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Thema: Medienberichte Jan-März 2013


Hier die Beiträge.



CDU-Politiker wittern Kuhhandel

Grün-roter Deal zu Gäubahn und Fluglärm?

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/baden-wuerttemberg_artikel,-Gruen-roter-Deal-zu-Gaeubahn-und-Fluglaerm-_arid,198950.html

CDU-Politiker vermuten, dass der Fluglärm-Staatsvertrag mit der Schweiz über einen Deal zustande gekommen ist. Sie verlangen Aufklärung.

Stuttgart CDU-Abgeordnete haben den "schlimmen Verdacht", dass beim Entwurf des heftig umstrittenen Staatsvertrags zu den Fluglärm-Regelungen mit der Schweiz "um Leistung und Gegenleistung" gedealt wurde. Guido Wolf, Landtagspräsident und Vorsitzender des Interessenverbands Gäubahn, sowie Felix Schreiner und Wolfgang Reuther, parlamentarische Vertreter der vom Fluglärm stark betroffenen Regionen, wittern ein "verhängnisvolles Geschäft" nach dem Motto: "Schnellere Gäubahn gegen mehr Fluglärm".

Das sei möglicherweise der Grund, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Verkehrsminister Winfried Hermann den Staatsvertrag anfangs so positiv bewertet hätten, schreiben die CDU-Politiker in einer Pressemitteilung.

Sie stützen ihren Verdacht auf Schweizer Medienberichte, wonach Bundesrätin Doris Leuthard 50 Millionen Euro zum Ausbau der Gäubahn (Stuttgart-Singen-Schaffhausen-Zürich) mit Blick auf den deutschen Widerstand gegen das Fluglärm-Abkommen erst einmal "blockiert" haben soll." Der Landtag von Baden-Württemberg hat mehrfach und in großer überparteilicher Einmütigkeit eine Paketlösung ausgeschlossen", sagt Wolf. Insofern wäre es ein klarer Verstoß gegen die Landtagsposition, wenn ein Deal akzeptiert worden wäre.

Der Ausbau der Gäubahn sei zwar ein vorrangiges Schienenprojekt, betonen Wolf, Schreiner und Reuther. Es gebe aber "keinen Grund, Gäubahn und Fluglärm jetzt zu koppeln", sagen die CDU-Politiker und bezeichnen einen möglichen Zusammenhang als "Kuhhandel". Die lärmgeplagten Südbadener müssten ein solches Vorgehen als "Schlag ins Gesicht" empfinden.

Die Landesregierung müsse Farbe bekennen, fordern Wolf, Schreiner und Reuther Aufklärung im Landtags-Verkehrsausschuss.

02.01.2013 - 08:30 Uhr



Eine Stunde gratis surfen am Flughafen Zürich

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Eine-Stunde-gratis-surfen-am-Flughafen-Zuerich/story/12535077

Aktualisiert am 27.12.2012 17 Kommentare

Bisher kostete der Internetzugang am Flughafen von der ersten Sekunde an. Nun muss der Passagier erst nach einer Stunde die Kreditkarte zücken.

Am Flughafen Zürich können Passagiere und Besucher ab 1. Januar 2013 während einer Stunde gratis im Internet surfen. Der Flughafen Zürich installierte für eine schnellere Surfgeschwindigkeit 30 neue Accesspoints, wie die Flughafen Zürich AG am Donnerstag mitteilte.

Der Nutzer muss sich mit seiner Handynummer registrieren. Mit einem Zugangscode kann er dann das Internet auf seinem Gerät oder einer der 70 Internetstationen während einer Stunde kostenlos nutzen.

Eine weitere Stunde kostet 6.90 Franken. Sechs Stunden nach Ablauf der Gratis-Stunde können die Nutzer wieder 60 Minuten kostenlos surfen. Zürich ist nicht der erste Schweizer Flughafen mit Gratis-Internet. (pia/sda)



Baden-Württemberg Fluglärm: Minister sieht sich als Opfer von „Verschwörungstheorien“

http://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/aktuelles/baden-wuerttemberg/Fluglaerm-Minister-sieht-sich-als-Opfer-von-8222-Verschwoerungstheorien-8220;art417921,5838490

02.01.2013
Von NILS KÖHLER

Jetzt schwappt der Streit zum umstrittenen Fluglärmstaatsvertrag auch auf die Landesregierung über. Verkehrsminister Hermann wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe eine Paketlösung angestrebt.

Hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) im Zusammenhang mit dem Fluglärmstaatsvertrag eine Paketlösung angestrebt? – Das Stuttgarter Ministerium weist entsprechende Vermutungen jetzt in einer Pressemitteilung als „Unterstellungen“ und als ein Ergebnis „mangelnder Recherche und Unkenntnis“ zurück.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Guido Wolf, Felix Schreiner und Wolfgang Reuther hatten zuletzt Fragen nach einem „Kuhhandel“ mit der Schweiz aufgeworfen. Schweizer Medien hatten Bemerkungen des Verkehrsministers am Rande eines Schweizbesuches wiedergegeben, die eine Verknüpfung durchaus möglich erscheinen ließen.

„Die CDU-Abgeordneten sind schlicht einer Zeitungsente aufgesessen“, erklärt Hermann dazu. So sei niemals „angedacht gewesen“, dass die Eidgenossenschaft etwas für die Verbesserung der Gäubahn zahle. Die vom Zürcher Tagesanzeiger in seinem Bericht vom 20. Dezember erwähnten 50 Millionen Euro, die Bern angeblich zurückhält, um Druck auf die Regierenden in Land und Bund zu machen, seien nur auf den Streckenabschnitt München-Zürich gemünzt gewesen. Dieser verlaufe aber „komplett über bayerischen Boden“.

Hermann erklärte weiter: „Diese Verschwörungstheorie basiert auf sachlicher Unkenntnis und ignoriert, dass die Landesregierung immer wieder betont hat, dass es keine Paketlösung zum Fluglärm-Staatsvertrag geben werde.“

Unterstützung erhält der grüne Minister von der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter. Ein Ausbau der Gäubahn sei allein Bundessache, erklärte sie. „Die Frage ist allerdings, ob ein solcher Deal mit dem Bundesverkehrsminister Ramsauer ausgehandelt wurde.“ Schwarzelühr-Sutter fragt weiter: „Wer ist jetzt wofür verantwortlich? Da erwarte ich eine saubere Aufarbeitung.“

Laut dem Zürcher „Tagesanzeiger“ soll Hermann freilich selbst eine Verknüpfung der bislang ungelösten Probleme hergestellt haben, so auch zu einem möglichen Atommülllager bei Benken, zum Anschluss der Rheintalschiene und zu eben der Gäubahn. In dem Bericht heißt es: „Hermann sagte damals, dass man aus dem Problem mit dem Fluglärm herauskomme, wenn man gemeinsam über verschiedene Verkehrsprobleme spricht.“

Die drei CDU-Abgeordneten äußerten in ihrer Medienmitteilung den „schlimmen Verdacht, dass beim Entwurf des in Süddeutschland auf starken Widerstand stoßenden Staatsvertrages um Leistung und Gegenleistung gedealt wurde“. Dies würde aber der Forderung des Stuttgarter Landtags nach einer Lösung außerhalb einer Paketlösung widersprechen, heißt es weiter.

Sie kündigten eine Parlamentarische Anfrage an. Der Tuttlinger Landtagsabgeordnete Guido Wolf erklärte gestern auf Nachfrage zu der Stellungnahme der Landesregierung: „Die Reaktion zeigt ganz offenkundig betroffene Hunde, die gehörig bellen. Wir sehen der Beantwortung unserer parlamentarischen Anfragen jetzt mit noch größerem Interesse entgegen.“



News > Schweiz Markt >
18:02:53
07-01-2013 17:45 Lufthansa Technik Schweiz kündigt neue Abbaumassnahmen in Basel an (AF)
Basel (awp/sda) - Die Lufthansa Technik Switzerland (LTSW) schliesst eine Aufgabe ihrer Aktivitäten auf dem Flughafen Basel-Mülhausen nicht mehr aus. Nach einschneidenden Restrukturierungsmassnahmen im letzten Jahr kündigte das Unternehmen am Montag "umfangreiche Kapazitätsanpassungen" an.

Das Unternehmen begründete die neuen Massnahmen mit dem schwierigen Marktumfeld und dem Einstieg von neuen Wettbewerbern am Standort Basel. CEO Rainer Lindau sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, der Kunde mit dem grössten Auftragsvolumen - Easyjet - habe sich im Herbst für einen anderen Anbieter entschieden.

Es gebe noch keine Entscheidung betreffend Schliessung des Betriebes in Basel, sagte Lindau weiter. Er sei aber über die Situation sehr besorgt. LTSW beschäftigt in Basel noch 60 Personen.

Die LTSW eröffnete das Konsultationsverfahren mit den Mitarbeitenden und der Personalkommission. "Damit sollen der drohende Abbau von Arbeitsplätzen beziehungsweise die vor diesem Hintergrund nicht mehr auszuschliessende Schliessung des Betriebes auf Alternativen hin geprüft werden", heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Gewerkschaft SEV-GATA will möglichst viele Jobs retten, da ein Swiss-Wartungsauftrag bestehe. Dafür brauche es mindestens zwei Dutzend Angestellte, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Lufthansa und Swiss stünden in der sozialen Verantwortung, heisst es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Sie ist aber seit der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages nicht mehr Vertragspartner der LTSW.

Nach dem Abbau von mehr als 220 von rund 300 Stellen im letzten Jahr, konzentrierte sich das Unternehmen noch auf die Wartung von Flugzeugen, die am Flughafen stationiert sind. Beschäftigt waren noch rund 60 Personen.

LTSW ist 2008 aus dem ehemaligen Technik-Betrieb der Swiss respektive der Crossair hervorgegangen. Damals beschäftigte das Unternehmen knapp 500 Mitarbeitende.

Kurzkommentar: Es hiess doch bisher immer, die Luftfahrt-Industrie schaffe Arbeitsplätze, oder?



Video des Flughafens über die möglichen Betriebskonzepte

http://www.flughafen-zuerich.ch/desktopdefault.aspx/tabid-915


Zuletzt bearbeitet: 16.01.13 12:04 von Entrechtet


Entrechtet:
Video des Flughafens über die möglichen Betriebskonzepte

http://www.flughafen-zuerich.ch/desktopdefault.aspx/tabid-915


Pistenausbau ist "notwendig", Südstarts Straight "wünschenswert". Ich schlage als Kompromiss vor, dass dem Flughafen das Notwendige ermöglicht wird...



Thomas
Pistenausbau ist "notwendig", Südstarts Straight "wünschenswert". Ich schlage als Kompromiss vor, dass dem Flughafen das Notwendige ermöglicht wird...


Südstarts Straight "wünschenswert" = NEIN!

Es geht dem Flughafen nie um das Notwendige, sondern immer nur um das Maximum!



Bantli:
Thomas
Pistenausbau ist "notwendig", Südstarts Straight "wünschenswert". Ich schlage als Kompromiss vor, dass dem Flughafen das Notwendige ermöglicht wird...


Südstarts Straight "wünschenswert" = NEIN!

Es geht dem Flughafen nie um das Notwendige, sondern immer nur um das Maximum!


Ich habe ja nur aus dem Video zitiert. Geben wir ihm das Notwendige, also den Pistenausbau, wenn er auf seinen Wunsch nach Südstarts zur Kapazitätsoptimierung verzichtet.



Ich habe ja nur aus dem Video zitiert. Geben wir ihm das Notwendige, also den Pistenausbau, wenn er auf seinen Wunsch nach Südstarts zur Kapazitätsoptimierung verzichtet.


Jetzt bin ich einverstanden.



Fluglärm Kommission will Staatsvertrag trotz deutscher Blockade ratifizieren

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/kommission-will-staatsvertrag-trotz-deutscher-blockade-ratifizieren-id2187201.html

Um einen langwierigen Konflikt zu beenden, soll die Schweiz den Staatsvertrag mit Deutschland zum Fluglärmstreit ratifizieren. Die Verkehrskommission (KVF) des Ständerats empfiehlt einstimmig, das Abkommen trotz der Blockade in Deutschland abzusegnen.

Vor dem Entscheid hörte die Kommission Vertreter der betroffenen Kantone und Gemeinden, des Flughafens Zürich, der Fluggesellschaft Swiss, der Flugsicherung Skyguide sowie Bürgerorganisationen an, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Dabei kam die Kommission laut Mitteilung zum Schluss, dass der Vertrag als Kompromiss akzeptabel sei und die Alternativen schlechter ausfallen würden. Beispielsweise könnte Deutschland das An- und Abflugregime einseitig verschärfen.

Zur Umsetzung des Abkommens in der Schweiz verlangt die Kommission, dass die Lösung für alle betroffenen Kantone und Gemeinden akzeptabel sein müsse. Wegen des Abkommens muss der Fluglärm auch im Landesinnern neu verteilt werden, beispielsweise wegen neuer Anflugrouten.

Auch die Aussenpolitische Kommission (APK) des Ständerats sprach sich einstimmig für den Vertrag aus, wie es weiter heisst. Sie sieht die Ratifikation durch die Schweiz als vertrauensförderndes Signal an Deutschland und erhofft sich davon Rechtssicherheit. Der Ständerat befasst sich voraussichtlich im März mit dem Geschäft.

Mit dem Staatsvertrag wollen die Schweiz und Deutschland den jahrelangen Fluglärmstreit beilegen. Anflüge auf den Flughafen Zürich würden ab 18 Uhr - drei Stunden früher als heute - nicht mehr über süddeutsches Gebiet abgewickelt. Deutschland würde dafür auf eine zahlenmässige Beschränkung der Anflüge verzichten und am Morgen Anflüge eine halbe Stunde früher zulassen.

Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer legte jedoch die Ratifikation des Abkommens Ende November auf Eis, nachdem aus dem Bundesland Baden-Württemberg heftiger Widerstand laut geworden war. Umstritten ist die Interpretation des Vertrags. Von Deutschland geforderte Nachverhandlungen lehnt die Schweiz ab. Bundesrätin Doris Leuthard zeigte sich indes bereit, offene Fragen zu klären. (SDA)



Flughafen Kloten

Fluglärm-Abkommen: Schweizer Ständerat will Fakten schaffen

http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/fluglaerm-abkommen-schweizer-staenderat-will-fakten-schaffen--68722924.html

Die Schweiz will beim Fluglärm-Staatsvertrag Fakten schaffen: Der Schweizer Ständerat soll das umstrittene Abkommen über die Anflüge auf den Flughafen Zürich genehmigen, obwohl es in Deutschland auf Eis liegt.

Dafür haben sich jetzt einstimmig zwei Kommissionen des Ständerats ausgesprochen. Beide Entscheide fielen ohne Gegenstimme. Der Ständerat ist die Kammer, in der die Schweizer Kantone vertreten sind. Nach Schweizer Medienberichten ist das Ja des Plenums im März nur noch eine Formsache. Voraussichtlich im Juni wird der Nationalrat sich mit dem Abkommen beschäftigen.

Vor dem Entscheid hörte die ständerätliche Verkehrskommission Vertreter der Kantone und Gemeinden, des Flughafens Zürich, der Fluggesellschaft Swiss, der Flugsicherung Skyguide sowie Bürgerorganisationen an, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Dabei sei die Kommission zum Schluss gekommen, dass der Vertrag als Kompromiss akzeptabel sei und die Alternativen schlechter ausfallen würden.

Keine Nachverhandlungen, keine Schuld am Scheitern

Auch die außenpolitische Kommission des Ständerates hat sich einstimmig für eine Ratifikation des Staatsvertrages ausgesprochen. Damit könnte ein lang andauernder Streit mit einem sehr wichtigen Nachbarn beigelegt und Rechtssicherheit für die Zukunft geschaffen würde, lautet die Begründung.

Mit dieser Entscheidung hat die Schweiz den Ball den Deutschen zugespielt. Wenn der Staatsvertrag scheitert, sollen nicht die Schweizer dafür verantwortlich sein. Ein erster Staatsvertrag war am Veto der Schweizer gescheitert.

Zudem bedeutet eine Ratifizierung zugleich auch ein Nein zu Nachverhandlungen, wie sie in Baden-Württemberg gefordert und von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zugesagt wurden. Die Schweiz ist bislang nur bereit, offene Fragen zu klären. Sie geht zudem davon aus, dass Staatsvertrag – falls überhaupt – nicht vor den im Herbst stattfindenden Bundestagswahlen unter Dach und Fach kommt.



Fluglärmstreit

Ein Zeichen an die Deutschen

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/ein-zeichen-an-die-deutschen-1.17969283

Der Ständerat soll den umstrittenen Fluglärmvertrag mit Deutschland genehmigen, obwohl das Abkommen in Deutschland auf Eis liegt.

hä. Bern Auch wenn die deutsche Regierung den bilateralen Fluglärmvertrag derzeit auf Eis gelegt hat, soll das Schweizer Parlament ihn genehmigen: Dafür haben sich zwei Kommissionen des Ständerats ausgesprochen. Beide Entscheide fielen ohne Gegenstimme. Damit dürfte das Ja des Ratsplenums im März nur noch eine Formsache sein. Voraussichtlich im Juni ist dann der Nationalrat an der Reihe.

Es gehe darum, «ein starkes Zeichen» an Deutschland zu senden, sagt Claude Hêche (Jura, sp.), der Präsident der ständerätlichen Verkehrskommission. Dieses «Zeichen» enthält zwei Elemente. Erstens spiele die Schweiz damit den Ball den Deutschen zu, sagt Hêche. Der Präsident der Aussenpolitischen Kommission, Hannes Germann (Schaffhausen, svp.), sekundiert: Bei der Ablehnung des ersten Staatsvertrags vor zehn Jahren habe die Schweiz die Deutschen «vor den Kopf gestossen»; nun wolle man Hand zu einer Lösung bieten. Christine Egerszegi (Aargau, fdp.) ergänzt: «Wenn der Vertrag scheitert, dann soll er nicht an uns scheitern, sondern an den Deutschen.»

Die zweite Bedeutung des «Zeichens»: Indem die Schweiz den Vertrag genehmigt, sagt sie auch Nein zu Nachverhandlungen. Aus diesem Grund dürfte der Entscheid bei den süddeutschen Hardlinern nicht gut ankommen.

Beide Kommissionen sind sich bewusst, dass der Staatsvertrag nur eine Hälfte des Fluglärmstreits löst: Er würde dem Zürcher Flughafen zwar Rechtssicherheit bringen und einen Konflikt mit einem wichtigen Nachbarn beilegen. Noch offen ist hingegen, wie der Lärm künftig innerhalb der Schweiz verteilt wird. Diese Verteilung dürfe man nur unter Einbezug der betroffenen Regionen vornehmen, hält die Verkehrskommission fest. Zudem müsse es eine «für alle akzeptable Lösung» sein. Zumindest die letzte Bedingung klingt nach der Quadratur des Kreises.



BFO lügt derart dreist, dass der Flughafen Zürich reagiert:

http://www.fluglaerm-ost.ch/_medien/Brief%20Flughafen%20130124.pdf



05. Februar 2013

Flughafen Frankfurt Fluglärm

Das Job-Märchen vom Flughafen-Ausbau

http://www.fr-online.de/flughafen-frankfurt/flughafen-frankfurt-fluglaerm-das-job-maerchen-vom-flughafen-ausbau,2641734,21642128.html

Von Jutta Rippegather

Der Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen glaubt nicht an die "Job-Maschine" Flughafen Frankfurt. Er fordert Aufklärung über die angeblich unterdrückten Erkenntnisse zur Verlagerung oder zum Abbau von Arbeitsplätzen im Rhein-Main-Gebiet.

Herr Thießen, Sie haben das Mediationsverfahren zum Ausbau des Frankfurter Flughafens unter die Lupe genommen. Was haben Sie festgestellt?

Bei dem Gutachten wurden grobe wissenschaftliche Fehler festgestellt. Sie haben die Ergebnisse sehr stark beeinflusst. Hin zu mehr Arbeitsplätzen als tatsächlich entstehen. Es gibt Gutachten auf empirischer Basis, die untersucht haben, wie viele Arbeitsplätze Flughäfen in der Vergangenheit tatsächlich neu geschaffen haben. Nämlich im Durchschnitt keine. Dieses Ergebnis ist in den Gutachten zum Planfeststellungsbeschluss unterdrückt worden.

Überhaupt keine neuen Arbeitsplätze?

Ja. Der Ausbau von Flughäfen hat lediglich Verlagerung zur Folge.

Wo werden die Arbeitsplätze abgezogen?

Zum Teil von anderen Verkehrsmitteln wie der Bahn. Außerdem kann man Geld nur einmal ausgeben. Das bedeutet, wenn die Menschen mehr Geld fürs Fliegen ausgeben, dann sparen sie an anderer Stelle. Wenn der Luftverkehr wächst, entwickeln sich andere Teile der Wirtschaft nicht so gut.

Wie wurden die Gutachten unterdrückt?

Die von den Flughäfen beauftragten Gutachter haben eine Methodik entwickelt, die immer zu einer positiven Zahl der Arbeitsplätze kommt. Diese Methodik zeichnet sich durch Lückenhaftigkeit aus. Es werden bestimmte Wirkungen außer Acht gelassen. Dadurch ergeben sich im Sinne der Auftraggeber die positiven Effekte.

Wusste die Politik davon?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politik das nicht gemerkt hat. Schon durch die Organisation des Mediationsverfahrens hat Wiesbaden die Weichen gestellt. Es musste bekannt gewesen sein, wie viel manipuliert worden ist.

Ihr Gesamturteil über das viel gelobte Mediationsverfahren zum Flughafenausbau?

Das ganze Mediationsverfahren zeichnet sich durch viele dubiose Eingriffe aus, die den Vorwurf der Manipulation rechtfertigen. Das fängt an bei den Arbeitskreisen.

Sie meinen die Arbeitskreise, die den Mediatoren zuzuarbeiten hatten.

Genau. In einem Arbeitskreis zum Thema Verkehr zum Beispiel waren von vier Teilnehmern zwei Lufthansa-affin, einer kam von Lufthansa direkt, und nur einer war unabhängig. In einem anderen Arbeitskreis wurde den Teilnehmern gesagt, sie bräuchten nichts Schriftliches mitzubringen, es werde nur diskutiert. Dann hatte der Regierungs-Vertreter doch ein Papier dabei, das dann zum Arbeitsergebnis erklärt wurde.

Haben Sie noch ein Beispiel?

Der Arbeitskreis, der externe Effekte des Luftverkehrs behandeln sollte, hat sich aufgelöst mit der Begründung, es gebe keine Literatur. Dabei war dieses Thema sehr wichtig, wie wir jetzt bei den Montagsdemonstrationen sehen.

Was ist beim Mediationsverfahren außerdem falsch gelaufen?

Es wurden Fragen ausgeklammert oder unzureichend geprüft. Magerere Erkenntnisse wurden der Öffentlichkeit als wichtig verkauft, andere Erkenntnisse wurden verschwiegen. Das ist einfach. Gutachter wurden verpflichtet, über ihren Vertrag, ihre Ergebnisse und sonstige Erkenntnisse über den Prozess zu schweigen. Es gab unzureichende Forschungsdesigns, fehlende Nachvollziehbarkeit von Argumenten, fehlende Objektivität der Beteiligten.

Zur Person

Friedrich Thießen ist Professor der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der TU Chemnitz. Privat engagiert sich der Finanzwissenschaftler unter anderem im Vorstand des Rhein-Main-Instituts für Arbeits-, Struktur- und Umweltforschung.

„Job-Märchen Frankfurter Flughafen“ mit Prof. Dr. Friedrich Thießen und Landrat Thomas Will (Groß-Gerau), 14.2., 19.30 Uhr, Rathaus Walldorf.

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