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Thema: Medienberichte Apr-Jun 2012


Millionenverlust bei Swiss

03. Mai 2012 17:10; Akt: 03.05.2012 17:10 Print

«Wüsten-Airlines machen das Geschäft kaputt»

http://www.20min.ch/finance/dossier/luftverkehr/story/-Wuesten-Airlines-machen-das-Geschaeft-kaputt--24083521

von Adrian Müller - Die goldenen Zeiten sind vorerst vorbei: Die Swiss fliegt in den roten Zahlen. Nicht zuletzt wegen der schier grenzenlosen Expansion arabischer Fluggesellschaften.

Nicht nur die Lufthansa durchfliegt schwere Turbulenzen, auch Tochter Swiss vermeldete im ersten Quartal 2012 einen Millionenverlust. Neben hohen Treibstoffpreisen schmerzt die Fluggesellschaft die immer stärkere Konkurrenz aus dem arabischen Raum: Emirates, Qatar Airways und Co. schöpfen der Swiss mit Billigtarifen tausende Passagiere ab. Sitze bleiben leer, die Erträge brechen ein: «Die Golfstaaten-Airlines machen das Asien-Geschäft kaputt», sagt Hansjörg Bürgi, Chefredaktor von Skynews.ch.

Diese Fluglinien bieten oftmals Spitzen-Service, brandneues Inflight-Entertaiment und fliegen trotzdem zu Billig-Tarifen. Wie ist das möglich? «Benzin ist in Dubai billiger als Wasser», illustiert Luftfahrts-Experte Tim van Beveren die Verhältnisse am Golf. Besonders ins Gewicht fallen die erheblich tieferen Kerosinpreise, weil diese rund 30 Prozent des Gesamtaufwandes einer Fluglinie ausmachen. Da den Scheichs neben der Fluggesellschaft oftmals gleich noch die Raffinerie, die Hotelkette und der Flughafen gehöre, hätten die Golf-Airlines einen extremen Kosten- und damit Wettbewerbsvorteil.

Kampf ums Überleben

Emirates etwa fliegt mittlerweile mit ihren knapp 400-plätzigen Boeing 777 von Dubai nach Genf und sogar zweimal täglich nach Zürich. Im Dezember hat auch Oman Air die Strecke Zürich-Muskat in ihr Streckennetz aufgenommen. «Der Marktdruck durch die Golfstaaten-Airlines ist sehr hoch», sagt denn auch Swiss-Sprecherin Susanne Mühlemann zu 20 Minuten Online. Die Passagiere würden ihre Flüge immer kurzfristiger buchen. Und sind dementsprechend anfällig auf Billig-Angebote.

Wie verzweifelt die Airlines mittlerweile im Kampf gegen die Wüsten-Flieger sind, zeigt das Beispiel von Singapore Airlines: Die Fluggesellschaft verscherbelte im Januar Tickets in der Hochsaison auf der «Rennstrecke» Zürich-Bangkok für 599 Franken – vor nicht allzu langer Zeit betrug der Marktpreis für die Route rund 1200 Franken.

«So können wir auf Dauer nicht leben», sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz kürzlich in deutschen Medien und forderte den Staat auf, eine Kapazitäts-Grenze für arabische Fluggesellschaften einzuführen. Swiss-Boss Harry Hohmeister fand ebenfalls deutliche Worte: «Der Preis der Tickets stimmt nicht mehr. Unsere Branche muss aufhören, sie unter Wert zu verschenken», sagte er im März der «NZZ am Sonntag.»

Swiss unter Lufthansa-Diktat

Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht: Alleine Emirates hat derzeit 217 Grossraum-Flugzeuge in den Auftragsbüchern und wird in wenigen Jahren eine Flotte von gegen 400 «Widebodies» betreiben, darunter 90 Superjumbos von Airbus, die gegen 500 Passagiere fassen.

Nicht alle europäischen Airlines werden die Expansion der Araber überleben: «Es droht ein heftiges Stühlerucken», sagt von Beveren. Als nächsten Pleite-Kandidaten nennt er Air France. Zuletzt konnte sich Air Berlin nur dank einer Teilübernahme durch die Ethiad Airways aus Abu Dhabi vor der Pleite retten.

Die Position der Swiss sei im Vergleich dazu stabil, der Handlungsspielraum der Swiss-Manager aber stark eingeschränkt: «Die Lufthansa diktiert der Swiss die Strecken und die Preise», sagt van Beveren.




Wenn sich die Luftfahrtunternehmen als "Erstklassairlines" positionieren wollen, denk ich immer wieder an die Zielgruppe für dieses Vorhaben:

http://www.youtube.com/watch?v=MavllwOuVI0&feature=related



Die Swiss bluted für die Lufthansa

Zwei Journalisten, ein Talk: Gian Signorell befragt 20-Minuten-Online-Autor Lukas Hässig. Diese Woche: Überforderter Villiger bei der UBS, Jordan als Professor planlos und Frankfurt befiehlt der Swiss:

Die Swiss hat beim Stellenabbau nichts zu melden.



Artikel von Francesco Benini in der NZZ am Sonntag vom 6. Mai 2012, S.17:

Die Arroganz der Deutschen im Fluglärmstreit ist unerträglich

Die deutsche Regierung schert sich im Streit um den Fluglärm nicht um die Fakten und geht herablassend mit der Schweiz um. Der Bundesrat hat nun eine Eskalation des Konflikts vorzubereiten, meint Francesco Benini

Deutschland hält die Schweiz wieder einmal hin. Damit aus der Absichtserklärung, die der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer und die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard Anfang Jahr in Davos vereinbart haben, ein Staatsvertrag wird, sind Verhandlungen nötig. Die deutsche Delegation schiebt aber Terminprobleme vor - die Gespräche kommen nicht voran.

Die Schweiz tritt als Bittstellerin auf. Nachdem das Parlament den Staatsvertrag mit Deutschland 2003 abgelehnt hatte, erliess der Nachbar im Norden eine einseitige Verordnung. Diese schränkt den Betrieb des Flughafens Zürich ein und brachte die Einführung der Südanflüge, die über dicht besiedeltes Zürcher Gebiet führen. Die Schweiz will Deutschland dazu bewegen, die Verordnung aufzuweichen. Selber anbieten kann sie nichts. 2008 wischte Kanzlerin Angela Merkel bei einem Kurzbesuch den Schweizer Plan, die Fluglärmfrage mit anderen grenzüberschreitenden Dossiers zu verbinden, vom Tisch.

Merkel regte stattdessen die Einsetzung einer Arbeitsgruppe an. Was nach einer weiteren Verschleppung des endlosen Konflikts aussah, war ein pragmatischer Vorschlag: Es sollten Fakten ermittelt werden. Die Arbeitsgruppe nahm unter deutscher Leitung Lärmmessungen vor. Das Resultat ist eindeutig: Weder tagsüber noch nachts führen die Anflüge auf den Flughafen Zürich zu einer Überschreitung der Lärmgrenzwerte auf deutschem Gebiet. Einen Lärmpegel von mehr als 53 Dezibel erdulden im Tagesdurchschnitt 80 000 Bewohner der Schweiz - in Deutschland ist es nicht ein einziger. Es gibt im deutschen Landkreis Waldshut keinen starken Fluglärm. Von schwächerem, aber wahrnehmbarem Fluglärm sind in der Schweiz Hunderttausende betroffen, die in der Nähe des Flughafens Zürich wohnen. In Deutschland sind es im Wesentlichen die Bewohner von Hohentengen, einem am Rhein gelegenen Dorf mit 3600 Einwohnern.

Nachdem Ende 2009 diese Daten vorlagen, hätte man von der deutschen Regierung ein Einlenken erwarten können. Süddeutschland profitiert wirtschaftlich vom Flughafen Zürich. Drei der vier grössten Fluggesellschaften an diesem Airport sind in deutschem Besitz - auf Swiss, Air Berlin und Lufthansa entfallen zwei Drittel der Flugbewegungen in Kloten. Die deutsche Seite änderte jedoch sogleich ihre Argumentation - die Fakten waren jetzt nicht mehr wichtig. Es hiess nun, es gebe auch ein «subjektives Lärmempfinden». Nicht länger auf den tatsächlichen Lärm, sondern auf die Zahl der Anflüge wollen sich die Deutschen konzentrieren. Verkehrsminister Peter Ramsauer sagte in einem Interview mit dieser Zeitung: «Die Hoffnung, man könne sich bei der Lärmfrage auf physikalisch gemessene Werte abstützen, ist dahingeschmolzen wie der Schnee unter der Davoser Frühlingssonne.»

Diese Äusserung zeugt von der Herablassung, welche die deutschen Regierungsvertreter im Umgang mit den Schweizer Amtskollegen an den Tag legen. Eine Schneeschmelze ist ein Naturereignis - die Deutschen änderten aber ihre Haltung von einem Tag auf den anderen, weil ihnen die Fakten nicht in den Kram passten. In Südbaden geben Politiker den Ton an, die sich mit der Fluglärmfrage profilieren wollen. Würde der Unsinn, den sie verbreiten, Lärm verursachen - die Emissionen wären ohrenbetäubend. Der Fluglärm gefährde den Tourismus im Südschwarzwald, sagen sie etwa. Dabei gibt es dort kein einziges Hotel, das Fluglärm ausgesetzt wäre.

Aber um Fakten geht es nicht, es geht um Machtpolitik. Deutschland drängt darauf, die Zahl der Anflüge auf der nördlichen Hauptroute zu beschränken. Für die Schweiz kann das nur in Frage kommen, wenn gleichzeitig das Betriebsreglement des Flughafens flexibilisiert wird und eine Klausel garantiert, dass die zunehmend leiseren Flugzeuge zu einer lockereren Regelung führen werden. Die Schweiz muss allerdings damit rechnen, dass Deutschland auf einer extremen Position beharrt, so dass kein Vertrag möglich ist. Darauf hat sich die Schweiz vorzubereiten - der Konflikt könnte eskalieren. Der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker hat in diesem Zusammenhang angeregt, es sei zu überprüfen, wie die Arbeit der 55 000 deutschen Grenzgänger in der Schweiz erschwert werden könnte. Die Tessiner Regierung hat es mit der Einbehaltung der Quellensteuer italienischer Grenzgänger vorgemacht.
Der Einkaufstourismus der Schweizer in Süddeutschland könnte mit einer deutlichen Senkung des Zollfreibetrags abgewürgt werden. Es wäre zwar bedenklich, wenn Nachbarstaaten in dieser Weise miteinander umgingen. Die Arroganz der Deutschen darf die Schweiz aber nicht ohne Gegenmassnahmen hinnehmen, wenn sie ihre Selbstachtung nicht verlieren will.



Doris Leuthard zu den Verhandlungen

http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/echo-der-zeit/2646.bt10223012.html



Muss es erst Tote geben?

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Muss-es-erst-Tote-geben/story/22420669

Ein Kommentar von Pia Wertheimer. Aktualisiert um 15:29

Immer wieder kommt es auf dem Zürcher Pistenkreuz 16/28 zu Beinahe-Crashs. Jetzt müssen die Verantwortlichen des Flughafens und die politischen Akteure in die Pflicht genommen werden.

«Unser Flughafen ist sicher», sagt Stefan Conrad, der Operationschef des Flughafens, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Das elektronische System habe funktioniert, die Piloten und der Flugcontroller hätten richtig reagiert. «Das Sicherheitsnetz hat letztlich funktioniert, die Passagiere waren nie gefährdet.»

Diese Worte muten höhnisch an, wenn man bedenkt, dass zwei Flugzeuge fast gleichzeitig auf Pisten starteten, die einander kreuzen: Ein Airbus raste mit einer Geschwindigkeit von 264 km/h auf der Piste 16 dahin, 127 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder sassen darin. Auf der Piste 28 hatte der zweite Airbus mit 120 Passagieren und einer siebenköpfigen Crew eine Geschwindigkeit von 165 km/h erreicht, als dessen Kapitän die zweite Maschine bemerkte.

Wie aus dem Schlussbericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) vom Montag hervorgeht, beschloss der 45-jährige Mann mit 12'100 Stunden Flugerfahrung innert einer Sekunde, den Start abzubrechen. Erst danach reagierten der Fluglotse und das Kollisionswarnsystem im Tower, das stellte die Sust fest.

Es gibt zu diesem Vorfall unzählige Was-wäre-wenn-Szenarien. Einige davon enden verheerend, mit zahlreichen Todesopfern. Andere gehen wie in der Realität glimpflich aus. Fakt ist: Es waren mindestens 262 Menschen gefährdet. Fakt ist, dass ein Startabbruch riskant ist. Einem startenden Flugzeug, das bereits schneller als 148 bis 185 km/h unterwegs ist, sollte ein Lotse nur den Befehl zum Abbruch des Starts erteilen, wenn sonst mit einer erheblichen Gefährdung gerechnet werden muss. Die Sust kam zum Schluss, dass die Situation ein «hohes Kollisionsrisiko aufwies». Die Aussage des Operationschefs des Flughafens hätte darum lauten müssen: «Es gab weder Verletzte noch Tote.»

Aus dem Schlussbericht ist zu entnehmen, dass sich seit 2000 auf oder in unmittelbarer Nähe des Flughafens Zürich 12 vergleichbare, schwere Vorfälle ereignet haben. Denn bei hohem Verkehrsaufkommen verzeihe der Flughafen Zürich kaum Fehler. Das hielt die Untersuchungsbehörde bereits in einem Bericht vom 8. September 2011 fest. Auch darin ging es um zwei gleichzeitig startende Flugzeuge auf dem Pistenkreuz 16/28. Der schwere Vorfall sei vom komplexen Betrieb des Flughafens Zürich begünstigt worden. Die jüngste Publikation der Sust geht in ihrer Formulierung nun noch weiter: «Das ständige Auftauchen neuer Problemfelder deutet darauf hin, dass das Gesamtsystem des Flughafens gegenwärtig auf eine Art betrieben wird, die weitere systeminhärente Risiken birgt.»

Es wäre allerdings zu einfach, die Schuld auf den Lotsen zu schieben, welcher innerhalb einer knappen Minute beiden Flugzeugen die Startfreigabe erteilte. Er ist der Tropfen, der ein ohnehin schon volles Fass zum Überlaufen brachte: Denn einerseits will der Flughafen nicht auf Flugbewegungen verzichten, was aus wirtschaftlicher Sicht verständlich ist. Andererseits schnürt das politisch beeinflusste An- und Abflugregime das Korsett des Flugbetriebs immer enger.

Wie verschiedene schwere Vorfälle in den letzten Jahren zeigen, stellt diese erhöhte Komplexität ein Gefahrenmoment dar, so lautet das Fazit der unabhängigen Untersuchungsbehörde. Muss es erst Tote geben, damit dieses massgeblich entschärft wird?

Es ist an der Zeit, die Verantwortlichen des Flughafens und der Skyguide, aber auch die Politiker in die Pflicht zu nehmen. Mit dem Pistenkreuz müssen sie kutschieren, weil ein paralleles Pistensystem in Zürich wegen dem Widerstand aus der Politik und der Anwohnerschaft utopisch ist. Ein gewisses Gefahrenpotenzial geht damit einher. Nach dem Vorbild anderer Airports, die ebenfalls gekreuzte Pisten haben, müssen die Verantwortlichen vom Flughafen sowie die politischen Protagonisten auf Kantons- und Bundesebene dafür sorgen, dass einerseits die in Zürich stark gebündelten Flugrouten entflochten werden. Dem Betrieb und den Lotsen würde es Beispielsweise Luft verschaffen, wenn die Flieger nicht kurz nach dem Start das Flughafengelände wieder überfliegen müssten.

Andererseits müssen die An- und Abflugregime räumlich voneinander getrennt werden. Hamburg macht vor, wie das möglich ist: Die gekreuzten Pisten der Hansestadt sind nur selten beide gleichzeitig für Abflüge in Betrieb. In der Regel wird auf einer Bahn gestartet und auf der anderen gelandet. Damit das in Zürich möglich ist muss die Piste 28 so verlängert werden, dass auch Riesenvögel darauf starten können. Nur dann ist der Satz «Unser Flughafen ist sicher» legitim.



«Das Problem mit den Fast-Zusammenstössen ist hausgemacht»

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Das-Problem-mit-den-FastZusammenstoessen-ist-hausgemacht/story/22189829

Von Olivia Raths. Aktualisiert am 16.05.2012 34 Kommentare

Nach mehreren Fast-Zusammenstössen am Flughafen Zürich stellt sich wieder die Frage: Soll eine Parallelpiste her, wo sich Flugzeuge weniger im Weg sind als auf sich kreuzenden Pisten? Die möglichen Szenarien.

Durchschnittlich fast im Jahrestakt kam es seit 2000 zu Fast-Zusammenstössen von Flugzeugen am Flughafen Zürich (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Letztes Jahr verhinderten die Piloten eines Swiss-Flugzeugs im letzten Moment eine Katastrophe: Sie brachen bei einer Geschwindigkeit von 250 km/h den Start sofort ab, als sich von rechts ein anderes Swiss-Flugzeug näherte.

Der Vorfall ereignete sich beim Pistenkreuz, wo sich die Pisten 28 und 16 treffen. Weil besagte Vorfälle der letzten Jahre sich meistens dort ereigneten, stellt sich einmal mehr die Frage nach einer Parallelpiste am Flughafen Zürich. «Dies wäre eine gute Lösung, auch aus Gründen der Sicherheit», sagte Swiss-CEO Harry Hohmeister im letzten August in einem «SonntagsBlick»-Interview. «Mit einer Parallelpiste können wir uns die nächsten Jahrzehnte gut bewegen.»

«Weniger Flüge, mehr Fluglotsen»

Gegen einen Ausbau stemmen sich jedoch diverse Fluglärmgegner aus allen Himmelsrichtungen. Sie monieren, der Flughafen Zürich müsse nicht ständig wachsen auf Kosten der Bevölkerung. Wie aber stehen sie zum Sicherheitsaspekt von Parallelpisten, mit denen das Risiko von Flugzeugzusammenstössen reduziert werden könnte?

Laut Thomas Morf, Präsident des Vereins VFSN (Verein Flugschneise Süd – Nein), braucht es keine neue Parallelpiste für mehr Sicherheit am Flughafen. Eine solche sei ohnehin nur beschränkt sinnvoll: «Aus Platzgründen wäre sie zu nahe bei der bestehenden Piste, sodass ein uneingeschränkter Parallelbetrieb nicht zulässig wäre.» Ein Problem sei vielmehr der sehr dichte Flugplan. Deshalb sei ein neues Konzept unter den heutigen Bedingungen nötig, meint Morf. «Die Problematik könnte man entschärfen, indem der Flugplan in den Spitzenzeiten weniger dicht wäre, zudem braucht es mehr Fluglotsen.»

«Der Betrieb am Flughafen Zürich ist sehr sicher»

Also mehr Sicherheit durch Abbau statt Ausbau? Morf ist der Ansicht, man müsse nicht um jeden Preis alle 30 Sekunden starten und landen. «Das Problem mit den Fast-Zusammenstössen ist hausgemacht vom Flughafen und den Airlines. Diese wollen immer mehr Flugbewegungen in einem kürzeren Zeitintervall.»

Laut Thomas Morf könne der Flugbetrieb auch folgendermassen sicherer gemacht werden: «Wenn die Piste 28 verlängert würde und man dann von Osten her landet sowie zeitgleich nach Norden startet.» Dabei würden sich die Flugzeuge weniger in die Quere kommen. «Das ist allerdings schlecht für die Anwohner östlich des Flughafens, und das darf nicht sein.»

Eine Parallelpiste ist auch für die IG Flughafen Zürich, die sich für die Förderung des Flughafens Zürich einsetzt, momentan «politisch kein Thema». Im SIL-Prozess seien Parallelpisten längst ausgeschlossen worden, so Präsident Herbert Höck. «Die verbliebenen Varianten sehen keine Parallelpisten vor.» Obwohl laut Höck Zusammenstösse bei Parallelpisten praktisch nicht möglich sind, meint er, dass der Zürcher Flugbetrieb mit den Pistenkreuzen heute «sehr sicher» sei. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.05.2012, 10:02 Uhr



20 Minuten Online - Skyguide Fatal

Skyguide fatal:

Monopol macht Fehlleistungen möglich


Bitte das letzte Drittel ansehen und -hören.

Nichts ist komplex in Kloten, nur ein "Laueribetrieb."





Flughafenpolitik:
20 Minuten Online - Skyguide Fatal

Skyguide fatal:

Monopol macht Fehlleistungen möglich


Bitte das letzte Drittel ansehen und -hören.

Nichts ist komplex in Kloten, nur ein "Laueribetrieb."



Lukas Hässig ist allerdings ein Schaumschläger, der seine Bücher zweifelhaften Nutzens mit Skandalen verkaufen muss.



Trotzdem ist Skyguide ein "Laueribetrieb"!

Das hört man immer wieder von aussenstehenden Leuten, die mit Skyguide einmal aus den verschiedensten Gründen zu tun hatten. Etwas muss schon daran sein. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die ehemalige Zügelte nach Genf, ein personell wie organisatorisches Desaster, das in einem Flugsicherungsbetrieb einfach nicht vorkommen darf. Skyguide macht viel zu viel "Gärtli"-Politik, anstatt seinen eigenen "Laden" in Ordnung zu halten. Das beginnt bei den Lotsen und endet bei den Chefs. Hier liegt das eigentliche Problem begraben.



Nächste Runde im Fluglärm-Streit startet im Juni

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/05/23/Schweiz/Naechste-Runde-im-Fluglaerm-Streit-startet-im-Juni

Mittwoch, 23. Mai 2012, 12:04 Uhr

Im Fluglärmstreit zwischen Deutschland und der Schweiz werden die Staatsvertrags-Verhandlungen Mitte Juni fortgesetzt. Die Delegations-Leiter haben sich auf diesen Termin geeinigt. Am Fahrplan wollen die Beteiligten nichts ändern – bis im Sommer soll der Vertrag vorliegen.

Die beiden Leiter der Länder-Delegationen haben sich am Dienstag in Zürich zusammengesetzt und Grundsätzliches zu den weiteren Verhandlungen geklärt. Dabei wurde vor allem vereinbart, wie und wann die Verhandlungen weitergeführt werden sollen.

Wie ein Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt sagte, einigten sie sich darauf, die Verhandlungen Mitte Juni weiterzuführen. Wo die dritte Sitzung stattfinden wird, ist noch unklar.

Einigung wohl noch in weiter Ferne

Als Datum wurde vorläufig der 14. Juni vereinbart, dieses kann jedoch kurzfristig noch geändert werden. Beide Länder hätten beim Gespräch betont, dass man bei diesen Vertragsverhandlungen eine Einigung erzielen wolle, hiess es weiter.

Bei den beiden ersten Gesprächen konnten sich Deutschland und die Schweiz noch nicht darüber einigen, wie viele Anflüge künftig über Süddeutschland und wie viele über der Schweiz abgewickelt werden. Trotz einer im Januar unterzeichneten Absichtserklärung liegen die Vorstellungen bis jetzt noch weit auseinander.

(sda/bers;schubeca)



Info Wil - Die Region Wil-Südthurgau positioniert sich

...
Am Nordanflug festhalten

"Jetzt erst recht - der Osten wehrt sich weiter" begann der Winterthurer Stadtrat Michael Künzle seine Ausführungen zum Stand Fluglärmverteilung Flughafen Zürich. Trotz verlorener Abstimmung müsse weiter an der Verhinderung des Pistenbaus in Richtung Osten gearbeitet werden. Es gelte am Nordanflug fest zu halten. Der Streit um die Lärmverteilung gehe nicht gegen die Erhaltung eines attraktiven Flughafens. Es ständen einfach zwei gegensätzliche Interessen gegenüber: Die Forderung nach mehr Kapazität beim Flughafen gegen die Erhaltung von Lebensqualität bei der Bevölkerung. Nach Künzle könne mit dem gekröpften Nordanflug die bisherige Ausrichtung erhalten bleiben, aber das sei eine hochpolitische Geschichte.

Bezüglich Fluglärmstreit mit Deutschland sei man heute keinen Schritt weiter. Die Klage beim Gerichtshof der EU laufe auf eine diskriminierende Behandlung hinaus. Der Osten müsse die Realisierung der Var. J-Opt. mit verstärkte Ostausrichtung verhindern können. Allerdings müsse klar werden, dass weniger Fluglärm als heute nicht realistisch sei. Gemessen an Ängsten in der Bevölkerung sei derzeit die Angst vor Arbeitsplatzverlust grösser als die Angst vor Fluglärm, schloss Künzle seine Ausführungen.
...



Flughafen ist bei Demos wählerisch

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/waldshut-tiengen/Flughafen-ist-bei-Demos-waehlerisch;art372623,5534481

04.06.2012
Von Nils Köhler

Nicht jede Kundgebung ist am Flughafen Zürich gleichermaßen erwünscht – jedenfalls wenn sie nicht in das Konzept des größten Schweizer Airports passt. Das geht aus einem Schreiben von Flughafenchef Thomas Kern hervor, in dem der CEO einen entsprechenden Wunsch nach einer allmonatlichen Demo der süddeutschen Fluglärmgegner zurückweist. In seinem Schreiben begründet Kern die Ablehnung mit einem generellen Nein auf dem Gelände des Flughafens zu politischen Demonstrationen.

„Je nach politischem Inhalt der Demonstration könnten auch Ruhe und Ordnung oder sogar die Sicherheit der Passagiere, Besucher und Mitarbeitenden in Gefahr sein“, erläutert der CEO. Anders entschied der Flughafen freilich bei der Mahnwache der Südschneiser, die einmal im Monat „mit einer stillen Demonstration“ gegen die morgendlichen Südanflüge aufmerksam mache. Die führten schließlich wegen der deutschen Verordnung „über dichtest besiedeltes Gebiet“. Kern, der selbst im Zürcher Süden wohnt, erntete mit seiner Positionierung Hohn und Spott von der deutschen Bürgerinitiative. In ihrer Mitteilung heißt es: „Der Flughafen stellt mit seinem Vorgehen klar, dass es sich um einen Schweizer Flughafen handelt und Demonstrationen nur für ‚handverlesene Opponenten' erlaubt werden.“ Man ahne, welchen Wert die von Bundesrätin Leuthard in Aussicht gestellte Gleichstellung der süddeutschen mit der Schweizer Bevölkerung in Flughafenfragen habe: "Keinen".



Airport verbietet deutsche Demo

http://www.zuonline.ch/artikel_66041.html

flughafen. Süddeutsche wollten am Flughafen Zürich gegen Fluglärm protestieren. Die Betreiberin hat ihnen aber eine Abfuhr erteilt. Eine Ausnahme gewährt sie nur den Südschneisern.

Heinz Zürcher

Jeden Monat eine Demonstration am Flughafen Zürich: Das fordert die Bürgerinitiative Flugverkehrsbelastung Landkreis Waldshut (BFLW) in ihrem Brief an Flughafen-CEO Thomas Kern. Die Deutschen verweisen darin auf die Grosskundgebung der Südschneiser im Jahr 2003 und verlangen nun dasselbe Recht. Schliesslich habe Bundesrätin Doris Leuthard während der Verhandlungen mit dem deutschen Bundesminister Peter Ramsauer diese Gleichbehandlung eingeräumt. Und zudem fordere ja auch der Flughafen Zürich, gleich wie die deutschen Flughäfen in München, Berlin oder Frankfurt behandelt zu werden. Frankfurt gewährt den Fluglärmgegnern eine Plattform. Anfang April marschierten über 6000 in die Abflughalle und machten mit Trillerpfeifen, Transparenten und Reden auf sich und ihre Anliegen aufmerksam.

Mahnwache im Terminal 2

Szenen wie jene in Frankfurt lehnt die Zürcher Flughafenbetreiberin jedoch seit dem Aufmarsch der Südschneiser im Jahr 2003 kategorisch ab. Weder Schweizer Organisationen, Anwohner noch Piloten dürften am Flughafen demonstrieren, sagt die Medienstelle auf Anfrage. Als «Hausbesitzer» besässen sie das Recht, Kundgebungen zu verbieten. Ungestörter Flugbetrieb und Passagierfluss hätten Vorrang.

Nur der Vereinigung Flugschneise Süd Nein (VFSN) gesteht der Flughafen eine Ausnahme zu. Seit 2003 dürfen die Fluglärmgegner aus dem Süden eine Mahnwache halten. Anfänglich noch jede Woche, treffen sie sich jetzt noch jeden ersten Sonntag im Monat im Terminal 2: «Und dies still und friedlich», sagt VFSN-Präsident Thomas Morf. Durchschnittlich zwischen 20 und 50 Sympathisanten würden jeweils mit Passagieren und Flughafenbesuchern den Dialog suchen. Zwar teilten nicht alle ihre Anliegen. «Aber Probleme hat es noch nie gegeben», sagt Morf. Dies bestätigt auch Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling.

Weitere Anfragen für Mahnwachen würde der Flughafen jedoch ebenfalls ablehnen. Die Ausnahme, die man der VFSN zugestehe, sei historisch begründet, sagt Zöchling. «Zudem sind wir der Meinung, dass ein Flughafen mit seiner internationalen Kundschaft nicht der richtige Ort ist, um seine lokalpolitischen Anliegen vorzubringen.»

Von Gegnern belächelt

Dass die Südschneiser am Flughafen ein Sonderrecht geniessen, scheint die Fluglärmgegner aus dem Osten nicht zu stören. «Am Airport zu stehen ist total nutzlos», sagt Fritz Kauf vom Bürgerprotest Fluglärm Ost. «Ich glaube auch, dass es schwierig wäre, genügend Leute zu mobilisieren.» Deshalb wolle man sich lieber über Politik und Medien Gehör verschaffen. Kauf bezweifelt, dass die deutsche BFLW ernsthaft Demonstrationen geplant hatte. Auch Südschneiser Thomas Morf hält den Antrag der Deutschen vielmehr für eine Provokation. «Ausserdem verstehe ich gar nicht, wogegen die demonstrieren wollen. Aber wir würden ihnen dann gerne Feldstecher aushändigen, damit sie bei ihnen zu Hause die Flieger überhaupt erkennen können.»

Die Bemerkungen der Schweizer Fluglärmgegner wollte die deutsche Bürgerinitiative nicht kommentieren. Nur der Flughafenbetreiberin wirft sie vor, das Recht für eine Demonstration «nach Gutsherrenart» zu gewähren. Dabei gehe es ihnen lediglich darum, Verständnis bei der Schweizer Bevölkerung zu wecken. Denn Form und Umfang der Aktion seien noch völlig offen gewesen und hätten mit den Verantwortlichen des Flughafens abgestimmt werden sollen. «Auf gar keinen Fall wollten wir Krawall machen das ist nicht unser Ding», sagte gestern der BFLW-Vorsitzende Rolf Weckesser. «Es ist auch nicht so, dass wir grundsätzlich gegen den Flughafen sind. Wir wollen nur einen vernünftigen Flugbetrieb und eine Gleichbehandlung.»

Fortsetzung auf politischer Ebene

Die Bürgerinitiative plant gemäss Weckesser vorerst keine weiteren Aktivitäten, um auf Schweizer Boden ihre Anliegen kundzutun. «Wir werden aber versuchen, unsere Forderung nach Gleichbehandlung in das Verfahren zwischen den Regierungen der Schweiz und Deutschland einzubringen.»



EWS zu den Beziehungen mit Deutschland

http://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/aktuelles/baden-wuerttemberg/-Wir-haben-Grenzen-erreicht;art417921,5531234

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SK: Sie sind nicht nur Finanzministerin, sondern in diesem Jahr auch Schweizer Bundespräsidentin. Wie beurteilen Sie die Beziehungen zu Deutschland?

EWS: Wir haben gute Beziehungen mit Deutschland; vieles funktioniert gut. Im Steuerstreit haben wir uns mit der deutschen Regierung geeinigt und eine Lösung gefunden. Aber in der Tat, die Frage des Lärms im Anflug auf Zürich-Kloten harrt noch einer Lösung. Das müssen wir klären. Daneben gibt es auch andere offene Fragen, etwa zu den Zulaufstrecken der neuen Eisenbahn alpentransversalen NEAT im süddeutschen Raum.

SK: Sie sagen es, der Fluglärm-Streit dauert schon viele Jahre. Wie stark belastet dies die Beziehungen über den Rhein?

EWS: Das beschäftigt die Bevölkerung natürlich auf beiden Seiten, deshalb haben auch beide Seiten Interesse an einer Lösung. Ich bin zuversichtlich, dass das möglich ist. Es laufen derzeit technische Diskussionen zwischen beiden Delegationen, und ich hoffe und gehe davon aus, dass wir im Sommer einen großen Schritt weiter sind.

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