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Thema: Medienberichte Juli-Sept 2012


Fluglärm: Auch Konstanzer Andreas Jung (CDU) und Siegfried Lehmann (Grüne) fordern Nachbesserungen

http://www.see-online.info/38780/fluglarmauch-konstanzer-andreas-jung-cdu-fordert-nachbesserungen/

19. September 2012 wak

Schwarz-grüne Forderung „Pflöcke einschlagen für Südbaden“ - Auch Landkreis Konstanz von zukünftigen Flugrouten möglicherweise betroffen

Konstanz. Die CDU fordert mehr Klarheit in der Fluglärm-Frage. Der Vertragstext lasse Raum für Interpretationen und das führe zu erheblichen Sorgen in der Region. Durch eindeutige Formulierungen in der „Denkschrift“ zum Staatsvertrag müssten diese entkräftet werden. „Die Denkschrift muss dringend nachgebessert werden“, erklären der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl und Andreas Jung, Bezirksvorsitzender der CDU Südbaden: „Es sind Klarstellungen notwendig.“

CDU-Abgeordnete appellieren

Vergangene Woche hatte das Bundesverkehrsministerium den betroffenen Landkreisen Waldshut, Schwarzwald-Baar und Konstanz den Entwurf einer sogenannten „Denkschrift“ zur Stellungnahme übersandt. Diese soll ergänzend zum Vertragstext Teil des Ratifizierungsverfahrens werden. Die darin enthaltenen Bestimmungen dienen der Auslegung und Konkretisierung. „Hier müssen Pflöcke zum Schutz der südbadischen Bevölkerung eingeschlagen werden“, so die beiden Bundestagsabgeordneten. Die bislang in dem Entwurf enthaltenen Formulierungen seien unzureichend. Das betreffe auch Fragen, über die im Rahmen der Verhandlungen bereits Einvernehmen erzielt worden sei. „Wir gehen davon aus, dass Minister Ramsauer die Stellungnahme der Region sehr ernst nehmen wird“, betonen Strobl und Jung. Ein Forderungs-Katalog wird derzeit von den Landkreisen erarbeitet. „Erst wenn die Denkschrift ergänzt wurde, ist eine abschließende Bewertung des Staatsvertrags möglich“, so die CDU-Politiker abschließend.

Lehmann warnt vor unklaren Flugrouten

Der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann befürchtet deutliche Mehrbelastungen durch Fluglärm für die Menschen der Bodenseeregion, wenn der vom Bundesverkehrsminister ausgehandelte Staatsvertrag ohne verbindliche Ausführungsbestimmungen zur Reduktion der Fluglärmbelastungen beschlossen wird. „Insbesondere die niedrigeren An- und Abflughöhen und die Tatsache, dass bislang Unklarheit über die zukünftigen Flugrouten über die Bodenseeregion besteht, lassen befürchten, dass es in unserer Region zu enormen zusätzlichen Lärmbelastungen kommen wird.“ Lehmann fordert daher, dass in einer Denkschrift eine Klärung dieser Fragen als verbindliche Ausführungsbestimmungen festgeschrieben wird. „Diese wichtigen Fragen müssen erst lückenlos geklärt und befriedigend beantwortet werden – ansonsten ist dieser Staatsvertrag aus meiner Sicht nicht zustimmungsfähig.“



GRAFENHAUSEN, 20. SEPTEMBER 2012

Regierung mit Fluglärm-Vertrag nicht zufrieden

http://www.bietigheimerzeitung.de/bz1/news/suedwestumschau_artikel.php?artikel=6484713

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dringt nun doch energisch auf Nachbesserungen am Fluglärm-Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz. In der jetzigen Form könne das Land dem von den Bundesregierungen beschlossenen Fluglärm-Kompromiss nicht zustimmen, sagte Kretschmann in Grafenhausen im Hochschwarzwald. Die Einigung zwischen Deutschland und der Schweiz könne nur in Kraft treten, wenn sie für Südbaden eine spürbare Entlastung bringe.

Bis vor kurzem hatte Kretschmann noch die Linie vertreten, der Kompromiss müsse zähneknirschend akzeptiert werden. Nach einem Treffen mit Kommunalpolitikern aus dem Kreis Waldshut, der besonders von den Anflügen auf den Flughafen Zürich belastet ist, sagte der Regierungschef nun: "Es braucht Klarheit und Transparenz. Beides ist derzeit nicht gegeben."

SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel begrüßte die "neue Skepsis" des Ministerpräsidenten gegenüber dem Fluglärm-Staatsvertrag. Unterstützung erhielt Kretschmann auch von der Landes-CDU.

Um Verbesserungen zu erreichen, müssten Details präzisiert werden, verlangte Kretschmann. Eindeutig geklärt werden müssten die Flugrouten, An- und Abflughöhen sowie die Frage, wer für die Bewirtschaftung des Luftraums zuständig sei. In diesen Fragen herrsche große Unsicherheit. Es müsse klar sein, dass der Luftraum nicht mehr von der Schweiz alleine bewirtschaftet werde. Dies gelte auch für das Festlegen der Flugrouten.

Mit seinen Forderungen reagierte Kretschmann auf die Proteste in den von Fluglärm betroffenen Regionen. "Es geht nicht, dass die in dem Vertrag festgeschriebenen erweiterten Ruhezeiten durch zusätzliche Zumutungen im Kleingedruckten zunichtegemacht werden."

Redaktion: LSW



NZZ, 18.9.2012

Stocker pocht auf den «Gekröpften»

asü. Am Dienstagabend hat Regierungsrat Ernst Stocker (svp.) Vertreterder Zürcher Bezirke über den Inhalt des Flughafen-Staatsvertrags informiert. Die Stimmung sei konstruktiv gewesen, sagte Stocker auf Anfrage. Es sei an dem Treffen um Faktenvermittlung gegangen, nicht um Positionsbezüge.

Klar Stellung nimmt dafür der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor selber. Den gekröpften Nordanflug betrachte er als sinnvolles Anflugverfahren, das nicht aus politischen Gründen aus der Diskussion ausscheiden dürfe. Von dezidierten Stellungnahmen, wie sie von den Kantonen Aargau und Thurgau zu hören waren, zeigt sich Stocker irritiert: «Man kann nicht Feuer und Flamme für den Staatsvertrag sein und die Konsequenzen nicht akzeptieren.» Die Zürcher Regierung hat sich noch nicht zum Staatsvertrag positioniert – und verfügt damit laut Stocker über ein «gewisses Druckmittel» gegenüber dem Bund.

Der Regierungsrat verfolge im Zusammenhang mit dem Fluglärm-Index die Strategie, möglichst wenig Menschenzu belärmen. Klar sei aber auch, sagt der Volkswirtschaftsdirektor, dass keine Region ganz verschont werden könne: «Eine gewisse Verteilung ist nötig – so müsste mit dem Ostkonzept auch der Süden witterungsbedingt Anflüge tragen.» Vom Bund erwartet die Zürcher Regierung laut Stocker, dass er in den kommenden Wochen den Botschaftsentwurf zur Umsetzung des Staatsvertragsveröffentlicht.



Baden-Württemberg

Fluglärm-Staatsvertrag: Kretschmann macht Kehrtwende

http://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/aktuelles/baden-wuerttemberg/Fluglaerm-Staatsvertrag-Kretschmann-macht-Kehrtwende;art417921,5692102

20.09.2012
Von UTHE MARTIN

Autobahn, Probleme des Ländlichen Raums, demographische Entwicklung, Ärzteversorgung, Schweizer Tiefenlager – alles Themen, die die kommunalpolitische Diskussion im Landkreis Waldshut derzeit dominieren und die ein Wort des baden-württembergischen Ministerpräsidenten wert gewesen wären. Doch beim gestrigen Besuch von Winfried Kretschmann in Grafenhausen übertönte der aktuelle Überflieger alles.

Zum Fluglärm-Staatsvertrag meldeten sich aus den Reihen der Gäste aus dem Kreis von Abgeordneten, Kreisräten, Bürgermeistern und Parteivorsitzenden mit einer Ausnahme nur Gegner zu Wort. Ihr Appell an den Ministerpräsidenten: „Lehnen Sie den Staatsvertrag im Bundesrat ab!“

„Hier im Kreis Waldshut, direkt an der Schweizer Grenze, leben wir mit allen Vor- und Nachteilen einer solchen Lage“, sagte der Waldshuter Landrat Tilman Bollacher. Vom Staatsvertrag hätte man sich für die deutsche Seite ein günstigeres Ergebnis erhofft. Vor allem sei die Sorge groß, dass der Schutz, den die erweiterten Ruhezeiten versprächen, durch andere Verfahren wirkungslos werde. Sehr kurz bemessen sei die Zeit, die dem Landkreis für die Abgabe einer Stellungnahme zu einer Denkschrift zum Staatsvertrag bleibe. Hohentengens Bürgermeister Martin Benz, wie die anderen 31 Rathauschefs aus dem Landkreis Waldshut Unterzeichner der „Erzinger Erklärung“ gegen den Staatsvertrag, sieht in der Denkschrift Sprengstoff. Von der Stuttgarter Erklärung sei nicht viel übrig geblieben. „Das Land ließe sich für die Interessen des Kantons Zürich einspannen“, fürchtet Benz. „Das würde die Preisgabe der Tourismusregion und der Menschen bedeuten, nicht nur am Hochrhein, sondern auch im Schwarzwald und am Bodensee.“

Die Waldshuter Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) betonte die gute Nachbarschaft mit der Schweiz. „Für einen Kompromiss, wie ihn der Staatsvertrag verlangt, braucht es eine Vertrauensbasis“, sagte sie. Das Vertrauen der deutschen Seite in die Schweiz sei jedoch strapaziert worden, zudem habe es der Kreis Waldshut geballt mit Anlagen wie dem Flughafen oder Atomanlagen zu tun. Der Staatsvertrag würde die Region Tag und Nacht für den Flugverkehr öffnen, befürchtete der Waldshuter Alt-Landrat Bernhard Wütz und warnte vor unnötiger Eile. So will Kretschmann auch nicht vorgehen. Man solle einem Vertragstext vertrauen, doch müsse sichergestellt sein, dass das „Kleingedruckte“ das Ausgehandelte nicht konterkariere. Man müsse gründlich und ohne Zeitdruck prüfen. Für Oktober stellte er eine Informationsveranstaltung im Kreis Waldshut zum Staatsvertrag in Aussicht.



Staatsvertrag zum Fluglärm Der Kampf der Landräte

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.staatsvertrag-zum-fluglaerm-der-kampf-der-landraete.ed3d101d-640d-424c-89e5-74bf5414592b.html

wom, 21.09.2012 09:59 Uhr

Waldshut - Die Ratifizierung des deutsch-schweizerischen Staatsvertrags zum Fluglärm ist ein Stück schwieriger geworden, seit die 32 Städte und Gemeinden im Kreis Waldshut dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) am Mittwoch ihre einhellige Ablehnung des am 2. Juli geschlossenen Abkommens übermittelt haben. Der Regierungschef versprach den Bürgermeistern, er werde dem Vertragswerk nur zustimmen, wenn er erhebliche Verbesserungen für die vom Fluglärm betroffene Bevölkerung erbringe. „Ich habe da keine Eile“, sagte Kretschmann.

Der Regierungschef tut wohl gut daran. Noch vor kaum zwei Wochen hatte er bei einer Reise durch die vier Kantone Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen und Zürich von einem „akzeptablen Kompromiss“ gesprochen und die Fluglärmgegner gegen sich aufgebracht. Nun, da er erkannt hat, wie stark der Widerstand ist, rudert Kretschmann kräftig zurück. Entsprechend beeilte sich der Grüne, deutlich zu machen, dass der Bund und nicht das Land der Verhandlungsführer des bilateralen Abkommens und die Macht des Landes somit begrenzt sei. Am 4. September hatten der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und seine eidgenössische Amtskollegin Doris Leuthard das siebenseitige Vertragswerk unterzeichnet. Eine zusätzliche Denkschrift soll nun das Werk ausgestalten und die offenen Fragen etwa zu Flugzeiten und Flugrouten festlegen, hieß es.

Zahl der Anflüge nicht mehr begrenzt

Deutschland hatte bei den Verhandlungen zwar eine Ausweitung der Sperrzeiten erreicht. Künftig sollen werktags Anflüge über deutsches Gebiet nur von 6.30 Uhr bis 18 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 9 Uhr bis 18 Uhr möglich sein. Im Gegenzug hat die deutsche Seite jedoch unter anderem darauf verzichtet, die Zahl der Anflüge über deutschem Gebiet auf maximal 80 000 zu begrenzen. Derzeit gibt es jährlich noch 105 000 Anflüge.

Die Bürgermeister und auch die Bundes- und Landtagsabgeordneten in der Region Waldshut kritisieren, dass ohne Not die sogenannte Stuttgarter Erklärung vom November 2009 unterlaufen wurde. Diese sei nun nur noch „Makulatur“, klagte Bürgermeister Martin Benz, seit 21 Jahren Bürgermeister der am stärksten überflogenen Gemeinde Hohentengen. Im März dieses Jahres hatte die grün-rote Landesregierung das Papier noch einmal bekräftigt.

Ex-Landrat Wütz attackiert Minister Ramsauer

Der Vorortbesuch des Regierungschefs hat noch eines offenbart: die Führung im Fluglärmabwehrkampf hat nun wieder Bernhard Wütz übernommen. Der 71-jährige frühere CDU-Landrat ist nach sechs Jahren im Ruhestand wort- und wirkungsmächtig in die politische Arena zurückgekehrt. Er geht in Konfrontation zu seinem Nachfolger Tilman Bollacher (CDU), der den Vertrag wie seine Amtskollegen in Konstanz und im Schwarzwald-Baar-Kreis mitträgt. Wütz aber fürchtet offenbar um sein Lebenswerk – den Schutz vor Schweizer Fluglärm. In der „Frankfurter Allgemeinen“ fällt er ein vernichtendes Urteil: „Der Vertrag ist der helle Wahnsinn, die Tourismusregion Südschwarzwald steuert auf die Katastrophe zu. 2020 ist der Tourismus kaputt.“ Ramsauers Vorgehen erinnere ihn „an einen absolutistischen Fürsten“.

Der Jurist Wütz hat den Vertrag genau gelesen und findet, die Schweiz könne bald „machen, was sie will“. Zum Beispiel den Flughafen niedriger anfliegen lassen als bisher, weil die Flughöhen gesenkt worden sind. Die Sperrzeiten, so Wütz, seien auch nur für die Pisten 14 und 16 festgeschrieben. „Wenn die Schweizer wollen, können sie über die anderen Pisten künftig Tag und Nacht fliegen.“ Die Denkschrift habe keinerlei rechtliche Bindungskraft. Entscheidend sei allein, was im Staatsvertrag stehe.

Waldshuter Landrat Bollacher wehrt sich

Tilman Bollacher wehrt sich gegen die Kritik. Am 17. Oktober will der Waldshuter Kreistag eine Resolution mit der Ablehnung des Staatsvertrags verabschieden. „Diese Entscheidung werde ich umsetzen und mittragen, das ist doch klar“, sagt er. Auch der 48-Jährige findet noch vieles in dem Abkommen unklar. Aber manches werde auch verkürzt oder gar nicht dargestellt. So werde der künftige Luftraum eben gemeinsam von der Schweizer Skyguide und der Deutschen Flugsicherung überwacht. „Das ist ein Generalschlüssel für unseren Einfluss“, glaubt Bollacher.

Ebenfalls im Oktober will der Bundesverkehrsminister an den Hochrhein kommen. Die Fluglärmgegner sind der Ansicht, Ramsauer soll sich dann in einer Podiumsdiskussion der Kritik stellen.

Proteste seit den 1960er Jahren

Der größte schweizerische Flughafen Zürich-Kloten liegt 15 Kilometer südlich der schweizerisch-deutschen Grenze. Seit 1948 wird geflogen. Seit den 1960er Jahren nimmt der Fluglärm zu. Entsprechend kam es zu immer stärkeren Protesten in und außerhalb der Schweiz.

Als Folge der Proteste und einiger Gerichtsverfahren trafen die Schweiz und Deutschland 1984 eine lose Verwaltungsvereinbarung zum grenzüberschreitenden Flugverkehr. Erst als diese im Jahr 2000 gekündigt wurde, kam das Thema auf die höchste politische Ebene.

2001 wurde ein Staatsvertrag unterschrieben, der aber nicht ratifiziert wurde. Deutschland erließ Verordnungen zu Routen und Flugzeiten sowie Mindestflughöhen. Im Juli 2012 wurde erneut ein Staatsvertrag ausgehandelt und im September 2012 unterzeichnet.



Man riss schon vor den letzten 2 Abstimmungen (Fairflug und Pistenstopp) die Klappe weit auf.
Und hat nichts dazu gelernt wie dieser an Primitivität kaum mehr toppbare News von Bürgerlärm Ostsolidarität (so ähnlich heisst er doch, dieser komische Fairein?) zeigt:

(nur Auszüge, die ganze geballte Ladung erträgt man als faktenorientierter Leser nicht)

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Newsletter Bürgerfrust Fluglärm Ost:

Der Kampf für eine gerechte und sinnvolle Lösung beim Fluglärmstreit kann beginnen; wir sind bereit!

Gemeinsam vertreten wir 95 Prozent der mit Fluglärm belasteten Bevölkerung. Dies gibt uns die Legitimation, uns in Bern bei der Umsetzung des Staatsvertrages Gehör zu verschaffen. Die Zeit drängt, aber wir haben bereits verschiedene Pflöcke eingeschlagen. Sogar Bundesrätin Leuthard spricht nicht mehr von Kanalisierung sondern von einem fairen Lastenausgleich. Hier haben wir bereits einen ersten Sieg errungen.

Unsere Forderungen sind klar verständlich und sind ein Kompromissvorschlag an all jene, die nur den Nutzen und nicht die Lasten des Flugverkehrs wünschen; also auch an die Vielfliegerbezirke im Süden des Kantons.

Der Staatsvertrag darf nicht ohne Unterstützung der Zürcher Bevölkerung und seiner politischen Instanzen umgesetzt werden. Die Behörden- und Bürgerorganisationen werden gemeinsam alle politischen Mittel ergreifen, um sicherzustellen, dass

1.) Pisten nicht verlängert werden
2.) alle Himmelsrichtungen Teil der Lösung sind und Lasten übernehmen
3.) wirksame Lösungen gefunden werden, die garantieren, dass der ZFI Richtwert eingehalten wird.

Das Ergebnis können wir Ihnen heute schon verraten:
Die vom Fluglärm betroffenen Bezirke Pfäffikon, Bülach, Andelfingen, Winterthur und Dielsdorf lehnen einen Pistenausbau und eine einseitige Belastung der Bevölkerung im Westen, Norden und Osten ab. Die Vielfliegerbezirke Uster, Meilen, Horgen und Hinwil möchten gerne den Flughafen ausbauen, die Südanflüge abschaffen und den Lärm in den anderen drei Himmelsrichtungen konzentrieren. Die Haltung der Bezirke Dietikon, Affoltern und Zürich sind noch unklar. Entweder Enthaltung (da nicht betroffen), Ablehnung oder Zustimmung zum Staatsvertrag.

Bürgerprotest Fluglärm Ost wird sich am Info-Forum für die Bevölkerung köstlich äussern können. Für uns ist klar, dass es noch nicht klar ist, wer den zusätzlichen Fluglärm tragen muss. Nicht einmal die sofortige Umsetzung der zusätzlichen Stunde (nach Unterzeichnung des Staatsvertrages muss zwischen 20 und 21 Uhr von Osten oder Süden angeflogen werden) gilt für uns der Ostanflug als gesetzt. Der Osten trägt heute bereits die meisten Zusatzlasten aufgrund der deutschen Verordnung. Dies bedeutet, dass wir - ohne eine saubere und faire Auslegeordnung - jegliches Präjudiz und damit alle zusätzlichen Anflüge bis vor das oberste Gericht bekämpfen werden.

Nun liegt es an den Egoisten, ihre Positionen zu überdenken. Nur so können sie bei der künftigen Lastenverteilung mitreden.


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Und nun die bittere Realität: (NZZ, 23.09.2012, via VFSN), unten

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Osten muss bittere Pille schlucken

Offiziell sind die Gespräche über die Verteilung des Fluglärms in der Schweiz erstangelaufen. Aus dem Vernehmlassungsbericht des Bundesrats und deutschen Dokumenten geht die Stossrichtung jedoch klar hervor: Bis 6 Uhr 30 morgens sollen die Flugzeuge von Süden landen; der gekröpfte Nordanflug soll diese Route entlasten. Tagsüber werden die Jets Kloten wie bisher von Norden über Süddeutschland ansteuern. Ab 18 Uhr dürfte es den Osten treffen. Somit würde das Anflugregime normalerweise dreimal täglich geändert, was laut Fachleuten machbar ist. Unklar ist das Abflugregime. In der Regel soll nach Norden gestartet werden, also über Deutschland. Flughafennahe Kreise lobbyieren zudem für die Option «Straight 16», bei der die Jets über Schwamendingen aufsteigen.
Ob der Staatsvertrag in der Schweiz durchkommt, ist ungewiss. Diese Woche hat auch die SP Schweiz Widerstand angedroht, falls der Lärm nicht verteilt werde. «Die einseitige Mehrbelastung der Bevölkerung einer Region akzeptieren wir nicht», sagt die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher. (ffe.)





Zuletzt bearbeitet: 24.09.12 00:59 von Kontrollator


Wie die Schweiz beim Fluglärm nachgab

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/wie-die-schweiz-beim-fluglaerm-nachgab-1.17636549

Interner Bericht zeigt deutsches Powerplay in Verhandlungen mit der Schweiz

In Süddeutschland wächst die Kritik am Fluglärm-Abkommen. Dabei war es die Schweiz, die einlenken musste, damit der Staatsvertrag überhaupt möglich wurde.

Fabian Fellmann

Am Freitag hat der Bundesrat den Fluglärm-Staatsvertrag mit Deutschland in die Vernehmlassung geschickt. Im Bericht dazu lobt er ihn als «gutes und ausgewogenes Verhandlungsresultat», das verglichen mit dem gescheiterten Staatsvertrag von 2001 eine «gleichwertige, eher vorteilhafte Lösung» darstelle – ein Seitenhieb an den damaligen Verkehrsminister Moritz Leuenberger.

Ganz anders tönt es in einem internen Bericht des deutschen Bundesverkehrsministeriums an den Verkehrsausschuss des Bundestags, der sich kommende Woche damit befassen soll. Demnach begannen die Verhandlungen gemächlich. In der ersten Runde am 2. März 2012 in Rüschlikon waren Lösungsansätze noch kein Thema. Es ging nur darum, wie man überhaupt verhandeln wollte, und beide Seiten bekräftigten ihren Willen, den Fluglärm-Streit gütlich beizulegen.

Sofort darauf begann die deutsche Seite ihr Powerplay. Sie entwarf einen Vertrag, den sie auch den Schweizern zustellte, allerdings ohne die wichtigen Zahlen. Das war die «Grundlage für die weiteren Verhandlungen», wie es in dem Bericht heisst. Die Botschaft war klar: Es wird nur über eine in Zahlen festgeschriebene Obergrenze für Anflüge über Süddeutschland verhandelt – was die Schweiz ablehnte. Diese verlangte, dass die Fluglärmmessungen eine entscheidende Rolle spielen.

«Deutliche Bewegung»

Am 27. März endete die zweite Verhandlungsrunde am Flughafen Frankfurt in einer Sackgasse. Danach «waren die Positionen der Verhandlungsdelegationen unvereinbar festgefahren», steht in dem Bericht. «Eine dritte Verhandlungsrunde fand erst nach einer deutlichen Bewegung auf Schweizer Seite am 14. Juni 2012 in Zürich statt.»

In der Schweiz beschreibt dies der Bundesrat in seiner Erklärung zum Staatsvertrag so: «Erst als die deutsche Seite den Ansatz akzeptierte, die Entlastung über anflugfreie Zeitfenster für Deutschland zu regeln, bestand Aussicht auf eine Einigung.» Mit anderen Worten: Die Schweiz hatte ihre Kernforderung von Fluglärmmessungen aufgegeben. Als Alternative schlug sie ausgedehnte Sperrzeiten über Süddeutschland vor, wie sie der Staatsvertrag jetzt auch vorsieht: Wochentags zwischen 18 und 6 Uhr 30 herrscht Ruhe im deutschen Luftraum. Falls der Vertrag auf beiden Seiten angenommen wird und er 2020 in Kraft tritt, müssen deswegen zusätzliche 17 Prozent der Anflüge über Schweizer Gebiet stattfinden – hauptsächlich über der Ostschweiz. Eine gut informierte Quelle bestätigt, dass die Schweizer in diesem Punkt eingeknickt seien. Allerdings erwecke Bundesrätin Doris Leuthard diesen Eindruck gezielt aus taktischen Gründen, damit der Vertrag in Deutschland akzeptiert wird.

Das wäre gar nicht nötig. Die süddeutschen Fluglärm-Gegner sind in Deutschland zunehmend isoliert. Sie bauen derzeit zwar Drohkulissen auf. Frank Hämmerle, Landrat von Konstanz, hat diese Woche sämtliche Amtsträger seines Landkreises aufgefordert, sich gegen den Staatsvertrag in der heutigen Form zu wehren. Und Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der sich anfänglich kompromissbereit zeigte, gerät von seiner grünen Parteibasis zunehmend unter Druck. «Kretschmann hat diese Woche von 31 Bürgermeistern aus den unterschiedlichsten Parteien zu spüren gekriegt, dass wir diesen Vertrag so, wie er jetzt ausgestaltet ist, ablehnen», sagt Rita Schwarzelühr-Sutter, SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Landkreis Waldshut. Die markigen Worte können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Süddeutschen auf nationaler Ebene wenig Gehör finden. Das Bundesverkehrsministerium hat bisher ihre Forderung ignoriert, die Flugrouten müssten in einer Denkschrift zum Staatsvertrag festgeschrieben werden. Und selbst der Münchner Fluglärmgegner Toni Hofreiter, grüner Bundestagsabgeordneter aus Bayern und Präsident des Verkehrsausschusses, sagt: «Der Fluglärm-Staatsvertrag mit der Schweiz ist ein guter Kompromiss.» Angesichts solcher Voten gehen Beobachter davon aus, dass die wirtschaftsfreundliche bürgerliche Mehrheit im Bundestag dem Abkommen zustimmen wird.

Länderkammer ohne Vetorecht

Ein Ja wird auch von der zweiten Kammer, dem Bundesrat, erwartet, obwohl dort die mehrheitlich rot-grünen Ländervertreter dominieren, die bereits das Steuerabkommen mit der Schweiz zum Absturz bringen wollen. Der Fluglärm-Vertrag hingegen fällt in eine andere Kategorie: Sollte der Bundesrat wider Erwarten Nein sagen, könnte ihn der Bundestag überstimmen.



Baden-Württemberg Widerstand gegen Fluglärm-Staatsvertrag wächst

http://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/aktuelles/baden-wuerttemberg/Widerstand-gegen-Fluglaerm-Staatsvertrag-waechst;art417921,5698826

25.09.2012
Von NILS KÖHLER

Der Fluglärm über dem Hochrhein und dem Bodensee wird deutlich zunehmen. Verlierer ist auch der Landkreis Konstanz, der künftig wohl auch mit Abflügen gesegnet wird.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) war es, der den „akzeptablen Kompromiss“ im Fluglärmstreit lobte und die künftigen Belastungen über Südbaden mit 85 000 Flugbewegungen angab. Und es war Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der im Interview mit dieser Zeitung den Betroffenen in Südbaden versprach: „Es wird weniger Fluglärm geben.“ Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Weil der Wähler droht, möchte der Ministerpräsident den Ratifizierungsprozess am liebsten bremsen. Und Ramsauer schweigt. Auf eine deutliche Belastung werden sich die Menschen am Hochrhein und am Bodensee gleichwohl einstellen müssen. Entlastung wird es wohl geben – für den betuchten Zürcher Süden. Aus einem 16-seitigen Begleitpapier, das die Schweizer Seite offenbar bis zur Ratifizierung des Vertrages in Deutschland noch unter dem Deckel halten wollte, geht hervor, dass Zürich künftig den größten Teil seiner An- und Abflüge über Südbaden lenken will. „Die Anzahl der Anflüge von Norden kann bis zu etwa 110 000 Anflüge wachsen“, heißt es in dem Papier. Deutlich mehr also, als Kretschmann dies öffentlich dargestellt hat. Deutlich mehr auch als heute mit gut 100 000 Anflügen.

„Die dicht besiedelten Gebiete der südlichen Flughafenregion können dabei geschont werden,“ heißt es in dem Schweizer Papier weiter, das jetzt offenbar auf politischen Druck hin auf der Internetseite des Schweizerischen Luftfahrtamtes Bazl eingestellt wurde. Die Leidtragenden dürften zunächst einmal im Nordosten Zürichs wohnen: am Bodensee und im Schweizer Kanton Thurgau. Bei einer Konferenz mit Zürcher Bezirksvertretern wurde offenbar auch eine Folie aufgelegt, die zeigt, wo es hingeht: Demnach sollen alle Morgenanflüge künftig von Osten über den Bodensee geführt werden – über Markdorf und Hagnau an Konstanz vorbei nach Südwesten. Von 6 bis 9 Uhr, auch an Wochenenden.

Doch mit den 110 000 reinen Anflügen über den Norden und Osten der Schweiz dürfte es nicht getan sein. Denn eine „Plafonierung der Anzahl der Nordanflüge“ enthält der Staatsvertrag dank Zusagen Berlins und Stuttgarts nicht. Folglich werden die Flüge mit dem Wachstum des Airports schritthalten. Der Flughafen peilt statt der bislang 270 000 einen Hub mit 350 000 möglicher Kapazität an. Was passiert also, wenn eine Fluggesellschaft wie die saudische „Emirates“ Zürich zum Umsteigeort wählt, so wie gegenwärtig spekuliert wird? Der Vertrag ist hier eindeutig: Auch Emirates wird die Maschinen über Südbaden fliegen.

Das ist freilich noch nicht alles. Zu den (vorerst 110 000) Anflügen dürfte auch noch eine nicht geringe Anzahl von Abflügen – über den Kreis Konstanz etwa – kommen. Beobachter rechnen zusätzlich mit mindestens 60 000 Abflügen, die rund 3600 Meter hoch über Gottmadingen geführt werden. Realistisch seien wohl 80 000. In der Summe rechnet man also mit 170 000 An- und Abflügen über Hochrhein und Bodensee nach heutigem Stand.

In Südbaden wächst derweil der Widerstand gegen den Staatsvertrag. Die Bürgerinitiativen sehen sich von Berlin und Stuttgart getäuscht. Das Schweizer Papier zum Staatsvertrag „demaskiert schonungslos alle diejenigen politischen Verantwortungsträger, die immer noch über eine dem Vertrag beigelegte Denkschrift das Wort reden oder reden müssen, aus welchen Gründen immer“, erklärt Edwin Fluck von der BI gegen den Warteraum Rilax über der Baar.

Auch auf politischer Ebene wächst der Groll. So beantragte Ute Kumpf (SPD) eine aktuelle Debatte im Bundestag zum Staatsvertrag: „Bundesverkehrsminister Ramsauer hat das Parlament vor der Vertragsunterzeichnung nicht ausreichend informiert,“ ließ das Mitglied im Verkehrsausschuss erklären. Und der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann (Grüne) sieht den Staatsvertrag im Bundesrat als „nicht zustimmungsfähig“, weil er entscheidende Lücken lasse.

Ramsauer freilich will sich nicht in die Karten schauen lassen. „Vor 2018, so ist aus Ihrem Hause zu hören, soll es keine Festlegung bei den Flugrouten und –höhen geben. Das ist natürlich nicht akzeptabel“, protestiert der Waldshuter Landrat Tilman Bollacher und forderte jüngst einen Runden Tisch, der die zahlreichen offenen Fragen klärt.

Aber darauf wird sich der CSU-Minister nicht einlassen. Selbst wenn die grün-rote Landesregierung wider Erwarten im Bundesrat ihr Veto einlegt, würde der Bundestag den Staatsvertrag mit der Kanzlermehrheit überstimmen, heißt es aus Berlin. Auch wenn dies ein Affront gegenüber dem betroffenen Bundesland wäre.



Flugverkehr: Bundesrat verabschiedet Vernehmlassungsvorlage zum Staatsvertrag

http://www.bazl.admin.ch/aktuell/medieninformation/00024/index.html?lang=de&msg-id=46007

Bern, 21.09.2012 - Der Bundesrat hat heute die Vernehmlassung zum Flugverkehr-Staatsvertrag mit Deutschland eröffnet. Diese dauert bis am 25. Oktober 2012. Parallel dazu wird in den nächsten Wochen gemeinsam mit den betroffenen Kantonen geprüft, mit welchem Betriebskonzept am Flughafen Zürich der Vertrag umgesetzt werden soll. Ein entsprechender Vorschlag soll bis zur Verabschiedung der Botschaft Ende Jahr vorliegen.

Anfang September haben Bundesrätin Doris Leuthard und der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer den Luftverkehr-Staatsvertrag unterzeichnet. Der Vertrag ermöglicht es, eine jahrelange Auseinandersetzung der beiden Staaten um die Regelung der An- und Abflüge über süddeutsches Gebiet im Zusammenhang mit dem Betrieb des Flughafens Zürich zu beenden. Damit der Vertrag in Kraft treten kann, müssen ihn die Parlamente beider Länder ratifizieren. Der Bundesrat hat dazu heute die Vernehmlassungsvorlage verabschiedet. Interessierte Kreise haben bis am 25. Oktober Zeit, sich zu äussern. Die Verabschiedung der Botschaft durch den Bundesrat ist für Ende Jahr geplant.

Das Abkommen sieht vor, dass Deutschland auf eine Begrenzung der Flugbewegungen über seinem Territorium verzichtet, an Werktagen morgens eine halbe Stunde früher wieder Nordanflüge zulässt und grundsätzlich einen satellitengestützten gekröpften Nordanflug akzeptiert, der auf Schweizer Seite der Grenze entlang führen würde. Zudem gilt eine siebenjährige Übergangszeit bis zum Inkrafttreten aller Elemente des Vertrages. Die Schweiz ist im Gegenzug bereit, die am frühen Abend landenden Flugzeuge anstatt von Norden her über eine andere Route zum Flughafen Zürich zu führen.

Damit die Regelungen des Staatsvertrages umgesetzt werden können, ist geplant, am Flughafen Zürich die Ost-Westpiste und eine der beiden Nord-Süd-Pisten zu verlängern. Die neuen Ruhezeiten für Deutschland treten deshalb erst in Kraft, wenn der Pistenausbau abgeschlossen ist, spätestens auf Anfang 2020. Als kurzfristige Massnahme, die ab Ratifikation des Abkommens in Kraft tritt, wird die Ruhezeit für Deutschland unter der Woche am Abend um eine Stunde vorverlegt.

Als Alternativen für Anflüge von Norden kommen während den deutschen Ruhezeiten grundsätzlich Ostanflüge, Südanflüge oder ein satellitengestützter gekröpfter Nordanflug in Frage. Derzeit wird vertieft geprüft, was diese Varianten bezüglich Sicherheit, Kapazität und Lärmbelastung bedeuten würden und welches Betriebskonzept letztlich umgesetzt werden soll. Bis zur Verabschiedung der Botschaft an das Parlament sollte dazu ein Vorschlag vorliegen. Die entsprechende Variante wird dann im Rahmen des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) in den Entwurf für das Objektblatt des Flughafens Zürich integriert. Zu diesem überarbeiteten Objektblatt findet danach eine Konsultation der Kantone statt. Die Verabschiedung des Objektblatts durch den Bundesrat ist für die erste Hälfte 2013 vorgesehen. Im selben Zeitraum ist die Behandlung des Vertrages durch die Eidgenössischen Räte geplant.







25.09.2012

Weniger Fluglärm: DLR Wissenschaftler testen neue Methode der aktiven Lärmminderung

http://www.umweltmagazin.de/umwelt/news.php?data[category_id]=111&data[article_id]=69643

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben ein neues Verfahren zur Minderung von Triebwerkstönen entwickelt. Es basiert auf dem gezielten Einblasen von Druckluft in das Flugzeugtriebwerk direkt hinter dem Hauptrotor. Das Konzept wurde jetzt erstmals erfolgreich getestet.

Das Verfahren zur Minderung von Triebwerkstönen basiert auf dem gezielten Einblasen von Druckluft direkt hinter dem Hauptrotor des Triebwerks, dem sogenannten Fan. Dadurch werden Wechselkräfte auf den nachfolgenden Leitschaufeln angeregt, die bei genau eingestellter Einblasung den aktiven Gegenschall erzeugen.

Moderne Triebwerke besitzen bereits ein für viele Zwecke verwendetes Druckluftsystem, das auch hier - auf akustische Anwendungen hin erweitert und adaptiert - zum Einsatz kommen kann. Es würde die hohen Anforderungen der Luftfahrttechnik auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit erfüllen. Erste Datenanalysen zeigen, dass der laute Ton, der im Fan durch die Interaktion von Rotoren und Statoren entsteht, deutlich leiser wurde. Dafür reichte bereits eine geringe Menge eingeblasener Druckluft aus.

Parallel zu den akustischen Demonstrationsversuchen wurden umfangreiche Detailmessungen zur Strömung im Triebwerksfan und dem Schwingungsverhalten der Fanschaufeln durchgeführt. Um innovative Ideen wie das System zur aktiven Lärmminderung in industrielle Anwendungen zu überführen, ist ein umfangreiches Wissen über die komplexen Strömungsvorgänge innerhalb des Triebwerks notwendig.



Deutsches Zentrums für Luft- und Raumfahrt: Weniger Fluglärm – Wissenschaftler testen neue Methode der aktiven Lärmminderung

http://www.airportzentrale.de/deutsches-zentrums-fur-luft-und-raumfahrt-weniger-fluglarm-wissenschaftler-testen-neue-methode-der-aktiven-larmminderung/18935/

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben ein neues Verfahren zur Minderung von Triebwerkstönen entwickelt. Es basiert auf dem gezielten Einblasen von Druckluft in das Flugzeugtriebwerk direkt hinter dem Hauptrotor. Das Konzept wurde jetzt erstmals erfolgreich getestet.

In den letzten 40 Jahren reduzierte sich der Fluglärm durch gezielte Anpassungen der Triebwerksbauweise stetig. Dies wurde durch immer größere Triebwerksdurchmesser erreicht, bei denen sich die durchströmende Luft immer weiter verlangsamt. Die physikalischen Grenzen dieses Prinzips, welches auch Treibstoff spart, sind allerdings nahezu erreicht. Jetzt sind innovative Technologien gefragt, um mittels alternativer Methoden die weitgehend ausgereizten Möglichkeiten bei der Lärmreduktion aktueller Triebwerksarchitekturen zu verbessern.

Gegenschall durch Druckluft

Eine viel versprechende Technologie ist die aktive Lärmminderung. “Bei der aktiven Lärmminderung werden Gegenschallquellen zum Unterdrücken der primären Lärmquellen eingesetzt. Bei diesem Prinzip nutzte man bislang Lautsprecher zum Erzeugen eines Gegenschallfelds. In einem Triebwerk – beispielsweise im Einlauf – müsste ein System aus vielen Lautsprechern allerdings extrem robust, langlebig und zuverlässig sein. Überdies bringt die Verwendung von leistungsfähigen Magneten und Verstärkern eine erhebliche Gewichtszunahme des Triebwerks mit entsprechend negativen Auswirkungen auf dessen Effizienz mit sich.” erklärt der DLR-Triebwerksakustiker Prof. Lars Enghardt.

Die Akustiker des DLR-Instituts für Antriebstechnik entwickelten deshalb in den letzten Jahren ein neuartiges aktives Verfahren zur Minderung von Triebwerkstönen. Es basiert auf dem gezielten Einblasen von Druckluft direkt hinter dem Hauptrotor des Triebwerks, dem sogenannten Fan. Dadurch werden Wechselkräfte auf den nachfolgenden Leitschaufeln angeregt, die bei genau eingestellter Einblasung den aktiven Gegenschall erzeugen.

Moderne Triebwerke besitzen bereits ein für viele Zwecke verwendetes Druckluftsystem, das auch hier – auf akustische Anwendungen hin erweitert und adaptiert – zum Einsatz kommen kann. Es würde die hohen Anforderungen der Luftfahrttechnik auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit erfüllen.

Realistische Testbedingungen

“Das DLR verfügt in Köln mit dem Versuchsverdichter UHBR (Ultra High Bypass Ratio)-Rig über einen leistungsfähigen Modellprüfstand, an dem wir das neue Verfahren an einem realistischen Modell eines Teiltriebwerks demonstriert haben. Die Untersuchungen wurden bei niedrigeren Drehzahlen unter realistischen Landeanflugbedingungen durchgeführt,” sagt Dr. Eberhard Nicke. Erste Datenanalysen zeigen, dass der laute Ton, der im Fan durch die Interaktion von Rotoren und Statoren entsteht, deutlich leiser wurde. Dafür reichte bereits eine geringe Menge eingeblasener Druckluft aus.

Parallel zu den akustischen Demonstrationsversuchen wurden umfangreiche Detailmessungen zur Strömung im Triebwerksfan und dem Schwingungsverhalten der Fanschaufeln durchgeführt. Um innovative Ideen wie das System zur aktiven Lärmminderung in industrielle Anwendungen zu überführen, ist ein umfangreiches Wissen über die komplexen Strömungsvorgänge innerhalb des Triebwerks notwendig.

Umweltfreundliche, leise und leistungsfähige Triebwerke sind das Ziel der DLR-Antriebsforschung. Innovationen in der Triebwerkskonstruktion entlasten schon heute die Anwohner von Flughäfen. Insgesamt nimmt der Luftverkehr allerdings jedes Jahr zu. Ein weiteres Wachstum der Luftfahrtbranche braucht eine weitere kontinuierliche Verringerung des Fluglärms. Daran arbeitet das DLR-Institut für Antriebstechnik seit vielen Jahren gemeinsam mit seinen industriellen Partnern.

Die akustischen und aerodynamischen Forschungsarbeiten im DLR-Institut für Antriebstechnik werden aktuell im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Luftfahrtforschungsprogramms IV weitergeführt.

Quelle: PM DLR



Bewegung im Fluglärmstreit

Gekröpfter Anflug über Osten neu im Spiel

http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/gekroepfter-anflug-ueber-den-osten-ist-neu-im-spiel-1.17641358

Der Flughafen lanciert eine neue Anflugroute – einen gekröpften Anflug der Thur entlang über den Osten, der bei Bülach auf die Piste 14 einschwenkt. Der Aargau wäre bereit, den Osten dafür von Starts zu entlasten.



Andreas Schürer, Erich Aschwanden

In der Fluglärmdiskussion ist ein neuer Begriff im Spiel: der GNA Ost, der gekröpfte Nordanflug über den Osten. Der Flughafen Zürich prüft laut Informationen der NZZ, ob dieses Verfahren am Morgen zwischen 6 und 6 Uhr 30 zum Einsatz kommen könnte – anstelle des Südanflugs beziehungsweise des bisher als Alternative vorgeschlagenen gekröpften Nordanflugs über den Aargau (GNA West).

Kurve bei Bülach

Die genaue Routenführung des GNA Ost ist noch unklar. Im Prinzip ist die neue Variante eine Spiegelung des gekröpften Anflugs, der schon jahrelang zur Diskussion steht: Statt von Westen dem Rhein entlang über den Aargau (GNA West) soll die Piste 14 von Osten her der Thur entlang angepeilt werden (GNA Ost). Die Kurve auf die Landebahn in Kloten wird nach diesem Modell bei Bülach geflogen, wie aus einer groben Darstellung des Flughafens hervorgeht, die der NZZ vorliegt. Beschlossen ist das neue Betriebssystem noch nicht. Letzte Woche eröffnete der Bundesrat die Vernehmlassung zum Flugverkehr-Staatsvertrag. Parallel dazu prüft der Bund in den kommenden Wochen mit den betroffenen Kantonen, mit welchem Betriebskonzept am Flughafen Zürich der Vertrag umgesetzt werden soll.

Die betrieblichen Vorteile des GNA Ost gegenüber dem GNA West liegen auf der Hand: Die rund 15 Maschinen, die zwischen 6 und 6 Uhr 30 in Kloten landen, kommen grossmehrheitlich aus Osten – der Umweg über den Westen, der gleichzeitige Starts verunmöglicht, würde unnötig. Der Knackpunkt: Die technische Umsetzbarkeit ist nicht gesichert. Offen ist insbesondere, ob die Kurve auf die Piste 14 zu fliegen ist – oder ob sie zu steil ausfällt.

Machbarkeit wird geprüft

Der Flughafen gibt sich auf Nachfrage zurückhaltend. Die Sprecherin Sonja Zöchling sagt, dass sie lediglich zusammengestellt hätten, welche gekröpften Nordanflüge mit moderner Technologie möglich wären. Im Staatsvertrag mit Deutschland, den die Parlamente beider Länder noch ratifizieren müssen, sind solche Anflugverfahren erlaubt. Gegenwärtig prüfe der Flughafen die Machbarkeit eines gekröpften Anflugs aus Osten, sagt Zöchling. Sie verweist auf die Einschränkung, dass beim gekröpften Nordanflug über Westen während des Anflugs keine gleichzeitigen Starts möglich seien, und sie fügt hinzu: «Allenfalls würde sich dieses Problem bei einem Anflug aus Osten entschärfen.» Da der Flughafen in der Ausarbeitung dieses Verfahrens noch im Anfangsstadium sei, könne sie aber nichts über konkrete Routen sagen.

Nicht kommentieren will Zöchling weitere Vorschläge, die in der Diskussion mit den Betroffenen aufs Tapet kamen. So steht seit der konsultativen Konferenz der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion, die kürzlich stattgefunden hat, im Raum, am Abend ab 18 Uhr zuerst eine Stunde von Süden anzufliegen, bevor auf das Ostkonzept umgestellt wird.

Keine Stellung dazu nimmt auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Sprecher Daniel Göring sagt, dass während des Konsultationsverfahrens keine Auskunft erteilt werde. Zum gekröpften Nordanflug aus Osten sagt er: «Es handelt sich um eine Idee des Flughafens. Ob dieser Anflug aviatisch umsetzbar ist, muss sich erst noch weisen.» Auf den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) habe es keinen Einfluss, ob die neue Route weiterverfolgt werde oder nicht, sagt Göring: «In der Umsetzung des Staatsvertrags wird der SIL ohnehin angepasst werden müssen.»

Nicht gut kommt der neue Anflug-Vorschlag bei Hanspeter Lienhart (sp.), Stadtrat in Bülach und Präsident der IG-Nord, an. Für ihn sei ein gekröpfter Anflug weder von Westen noch von Osten akzeptabel, wobei die Betroffenen ohnehin nichts mehr zu sagen hätten, klagt Lienhart. Stossend sei, dass mit dem Staatsvertrag die Ostausrichtung des Flughafens akzentuiert werde.

Keinen Kommentar gibt die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion ab. Ihr Sprecher Erich Wenzinger verweist aber darauf, dass der Staatsvertrag Anflüge entlang der Grenze zu Deutschland sowohl im Westen als auch im Osten nicht ausschliesse. Den GNA Ost habe nun der Flughafen eingebracht; für eine Bewertung ihrerseits sei es noch zu früh: «Wir müssen zuerst die Erkenntnisse aus der nun folgenden Prüfung abwarten», sagt Wenzinger.

Kompromissbereiter Aargau

Im Kanton Aargau, der vom gekröpften Nordanflug aus Richtung Westen am stärksten betroffen wäre, ist man froh, dass mit dem gekröpften Nordanflug Ost eine neue Anflugroute ins Spiel gebracht wird. «Es ist wichtig, dass nun im Rahmen des Koordinationsverfahrens alle möglichen Varianten auf den Tisch kommen und nach objektiven Gesichtspunkten geprüft werden», sagt Hans-Martin Plüss, Projektleiter Fluglärm im Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Wäre es tatsächlich möglich, den Flughafen Zürich am Morgen zwischen 6 Uhr und 6 Uhr 30 via gekröpften Nordanflug Ost anzufliegen, könnte dies ein Ausweg sein, um im Kanton Aargau eine drohende Doppelbelastung zu verhindern. Sollte nämlich, wie im Aargau befürchtet, der gekröpfte Nordanflug West eingeführt und die bestehende Abflugroute Surbtal beibehalten werden, würden abends die letzten und morgens die ersten Überflüge über Aargauer Gebiet führen. Plüss lässt durchblicken, dass der Kanton Aargau bereit wäre, Hand zu bieten, wenn mit der Einführung des gekröpften Nordanflugs Ost eine ähnliche Situation im Osten auftreten würde. So könnten abends mehr Abflüge Richtung Westen übernommen werden.


Zuletzt bearbeitet: 27.09.12 00:47 von Administrator


Alles deutet auf das Ostkonzept hin (ZOL)

Das Ostanflugkonzept wird eine tragende Rolle bei der Umsetzung des Staatsvertrages einnehmen, hält der Bundesrat im Vernehmlassungsbericht fest.

OLIVER GRAF

Offiziell liegt noch kein Entscheid vor, welches An- und Abflugregime auf dem Flughafen Zürich gelten soll, wenn der zwischen Deutschland und der Schweiz ausgehandelte Staatsvertrag spätestens am 1. Januar 2020 umgesetzt wird. Bundesrätin Doris Leuthard hat einen «fairen Lastenausgleich» in Aussicht gestellt.

Vorteile: Kapazität und Lärm

Doch zeichnet sich ab, dass die zusätzlichen abendlichen Anflüge – unter der Woche bereits ab 18 statt wie derzeit erst ab 21 Uhr – über Osten erfolgen werden. Im Bericht, den der Bundesrat für die Vernehmlassung verfasst hat, heisst es: «Eine tragende Rolle wird das Ostanflugkonzept übernehmen müssen.» Anflüge auf die Piste 28 – und gleichzeitige Starts in Richtung Norden – seien unter den Gesichtspunkten der Komplexität, der Kapazität sowie der Lärmbelastung vorteilhaft.

Durch Verlängerungen der Ost-West-Piste sowie einer Nordpiste, einen Ausbau des Rollwegsystems und eine Entflechtung der An-und Abflugrouten liesse sich das Ostkonzept noch erheblich verbessern, glaubt der Bundesrat: «Es wird dann eine ähnliche Kapazität aufweisen wie das Nordanflugkonzept.»

Um die Akzeptanz des Flughafens in seinem Umfeld zu erhalten, sei es zu vermeiden, dass eine Region fast alle Lasten tragen müsse, schreibt der Bundesrat zwar im Weiteren. Und: «Aus diesem Grund ist zu prüfen, inwieweit das Südanflugkonzept oder der gekröpfte Nordanflug Anwendung finden kann, um so die vom Ostanflugkonzept betroffenen Gebiete ein Stück weit zu entlasten.» Allerdings, schränkt der Bundesrat gleich selber ein, seien diese Optionen nachteilig. Zudem hält er in einem anderen Zusammenhang fest, dass zusätzliche Wechsel der Flugbetriebskonzepte im Tagesverlauf nicht ideal seien. Dies deutet darauf hin, dass die Anflüge, die zwischen 18 und 21 Uhr nicht mehr über süddeutsches Gebiet erfolgen dürfen, über Osten abgewickelt werden – wie dies ab 21 Uhr bereits heute der Fall ist.

Bundesrat warnt vor Scheitern

Grundsätzlich stuft der Bundesrat den Staatsvertrag als positiv ein. Er weise «wichtige Vorteile für die Schweiz» auf, in zahlreichen Punkten konnten «gute Lösungen für die Schweiz» gefunden werden. So dauern die deutschen Sperrzeiten am Morgen nur eine halbe Stunde (bis 6.30 statt bis 7 Uhr), und in den ersten 30 Minuten des Flughafentages könnte der gekröpfte Nordanflug eingeführt werden. «Die dicht besiedelten Gebiete der südlichen Flughafenregion können dabei geschont werden», schreibt der Bundesrat.

Positiv wertet die Regierung auch den Umstand, dass eine lange Übergangsfrist bis (spätestens) 1. Januar 2020 besteht. Damit bleibe genügend Zeit für die Umsetzung. Und dass der Vertrag bis 2030 unkündbar ist, hebt sie ebenfalls hervor: «Dies kommt dem Bedürfnis nach Planungs- und Investitionssicherheit der Schweiz entgegen.»

Vor einem Scheitern des Vertrages warnt der Bundesrat. Sollte ihn das Parlament ablehnen, dann würde Deutschland die Nutzung seines Luftraums einseitig regeln. «Die einseitigen Massnahmen würden wahrscheinlich erheblich weiter gehen als die Zugeständnisse, welche die Schweiz im vorliegenden Vertrag macht.»

Die Vernehmlassung zum Staatsvertrag, in der sich interessierte Kreise äussern können, dauert bis am 25. Oktober. Parallel dazu wird in den nächsten Wochen gemeinsam mit den betroffenen Kantonen geprüft, mit welchem Betriebskonzept der Vertrag umgesetzt werden soll, teilt das Bundesamt für Zivilluftfahrt mit. Ein entsprechender Vorschlag soll bis zur Verabschiedung der Botschaft Ende Jahr vorliegen.

ZOL, 25.09.2012, Seite 16



Von:
Pascal Ihle und Stefan Eiselin

«Flugplatz Dübendorf ein geeigneter Ort»

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/flugplatz-duebendorf-ein-geeigneter-ort

Thomas Kern, Chef des Flughafens Zürich, äussert sich im Interview zur Zukunft der Privatfliegerei und zum Staatsvertrag mit Deutschland.

Der CEO des Zürcher Flughafens, Thomas Kern, sieht eine Verlagerung der Privatfliegerei nach Dübendorf voraus. (Bild: Keystone)

Auf dem Flughafen Zürich wird es für die Privatfliegerei eng: «Das ist jetzt schon absehbar», sagt Thomas Kern. Der Chef des Flughafens Zürich erklärt im Interview mit der «Handelszeitung», er wisse noch nicht, wann es so weit sein werde. Aber es sei klar, dass die Verlagerung komme.

In der Konzession sei ganz klar festgelegt, dass die Privatfliegerei zuerst weichen müsse, wenn es keinen Platz mehr habe. Die Politik müsse entscheiden, wohin die Privatfliegerei dann komme. Er selbst aber hat bereits eine Idee. «Ich könnte mir vorstellen, dass der Flugplatz Dübendorf ein geeigneter Ort wäre», so Kern.

Kern ist sich im Weiteren sicher, dass der Staatsvertrag mit Deutschland realisiert wird. «Ich bin überzeugt, dass er in der Volksabstimmung klar gutgeheissen würde», sagt der Flughafen-Chef. Zur Umsetzung aber müssen dann zwei Pisten verlängert werden. Da werde es schwieriger. Die Notwendigkeit müsse der Flughafen der Politik und der Bevölkerung erklären. «Ich hoffe, dass sich die Zürcher Kantonspolitiker ihrer Verantwortung bewusst sind.»

Lesen Sie das ganze Interview in der aktuellen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

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