Fluglärm-DiskussionsforumHeader Ein | Aus
Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Südanflug Juli-Sept 2012


Hier die Beiträge.



Lastenverteilung in der Schweiz offen

Damit wären von 6.30 bis 18 Uhr Anflüge von Norden her möglich, ab Wochenenden erst ab 9 Uhr. Diese Betriebsform tritt erst nach den erforderlichen Verlängerungen der Ost-West-Piste (Piste 28) und der Piste Nord (Piste 32) auf dem Flughafen Zürich in Kraft, spätestens aber 2020. Über die Pistenverlängerungen wird wohl das Zürcher Stimmvolk entscheiden können.

Wie die Lasten in der Schweiz verteilt werden sollen, ist noch offen. Bis 2020 werden es laut Leuthard rund 20'000 Anflüge sein, die umgelagert werden müssen. Ein Drittel der An- und Abflüge soll dann über der Schweiz stattfinden. Deutschland habe der Schweiz eine lange Übergangsfrist zugestanden, sagte Leuthard. Die Schweiz habe nun Zeit, eine faire Lösung für den Lastenausgleich im Landesinnern zu suchen.


Die sehr lauten Südabflüge geradeaus sind nicht vom Tisch. Im Gegenteil!

Vielfach geht das bei der Diskussion über die Südanflüge vergessen.



Was bedeutet der neue Staatsvertrag für den Süden?

http://www.bazl.admin.ch/aktuell/medieninformation/00024/index.html?lang=de&msg-id=45241

1. Morgenanflüge

Werktags
- Morgenanflüge wie gehabt um 6.00 Uhr, aber nur noch bis 6.30 Uhr anstelle von 7.00 Uhr. Deutsche schlafen bis 6.30 Uhr, Schweizer wie bisher nur bis 6 Uhr!

Wochenende und Feiertage
- Morgenanflüge von 6.00 - 9.00 Uhr wie bisher.
Es ändert sich nichts gegenüber heute. Die Wochenenden und Feiertage gehören exklusiv den Deutschen!

2. Abendanflüge

- An allen Tagen 3 Stunden früher als bisher, ab 18 Uhr. Während der Übergangsfrist bis 2020 jedoch nur 1 Stunde früher als bisher, ab 20 Uhr. Der Süden hat am Abend mehr Fluglärm, wenn die Abendanflüge nicht wie eigentlich vorgesehen, über den Osten abgewickelt werden können. Hier ist eine Ostpistenverlängerung von Vorteil, aber das dauert bis 2020.

3. Fluglärmverteilung

Die von Deutschland zusätzlich zu übernehmenden Anflüge sollen laut Doris Leuthard innerschweizerisch "gerecht" verteilt werden. Der nächste Konflikt im Vorfeld der SIL-Vernehmlassung bahnt sich damit schon jetzt an. Immissionen können nie gerecht verteilt werden, deren Auswirkungen müssen aber laut Umweltschutzgesetz minimiert werden. Das Bundesgericht hat dieses Prinzip in einem seiner letzten Urteile erneut bestätigt.

Fazit
Vorteile für die Deutschen und grösstmögliche Flexibilität für den Flughafen.



Von: Ursula Hofstetter <ursula@familie-hofstetter.ch>
Betreff: Statsvertrag
Datum: 3. Juli 2012 11:23:16 MESZ
An: Doris Leuthard <doris.leuthard@gs-uvek.admin.ch>, peter Müller <peter.mueller.dir@bazl.admin.ch>, Thomas Kern <thomas.kern@zurich-airport.com>
Kopie: Evelin Widmer-Schlumpf <eveline.widmer@gs-efd.admin.ch>

Sehr geehrte Frau Bundesrätin

Sie haben nun also doch, wie vorgesehen, den Staatsvertrag im Sommer mit Ihrem deutschen Kollegen unterschrieben.

Am letzten Sonntag noch hat die NZZ am Sonntag von einer Lärmentlastung für die Bevölkerung im am dichtesten besiedelten Gebiet der Schweiz berichtet. Der GNA sei wieder im Gespräch. Jetzt ist leider der aufgekeimte Hoffnungsschimmer schon wieder beerdigt worden. Ihre gestrige Pressekonferenz hat die Absichten des BAZL klar und deutlich offengelegt: Dem Wachstum des Flughafens wird allerhöchste Priorität beigemessen. Die Bevölkerung rund um den Flughafen wird als quantité négligable betrachtet. Die Bevölkerung im Süden darf am Morgen eine halbe Stunde länger schlafen, dafür ist Schluss mit geruhsamen Feierabenden; ab 18.00 Uhr ist der süddeutsche Flugraum gesperrt. Im Gegenzug haben die Deutschen auf die Stuttgarter-Erklärung "verzichtet".

Fazit: Ihr "Kompromiss" bedeutet viel mehr Lärm für die Schweizer Bevölkerung, notabene hauptsächlich von deutschen Airlines produziert. Mit Verlaub, Ihr "Kompromiss" ist eine Kapitulation.

Das Thema Lärm, den die Süddeutschen erwiesenermassen gar nicht haben, ist nicht einmal im Ansatz berücksichtigt worden. Einmal mehr ein typisch schweizerischer Klassiker, nämlich: NACHGEBEN.

Wie Sie den Lärm in den zusätzlichen sensiblen Abend- und Nachtstunden "verteilen" wollen, darüber schweigen Sie wohlweislich……… Die Einführung des GNA ist für Sie aus "Sicherheitsgründen" keine dringliche Option. Ohne den GNA muss aber für die Bevölkerung im dicht besiedelten Süden ein neues Schutzkonzept ausgearbeitet werden, der "Motörchen" Vorschlag hat jetzt ausgedient.

Sie haben mit Ihrem Schnellschuss weder dem Flughafen, noch der Bevölkerung nachhaltig geholfen, ganz im Gegenteil. Die Zürcher Bevölkerung wird nun alle Mittel ausschöpfen, den faulen "Kompromiss" zu bodigen.

Mit freundlichen Grüssen

Ursula Hofstetter
8127 Forch

Kommentar
Die Bevölkerung im Süden darf am Morgen eine halbe Stunde länger schlafen, ist falsch! Der deutsche Flugraum für Nordanflüge auf den Flughafen Zürich ist nach den neuen Bestimmungen erst um 6.30 Uhr offen. Es wird deshalb wie bisher um 6.00 Uhr Südanflüge, ev. auch gekröpfte Nordanflüge geben. Diese dauern dann einfach nur bis 6.30 Uhr und nicht wie bisher 7.00 Uhr. Ob der Flugbetrieb dann schon nach einer halben Stunde umgestellt wird, ist ausserdem äusserst fraglich. Doris Leuthard hat an der Pressekonferenz ausdrücklich gesagt, mehr als drei Mal pro Tag wolle man den Flugbetrieb aus betrieblichen Gründen nicht umstellen.



Bantli:

Die Bevölkerung im Süden darf am Morgen eine halbe Stunde länger schlafen, ist falsch! Der deutsche Flugraum für Nordanflüge auf den Flughafen Zürich ist nach den neuen Bestimmungen erst um 6.30 Uhr offen. Es wird deshalb wie bisher um 6.00 Uhr Südanflüge, ev. auch gekröpfte Nordanflüge geben. Diese dauern dann einfach nur bis 6.30 Uhr und nicht wie bisher 7.00 Uhr. Ob der Flugbetrieb dann schon nach einer halben Stunde umgestellt wird, ist ausserdem äusserst fraglich. Doris Leuthard hat an der Pressekonferenz ausdrücklich gesagt, mehr als drei Mal pro Tag wolle man den Flugbetrieb aus betrieblichen Gründen nicht umstellen.


Nun Ja, wenn von 600 bis 630 GNA geflogen wird, von 630 bis 1800 Nordanflug und ab 1800 bis Ende Betrieb Ostanflug, so muss man nur 2 mal umstellen.

Der Flughafen ist jetzt in der Pflicht, den GNA zusammen mit Skyguide und DFS möglichst rasch auszuarbeiten und ein Gesuch einzureichen. Insbesondere ist er so zu optimieren, dass er auch von 6 bis 9 Uhr geflogen werden kann.


Zuletzt bearbeitet: 03.07.12 17:52 von Thomas


Flughafen Zürich und deutsche Fluggesellschaften

Quelle: EDA, 19.03.2012.

http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/reps/eur/vdeu/bildeu.html

Die deutsche Massnahme ist erstaunlich, da die Flugbewegungen einen deutlichen Bezug zu Deutschland haben. So werden rund 70 % der Flugbewegungen am Flughafen Zürich von deutschen Fluggesellschaften ausgeführt oder solchen, die in deutschem Besitz sind (Swiss, Lufthansa, Air Berlin usw.).




ILS 28 vom 19. bis voraussichtlich 27. August 2012 nicht verfügbar

Ab Ende Woche ist das ILS 28 für einige Zeit (19. bis voraussichtlich 27. August 2012) nicht verfügbar, was zu mehr Südanflügen führen könnte. Nachfolgend das entsprechende NOTAM:

A0336/12 NOTAMN
Q) LSAS/QIGAS/I/NBO/A/000/999/4727N00833E005
A) LSZH B) 1208192100 C) 1208272100
E) RWY 28 ILS GP 333.050 U/S DUE TO MAINT. LOC/DME APCH AVBL ONLY.
CREATED: 13 Aug 2012 12:57:00
SOURCE: LSSNYNYX



» 14.08.12 10:49 «

ILS 28 vom 19. bis voraussichtlich 27. August 2012 nicht verfügbar

Ab Ende Woche ist das ILS 28 für einige Zeit (19. bis voraussichtlich 27. August 2012) nicht verfügbar, was zu mehr Südanflügen führen könnte. Nachfolgend das entsprechende NOTAM:

A0336/12 NOTAMN
Q) LSAS/QIGAS/I/NBO/A/000/999/4727N00833E005
A) LSZH B) 1208192100 C) 1208272100
E) RWY 28 ILS GP 333.050 U/S DUE TO MAINT. LOC/DME APCH AVBL ONLY.
CREATED: 13 Aug 2012 12:57:00
SOURCE: LSSNYNYX


Die Einstellung des ILS- Betriebs 28, wird sicher zu mehr Südanflügen führen. Das letzte Wochenende war ein Beispiel sondergleichen. Ein wenig Bise und schon wird auf das ILS 34 ausgewichen. Die Schleusen wurden geöffnet und werden wohl noch zu noch mehr widerrechtlichen Südanflüge führen.



Auszug aus dem NZZ-Interview mit Thomas Morf

Flughafen ist nicht Wirtschaftsmotor und Pistenverlängerungen braucht es.

http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/der-staatsvertrag-ist-katastrophal-1.17474965

[...]

Jetzt wird es abenteuerlich. Der Flughafen ist kein deutsches Konstrukt, sondern eine nationale Infrastruktur von grösster Bedeutung – vor allem auch für die heimische Wirtschaft.

Der Flughafen hat eine wichtige Funktion für die Schweiz, das stimmt. Aber er ist nicht der Wirtschaftsmotor. Es ist genau umgekehrt.
Wenn es der Wirtschaft und der Bevölkerung gutgeht, fliegen die Leute auch mehr. Wenn die Wirtschaft wie zuletzt hustet, bekommt die Luftfahrtindustrie eine veritable Grippe.
Wäre es anders, könnte Europa ja mit Vielfliegerprogrammen die Konjunktur beleben, statt schmerzhafte Sparpakete zu schnüren.

[...]

Pistenverlängerungen braucht es also?

Ja, sie sind nötig, weil wir schon heute viele Anflüge erdulden müssen, die wegen der kurzen Piste 28 zusätzlich über den Süden geführt werden. Wenn die von übrigen Regionen geforderte Verteilung fair sein soll, müssen alle Pisten in etwa die gleiche Stabilität des Flugregimes gewährleisten.



Adrian Schoop
Rütistrasse 51
CH-8044 Gockhausen
adrian@schoop.org


Gockhausen, 2.9.2012

Frau Bundesrätin Doris Leuthard
Eidg. Dept. für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)
info@gs-uvek.admin.ch


Staatsvertrag mit Deutschland

Sehr geehrte Frau Bundesrätin

Die verwirrenden Stellungsnahmen Berns – weiterhin unter Missachtung von gültigen Gesetzen und Richtlinien (s.u.) – führen, mit rascher Beschleunigung zu einer Eskalation kontroverser Meinungen in den betroffenen und vermeintlich-betroffenen Kantonen. Ein Schaden der langfristig nur schwer heilbar sein wird und von schlecht orientierten und uneinsichtigen Politikern jeder Ebene verursacht und offenbar in Kauf genommen wird.

Bern muss endlich ein Machtwort sprechen welches auf für uns geltenden Gesetzen und Richtlinien basiert. Zur Erinnerung:

- Die Grundlagen der Kantonalen Abstimmung vom 25.6.95: als Ziel wurden 255'000 Flugbewegungen vorgegaukelt!
- Kantonaler, ausdrücklich „behördenverbindlicher“ Richtplan
- Kantonales Raumplanungs-Gesetz
- Luftreinhalte-Verordnung
- Umweltschutz-Gesetz
- Verfassungsartikel über Schutz vor Willkür und Wahrung von Treu und Glauben
- Verfassungsartikel über Gewährleistung von Eigentum und Entschädigung von Enteignungen und Eigentumsbeschränkungen
- Verfassungsartikel über Umweltschutz

Wir müssen annehmen, dass die grosse Mehrheit unserer Volksvertreter keine Kenntnis von diesen Gesetzen und Richtlinien haben oder haben wollen. Das durch Ihren Vorgänger, Bundesrat Moritz Leuenberger, eigenmächtig installierte und äusserst fragwürdige Notrecht wurde inzwischen klammheimlich in Recht umgewandelt, und die Betroffenen in der Südschneise mussten erfahren, was dieses Vorgehen nach sich gezogen hat, z.B.

- Gewaltige Verminderung der gewohnten Lebensqualität - für Rentner schlicht eine Beerdigung ihrer Träume und Vorstellungen für’s Alter.
- im Vergleich zur exorbitanten Wertvermehrung in fluglärmfreien Wohngebieten, vielfach eine radikale Entwertung der Liegenschaften.
- Grosse gesundheitliche Belastungen, morgens und abends, inzwischen über bald 10 Jahre.
- Vielerorts gewaltige Kosten für notwendige Isolierfenster, Rolladenkasten- und Dach- Isolierungen, für welche die Verursacher (gemäss Hr. Leuenberger ist dies der Flughafen Zürich) nicht aufkommen wollen.

Und ständig erfahren wir, wie unsere Volks- und Staatsvertreter im Auftreten gegenüber unseren nördlichen Nachbarn Mal für Mal kniefällig einknicken. So werden letztere ohne wesentliche Gegenleistungen in den Ruhezeiten gänzlich vom dort seh- aber kaum hörbaren Fluglärm verschont. Nota bene Fluglärm, welcher in unserem Land in der äusserst stark bevölkerten Südschneise pro Flugzeug 80-90 dB erzeugt, zu über 70 % durch Maschinen in deutscher Hand und zu immerhin 15-16 % für deutsche Passagiere verursacht wird. Z.Vgl.: nur 33 % der Flugpassagiere wohnen in der Schweiz.

Peinlich: Bern ist nicht fähig, die Resultate der gemeinsam mit Frau Merkel durch ein deutsches Institut (!) veranlassten Fluglärm-Messungen im süddeutschen Raum, d.h. die effektiven Lärm-Belastungen der betroffenen Menschen detailliert zu veröffentlichen und im Staatsvertrag entsprechend zu gewichten! In der Schweiz sind die ständigen Fluglärmmessungen in den betroffenen Zonen für jedermann und jederzeit im Internet abrufbar.

Alles deutet darauf hin, dass das Problem – unter Umgehung obgenannter Gesetze und Vorschriften und entgegen den Beteuerungen aus Bern – jetzt mit Zuflucht zu einer sogenannten „fairen Verteilung“ gelöst werden soll, einer Lösung bei der wenige profitieren und viele leiden (sei es punkto Gesundheit, Kosten, Risiko, Wohnwert- oder Vertrauens-Verlust).

Von einer bestmöglichen Kanalisierung des Lärms wie es die Umweltschutzgesetzgebung verlangt, spricht in Bern niemand mehr! Alles deutet darauf hin, dass viele unserer massgebenden Volksvertreter das Heil im grenzenlosen Ausbau unseres Flughafens mit rapider Steigerung des Transitverkehrs und ohne wirtschaftliche Gewinnschöpfung für unser Land suchen und offensichtlich in einen Filz verstrickt sein müssen, welcher uns nur zu sehr an die Situation in zahlreichen Schwellenländern erinnert. Ein Zustand, der auf Grund unseres Schweizerischen Credos nicht geduldet werden darf.

Jedem der sich noch an die Verhältnisse und Probleme während und nach des 2. Weltkrieges oder an die Zeit des Kalten Krieges erinnern kann, stehen die Haare zu Berge angesichts der fragwürdigen Leistung unserer Regierung in Sachen Fluglärmstreit während nun bald 10 Jahren! Man beachte: die betroffenen Menschen, als Hausbesitzer meist Pensionierte, werden älter und älter und erleben nie eine Lösung des Problems!

Ich frage mich jedenfalls, ob ich unter einer derart unfähigen Regierung nochmals mit Ueberzeugung 840 Diensttage für unser Land leisten könnte.

Uebrigens: dieses Mail wurde am 1.9.2012 zwischen 2015 und 2330 h bei 80–85 dB Lärmtortur in einer illegal errichteten Flugschneise geschrieben (siehe Anhang).

Mit freundlichen Grüssen

Adrian Schoop


PS: Ihre Antworten auf vier meiner Mails waren leider nicht sehr aufschlussreich: „Sehr geehrter Herr Schoop,
 Ihre E-Mail haben wir erhalten und an die zuständige Stelle weitergeleitet. Die Beantwortung kann aufgrund der zahlreichen Mails, die täglich bei uns eintreffen, eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Wir danken für Ihr Verständnis. Freundliche Grüsse ....“ ....and that’s all....

Anhang: Lärmmessungen des DFLD in Gockhausen vom 1.9.2012



Variante J ist vom Bund längst gesetzt.

Der Staatsvertrag hat dem entsprechend Rechnung getragen. Er ignoriert aber die gemeinsam durchgeführten Lärmmessungen und führt stattdessen Zeitfenster ein, die mehrheitlich nur Deutschland etwas nützen. Während diesen lärmfreien Zeitfenstern sind der Schweiz weitgehend die Hände gebunden, die Situation für die eigene Bevölkerung zu verbessern. Hier setzt die Florians-Politik ein, die vielen schadet und fast niemandem etwas nützt. Das ist die grösste Schwäche des Vertragswerks und nicht etwa die Pistenverlängerungen. Vom gekröpften Nordanflug darf man sich ebenfalls nicht zuviel erhoffen, auch wenn er bewilligt wird. Die Möglichkeit alleine sagt noch nichts aus, wie häufig er eingesetzt wird. Das bestimmt schlussendlich wieder der Flughafen, zusammen mit Skyguide.



Bantli:
Variante J ist vom Bund längst gesetzt.

Der Staatsvertrag hat dem entsprechend Rechnung getragen. Er ignoriert aber die gemeinsam durchgeführten Lärmmessungen und führt stattdessen Zeitfenster ein, die mehrheitlich nur Deutschland etwas nützen. Während diesen lärmfreien Zeitfenstern sind der Schweiz weitgehend die Hände gebunden, die Situation für die eigene Bevölkerung zu verbessern. Hier setzt die Florians-Politik ein, die vielen schadet und fast niemandem etwas nützt. Das ist die grösste Schwäche des Vertragswerks und nicht etwa die Pistenverlängerungen. Vom gekröpften Nordanflug darf man sich ebenfalls nicht zuviel erhoffen, auch wenn er bewilligt wird. Die Möglichkeit alleine sagt noch nichts aus, wie häufig er eingesetzt wird. Das bestimmt schlussendlich wieder der Flughafen, zusammen mit Skyguide.


Wichtig ist, dass das Verfahren endlich mal eingeführt wird. Wenn es einige Zeit geflogen worden ist, kann man auch die Kapazität steigern und es dürfte bei den Verantwortlichen seinen Schrecken verlieren.



Staatsvertrag mit Deutschland

Sehr geehrte Frau Bundesrätin


Besten Dank für die rasche Antwort vom 10.9.2012 (erhalten am 17.9.2012) auf mein Mail vom 2.9.2012.

Da weder Sie, sehr geehrte Frau Bundesrätin, noch Herr Peter Müller vom BAZL, sondern ein i.V. mit nicht identifizierbarer Unterschrift und eine Frau **** aus der Sektion „Standardisierung und Grundlagen“ mit für mich unklärbarer Aufgabe, das Antwort-Mail unterschrieben haben, muss ich annehmen, dass sich keine kompetente Person mit meinen Anfragen befasst hat oder dazu über genügend Sachwissen verfügt.

Das was der oder die Antwortende als Rechtssicherheit bezeichnet, wird in unserem Land mit anerkannt hohem Demokratie- und Rechtssicherheits-Verständnis in diesem Staatsvertrag mit Füssen getreten! In meinem Mail vom 2.9.2012 habe ich die in meiner Kenntnis liegenden Rechtsgrundlagen aufgezählt, die nicht nur strapaziert, sondern, in den vergangenen 10 Jahren vermutlich bewusst hintergangen worden sind.

Wo sind die angeblichen Konzessionen der süddeutschen Seite? 70 % der lärmverursachenden Carriers sind in deutscher Hand. Die zahlreichen Flüge in der gesundheitlich heikelsten Zeit zwischen 0600 und 0630 h über dichtestbevölkertem Gebiet verbleiben. Mit dem Aufwach-Schreck werden wir auch weiterhin jeden Tag beginnen müssen. Der Wegfall der werktags zumeist wenigen Flüge ab 0630 h bringt den bereits Aufgeschreckten keine Erleichterung. Dafür dürfen wir in Zukunft ab 1800 h alle Flüge übernehmen. Glaubt Bern wirklich, dies sei ein „wesentliches Zugeständnis“ der Gegenpartei?

Bemerkenswert ist auch dass der im gleichen Departement beheimatete Umweltschutz in diesen Fragen offenbar nicht beigezogen wird. Geht es nicht auch um die Erfüllung der Luftreinhalteverordnung und des Umweltschutz-Gesetzes? Sind die allseits bekannten zahlreichen medizinischen Gutachten betr. den nachweisbaren Langzeitschäden an Bewohnern der Flugschneisen in Heathrow, Amsterdam, Hamburg, Frankfurt, Köln-Bonn, München und Wien für Bern nur blabla? Seit Jahren an keinem Samstag, Sonntag oder Feiertag ausschlafen zu dürfen und am Morgen mit dem Getöse entsprechend einem neben dem Bett laufenden Rasenmäher geweckt zu werden (während 3 Stunden meist alle 2,5 Minuten mit 80-90 dB!) hat mit Sicherheit in Bern noch niemand erlebt.

Man kann sich auch die Frage stellen: Warum hat Frau Merkel eingewilligt, die Lärmmessungen im süddeutschen Raum vorzunehmen? Nach deutschem Recht wurde dort kein übermässiger Fluglärm festgestellt. Beschämt müssen wir feststellen, dass die Schweiz einmal mehr nicht fähig ist in Verhandlungen auf Faktenbasis zu bestehen.

Was im zweiten Absatz Ihres Mails geschrieben steht kann nur jemand geschrieben haben, der nicht die geringste Kenntnis hat über die gültigen rechtlichen Grundlagen. Von einer Berücksichtigung der Bevölkerungsdichte betr. Lärmschutz haben wir in den vergangenen 10 Jahren jedenfalls nichts verspürt und der vorgesehene Staatsvertrag verbessert rein gar nichts! Solange ein Grossteil der Anflüge über dichtestbevölkertem Gebiet stattfindet oder stattfinden muss, kann doch nicht von einem ernsthaften Bemühen um Sicherheit oder Lärmschutz gesprochen werden.

Und der letzte Satz in der Einführung zum Staatsvertrag lautet heuchlerisch: „... in dem Wunsch, Mensch, Natur und Umwelt möglichst umfassend gegen übermässige Auswirkungen des Luftverkehrs zu schützen, sind wir übereingekommen....“. Hat irgend jemand in Bern diese „übermässigen Auswirkungen“ auf beiden Seiten des Rheins betreffend ihrer Ausgeglichenheit geprüft?

Fazit: Dieser Vertrag ist in seiner Kompliziertheit und Unausgeglichenheit und wirtschaftlichen Benachteiligung des Flughafens Kloten staatspolitisch eine Katastrophe, ein deutsches Diktat dem die Schweizer kniefällig und untertänisch zuzunicken haben. Durch die jahrelange Verschleppung des Problems von schweizerischer Seite sind unter den Bürgern der betroffenen Regionen unseres Landes zudem ein Dauerkrach und zunehmende Staatsverdrossenheit vorprogrammiert.


Mit freundlichen Grüssen
Adrian Schoop




Jetzt waren sie doch so sicher, unsere lieben Oestler:

Sogar Bundesrätin Leuthard spricht nicht mehr von Kanalisierung sondern von einem fairen Lastenausgleich. Hier haben wir bereits einen ersten Sieg errungen.

Heute war nicht so der Tag für die Oestler, die Schlagzeilen: "Alles deutet auf das Ostkonzept hin (ZOL)", "Flughafen Zürich: Geltungsdauer der Projektierungszone für die Ost-Westpiste verlängert (BAZL)", "Gekröpfter Anflug über den Osten ist neu im Spiel (NZZ)".

Aber die grosse Klappe kennen wir ja schon von der letzten Abstimmung. Die Voraussagen des BFO korrelierten zu 100% mit der Realität, einfach mit dem Faktor -1. Shit happens.

Wir warten schon gespannt auf den nächsten Ost-Letter. Und können jetzt schon sagen (zitat BFO):
Wir sind der Meinung, das ist völliger Quatsch!






@Kontrollator

Die Oestler mit ihrem News-Lügenletter müssten sich eigentlich bei @Thomas bedanken, der ihn hier regelmässig veröffentlicht.
Andererseits, wer liest überhaupt den Quatsch?

Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht


Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

Nutzungsbedingungen