Fluglärm-DiskussionsforumHeader Ein | Aus
Seiten: Anfang ... 7 8 9 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Medienberichte Juli-Sept 2012


Flughafen Zürich: Geltungsdauer der Projektierungszone für die Ost-Westpiste verlängert

http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=46105

Bern, 26.09.2012 - Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat die Geltungsdauer der seit 2007 bestehenden Projektierungszone im Westen der Piste 28 auf dem Flughafen Zürich um drei Jahre verlängert. Mit der Projektierungszone soll sichergestellt werden, dass in der Verlängerung der Ost-Westpiste 28 keine Bauten errichtet werden, die eine künftige Realisierung dieses Vorhabens beeinträchtigen.

Um den Luftverkehr-Staatsvertrag mit Deutschland umsetzen zu können, ist vorgesehen, auf dem Flughafen Zürich die Ost-Westpiste 28 und eine der beiden Nord-Süd-Pisten zu verlängern. Mit der Verlängerung der Piste 28 kann ein wesentlicher Beitrag zur Stabilität des Betriebs auf dem Flughafen geleistet werden. Die Projektierungszone soll sicherstellen, dass das für die Pistenverlängerung vorgesehene Terrain frei bleibt.

Eine Projektierungszone kann maximal für die Dauer von fünf Jahren festgelegt und einmal um drei Jahre verlängert werden. Da die Gültigkeitsdauer der bestehenden Projektierungszone im Westen der Piste 28 Mitte Oktober ablaufen würde, hat das BAZL diese auf Gesuch der Flughafen Zürich AG um drei Jahre verlängert. Der Kanton hat der Verlängerung zugestimmt; die Gemeinde und die Grundeigentümer haben dagegen keine Einwände erhoben.



Baden-Württemberg Fluglärm: Staatsvertrag passiert Ausschuss

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/kreis-waldshut/Fluglaerm-Staatsvertrag-passiert-Ausschuss;art372586,5701319

26.09.2012
Von NILS KÖHLER

Ungeachtet der heftigen Kritik am Fluglärm-Staatsvertrag setzt das Bundesverkehrsministerium das Ratifizierungsverfahren unbeirrt fort. Im Verkehrsausschuss stellten sich die Experten des Ministeriums Ramsauer gestern den Fragen der Abgeordneten.

Enttäuscht äußerte sich die Waldshuter SPD-Abgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter über den Verlauf der Sitzung. „Außer den Fragen der SPD-Fraktion“ habe es „so gut wie keine kritischen Stimmen“ gegeben, so das Mitglied im Verkehrsausschuss. Den Volksvertretern sei bislang nicht der umstrittene Entwurf der Denkschrift zum Staatsvertrag zugegangen, über den eigentlich diskutiert werden sollte. In ihrer Mitteilung heißt es, der Staatsvertrag sei „dilettantisch ausgearbeitet“.

Im Zusammenhang mit den von der Schweiz inzwischen in Aussicht gestellten 110 000 Anflügen über Südbaden (statt 85 000, wie es Ministerpräsident Kretschmann versprach) zitiert die Politikerin den Parlamentarischen Staatssekretär Jan Mücke (FDP) mit den Worten: Dies habe Bern „geschönt“ dargestellt, um der eigenen Bevölkerung den Vertrag schmackhaft zu machen.

Offenen Widerstand gibt es jetzt auch im Schwarzwald-Baar-Kreis. Dort verfassten der Landrat und die Bürgermeister eine Resolution gegen das Abkommen, die an die Abgeordneten ging. „Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat uns weder transparent noch zutreffend über den Staatsvertrag informiert,“ erklärte Landrat Sven Hinterseh gestern und wies damit indirekt die Schuld an dem Vertrag Berlin zu. In der Entschließung heißt es, der Vertrag öffne einem weiteren Anstieg der An- und Abflüge Tür und Tor. Es gäbe künftig weder eine Begrenzung der Zahl der An- und Abflüge noch einen Schutz vor „weiteren Kapazitätssteigerungen des Flughafens“. Daher fordern sie Bundestag und Bundesrat auf, dem Vertrag nicht zuzustimmen.



Flughafen Zürich prüft neue Anflugvariante

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/09/26/Schweiz/Flughafen-Zuerich-prueft-neue-Anflugvariante

Mittwoch, 26. September 2012, 15:40 Uhr

Im Ringen um sein Anflugregime bringt der Flughafen Zürich eine neue Idee aufs Tapet: den gekröpften Anflug über den Osten. Dieser käme vor allem für den frühen Morgen zu Sperrzeiten für Anflüge über Deutschland in Frage. Die Machbarkeit ist aber noch unklar.

Neue Anflug-Variante für Flughafen Zürich (rot)
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=d4d6142b-025a-4105-8bb4-5cc21669a11a

Das neue Anflugregime hat der Flughafen als Alternative zum gekröpften Nordanflug über den Aargau im Westen ins Spiel gebracht, wie die «Neue Zürcher Zeitung» und das «Oltener Tagblatt» berichten.

Laut neuem Staatsvertrag möglich

Das Anflugverfahren brächte zwei Vorteile: Zum einen wird der Flughafen in der fraglichen Zeit von 6 bis 6.30 Uhr vor allem von Maschinen aus dem Osten angeflogen, wie Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling sagt. Diese müssten dann keinen Umweg über das Mittelland mehr fliegen. Zum anderen wäre der Flughafen nicht mehr für Abflüge blockiert in der halben Stunde ab 6 Uhr, wie das beim gekröpften Nordanflug der Fall ist.

Neuer Vorschlag für Anflug am Flughafen Zürich (Tagesschau 12.45 Uhr, 26.09.2012)
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=f94f9551-af57-40af-8870-a3d7bc73c268

Erfolgen soll der gekröpfte Anflug über den Osten auf die Piste 14, gelandet würde also auf derselben Piste wie beim gekröpften Nordanflug von Westen her. Beide Varianten sind im neuen Fluglärm-Staatsvertrag mit Deutschland nicht ausgeschlossen.

Freude im Aargau, Kritik aus Bülach

Derzeit wird geprüft, ob der gekröpfte Anflug über Osten überhaupt möglich ist. Der Knackpunkt dabei ist die steile Linkskurve, die die Maschinen dazu über Bülach (ZH) fliegen müssten.

Während man im Kanton Aargau eine damit mögliche Reduktion des Fluglärms begrüsst, reagiert Hanspeter Lienhart, Bülacher Stadtrat und Präsident der IG-Nord. Keine Stellung zum Vorschlag nahmen laut der «Neuen Zürcher Zeitung» das Bundesamt für Zivilluftfahrt und die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion.

(sf/buet)



Widerstand gegen «Gekröpften»

Neue Front im Osten

http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/neue-front-im-osten-1.17647869

Im Osten löst der neu ins Spiel gekommene gekröpfte Nordanflug Ost Empörung aus – allerdings nicht bei allen. Der Kanton Thurgau fordert einen Lastenausgleich. Die Zürcher GLP drängt derweil auf einen Verzicht auf Pistenausbauten.

Andreas Schürer

Die Vereinigung Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO) wehrt sich gegen die vom Flughafen Zürich neu ins Spiel gebrachte Anflugvariante über den Osten. Diese sieht einen gekröpften Anflug der Thur entlang via Bülach auf die Piste 14 vor – den GNA Ost. Für den BFO-Sprecher Fritz Kauf gehört dieser Anflug ins Reich der Träumereien: «Die Kurve bei Bülach würde fast 90 Grad eng sein – das kann wohl kaum eine ernsthafte Option werden.»

Ärger wegen Aargau

Kauf deutet den Vorschlag als fieberhafte Suche, um am Morgen Alternativen zum Südanflug zu finden: «Es ist erstaunlich, wie viel Energie der Flughafen investiert, um den Süden zu entlasten.» Offenbar sei er zu diesem Zweck sogar bereit, im bisher wenig belasteten Bezirk Andelfingen eine neue Front aufzutun. Bedenklich ist für Kauf, dass sich der Kanton Aargau für den GNA Ost ausspreche und sich davon eigennützig den Verzicht auf den gekröpften Nordanflug von Westen her erhoffe: «Das kommt bei uns gar nicht gut an und schwächt die Allianz gegen gekröpfte Anflüge.»

Positiver äussert sich Franz Brunner (fdp.), Gemeindepräsident von Nürensdorf und Vizepräsident der Region Ost. Auch er findet es stossend, dass offenbar der Süden entlastet und der Osten als Hauptanflug-Richtung etabliert werden soll. Dass auch der GNA Ost geprüft werde, hält er aber für vernünftig. Er meint: «Allenfalls könnte ein solcher Anflug sogar Druck wegnehmen von den Ostanflügen auf die Piste 28.» Dies könne für gewisse Gebiete im Osten Entlastung bringen, sagt Brunner.

Einwände gegen den GNA Ost meldet der Kanton Thurgau an. In einer Pressemitteilung schreibt das Departement für Bau und Umwelt: «Der Kanton Thurgau lehnt ein solches Anflugverfahren strikt ab, sofern dafür und für die angekündigten zusätzlichen Anflüge am Abend keine akzeptable Kompensation, wie sie von Bundesrätin Doris Leuthard im Vorfeld versprochen wurde, gefunden werden kann.» Enttäuschend sei, dass noch vor der Diskussion über eine faire Verteilung der Lasten Varianten geprüft würden, die wiederum eine einseitige Belastung des Ostens zur Folge hätten.

Regierungsrat Jakob Stark befürchtet, dass am Bodensee auch Tourismusregionen belastet werden könnten. Wenn dieses Anflugverfahren tatsächlich weiterverfolgt werde, sei eine Entlastung des Ostens von Starts umso dringlicher. Stark sagt: «Wir pochen auf einen Lastenausgleich. Es braucht eine staatsmännische Gesamtbetrachtung, in der sowohl die An- als auch die Abflüge berücksichtigt werden.»

Starts über den Süden

Wenn der Flughafen politische Probleme bei der Umsetzung des Staatsvertrags vermeiden wolle, ist er laut Stark gefordert, innovative Lösungen bezüglich der Starts vorzulegen. «Bis jetzt sehe ich da aber noch zu wenig Bewegung», meint er. Tabus dürfe es keine geben – auch nicht den Südstart straight über die Pfannenstielregion. Zentral ist für Stark, dass eine Lösung von allen getragen werden könne: «Das künftige Betriebskonzept muss Bestand haben. Wird der Osten aber über Gebühr belastet, wird es ständig Unruhe geben.»

Kein Verständnis für die Aufregung rund um den GNA Ost hat die Kantonsrätin Barbara Schaffner (glp., Otelfingen): «Es ist doch gut, wenn bestehende Konzepte überdacht werden und für die Entscheidungsfindung eine Gesamtschau zur Verfügung steht.» Für sie ist vordringlich, dass auch Varianten ohne Pistenausbau in Betracht gezogen werden. Es sei stossend, dass immer wieder behauptet werde, Pistenverlängerungen seien in der Umsetzung des Staatsvertrags zwingend. Als Erstunterzeichnerin eines GLP-Postulats drängt sie nun die Regierung dazu, Stellung zu nehmen. Schaffner sagt: «Der Regierungsrat soll offiziell festhalten, dass Verlängerungen nicht zwingend sind – und auch Alternativen aufzeigen.»

Seiten: Anfang ... 7 8 9 Zurück zur Übersicht


Lärm-Beschwerden: laerm@zurich-airport.com Tel 043 816 21 31  

Nutzungsbedingungen