughafen Zürich eine derart harte Politik fährt, dann muss sie sich die Frage gefallen lassen, warum sie nicht auch deutsche Flughäfen in ihrer Entwicklung so stark einschränkt.»

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...Bern schläft seit 3073 Tagen, ruhig weiter. Nume nüd gschwind, hauptsach Zürcher zahled eusi Gehälter.



Zuletzt bearbeitet: 28.03.12 19:52 von Fox


DRS 1 - Heute Morgen

URL verweist auf einen MP3-Link. Ab etwa 9 Minuten und 30 Sekunden kommt der interessante Teil für die Schneiser.



Auch Süd-Gemeinden erheben Einsprache

http://www.fluglaermforum.ch/medienmitteilungen/2012/MMI_12_03_28.pdf

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Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

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